VonLukas Rogallaschließen
Kim Jong-un dekoriert die Wände seiner Residenz mit Porträts von Wladimir Putin – ein klares Signal an den engen Verbündeten.
Pjöngjang – Im Beisein des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu hat Nordkorea bei einer nächtlichen Militärparade erneut Stärke demonstriert und möglicherweise neu entwickelte Waffensysteme präsentiert. Zum 70. Jahrestag des Waffenstillstands im Koreakrieg führte das Regime von Machthaber Kim Jong-un neben vom UN-Sicherheitsrat verbotene Interkontinentalraketen (ICBM), die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können, auch neuartige Kampf- und Aufklärungsdrohnen vor, wie staatliche Medien am Freitag (28. Juli) berichteten.
Im Rahmen des Nordkorea-Besuchs von Schoigu kam es wohl zum engen Austausch mit Kim Jong-un. Dieser stellte seinen Respekt vor Russland und Wladimir Putin auf eine ganz besondere Weise dar.
Treffen mit Schoigu in Nordkorea: Kim Jong-un will Putin imponieren
Aufnahmen der koreanischen Staatsmedien in Regierungsgebäuden zeigen, dass Kim Jong-un zum Empfang Schoigus wohl überall Porträts von Wladimir Putin aufhängen ließ. Zuerst hat Max Seddon von der Financial Times darüber berichtet und eine Slideshow auf Twitter gepostet.
Kim Jong-Un appears to have decked out his residence with giant photos of Putin everywhere for Shoigu's visit pic.twitter.com/WAbaETz7ED
— max seddon (@maxseddon) July 28, 2023
Putin selbst war nicht vor Ort. Er schickte Kim Jong-un jedoch einen Brief, den Schoigu ihn persönlich überreichte und die Koreanische Zentrale Nachrichtenagentur veröffentlichte: Putin lobte Nordkoreas Unterstützung für Russland im Krieg gegen die Ukraine. Die „Solidarität mit Russland in wichtigen internationalen Fragen unterstreicht unsere gemeinsamen Interessen“, fügte der Kreml-Chef demnach hinzu. Zwar ging Putin nicht näher darauf ein, inwiefern Nordkorea Russland im Ukraine-Krieg unterstützt. Die USA hatten Pjöngjang im vergangenen Jahr allerdings vorgeworfen, Artilleriegeschosse und Raketen zu liefern. Nordkorea wies die Anschuldigungen als haltlos zurück.
Russland und Nordkorea rücken näher zusammen
Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass das Treffen die Beziehung zwischen Nordkorea und Russland vertiefen – offenbar auch militärisch. Kim Jong-un habe mit Schoigu „Kommentare zu weltweiten Trends in der Waffenentwicklung geteilt“, berichteten nordkoreanische Staatsmedien am Donnerstag.
Es war das erste bekannt gewordene Treffen Kim Jong-uns mit einem ausländischen Gast seit Beginn der Corona-Pandemie. Nordkorea gilt als einer der wenigen Verbündeten Russlands, die den Krieg gegen die Ukraine offen unterstützen. Auch Nordkorea tut sich schwer, internationale Partner zu finden. Russland, das genau wie Nordkorea immer wieder gegen den Westen schießt und Unterstützer sucht, kommt da gerade recht. In Corona-Zeiten hatte sich das Land immer weiter abgeschottet. (lrg/dpa)
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