Neue Bedrohungslage

Pistorius gefordert: Marine benötigt dringend Tomahawk-Raketen

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Neue Bundeswehr-Waffe? Die Marine liebäugelt mit Tomahawk-Marschflugkörpern. Die Waffe wird aus senkrechten Abschussvorrichtungen verfeuert und kann in ihrer stärksten Version bis zu 2.500 Kilometer fliegen (Archivfoto).
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Die Marine will einen „Schlag ins Landesinnere“ von Russland ausführen können. Dazu benötigt sie neue Marschflugkörper. Pistorius soll das Geld beschaffen.

Berlin – „Die Bedrohungslage geht vor Kassenlage“, sagt Boris Pistorius (SPD). Kurz nach der Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), die Bundeswehr zur „konventionell stärksten Armee in Europa“ machen zu wollen, hat der Bundesverteidigungsminister erste konkrete Maßnahmen genannt – wie der Tagesspiegel berichtet, will Pistorius den Wehretat deutlich aufpumpen; einer der Profiteure ist womöglich die deutsche Marine. Aufgrund von Wladimir Putins Invasionskrieg soll die Bundeswehr-Teilstreitkraft neue Raketen erhalten.

„Aktuell prüfen wir die Einrüstung von Tomahawks auf Einheiten unserer Marine. Und das sieht gar nicht schlecht aus“, sagte Jan Christian Kaack während des „Navy Talks mit dem Inspekteur der Marine“ Mitte Mai, während dem der Vizeadmiral über die Weiterentwicklung des „Kurs Marine“ sinniert hat – darüber berichtet aktuell das Militär-Journal hartpunkt. Kaack zufolge hätte die Marine in einem künftigen Verteidigungsfall gegen Russland die Aufgabe, von See aus weitreichende gegnerische Waffenstellungen auch an Land zu eliminieren, wie hartpunkt schreibt. Tomahawk-Raketen wären eine Möglichkeit dazu; die Marine verfügt auch bereits über Schiffe, die diese Raketen verschießen könnten und wird neue um dieses Waffensystem herum bauen.

Neue Aufgabe Gegen Russland: „Eine Passage an der russischen Oblast Kaliningrad vorbei zu erzwingen“

Tatsächlich haben sich die Aufgaben-Portfolios der gegnerischen Seestreitkräfte vom Kalten über den Ukraine-Krieg bis zu einem wirklich heißen gesamteuropäischen Konflikt fundamental geändert. Anders als bisher muss die Nato aus ihrer defensiv-reaktiven Rolle heraustreten und eine offensiv-aktive einnehmen, wie bereits vor dem Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens Felix K. Chang schrieb: Im Zuge des Kalten Krieges hatten die Nato-Seestreitkräfte die östlichen Zugänge zum Kattegat zu schützen, um den Durchbruch der Baltischen Flotte zum Nordatlantik zu verhindern, beispielsweise durch Minensperren.

„Schlag in das Landesinnere: Maritime Strike ist die seegestützte weitreichende Bekämpfung von Zielen an Land.“

Jan Christian Kaack, Kurs Marine

„Heute hingegen könnten sie dazu aufgefordert werden, eine Passage an der russischen Oblast Kaliningrad vorbei zu erzwingen, um Verstärkung nach Estland, Lettland und Litauen zu liefern“, kommentierte der Analyst des US-amerikanischen Thinktanks Foreign Policy Research Institute (FPRI) die Lage – drei Monate, bevor sich mit dem Überfall auf die Ukraine Changs Prognose bewahrheitete. Ihm zufolge könnte Putin seinerseits versuchen, den Nato-Truppen den Zugang zur Ostsee so lange zu verwehren, bis russische Bodentruppen Ziele im Baltikum eingenommen hätten – für die Nato eine immense Herausforderung. Ein kürzlich in der Ostsee durchgeführte Übung Russlands könnte diesen Grund gehabt haben; die Nato muss also alarmiert sein.

