„Bedeutung nicht übertreiben“

Ramstein: Keine Leopard-Panzer für die Ukraine – „Deutschland hat leider gerade versagt“

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Die Entscheidung über Leopard-2-Lieferungen an die Ukraine wurde beim Treffen in Ramstein vertagt. Boris Pistorius erhält Kritik und Zustimmung. Der Newsticker.

Update vom 21. Januar, 18.20 Uhr: Bundesverteidigungsminister Pistorius kündigte die Bestandsaufnahme der Kampfpanzer Leopard 2 an. Angeblich hatte Christine Lambrecht die Zählung der Panzer verhindert.

Update vom 21. Januar, 12.26 Uhr: Die Außenminister der baltischen Länder haben Deutschland aufgefordert, Leopard-Panzer an die Ukraine zu liefern. „Das ist nötig, um die russische Aggression zu stoppen, der Ukraine zu helfen und den Frieden in Europa schnell wieder herzustellen“, schrieb der lettische Außenminister Edgars Rinkevics am Samstag auf Twitter - nach eigenen Angaben auch im Namen seiner Amtskollegen aus Estland und Litauen. „Deutschland hat als europäische Führungsmacht diesbezüglich eine besondere Verantwortung.“

Trotz erheblichen Drucks aus der Ukraine und von verbündeten Staaten hat die Bundesregierung noch keine Entscheidung über die Lieferung von Leopard-2-Kampfpanzern an Kiew getroffen. Am Freitag hatten sich die Verbündeten zu einer Ukraine-Konferenz in Ramstein getroffen, bei der weitere Milliardenhilfen für das von Russland überfallene Land vereinbart wurden.

Nach Kritik am Ramstein-Treffen: Parteikollege nimmt Pistorius in Schutz

Update vom 21. Januar, 9.26 Uhr: In Ramstein konnte am Freitag keine Einigung zur Lieferung von Leopard-2-Panzern erzielt werden. Der neue Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kündigte die Prüfung der Bestände von Leopard-Kampfpanzern und eine enge Absprache mit den Nato-Partnern an. Angesichts der aufgeschobenen Entscheidung zeigten sich Politiker aus Ampel-Koalition und Opposition enttäuscht (siehe Update vom 20. Januar, 23.02 Uhr).

Außenpolitiker Nils Schmid (SPD) stärkte Pistorius nun den Rücken. Er freue sich über die Tatkraft des Ministers, sagte Schmid am Samstagmorgen im Deutschlandfunk. Es sei ja nicht so, dass Pistorius nun anfangen müsse, Panzer zu zählen, sondern es gehe darum, für die Unterstützung der Ukraine sinnvolle Pakete in Abstimmung mit Partnern zu schnüren. Und das müsse vorbereitet werden.

Boris Pistorius wurde für die aufgeschobene Entscheidung zur Leopard-2-Lieferung kritisiert. Ein SPD-Kollege nimmt ihn in Schutz.

SPD-Chef Lars Klingbeil forderte indes einen „Pakt mit der Rüstungsindustrie“, um die Waffenproduktion zu beschleunigen. Der neue Verteidigungsminister „Boris Pistorius wird Strukturen und Prozesse verändern müssen, allen voran bei der Beschaffung. Wir brauchen einen Pakt mit der Rüstungsindustrie, damit schneller produziert wird“, sagte Klingbeil im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die am Montag zurückgetretene Verteidigungsministerin Christine Lambrecht habe damit begonnen. „Der neue Verteidigungsminister steht nun vor der Aufgabe, die Zusammenarbeit weiter zu verbessern und das Tempo noch deutlich zu erhöhen.“

Boris Pistorius wird Strukturen und Prozesse verändern müssen, allen voran bei der Beschaffung. Wir brauchen einen Pakt mit der Rüstungsindustrie, damit schneller produziert wird.

Lars Klingbeil, SPD-Chef, über die Zukunft der Bundeswehr

Strack-Zimmermann kritisiert Ramstein-Treffen: „Deutschland hat leider gerade versagt“

Update vom 20. Januar, 23.02 Uhr: Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FPD), hat die verschobene deutsche Entscheidung über Kampfpanzer-Lieferungen an die Ukraine scharf kritisiert. „Zumindest wäre ein Signal richtig gewesen, den Partnern schon mal grünes Licht zu geben“, sagte sie am Freitag im ZDF-„heute journal“ mit Blick auf den Wunsch von Ländern wie Polen, eigene Leopard-2 aus deutscher Produktion an die Ukraine zu liefern. Dazu benötigen sie allerdings eine Genehmigung aus Berlin.

