US-Eingriff in Israel-Iran-Konflikt

Operation Midnight Hammer über dem Iran: Ablauf des nächtlichen Angriffs

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Die USA attackierten gezielt iranische Atomanlagen. Die iranische Regierung beschwichtigt. Doch die Schäden sind laut US-Militär erheblich.

Teheran – Die Welt blickt gebannt auf den Pazifik. Am Samstag hoben neun amerikanische B-2-Tarnkappenbomber von ihrer Basis in den Vereinigten Staaten ab, und flogen mit etwa 900 km/h in Richtung Naher Osten. Nur Stunden, und einige zerstörte Atomanlagen später war klar: Die Vereinigten Staaten unterstützen nun aktiv Israel im Krieg mit dem Iran.

Die komplexe Operation – intern „Midnight Hammer“ genannt – erfolgte nach monatelanger Planung. Der Einsatz umfasst 125 Flugzeuge, ein U-Boot und hunderte Soldaten.

Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert

Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv.
Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv. Ausgelöst werden sie vom Iron Dome, dem Raketenschutzschirm über Israel, der hier ballistische Geschosse aus dem Iran abfängt. © Ohad Zwigenberg/dpa
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran.
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran. © Ilia Yefimovich/dpa
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen.
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen. © IMAGO/FatemehBahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Iran von Raketen aus Israel angegriffen – Gebäude stark beschädigt. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Israelischer Angriff beschädigt Gebäude in Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff.
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff. © IMAGO/Samir Abdalhade
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Ariel Schalit/dpa
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Der Iron Dome in Aktion
Der Iron Dome in Aktion: Raketen aus dem Iran, die in Richtung Tel Aviv flogen, werden von dem Flugabwehrsystem Israels abgefangen.  © Oded Balilty/dpa
dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen.
Doch auch dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen. Immer wieder kommen ballistische Geschosse durch und richten wie hier in Tel Aviv große Schäden an. © Baz Ratner/dpa
Raketenangriffe aus dem Iran
Aufgrund der Raketenangriffe aus dem Iran müssen immer wieder Gebäude und Bezirke in Tel Aviv und anderen Teilen Israels evakuiert werden. Diese Personen mussten ihr Wohnhaus in der israelischen Millionenmetropole aufgrund eines Raketeneinschlags verlassen. © Baz Ratner/dpa
Israelische Sicherheitskräfte inspizieren zerstörte Gebäude, die von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurden.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz
Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz in offiziellen Bunkeranlagen, von denen es im ganzen Land mehrere gibt. In Tel Aviv wurde eine Tiefgarage zu einem Luftschutzbunker für die Bevölkerung umfunktioniert. Eine Frau hat sich ihr Kind umgebunden und kühlt den Nachwuchs mit einem Hand-Ventilator, während sie auf das Ende der Raketenangriffe aus dem Iran wartet. © Baz Ratner/dpa
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde.
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde. © Vahid Salemi/dpa
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf.
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf. © Vahid Salemi/dpa
Israelische Luftangriffe in Teheran
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Israelischer Luftangriff auf Treibstoffdepot im Teheraner Stadtteil Shahran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Flammen erleuchten die Skyline hinter dem ikonischen Milad Tower in Teheran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv.
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
Folgen des iranischen Raketenangriffs in Bat Yam, nahe Tel Aviv
Aufräumarbeiten nach iranischem Raketenangriff in Bat Yam – Nahe Tel Aviv, Israel. © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
ranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – Vorort von Tel Aviv
Bat Yam, Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt, als es von einer iranischen Rakete getroffen wurde © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – einem Vorort von Tel Aviv
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.  © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.
Ein Gebäude in der Stadt Bat Yam, einem Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde.
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde. © IMAGO/Iranian Red Crescent
Das iranische Luftabwehrsystem feuert in der Nähe des Milad Tower Schüsse ab, die auf israelische Drohnen gerichtet sind.
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde © Vahid Salemi/dpa

„Keine Gefahr für die Menschen“: Iran spielt US-Angriff herunter

18:40 Uhr, Ortszeit Washington (00:40 MESZ) – Der erste B-2-Bomber wirft zwei der massiven bunkerbrechenden Bomben auf die unterirdische Atomanlage in Fordo ab. Weitere Abwürfe folgten. Nach ersten Erkenntnissen nahmen die amerikanischen Bomber gezielt das iranische Atomprogramm ins Visier und mieden politische Ziele. Die Angriffe konzentrierten sich auf die Komplexe Fordo, Natans und Isfahan. US-Präsident Donald Trump sprach von einem Erfolg, obwohl die vollständige Verifizierung der Zerstörung noch aussteht.