Offenbar korrespondiert Kaacks Offensive mit denen anderer Nato-Partner. Auch die Niederlande wollen das Tomahawk-System in ihre Marine integrieren und haben bestellt. Pistorius hat aber noch keine Bestellung aufgeben können, wie der Tagesspiegel aufgrund von Informationen der Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Reuters bezieht sich auf eine anonyme Quelle, wonach Pistorius mehr als zehn Milliarden Euro mehr ansetzen wolle für Verteidigung als die 53 Milliarden, die im Haushaltsentwurf der rot-grünen Vorgänger-Regierung für 2025 vorgesehen waren. „Wobei die Problematik bestehen wird, wie das Geld abfließen soll“, wie die Quelle gesagt habe.

Folge des Ukraine-Krieges: Die Freiheit der westlichen Welt ist auch wieder auf See zu verteidigen

Wie der deutsche Militärhistoriker Sönke Neitzel klarstellt, hatte die Marine in den Gründerjahren der Bundeswehr bis 1972 eine untergeordnete Rolle gespielt, weil ein Kampf in der Ostsee in der Gesamtstrategie ebenfalls als eher unwahrscheinlich angenommen worden war. Mit dem dem Positionspapier „Kurs Marine“ will das Verteidigungsministerium jetzt deutlich machen, dass die Freiheit der westlichen Welt auch wieder auf See zu verteidigen ist. „Die heute verfügbaren Schiffe, Boote und Luftfahrzeuge benötigen mehr, weitreichendere und leistungsstärkere Wirkmittel“, schreibt der Inspekteur der Marine darin.

Laut der Washington Post sei die Tomahawk seit dem Golfkrieg 1991 ein wichtiger Bestandteil der US-Kriegsführung. Die BGM-109 Tomahawk verfügt in ihren verschiedenen Varianten über Reichweiten zwischen 460 und 2.500 Kilometer. Gestartet wird sie entweder von Land aus oder von See; dort sowohl von Schiffen als auch von U-Booten. Landgestützte Tomahawks werden von 2026 an in Deutschland stationiert, um ein Gegengewicht zu schaffen zu den von Russland angedrohten Kinschal-Raketen. Die landgestützten Tomahawks sind aber US-Waffen, die jetzt angedachten schiffsgestützten Raketen wären im Besitz Deutschlands.

Das System würde von Beginn an integriert werden in die neu zu bauenden Fregatten der Klasse 127, von der mit Beginn der 2030er-Jahre fünf Schiffe eingeführt und die prinzipiell um das Vertical Launch System Mk 41 herum gestaltet werden sollen. Bisher verfügen die Fregatten der Klasse F123 – Brandenburg-Klasse – sowie der Klasse F124 – Sachsen-Klasse – über das zum Abfeuern der Tomahawks notwendige Vertical Launch System Mk 41. In bestimmten Ausführungen sind die vorhandenen Container für die US-Raketen aufnahmefähig.

Bundeswehr-Plan: „Schlag in das Landesinnere: seegestützte weitreichende Bekämpfung von Zielen an Land“

Der größte Vorteil der Waffe ist ihre Reichweite, die sich in der Bekämpfung von feindlichen Depots, Kommandoanlagen oder Flugplätzen nutzen lässt. In „Kurs Marine“ propagiert der Inspekteur als künftige Doktrin den „Schlag in das Landesinnere: Maritime Strike ist die seegestützte weitreichende Bekämpfung von Zielen an Land. Sie richtet sich gegen militärische Strukturen des Gegners tief im Landesinneren. Dessen Handlungsmöglichkeiten werden dadurch in der Breite eingeschränkt“, wie die Marine schreibt. Immer wieder taucht im Konzept der „mass matters“-Gedanke auf: Auch Marineinspekteur Jan Christian Kaack will viel haben. Von allem. Und das schnell.

