Operation Midnight Hammer über dem Iran: Ablauf des nächtlichen Angriffs
VonKonstantin Ochsenreiter
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Die USA attackierten gezielt iranische Atomanlagen. Die iranische Regierung beschwichtigt. Doch die Schäden sind laut US-Militär erheblich.
Teheran – Die Welt blickt gebannt auf den Pazifik. Am Samstag hoben neun amerikanische B-2-Tarnkappenbomber von ihrer Basis in den Vereinigten Staaten ab, und flogen mit etwa 900 km/h in Richtung Naher Osten. Nur Stunden, und einige zerstörte Atomanlagen später war klar: Die Vereinigten Staaten unterstützen nun aktiv Israel im Krieg mit dem Iran.
„Keine Gefahr für die Menschen“: Iran spielt US-Angriff herunter
18:40 Uhr, Ortszeit Washington (00:40 MESZ) – Der erste B-2-Bomber wirft zwei der massiven bunkerbrechenden Bomben auf die unterirdische Atomanlage in Fordo ab. Weitere Abwürfe folgten. Nach ersten Erkenntnissen nahmen die amerikanischen Bomber gezielt das iranische Atomprogramm ins Visier und mieden politische Ziele. Die Angriffe konzentrierten sich auf die Komplexe Fordo, Natans und Isfahan. US-Präsident Donald Trump sprach von einem Erfolg, obwohl die vollständige Verifizierung der Zerstörung noch aussteht.
Das iranische Fernsehen spielt den Angriff indes herunter. Eine iranische Regierungssprecherin versicherte im Staatsfernsehen, dass es „keine Gefahr für die Menschen“ gebe. „Die Bewohner in Natans, Isfahan und Fordo können ihre Leben wie gewohnt weiterführen.“ Der Generalstabschef des US-Verteidigungsministeriums Dan Caine hingegen schilderte „extrem schwere Schäden und Zerstörung“ – an allen drei Zielen. Der Einsatz war nach 25 Minuten beendet.
Der Northrop B-2 Spirit Bomber der U.S. Air Force erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 1.010 Kilometern pro Stunde. Die iranische Luftabwehr, scheint ihm nicht gewachsen zu sein.
US-Bomber im Einsatz – Iranische Atomanlagen getroffen
Die US-Luftwaffe setzte Amerikas modernsten Bomber, den B-2-Spirit-Tarnkappenbomber, ein. Sieben B-2-Bomber bildeten bei dem Angriff die Hauptangriffsflotte. Sie flogen heimlich, mit minimaler Funkkommunikation, eine 18-stündige Strecke über Gibraltar, den Mittelmeerraum sowie den israelischen, jordanischen und irakischen Luftraum. Wie die Deutsche Presse Agentur (dpa) berichtet, um das „Element der Überraschung“ zu wahren. Die teuren Tarnkappenbomber wurden auf dem langen Weg mehrfach in der Luft betankt und von Eskort- und Unterstützungsflugzeugen begleitet.
Die unterirdische Atomanlage Fordo wurde besonders massiv attackiert. Nach Berichten des Spiegel liegt die Anlage mindestens 80 Meter tief in einem Berg begraben. Sie soll besonders wichtig für die Produktion von Uran sein. Wie die New York Times berichtet, sollen sechs B-2-Bomber allein auf die unterirdische Anlage ein Dutzend sogenannter Bunkerbrecher vom Typ GBU-57 MOP abgeworfen haben. Die schweren Bomben, sind darauf angelegt, etwa 60 Meter tief in die Erde einzudringen. Insgesamt wurden 14 Bomben auf Fordo und Natans abgeworfen.
Operation Midnight Hammer: Massive US-Militäraktion im Iran
Amerikanischen Medienberichten zufolge trafen die Bomber auf wenig Gegenwehr. Die israelische Luftwaffe hatte die iranische Flugabwehr bereits weitestgehend ausgeschaltet. Zudem wurden die Bomber wahrscheinlich von heftigen elektronischen Störmaßnahmen begleitet, um verbliebene iranische Gegenwehr zu unterdrücken. Der US-General Caine berichtete, dass die iranischen Boden-Luft-Raketensysteme die US-Streitkräfte während des gesamten Einsatzes nicht gesehen hätten.
Die iranische Atombehörde erklärte, die iranische Atomindustrie werde die Angriffe überstehen. „Natürlich wurde uns Schaden zugefügt“, sagte Behördensprecher Behrus Kamalwandi. Aber das Wissen und das Können des Irans in der Atomforschung könne „nicht zerstört werden“. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben, was Teheran bestreitet. (ko)