Trumps Tomahawk-Raketen als Wendepunkt im Krieg? Ukraine könnte Moskau treffen
VonChristoph Gschoßmann
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Nimmt die Ukraine künftig russische Großstädte ins Visier? Trump prüft eine Tomahawk-Lieferung an die Ukraine. Russland antwortet prompt.
Kiew – Moskau und St. Petersburg als Kriegsschauplätze? Die Ukraine steht möglicherweise vor einem Wendepunkt im russischen Angriffskrieg. US-Vizepräsident JD Vance bestätigte am 28. September, dass Washington die Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörpern an Kiew prüft. „Es ist etwas, worüber der Präsident die endgültige Entscheidung treffen wird“, erklärte Vance gegenüber Fox News.
Um das strategische Ungleichgewicht zu Kriegsgegner Russland etwas auszugleichen, hat die Ukraine offenbar Tomahawk-Marschflugkörper mit einer Reichweite von bis zu 2.400 Kilometern bei den USA angefordert. (Archivbild)
Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Trump während ihres Treffens am Rande der UN-Generalversammlung in New York persönlich um die Raketen gebeten, berichtet die Washington Post. Selenskyi schlug vor, dass die USA die Tomahawks an europäische Verbündete verkaufen, die sie dann an die Ukraine weiterleiten würden, meldet die Kyiv Post. Keith Kellogg, Trumps Sondergesandter für die Ukraine, ging noch weiter: „Nutzt die Fähigkeit, tief zu treffen. Es gibt keine Schutzräume“, sagte er zu Fox News.
Tomahawk-Raketen hätten Reichweite bis Moskau und St. Petersburg – Trump erwägt Lieferung
Die Tomahawk-Raketen haben eine Reichweite zwischen 1.300 und 2.500 Kilometern und „würden der Ukraine die Möglichkeit geben, Ziele tief im russischen Territorium zu treffen“, wie Kyiv Post analysiert. Jede Rakete kostet rund zwei Millionen Dollar und trägt einen Sprengkopf von 400 bis 450 Kilogramm. Mit dieser Reichweite könnten ukrainische Streitkräfte erstmals russische Militärflughäfen angreifen, von denen aus Moskau seine verheerenden Luftangriffe startet. Besonders der Luftwaffenstützpunkt Olenya in der Region Murmansk wäre laut Kyiv Independent ein vielversprechendes Ziel in Reichweite.
Kellogg bestätigte, dass Trump der Ukraine bereits erlaubt hat, US-Waffen für Angriffe tief in Russland einzusetzen. „Die Antwort ist ja, nutzt die Fähigkeit, tief zu treffen“, sagte er der BBC. Diese Aussage markiert einen deutlichen Kurswechsel gegenüber der Biden-Administration.
Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands
Putin-Sprecher spielt Bedeutung von Tomahawks herunter – Medwedew droht
Der Kreml reagiert einerseits zunehmend nervös auf die Pläne. Sprecher Dmitri Peskow stellte entscheidende Fragen: „Wer kann diese Raketen abschießen? Können sie nur von Ukrainern abgeschossen werden, oder muss es noch von amerikanischem Personal gemacht werden?“ Russland bringt damit eine direkte US-Beteiligung bei der Zielauswahl ins Gespräch. Gleichzeitig versuchte Peskow die Bedeutung herunterzuspielen: „Es gibt keine magische Waffe. Ob es Tomahawks oder andere Raketen sind, sie werden die Dynamik nicht verändern können.“
Drastischer äußerte sich Ex-Präsident Dmitry Medwedew auf Telegram: „Ein solcher Konflikt birgt ein absolut reales Risiko einer Eskalation zu einem Krieg mit Massenvernichtungswaffen.“ Russische Parlamentarier drohten bereits, amerikanische Militärspezialisten zu Zielen zu erklären, falls sie bei Tomahawk-Angriffen helfen.
Tomahawks aus den USA für die Ukraine: Technische Hürden bleiben
Ein Problem bleibt: Die Ukraine besitzt keine geeigneten Abschussplattformen. Die USA müssten laut Kyiw Independent daher auch mobile Typhon-Startrampen liefern. Militärexperten warnen zudem vor den Eskalationsrisiken, sollten die USA Zieldaten für Angriffe tief in Russland bereitstellen. Die finale Entscheidung liegt bei Präsident Trump, der seine Haltung zur Ukraine-Hilfe zuletzt verschärft hat. (Quellen: Kyiv Independent, Washington Post, Kyiv Post, Fox News, Reuters, BBC, CBS, MDR, Telegram Dimitry Medwedew, AFP) (cgsc)