Bisher allerdings musste die Marine häufig hintanstehen: Die Mängel an Material und an Personal träfen die Marine ausgerechnet in einer Zeit, in der die deutschen Seestreitkräfte in besonderer Weise in internationale Einsätze eingebunden seien, so Sebastian Bruns vom Kieler Institut für Sicherheitspolitik gegenüber dem Deutschlandfunk: „Die Marine ist von der Bundesregierung in den letzten zehn, 15, vielleicht sogar 20 Jahren als ein ideales Instrument entdeckt worden, wie man die Bundeswehr einsetzen kann, wie man sich militärisch international in Konflikt-Szenarien, in Krisenverhütung engagieren kann, ohne ‚boots on the ground‘, ohne Heeressoldaten irgendwo hin zu schicken, irgendwo Überflugrechte für deutsche Kampfjets zu sichern. Und die Seestreitkräfte sind aber eben die kleinste Teilstreitkraft der Bundeswehr, sie haben aber überproportional viele Einsätze.“

Sinn der Raketen: Kein Staat soll denken, „dass die Vorteile eines Konflikts die Risiken überwiegen“

Dabei gehört zur Aufgabe der Marine auch, erstens Deutschlands Versorgung beispielsweise auch im Mittelmeer sicherzustellen und gleichermaßen Nato-Interessen mitzuverteidigen; möglicherweise auch im Zuge des Ukraine-Kriegs auf kommenden Missionen im Schwarzen Meer. Nach 1990 haben sich die Aufgaben der Bundeswehr von der Landesverteidigung im Kalten Krieg hin zu Einsätzen der internationale Konfliktverhütung und Krisenbewältigung außerhalb Deutschlands verlagert als „Armee im Einsatz“ mit wechselnden Aufgaben.

Putins Parade in Moskau: Russland feiert „Tag des Sieges“ mit gigantischer Militärparade

