VonTobias Utzschließen
Jewgeni Prigoschin ist offenbar bei einem Flugzeugabsturz gestorben. Auf der Passagierliste stehen neun weitere Namen mit Bezug zur Wagner-Gruppe.
Moskau - Jewgeni Prigoschin ist offenbar tot. Das legt eine Passagierliste nahe, die laut übereinstimmenden Medienberichten einem Flugzeugabsturz in Russland am Mittwochabend (23. August) zuzuordnen ist. Zehn Leichen wurden laut Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Interfax am Unglücksort, nahe Kuschenkino, einem kleinen Dorf nordwestlich der russischen Hauptstadt Moskau, geborgen.
Neben dem Namen Prigoschin befindet sich laut einer Veröffentlichung der russischen Luftfahrtbehörde „Rosawiazija“ auch der Name Utkin. Das vermeldete auch die staatliche Nachrichtenagentur Tass. Demnach kamen zwei führende Mitglieder der Söldner-Gruppe Wagner ums Leben: Prigoschin bekannte sich im Zuge des Ukraine-Kriegs zur Gründung der Gruppierung im Jahr 2014. Dmitri Utkin galt als erster Kommandeur der Söldner und Komplize Prigoschins.
Flugzeugabsturz in Russland: Prigoschin und Wagner-Chefs stehen auf Passagierliste
Neben Prigoschin und Utkin ist auch der Name Chekalov auf der Liste zu finden: ein weiteres Wagner-Mitglied, das demnach zu den Opfern des Flugzeugabsturzes in Russland zählt. Chekalov war übereinstimmenden Medienberichten zufolge für den Security Service der Wagner-Gruppe zuständig.
Die Passagierliste des Flugzeugabsturzes im kompakten Überblick:
- Jewgeni Prigoschin
- Dmitri Utkin
- Valerij Chekalov
- Aleksandr Totmin
- Jewgeni Makaryan
- Sergej Propustin
- Aleksei Levshin
- Rustam Karimov
- Kristina Raspopva
Anton Gerashchenko, Berater des ukrainischen Innenministers Ihor Klymneko, veröffentlichte die Passagierliste des Flugzeugs „Embraer Legacy 600“ ebenfalls auf X (ehemals Twitter). Zudem kommentierte er den Flugzeugabsturz damit, dass dem Kreml offenbar Videoaufnahmen, die Prigoschin beim Einstieg in das Flugzeug zeigen sollen, vorliegen. Dafür gibt es bislang allerdings keine Beweise. Gerashchenko berief sich auf Berichte russischer Medien.
Russian aviation agency published the list of people who were on board of the crashed plane.
— Anton Gerashchenko (@Gerashchenko_en) August 23, 2023
Prigozhin and Utkin are among them. pic.twitter.com/FTLiRGlggC
Im Telegram-Kanal „Grey Zone“, der offenbar der Wagner-Gruppe nahe stehen soll, wurde zudem die Nachricht von Prigoschins Tod bestätigt. Darin hieß es unter anderem: „Prigoschin starb als Ergebnis der Handlungen von Verrätern Russlands.“ Beweise dafür lieferte der Kanal bislang nicht. (tu)
Rubriklistenbild: © Mikhail Tsaryuk / Imago Images