„Die Geschichte schaut auf uns, und Deutschland hat leider gerade versagt“, monierte Strack-Zimmermann. Die Kommunikation insbesondere von Kanzler Olaf Scholz (SPD) in dieser Frage sei eine „Katastrophe“, denn einerseits unterstütze Deutschland die Ukraine massiv, durch die ausbleibende Entscheidung bei den Kampfpanzern entstehe aber ein anderer Eindruck. Scholz bleibe Erklärungen dafür schuldig. Der neue Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) liege wiederum aus ihrer Sicht „an der Kette“, sagte Strack-Zimmermann. Sie sei sich allerdings sicher, dass die Leopard-2 am Ende an die Ukraine geliefert würden.

Ukrainischer Präsident will weiter um Leopard-2-Panzer für sein Land kämpfen

Update vom 20. Januar, 22.02 Uhr: Nach der Ukraine-Konferenz im deutschen Ramstein will Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew weiter um die Lieferung von deutschen Leopard-2-Panzern an sein Land kämpfen. Er habe bei den Gesprächen viel Verständnis für die Erfordernisse der von Russland angegriffenen Ukraine gehört, sagte Selenskyj in seiner am Freitagabend in Kiew verbreiteten allabendlichen Videobotschaft. „Ja, wir werden noch kämpfen müssen um die Lieferung moderner Panzer, aber mit jedem Tag machen wir es noch offenkundiger, dass es keine Alternative gibt zu der Entscheidung für Panzer“, sagte er.

Bei der Konferenz auf dem US-Luftwaffenstützpunkt fiel noch keine Entscheidung für die Lieferung von Kampfpanzern. Trotzdem zeigte sich Selenskyj optimistisch, dass er die Panzer erhalten wird. Notwendig seien auch Raketen mit größeren Reichweiten, um ukrainische Gebiete zu befreien, sagte er. Nicht alles, worüber in Ramstein gesprochen wurde, sei für die Öffentlichkeit bestimmt, meinte Selenskyj. Unterm Strich aber stehe eine Stärkung des ukrainischen Widerstandes gegen die russische Aggression. „Die Partner stehen fest zu ihrer Haltung, dass sie die Ukraine so lange unterstützen, wie es für unseren Sieg notwendig ist.“

Keine Entscheidung zu Leopard-Lieferung: Ukrainischer Vize-Außenminister spricht von „Blamage“

Update vom 20. Januar, 19.32: Nach dem Treffen der Ukraine-Unterstützer auf dem US-Luftwaffenstützpunkt in Ramstein hat der ukrainische Vize-Außenminister Andrij Melnyk die Bundesregierung für ihre Blockadehaltung bei der Lieferung von Kampfpanzern kritisiert. „Es ist eine Riesenenttäuschung, dass Deutschland sich beim Thema Leopard wegduckte“, sagte der ehemalige ukrainische Botschafter in Deutschland der Welt am Sonntag. „Dass man jetzt immer noch abwägen will, ist nichts anderes als eine Blamage.“

Berlin vergeude wertvolle Zeit mit einer „fragwürdigen Salamitaktik“ bei der Waffenhilfe für die von Russland angegriffene Ukraine, kritisierte der Regierungsvertreter. Beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe hatten am Freitag die Vertreter von 50 Unterstützer-Nationen der Ukraine auf dem US-Stützpunkt Ramstein beraten. Sie konnten sich dabei nicht auf die Lieferung von Leopard-Panzern an die Ukraine einigen.

Ramstein-Treffen: Keine Entscheidung zur Lieferung deutscher Leopard-Kampfpanzer

Update vom 20. Januar, 17.39 Uhr: Bei dem hochrangig besetzten Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Ramstein ist am Freitag keine Entscheidung zur Lieferung deutscher Leopard-Kampfpanzer an die Ukraine gefallen. Der neue Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagte am Freitag auf dem US-Luftwaffenstützpunkt in Rheinland-Pfalz, hinsichtlich einer tatsächlichen Lieferung der Leopard-2-Panzer gebe es bei den Ukraine-Unterstützerstaaten weiter „kein einheitliches Meinungsbild“. Der Eindruck, es gebe „eine geschlossene Koalition und Deutschland steht im Weg, ist falsch“, so Pistorius weiter.

Zugleich versicherte der deutsche Verteidigungsminister, bei den Unterstützern der Ukraine gebe es eine „enge Abstimmung“ und ein „synchronisiertes Vorgehen“. Die Bundesregierung werde eine Entscheidung über den Leopard in Abstimmung mit den Partnern „so bald wie möglich“ fällen, betonte er und ergänzte, dass die Frage der Exportgenehmigungen „heute diskutiert, aber nicht entschieden worden“ sei.

Auf Nachfrage eines AFP-Reporters, ob der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht enttäuscht sein werde, dass in Ramstein keine Entscheidung zu den Leopard-Panzern falle, sagte Pistorius, ein derartiger Beschluss bei dem Treffen sei „überhaupt nicht zu erwarten“ gewesen.