Vor dem „Tag des Sieges“ in Russland - Moskau
Russland feiert den „Tag des Sieges“. Eingeführt wurde der arbeitsfreie Tag, an dem dem Sieg über Nazi-Deutschland gedacht wird, durch einen Erlass am 8. Mai 1945 - also noch zu Zeiten der Sowjetunion. Gefeiert wird aber auch noch nach deren Ende, vor allem in der russischen Hauptstadt Moskau. © Alexander Zemlianichenko/dpa
T-34-Panzer aus der Sowjetzeit kurz vor dem Tag des Sieges in Moskau
Unter den Augen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin wird am „Tag des Sieges“ eine gigantische Militärparade durch Moskau rollen, reiten und marschieren. Die Vorbereitungen in der Hauptstadt laufen bereits einen Tag zuvor auf Hochtouren. Hier zu sehen sind T-34-Panzer aus der Sowjetzeit, die ebenfalls an Putins Parade teilnehmen sollen. © Alexander Zemlianichenko/dpa
Russlands Präsident Wladimir Putin, der hier ein Mitglied der Yunarmia (Jugendarmee) umarmt
Putin, der hier ein Mitglied der Yunarmia (Jugendarmee) umarmt, nutzt den „Tag des Sieges“ traditionell als Tag der Selbstbeweihräucherung. Die Jugend seines Landes soll mit Bildern der Stärke auf Kreml-Kurs gebracht werden. Die Erinnerung an den einstigen Triumph über die Nazis soll die kriegsgebeutelte Bevölkerung befrieden.  © Alexander Kazakov/dpa
Gartenring, der hier von einem russischen Militärfahrzeug befahren wird,
Geplant ist die Militärparade zum Großteil auf dem Gartenring, der hier von einem russischen Militärfahrzeug befahren wird, und die einen großen Ring um die Moskauer Innenstadt zieht. Allgegenwärtig wird auch bei der diesjährigen Militärparade zum „Tag des Sieges“ der Buchstaben Z sein. Er gilt in Russland seit dem Angriff durch Wladimir Putins Truppen auf die Ukraine als propagandistisches Symbol der Unterstützung für die Politik des Kreml. © ANGELOS TZORTZINIS/AFP
80 Jahre ist es her, dass die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg siegte
Auch wenn Russland unter Machthaber Wladimir Putin den Kommunismus und die Sowjetzeiten hinter sich gelassen hat, erinnert sich das Land und seine Bevölkerung am 9. Mai traditionell und voller Stolz an das Jahr 1945. Überall in Moskau und dem Rest Russlands haben rote Fahnen mit Hammer und Sichel an diesem Tag Hochkonjunktur. Das Jahr 2025 markiert dabei ein besonders Jubiläum: 80 Jahre ist es her, dass die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg siegte und Nazi-Deutschland die bedingungslose Kapitulation unterzeichnete. © Alexander Zemlianichenko/dpa
russische Studentinnen und Studenten, gekleidet in die Mode der 1950er und in sowjetischen Uniformen
Feierlichkeiten finden am „Tag des Sieges“ in ganz Moskau statt. Hier üben russische Studentinnen und Studenten, gekleidet in die Mode der 1950er und in sowjetischen Uniformen den „Siegeswalzer“ ein. Passend dazu gestaltet ist Hintergrund, in dem ein riesiges Modell des sowjetischen „Siegesordens“ zu sehen ist - die höchste militärische Auszeichnung, die die UdSSR zu vergeben hatte. © Alexander Zemlianichenko(dpa
der rote Platz inmitten Moskaus
Zentrum der Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ ist der rote Platz inmitten Moskaus. Das Areal rund um die dortige Basilius-Kathedrale und den Kreml ist bereits seit mehreren Tagen abgesperrt. Das liegt aber nicht nur an den Vorbereitungen für die große Militärparade in Putins Machtzentrum. © IMAGO
Xi Jinping und Wladimr Putin in Moskau
Ein weiterer Grund für die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen ist der Besuch von Xi Jinping. Der Präsident der Volksrepublik China verbringt vier Tage als Gast von Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau. Selbstverständlich wird das chinesische Staatsoberhaupt auch an den als Ehrengast bei Russlands Militärparade anwesend sein. © Evgenia Novozhenina/dpa
mir Putin an Russlands „Tag des Sieges“ die Ehre erweisen wird. Hier trifft der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko in Moskau ein
Xi Jinping ist nicht das einzige Staatsoberhaupt, dass Wladimir Putin an Russlands „Tag des Sieges“ die Ehre erweisen wird. Hier trifft der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko in Moskau ein. Er gilt als einer der engsten Verbündeten Putins seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs. © IMAGO/Kristina Kormilitsyna