Das iranische Fernsehen spielt den Angriff indes herunter. Eine iranische Regierungssprecherin versicherte im Staatsfernsehen, dass es „keine Gefahr für die Menschen“ gebe. „Die Bewohner in Natans, Isfahan und Fordo können ihre Leben wie gewohnt weiterführen.“ Der Generalstabschef des US-Verteidigungsministeriums Dan Caine hingegen schilderte „extrem schwere Schäden und Zerstörung“ – an allen drei Zielen. Der Einsatz war nach 25 Minuten beendet.

Der Northrop B-2 Spirit Bomber der U.S. Air Force erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 1.010 Kilometern pro Stunde. Die iranische Luftabwehr, scheint ihm nicht gewachsen zu sein.

US-Bomber im Einsatz – Iranische Atomanlagen getroffen

Die US-Luftwaffe setzte Amerikas modernsten Bomber, den B-2-Spirit-Tarnkappenbomber, ein. Sieben B-2-Bomber bildeten bei dem Angriff die Hauptangriffsflotte. Sie flogen heimlich, mit minimaler Funkkommunikation, eine 18-stündige Strecke über Gibraltar, den Mittelmeerraum sowie den israelischen, jordanischen und irakischen Luftraum. Wie die Deutsche Presse Agentur (dpa) berichtet, um das „Element der Überraschung“ zu wahren. Die teuren Tarnkappenbomber wurden auf dem langen Weg mehrfach in der Luft betankt und von Eskort- und Unterstützungsflugzeugen begleitet.

Die unterirdische Atomanlage Fordo wurde besonders massiv attackiert. Nach Berichten des Spiegel liegt die Anlage mindestens 80 Meter tief in einem Berg begraben. Sie soll besonders wichtig für die Produktion von Uran sein. Wie die New York Times berichtet, sollen sechs B-2-Bomber allein auf die unterirdische Anlage ein Dutzend sogenannter Bunkerbrecher vom Typ GBU-57 MOP abgeworfen haben. Die schweren Bomben, sind darauf angelegt, etwa 60 Meter tief in die Erde einzudringen. Insgesamt wurden 14 Bomben auf Fordo und Natans abgeworfen.

Operation Midnight Hammer: Massive US-Militäraktion im Iran

Amerikanischen Medienberichten zufolge trafen die Bomber auf wenig Gegenwehr. Die israelische Luftwaffe hatte die iranische Flugabwehr bereits weitestgehend ausgeschaltet. Zudem wurden die Bomber wahrscheinlich von heftigen elektronischen Störmaßnahmen begleitet, um verbliebene iranische Gegenwehr zu unterdrücken. Der US-General Caine berichtete, dass die iranischen Boden-Luft-Raketensysteme die US-Streitkräfte während des gesamten Einsatzes nicht gesehen hätten.

Während des Anflugs auf Fordo und Natans soll es keinerlei Feuer auf die US-Bomber gegeben haben. Satellitenbilder von Fordo zeigen die Eintrittspunkte der Bunkerbrecher und leichte Verschiebungen des Terrains.

Dieses Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt die unterirdische iranische Atomanreicherungsanlage in Fordo nach den US-Angriffen.

Iran bleibt angriffslustig: Wissen und das Können in der Atomforschung könne „nicht zerstört werden“

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) verkündete indes, in Folge der US-Angriffe auf die Atomanlagen seien „keine erhöhten Strahlenwerte gemeldet worden“.

Die iranische Atombehörde erklärte, die iranische Atomindustrie werde die Angriffe überstehen. „Natürlich wurde uns Schaden zugefügt“, sagte Behördensprecher Behrus Kamalwandi. Aber das Wissen und das Können des Irans in der Atomforschung könne „nicht zerstört werden“. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben, was Teheran bestreitet. (ko)

Rubriklistenbild: © U.S. Air Force/picture alliance/dpa/ZUMA Wire

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