Nato-Generalsekretär Stoltenberg erwartet weitere Entwicklungen in Leopard-2-Debatte

Update vom 20. Januar, 16.10 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat am Rande der Ukraine-Konferenz auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein deutlich gemacht, dass er in der Debatte um die mögliche Lieferung deutscher Leopard-2-Panzer weitere Entwicklungen erwartet. Zur Frage, ob Deutschland der europäischen Einigkeit schade, weil es bislang keine Leopard-2-Panzer liefert, sagte Stoltenberg: „Die Beratungen werden weitergehen.“

Es sei seit Kriegsbeginn so, dass sich die Art der Unterstützung immer weiterentwickele. Zudem betonte der Norweger, dass die Bundesrepublik zu den Verbündeten gehöre, die die Ukraine am meisten unterstützten. „Artillerie, Munition, Luftabwehrsysteme und jetzt auch Schützenpanzer vom Typ Marder: Deutschland ist bei der Unterstützung der Ukraine in vielen, vielen Bereichen wirklich führend“, betonte er. 

Ramstein-Treffen: Bundesregierung prüft Verfügbarkeit von Leopard-2-Panzern

Update vom 20. Januar, 14.25 Uhr: Der neue Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat die Prüfung der Bestände von Leopard-Kampfpanzern für eine eventuelle Lieferung in die Ukraine veranlasst. Er habe seinem Ministerium „heute morgen“ den entsprechenden Auftrag erteilt, der verschiedene Typen des Panzers bei den Streitkräften und in der Industrie umfasse, sagte Pistorius am Freitag auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz. Die Bundesregierung werde eine Entscheidung über den Leopard in Abstimmung mit den Partnern „so bald wie möglich“ fällen, kündigte er außerdem an.

Zuvor rief der frühere ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, die Bundesregierung dazu auf, den Widerstand gegen Leopard-Lieferungen in die Ukraine aufzugeben. „Wir rufen den neuen Verteidigungsminister Boris Pistorius auf, dieses Panzer-Kasperltheater heute in Ramstein zu beenden und die Lieferung von deutschen Leoparden sofort auf den Weg zu bringen“, sagte Melnyk - inzwischen Vize-Außenminister - der Süddeutschen Zeitung am Rande des Ramstein-Treffens. 

Ramstein-Treffen: Bidens Verteidigungsminister ruft Partner zum Engagement für Ukraine auf

Update vom 20. Januar, 12.15 Uhr: Jetzt geht es los: Zum Auftakt der Ukraine-Konferenz in Ramstein hat US-Verteidigungsminister Lloyd Austin die Verbündeten zu einem größeren Engagement aufgerufen. „Dies ist ein entscheidender Moment“, sagte er am Freitag auf dem rheinland-pfälzischen US-Luftwaffenstützpunkt. Die russischen Streitkräfte formierten sich gerade neu, rekrutierten weitere Soldaten und versuchten aufzurüsten. Deshalb dürfe man jetzt nicht langsamer werden.

Damit steht Austin dicht an der Seite des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der den Westen ebenfalls zu mehr Tempo bei Waffenlieferungen aufforderte. Die Zeit sei kritisch, sagte er in einer Videoschalte. „Wir müssen schneller werden.“ Der russische Terror erlaube keine langen Diskussionen. „Der Kreml muss verlieren.“ Zugleich dankten Selenskyj und Austin allen Vertretern für ihre bisherige Hilfe.

Verhandeln in Ramstein aktuell über die Lieferung von Kampfpanzern: US-Verteidigungsminister Lloyd Austin mit seinem ukrainischen Kollegen Olexij Resnikow.

Auf die Debatte über die Lieferung von Kampfpanzern westlicher Bauart ging Austin aber laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa zunächst nicht ein. Die USA hatten am Donnerstagabend weiterer militärische Unterstützung im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar angekündigt. Das Paket enthält aber keine Kampfpanzer vom Typ M1 Abrams. Druck wird vor allem auf Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gemacht, der nach Meinung einiger Verbündeter die Lieferung von Leopard-2-Panzern freigeben soll. Schätzungen zufolge braucht die Ukraine bis zu 300 Kampfpanzer.

Ramstein aktuell: Austin und Selenskyj pochen auf Waffenlieferung – Kreml reagiert gelassen

Update vom 20. Januar, 11.25 Uhr: Auf eine mögliche Panzerlieferung an die Ukraine hat Russland betont gelassen reagiert. „Es lohnt sich hier nicht, die Bedeutung dieser Lieferungen zu übertreiben hinsichtlich ihrer Fähigkeit, etwas zu ändern“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge vor der Ramstein-Konferenz. Selbst wenn die Nato der Ukraine Kampfpanzer wie den deutschen Leoparden liefern würde, werde dies Russlands Sieg in dem Konflikt nicht verhindern.