zu Gast ist Nicolás Maduro, Präsident der Autokratie in Venezuela.
Auch aus Südamerika bekommt Wladimir Putin zum „Tag des Sieges“ Besuch. Unter anderem zu Gast ist Nicolás Maduro, Präsident der Autokratie in Venezuela.  © Alexander Zemlianichenko/dpa
In Moskau traf Maduro im Vorfeld der Militärparade unter anderem Ibrahim Traore
In Moskau traf Maduro im Vorfeld der Militärparade unter anderem Ibrahim Traore, Präsident der afrikanischen Republik Burkina Faso. Beide sind Ehrengäste Wladimir Putins bei den Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ in Moskau. © MARCELO GARCIA/AFP
Aus Zimbabwe zu Gast in Moskau ist Präsident Emmerson Mnangagwa
Aus Zimbabwe zu Gast in Moskau ist Präsident Emmerson Mnangagwa. Auch er wird an den Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ als Ehrengast teilnehmen. Seine Regierung war eine der wenigen, die im Jahr 2014, also lange vor offiziellem Beginn des Ukraine-Kriegs, mit Russland gegen eine UN-Resolution stimmte, die Putins Annektion der ukrainischen Halbinsel Krim verurteilte. © IMAGO/Maksim Blinov
Einen Tag vor dem eigentlichen „Tag des Sieges“ versammelte Wladimir Putin seine Gäste im Kreml zu einem pompösen Staatsdinner.
Einen Tag vor dem eigentlichen „Tag des Sieges“ versammelte Wladimir Putin seine Gäste im Kreml zu einem pompösen Staatsdinner. © MIKHAIL METZEL/AFP
Militärparade durch Moskau
Für Wladimir Putin und den Kreml ist der „Tag des Sieges“ eine willkommene Gelegenheit für bildgewaltige Propaganda. Entsprechend groß ist der Aufwand, der betrieben wird, um die Militärparade durch Moskau zu inszenieren. Bereits im Vorfeld wurden etliche Vorkehrungen getroffen, um Soldaten, Panzer und Kriegsgerät im vorteilhaften Licht erscheinen zu lassen. © IMAGO
Die „Manege“, eine der größten Ausstellungshallen für Kunst und Kultur am Roten Platz
Die Gelegenheit ist günstig, denn das internationale Interesse an Putins Parade zum „Tag des Sieges“ ist riesig. Die „Manege“, eine der größten Ausstellungshallen für Kunst und Kultur am Roten Platz unmittelbar neben dem Kreml, wurde für den „Tag des Sieges“ in ein Zentrum für die internationale Presse umgebaut. © IMAGO
Militärparade am „Tag des Sieges“
Das Herzstück der Militärparade am „Tag des Sieges“ werden auch am 9. Mai 2025 die Kolonnen von Kampfpanzern sein, die durch Moskau und vorbei an Präsident Wladimir Putin und seinen Ehrengästen rollen werden. Die erste Siegesparade auf dem Roten Platz in der russischen Hauptstadt fand übrigens am 24. Juni 1945 statt. © Alexander Zemlianichenko/dpa
Hier rollt ein RS-24 Yars-Raketenwerfer durch Moskau.
Neben russischen Kampfpanzern präsentiert Wladimir Putins Armee am „Tag des Sieges“ weiteres schweres Gerät. Hier rollt ein RS-24 Yars-Raketenwerfer durch Moskau. © Alexander Zemlianichenko/dpa
im Ukraine-Krieg erbeuteten deutschen Leopard 2-Kampfpanzer
Russlands Machthaber Wladimir Putin nutzte die Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ in Moskau in der Vergangenheit auch für Nadelstiche Richtung Westen. 2024 stellte das russische Militär einen nach eigenen Angaben im Ukraine-Krieg erbeuteten deutschen Leopard 2-Kampfpanzer aus. Zu besichtigen war die Kriegstrophäe im „Park des Sieges“. Im Hintergrund wehten rote Fahnen mit der Aufschrift: Pobeda! Zu Deutsch: Sieg. © Ulf Mauder/dpa
Kampfjet-Formationen an den „Tag des Sieges“
Die Militärparade in Moskau findet nicht nur auf der Straße statt. In der Luft erinnern Kampfjet-Formationen an den „Tag des Sieges“, die den Himmel über Moskau in rot, blau und weiß färben: die Farben der russischen Nationalflagge. © Pavel Bednyakov/dpa
Abfangjäger vom Typ MiG-31BM, ein Tankflugzeug Iljuschin Il-78 und ein schwerer strategischer Bomber vom Typ Tupolew Tu-160
Flankiert werden die Kampfjets über Moskau am „Tag des Sieges“ von weiteren Militärflugzeugen, die als Teil der großen Militärparade die Macht der russischen Armee symbolisieren sollen. Hier zu sehen bei den Proben für Putins Parade sind Abfangjäger vom Typ MiG-31BM, ein Tankflugzeug Iljuschin Il-78 und ein schwerer strategischer Bomber vom Typ Tupolew Tu-160. © Bai Xueqi/dpa
nehmen tausende Soldatinnen und Soldaten aus Russland und verbündeten Nationen an der Militärparade in Moskau teil
