Prigoschins Tod nun offiziell bestätigt: Russland veröffentlicht „molekular-genetisches“ Analyse-Ergebnis
Bislang gab es noch keine offizielle Bestätigung des Todes von Wagner-Boss Prigoschin. Nun melden sich russische Ermittler in dem Fall.
Moskau – Viele Russen trauern seit Tagen um Jewgeni Prigoschin, den ehemaligen Anführer der Wagner-Gruppe. Vier Tage nach einem rätselhaften Flugzeugabsturz haben russische Behörden nun offiziell Prigoschins Tod bestätigt. Das meldete die Agentur Tass am Sonntag (25. August) unter Berufung auf das staatliche Ermittlungskomitee. Nach Identifizierung aller zehn Opfer des Flugzeugabsturzes stehe fest, dass Prigoschin dazu gehöre.
„Im Rahmen der Aufklärung des Flugzeugabsturzes im Gebiet Twer wurde eine molekular-genetisch Expertise durchgeführt“, teilte das Ermittlungskomitee demnach mit. „Ihren Ergebnissen zufolge wurde die Identität aller zehn Toten festgestellt. Sie entspricht der veröffentlichten Passagierliste.“
Wagner-Gruppe: Sowohl Prigoschin als auch Utkin sollen tot sein
Nach dem Absturz der Maschine beruhte die Nachricht vom Tod Prigoschins vor allem darauf, dass sein Name auf dieser Liste der Fluggesellschaft stand. Auch der militärische Anführer der Söldnertruppe, der Ex-Geheimdienstoffizier Dmitri Utkin, und andere Führungsfiguren von Wagner sollen ums Leben gekommen sein.
Die Ursache des Absturzes ist offiziell nicht geklärt. Allerdings gehen weite Teile der russischen Öffentlichkeit wie auch westliche Regierungen davon aus, dass der Privatjet gezielt zum Absturz gebracht wurde. Der 62-jährige Priogoschin hatte zwei Monate zuvor im Juni eine Meuterei gegen die russische Militär- und Staatsführung angezettelt. Präsident Wladimir Putin nannte ihn damals einen Verräter.
Wagner-Gruppe marschiert in Richtung Moskau: Bilder zum Putschversuch in Russland
Wegen seiner Kritik an Korruption und Unfähigkeit der Militärführung im Ukraine-Krieg war Prigoschin bei vielen Russen populär. Die Söldnertruppe Wagner kämpfte in der Ukraine, aber auch in Syrien und in vielen afrikanischen Ländern. (dpa/frs)