Peskow begründete seine Einschätzung unter anderem mit Problemen beim Nachschub, der Munitionsversorgung und der Wartung der Panzer. „Das beschert der Ukraine zusätzliche Probleme, aber ändert nichts am Vorankommen der russischen Seite beim Erreichen ihrer Ziele“, sagte der 55-Jährige. Dennoch kritisierte er die geplanten Waffenlieferungen als Eskalation des Konflikts.

Panzer-Showdown: Ukraine fordert Kampfpanzer von Nato – Verdi ruft in Ramstein zum Streik auf

Update vom 20. Januar, 10.51 Uhr: Unerwartete Probleme kurz vor Beginn der Nato-Konferenz in Ramstein: Während die Verteidigungsminister über die Panzerlieferung an die Ukraine beraten, hat die Gewerkschaft Verdi die Zivilbeschäftigten zum Warnstreik am US-Luftwaffenstützpunkt aufgerufen. Das berichtet der SWR. Demnach geht die Gewerkschaft von rund 500 Zivilbeschäftigten aus, welche sich dem Streik anschließen könnten, darunter Hotel- und Sicherheitspersonal sowie Feuerwehrleute und Fahrer. Inwieweit dadurch das Treffen verzögert oder behindert wird, blieb zunächst unklar.

Update vom 20. Januar, 10.23 Uhr: Polen will aus seinen Beständen deutsche Leopard-2-Panzer an die Ukraine liefern. In der Union rechnet man mit einer Genehmigung durch die Bundesregierung. „Das ist das Minimum“, sagte der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter vor der Ramstein-Konferenz der Nato im Deutschlandfunk. Die Zusage sei eine „bittere Notwendigkeit“, denn sonst müsse die Ukraine einen enormen „Blutzoll“ zahlen.

Die von der Ukraine dringend geforderten Leopard-Panzer werden von deutschen Rüstungsbetrieben produziert. Nach geltenden Regeln muss die Bundesregierung jede Weitergabe deutscher Panzer auch aus den Beständen anderen Staaten vorab billigen. Bislang zögerte die Bundesregierung von Kanzler Olaf Scholz diesen Schritt heraus. Doch an diesem Freitag kommen die Verteidigungsminister der Nato-Verbündeten auf dem rheinland-pfälzischen US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein zusammen, um über weitere Waffenlieferungen ins Kriegsgebiet zu beraten.