Neben Panzern und Kampfjets nehmen tausende Soldatinnen und Soldaten aus Russland und verbündeten Nationen an der Militärparade in Moskau teil. 2024 sollen es über 9000 Männer und Frauen gewesen sein, die aufgeteilt in über 30 zeremoniellen Regimentern durch die Straßen der russischen Hauptstadt marschierten. © IMAGO/Belkin Alexey
Militärparade am Tag des Sieges durch Moskau
Zu Fuß, zu Fahrzeug, aber auch zu Pferd führt Russlands größte Militärparade am Tag des Sieges durch Moskau. Vor einem weiteren Kampfpanzer proben hier Kavalleristen tags zuvor ihren Auftritt am 9. Mai 2025. © Alexander Zemlianichenko/dpa
Russland: Probe der Parade zum Tag des Sieges
Den Sieg über Adolf Hitler und das Dritte Reich feiern gemeinsam mit Russland zahlreiche Verbündete. Neben Staatsoberhäuptern nehmen auch Ehrengardisten dieser Länder an der Militärparade in Moskau am 9. Mai 2025 teil. Hier zu sehen sind ägyptische Soldaten bei einer Probe nahe des Roten Platzes in Moskau. © Alexander Zemlianichenko/dpa
Soldaten aus Aserbaidschan durch die Straßen Moskaus.
Vorbei an jubelnden Massen ziehen als Teil der Militärparade zum „Tag des Sieges“ auch Soldaten aus Aserbaidschan durch die Straßen Moskaus. © Alexander Zemlianichenko
Xi Jinping hat ebenfalls chinesische Ehrengardisten mit nach Moskau gebracht
Präsident Xi Jinping hat ebenfalls chinesische Ehrengardisten mit nach Moskau gebracht, die am Tag des Sieges in Parade-Uniform durch die russische Hauptstadt ziehen werden. © Alexander Zemlianichenko/dpa
Hier grüßt ein mit Orden dekorierter russischer Soldat das Publikum.
Doch nicht nur Ehrengardisten und Blaskapellen marschieren am „Tag des Sieges“ als Teil der Militärparade durch Moskau. An den Proben zu den Feierlichkeiten am diesjährigen 9. Mai beteiligten sich auch aktive Soldaten. Hier grüßt ein mit Orden dekorierter russischer Soldat das Publikum. Die Auszeichnungen soll er sich im von Wladimir Putin angezetteltem Ukraine-Krieg verdient haben. © Alexander Zemlianichenko
Hoch im Kurs am „Tag des Sieges“ steht bei der russischen Jugend offenbar der Sowjet-Look
Hoch im Kurs am „Tag des Sieges“ steht bei der russischen Jugend offenbar der Sowjet-Look. Im internationalen Pressezentrum in Moskau haben sich diese drei als Sowjet-Soldatin und Soldaten verkleidet. Geschmückt haben sie ihre Uniformen mit dem Sankt-Georg-Band. Die Schleife gilt seit 2005 als Zeichen der Erinnerung an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Seit etwa 2011 gilt das Sankt-Georg-Band darüber hinaus als Symbol der Unterstützung für die Expansionspolitik Wladimir Putins, vor allem in der Ukraine. © IMAGO/Vladimir Astapkovich
Eine abgestürzte Drohne soll dieses Haus in einem Moskauer Vorort beschädigt haben.
Getrübt wurde die Vorfreude in Moskau auf die Militärparade und den „Tag des Sieges“ durch den Schrecken des Ukraine-Kriegs. Der wurde wenige Tage vor der geplanten Militärparade in der russischen Hauptstadt einmal mehr sehr real: Laut Angaben der russischen Behörden wurden mehrere Kampfdrohnen aus der Ukraine über Moskau abgeschossen. Eine abgestürzte Drohne soll dieses Haus in einem Moskauer Vorort beschädigt haben. © Uncredited/dpa

Mitte Dezember hatte die Marine Australiens eine Tomahawk getestet – Australien sei erst das dritte Land weltweit, das einen Tomahawk-Marschflugkörper erworben und abgefeuert habe, erklärte dazu das australische Verteidigungsministerium. Die Tomahawk stelle „einen entscheidenden Fortschritt in unserer Feuerkraft, Abschreckung und Fähigkeit dar, landgestützte Ziele in Reichweiten anzugreifen, die der Royal Australian Navy bisher nicht zur Verfügung standen“, urteilte Pat Conroy; der Verteidigungsminister nannte die Rakete in seiner Flotte das „Kronjuwel“.

Conroy sieht in der Waffe einen entscheidenden Faktor in der Abschreckung jeglicher imperialistischer Gelüste Russlands oder jeglicher strategischer Gedankenspiele: „Indem wir unsere eigenen Verteidigungsfähigkeiten verbessern und mit Partnern zusammenarbeiten, ändern wir die Kalkulation für jeden potenziellen Angreifer, sodass kein Staat jemals zu dem Schluss kommen wird, dass die Vorteile eines Konflikts die Risiken überwiegen.“

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