Ramstein-Treffen: Ukraine verhandelt mit Nato über Lieferung von Kampfpanzern

Update vom 20. Januar, 6.18 Uhr: Mit Spannung wird an diesem Freitag international – vor allem aber in der Ukraine – auf ein Treffen der westlichen Alliierten im rheinland-pfälzischen Ramstein geblickt. Im Fokus steht die Frage, ob Deutschland dort der Lieferung von Kampfpanzern zustimmt. Wolodymyr Selenskyj appellierte noch einmal eindringlich an die Bundesregierung, sein von Russland vor fast elf Monaten angegriffenes Land endlich mit den modernen Leopard-Panzern zu unterstützen.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz. © Philipp Schulze/dpa
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben. © JONATHAN NACKSTRAND/afp
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bradley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechenden Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren. © U.S. Army/dpa
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil. © Björn Trotzki/Imago
Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität.
Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität. © Spc. Nicko Bryant Jr./Imago
Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde der Marder mitten im Kalten Krieg. Er dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren.
Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde er mitten im Kalten Krieg. Der Marder dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren. © Philipp Schulze/dpa
Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden.
Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden. © Sergei Supinsky/afp
Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern. Die Entwicklung des Boden-Luft-Lenkwaffensystems reicht in die späten 1960er-Jahre zurück, eingeführt wurde es in den frühen 1980er-Jahren, seitdem wurde es immer wieder modernisiert.
Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern.  © Kevin Schrief/dpa
Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen.
Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen. © Jeon Heon-Kyun/dpa
Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen.
Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen. © Birol Bebek/afp
Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herausspringen. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht.
Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herauskatapultiert werden. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht.  © Lcpl. Tyler Forti/Imago
Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C.
Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C. © Robin Van Lonkhuijsen/dpa
Die Ukraine kann im krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für insgesamt zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre.
Die Ukraine kann im Krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre. © Russell Freeman/Imago
Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe.
Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe. © Björn Trotzki/Imago
Der PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung.
Der polnische PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung.  © Imago
Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen.
Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt und angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen.  © Michael Mandt/afp
Italienische Panzerhaubitzen M109L werden über Udine und Österreich in die Ukraine geliefert.
Ende April 2023 lieferte Italien klammheimlich über die nordöstliche Region Friaul-Julisch Venetien und Österreich 30 schwere Panzerhaubitzen M109L in die Ukraine. Das Foto vom Transport ist am Bahnhof Udine entstanden. Laut italienischer Tageszeitung „La Repubblica“ erhält Kiew vom Nato-Mitglied insgesamt 60 Stück der Standard-Haubitze des Verteidigungsbündnisses. Die M109L zeichnet vor allem ihre schwere 155mm-Kanone aus. © Twitter@Topolin28714725
Ein gepanzerter MaxxPro-Truppentransporter der US-Streitkräfte. (Symbolfoto)
Zu Beginn ihrer Gegenoffensive hatten die ukrainischen Streitkräfte mit Hilfe der Vereinigten Staaten laut „Magazin für Europäische Sicherheit & Technik“ einen Bestand von 580 sogenannter MRAPs (Mine Resistant Ambush Protected Vehicle) aufgebaut. Dabei handelt es sich um Truppentransporter mit hohem Minenschutz. Etliche davon gingen im Frühsommer 2023 verloren, vor allem gepanzerte MaxxPro (Beispiel-Foto), was Videos brennender Exemplare bei Twitter beweisen sollten.  © IMAGO / ZUMA Wire
Ein Radpanzer Stryker der US-Streitkräfte.
Die USA haben der Ukraine im Verlauf des ersten Halbjahres 2023 bis zu 90 Radpanzer vom Typ Stryker geliefert. Der hochmobile Schützenpanzer mit einer Länge von knapp sieben Metern und einer Breite von 2,72 Metern soll Truppenverlegungen binnen kurzer Zeit ermöglichen, weil er mit bis zu 100 km/h deutlich schneller ist als viele Kettenpanzer. Mit bis zu 39 Millimetern Außenhülle ist er jedoch vergleichsweise schwach gepanzert. © IMAGO / ABACAPRESS
Ukrainische Soldaten werden an schwedischen Schützenpanzern CV 90 ausgebildet.
Das Combat Vehicle 90 (CV 90) gilt als einer der modernsten Schützenpanzer der Welt. Entwickelt wurde der Panzer in den 1990er Jahren vom britischen Rüstungskonzerns BAE Systems AB für die Streitkräfte Schwedens. Das skandinavische Land stellte der Ukraine im Frühjahr 2023 nach und nach 50 der Schützenpanzer bereit, die die 40-mm-Ma­schi­nen­ka­no­ne 40/70B auszeichnet. Bis zu acht Infanterie-Soldaten können mit dem CV 90 mitten in die Schlacht gefahren werden. © IMAGO / TT
Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten
Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten. Bei den Maschinen soll es sich laut Medienberichten um Modelle der Variante „Mirage 2000-5“ handeln. Eine offizielle Bestätigung der Lieferung steht noch aus. Frankreich verfügt selbst über 26 modernisierte Kampfjets des Typs „Mirage 2000-5“. © KHALED DESOUKI/AFP
Ein Leopard-1-A5 der belgischen Armee, der in Deutschland produziert wurde. (Archivfoto)
Der Leopard 1A5 ist eine kampfwertgesteigerte Variante des „Leos“ 1 aus deutscher Produktion und Vorgänger des Leopard-2-Kampfpanzers der Bundeswehr. Zwischen 1986 und 1992 wurde im A5 eine neue Feuerleitanlage sowie erstmals ein Laserentfernungsmesser eingebaut. Anfang 2023 hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der Ukraine 178 Exemplare in Aussicht gestellt. Beim Nato-Gipfel im Juli erfüllte Deutschland die zwischenzeitlich genannte Zielgröße von 25 gelieferten Leopard-1-A5 im Sommer 2023. © IMAGO / StockTrek Images
Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet.
Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet entwickelt. Sie trägt den offiziellen Spitznamen „Fighting Falcon“ (Kämpfender Falke), ist aber auch als „Viper“ bekannt. Der einstrahlige Kampfjet ist mit einer 20-Millimeter-Kanone mit mehreren Läufen bewaffnet und kann mit Luft-Luft-Raketen und Bomben ausgestattet werden. Nach Angaben der US-Luftwaffe erreicht die F-16 Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 2400 Kilometern pro Stunde und kann mehr als 860 Kilometer entfernt liegende Ziele anfliegen, ihre Raketen abfeuern und zum Startpunkt zurückkehren.  © PETRAS MALUKAS/afp
Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert.
Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert. Nach Abschuss vom Boden fliegen sie eine ballistische Kurve und sollen wieder am Boden detonieren. Obwohl sie als schwer abzufangen gelten, sind sie im Vergleich zu Marschflugkörpern nicht annähernd so präzise. Das liegt vor allem an der Geschwindigkeit. In der Spitze erreichen sie mehr als dreifache Schallgeschwindigkeit (Mach 3). Dieses hohe Tempo von rund 3700 km/h macht es auch deutlich schwerer, die Rakete zu kontrollieren. Bisher haben die USA Atacms mit einer gedrosselten Reichweite von 165 Kilometern geliefert. Die Ukraine wünscht sich aber Atacms mit einer Reichweite von 300 Kilometern. © U.S. Army/Imago
Kampfflugzeug des Typs „Gripen“ aus Schweden
Eigentlich sollte die Ukraine bereits im März 2024 die erste Lieferung von Kampfflugzeugen des Typs „Gripen“ aus Schweden erhalten. Bislang sind aber keine Modelle des von der Firma Saab hergestellten Kampfjets im Kampf gegen Russland. Das wiederum liegt an der Lieferung der F16-Kampfjets an die Ukraine. Um die Luftwaffe des Landes und ihre Piloten nicht zu überfordern, wurde die Lieferung und Ausbildung des Personals an den schwedischen Flugzeugen zunächst ausgesetzt. Geplant sind die Lieferungen nun für 2025. © Sandor Ujvari/dpa

Der neue Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, der auf einer schwierigen Mission ist und sich gegen die USA behaupten muss, blieb derweil vor dem Treffen noch bei der eher vorsichtigen Linie. Aus den USA hieß es, die Lieferung amerikanischer Abrams-Kampfpanzer sei derzeit nicht sinnvoll – Deutschland aber treffe eine „souveräne Entscheidung“. Am Donnerstagabend kündigte das US-Verteidigungsministerium in Washington (Ortszeit) umfangreiche Waffenlieferungen im Umfang von bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar an - allerdings keine Abrams.

Selenskyj kurz vor Ramstein-Konferenz: „Kannst du Leoparden liefern oder nicht? Dann gib‘ sie her!“

In einem am Donnerstagabend ausgestrahlten ARD-Interview kritisierte Selenskyj Deutschlands zögerliche Haltung bei der Frage nach möglichen Kampfpanzer-Lieferungen scharf. „Ihr seid doch erwachsene Leute. Sie können gerne noch sechs Monate lang so reden, aber bei uns sterben Menschen – jeden Tag.“ Dann fügte er hinzu: „Im Klartext: Kannst du Leoparden liefern oder nicht? Dann gib‘ sie her!“

„Es ist ja nicht so, dass wir angreifen, falls sich da jemand Sorgen macht“, so Selenskyj. „Diese Leoparden werden nicht durch Russland fahren. Wir verteidigen uns.“ Zugleich betonte er mit Blick auf bereits geleistete Militärhilfe: „Wir sind dankbar. Ich will, dass alle das hören: Wir sind Deutschland dankbar.“

Ramstein-Konferenz: Diese Waffen fordert Kiew

  • Kampfpanzer: Die Ukraine hofft auf baldige Lieferungen von Leopard 2 Panzern aus deutscher sowie Abrams-Panzer aus amerikanischer Produktion.
  • Gepanzerte Fahrzeuge: Die USA haben der Ukraine die Lieferung von Bradley-Schützenpanzern in Aussicht gestellt
  • Langstreckenraketen: Kiew fordert die Lieferung von ATACMS-Langstreckenraketen, mit denen sogar Ziele tief in Russland attackiert werden könnten. Die USA weigert sich aber bislang.
  • Luftabwehrsysteme: Die Ukraine wird Patriot-Raketensysteme erhalten. Doch bis diese in den umkämpften Städten eintreffen, dürfte noch einige Zeit vergehen.
  • Munition: Vor allem die Munition für die Artillerie wird in der Ukraine langsam knapp. Die Ukraine hoffen darauf, dass die USA auf der Ramstein-Konferenz die Lieferung von weiteren Beständen freigeben.

Ramstein-Konferenz zum Ukraine-Krieg: Kiew fordert Waffen

Update vom 19. Januar, 22.22 Uhr: Beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein will die Ukraine ihre Forderungen nach Waffen erneuern. Vor allem der Panzer Leopard 2 steht im Fokus, Deutschland weigerte sich bislang, ihn an die Ukraine zu liefern. Das Wall Street Journal berichtete am Mittwoch, Deutschland würde einer Lieferung nicht zustimmen, wenn die USA nicht auch ähnliche Waffen liefern.

Deutsche Panzer stehen weiter auf der Wunschliste der Ukraine ganz oben, sind aber nicht die einzigen Waffen, die Kiew fordert. Nach fast einem Jahr des Widerstands ist das Land weiter zuversichtlich. Und auch der Westen scheint zu viel in den Erfolg Kiews investiert zu haben, um sich jetzt zurückzuziehen.

Vor Treffen in Ramstein: Verteidigungsminister Pistorius weicht bei Leopard-Frage aus

Update vom 19. Januar, 21.28 Uhr: Der neue Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius schließt eine Lieferung von Leopard-2-Panzern an die Ukraine nicht aus. „Niemand schließt aus, dass Leopard-Panzer geliefert werden können, oder dass die Genehmigung, die Zustimmung zu der Lieferung anderer europäischer Partner erteilt werden kann“, sagte Pistorius am Donnerstag im Interview mit dem „heute journal“ des ZDF vor dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Ramstein. „Aber bis dahin sind noch nicht alle Fragen beantwortet, und das passiert gegenwärtig.“

Deutschland sei als Bündnispartner sehr gut damit gefahren, „dass die großen wichtigen Entscheidungen zur Unterstützung der Ukraine immer im transatlantischen Schulterschluss getroffen worden sind“, sagte Pistorius. Bündnisverpflichtung bedeute eben auch, dass ein Bündnis Entscheidungen gemeinsam treffen und gemeinsame Leistungen erbringen müsse, sagte der Minister.

„Wir reden über einen Kampfpanzer wie den Leopard 2, der einer der besten und auch offensiv tauglichsten ist, den es gibt. Und demzufolge ist es eben mit Vorsicht zu genießen, ihn jetzt einfach so rauszugeben“, sagte Pistorius. Die Bundesregierung sei sich darüber im Klaren, „dass er eine wichtige Rolle spielen kann“.

Neuer Panzer-Druck in Ramstein? Selenskyj übt deutliche Kritik an Bundesregierung

Update vom 19. Januar, 20.38 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat kurz vor den Beratungen der westlichen Verbündeten in Ramstein erneut eindringlich zur Lieferung von Kampfpanzern aufgerufen. „Ihr könnt sicherlich noch sechs Monate reden, aber bei uns sterben jeden Tag Menschen“, sagte Selenskyj am Donnerstag in einem Interview mit der ARD. „Wenn ihr Leopard-Panzer habt, dann gebt sie uns.“

Selenskyj übte deutliche Kritik an der Argumentation der Bundesregierung, sie wolle bei Waffenlieferungen keine Alleingänge machen. Die Ukraine verteidige sich gegen den russischen Angriff und habe nicht vor, das Nachbarland anzugreifen, betonte der ukrainische Präsident. „Diese Leoparden fahren nicht durch die Russische Föderation. Wir verteidigen uns.“

Selenskyj äußerte in dem ARD-Interview zudem die Hoffnung auf mehr Unterstützung der westlichen Verbündeten bei der Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung. „Denn man wünscht sich, dass die Russen nicht die Kontrolle über unseren Luftraum haben.“ Zugleich dankte Selenskyj der Bundesregierung für ihre bisherige Militärhilfe. „Bundeskanzler Scholz hat der Ukraine, unserer Armee, ein sehr gutes Unterstützungspaket gegeben. Ich bin ihm dafür dankbar.“

Scholz vor Ramstein-Konferenz unter Zugzwang – Ukraine fordert mehr Mut

Update vom 19. Januar, 18.03 Uhr: Ein Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat die westlichen Verbündeten vor ihrem Treffen in Ramstein aufgefordert, mehr Mut gegenüber Russlands Präsident Wladimir Putin zu zeigen. Es sei an der Zeit, „aufzuhören, vor Putin zu zittern und den letzten Schritt zu gehen“, erklärte Mychailo Podoljak am Donnerstag im Online-Dienst Twitter. Die Ukraine brauche Panzer, schrieb Podoljak weiter. Panzer seien „der Schlüssel zur Beendigung des Krieges“.

Mögliche Panzer-Lieferungen sind das zentrale Thema beim Treffen der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe auf der US-Militärbasis Ramstein in Rheinland-Pfalz am Freitag. Dabei geht es auch um eine Stärkung der ukrainischen Luftabwehr.

Vor Treffen in Ramstein: Scholz zunehmend unter Druck - Selenskyj hat kein Verständnis

Update vom 19. Januar, 16.35 Uhr: Der Druck auf Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bezüglich der Leopard-Lieferungen wächst kurz vor dem Treffen in Ramstein am Freitag (20. Januar) weiter. „Es gibt Zeiten, in denen man nicht zögern und vergleichen sollte“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag (19. Januar) per Videoschalte in Davos.

Vom neuen Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gibt es weiterhin noch keine Äußerung zu möglichen Panzerlieferungen an die Ukraine. Berichten zufolge will Scholz die Lieferung von Kampfpanzern, an die Lieferabsichten der USA knüpfen. Bei dem ukrainischen Präsidenten stößt dieses Verhalten auf Unverständnis. „Wenn jemand sagt: ‚Ich werde Panzer geben, wenn jemand anderes auch Panzer gibt“ sei dies nicht die richtige Strategie, so Selenskyj.

Update vom 19. Januar, 15.00 Uhr: Hochkarätige Ukraine-Runde unter erschwerten Bedingungen: Wenn am Freitag (20. Januar) auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein die Verteidigungsminister mehrerer Dutzend Staaten zusammentreffen, wollen Beschäftigte der Stationierungsstreitkräfte mit einem Warnstreik ihren Tarifforderungen Nachdruck verleihen. Das teilte die Gewerkschaft Verdi jetzt nach Angaben der FAZ mit. Ab 10.30 Uhr sei auch ein Autokorso vom Autohof Ramstein zum Kreisverkehr vor dem Westtor und zurück geplant.

Verdi geht derzeit nach eigenen Angaben von 500 Zivilbeschäftigten aus, die sich dem Streik anschließen könnten. Darunter zum Beispiel Hotel- und Sicherheitspersonal sowie Feuerwehrleute und Fahrer. Die Arbeitgeber hätten in den Verhandlungen lediglich 4,1 Prozent für 14 Monate, bei zwei „Nullmonaten“ und einer Einmalzahlung von 1500 Euro geboten. Das reiche weder um die gestiegenen Strom- und Gaspreise zu zahlen, noch um langfristig auf die rasant steigenden Preise zu reagieren. „Die Beschäftigten werden nun die Warnstreikaktivitäten intensivieren müssen, um eine faire und gerechte Bezahlung zu erstreiten.“

Ramstein-Runde zur Ukraine: Morawiecki warnt vor Pistorius – „Macht mir Angst“

Update vom 19. Januar, 13.40 Uhr: Kurz vor dem kritischen Ukraine-Treffen in Ramstein äußerte sich der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki mit großer Vorsicht über den neuen Bundesverteidigungsminister. Er wisse zwar „nicht viel“ über Boris Pistorius (SPD), sagte der Regierungschef laut Polskie Radio, dem öffentlich-rechtlichen Radiosender Polens. Zugleich warnte er aber: „Was ich weiß, macht mir Angst. Er ist ein enger Mitarbeiter des Symbols der Schande, Gerhard Schröder – einer, der die ganze Zeit mit Putin redet, plaudert, als wäre nichts gewesen.“

Dennoch betonte der polnische Premier, er wisse nicht, wie sich Pistorius „angesichts konkreter Handlungen und Bedürfnisse“ verhalten werde. „Geben wir ihm ein paar Tage Zeit, um zu sehen, was seine ersten Schritte sein werden.“ Morawiecki hatte auch massiven Druck in Richtung Leopard-2-Panzerlieferungen aufgebaut.

Panzer-Druck auf Deutschland – Austin will wohl zur Leopard-Lieferung drängen

Erstmeldung vom 19. Januar: München – Schon seit Monaten läuft die Debatte über die Lieferung von deutschen Panzern an die Ukraine. Kiew fordert Leopard-2-Panzer zur Verteidigung gegen Kreml-Chef Wladimir Putins Angriff. Auch beim Treffen der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe im US-Luftstützpunkt Ramstein werden sich die Diskussionen in erster Linie darum drehen.

Dabei haben Polen und Finnland bereits angekündigt, im Rahmen einer „internationalen Panzerkoalition“ mehr als zwei Dutzend Leopard-Panzer liefern zu wollen. Deutschland scheint jetzt allmählich den Widerstand aufzugeben. So hatte die vor kurzem zurückgetretene Ex-Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht vor wenigen Tagen eine Lieferung nicht mehr ausdrücklich ausgeschlossen.

Ausschlaggebend für das allmähliche Umdenken in Berlin ist wohl das Drängen aus verbündeten Ländern. Eine deutsche Regierungsquelle hatte gegenüber der US-Nachrichtenagentur Bloomberg unterstrichen, dass man zwar noch keine finale Entscheidung getroffen habe, der Druck auf Deutschland aber sehr stark sei. Nun teilte eine hochrangige Pentagon-Quelle der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass Verteidigungsminister Lloyd Austin auch beim Treffen in Ramstein Druck auf Berlin ausüben werde. Im Gegenzug hieß es von einer weiteren Regierungsquelle aus Berlin, Deutschland werde nur dann Leopards liefern werde, falls die USA selber Abrams-Panzer bereitstellen würden.

Waffen für die Ukraine: Auch Polen und Estland wollen Druck auf Deutschland ausüben

Nicht nur aus den USA, sondern auch aus dem Osten erhöht sich der Panzer-Druck gegen Deutschland. In Estland treffen sich am Donnerstag mehrere europäische Verteidigungsminister. Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki deutete kurz zuvor an, dass Polen Leopard-Panzer an die Ukraine liefern könnte, ohne auf eine deutsche Genehmigung zu warten. In einem TV-Interview mit dem Sender Polsat News sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP: „Die Zustimmung ist hier zweitrangig. Wir werden entweder schnell eine Einigung erzielen, oder wir werden selbst das Richtige tun.“

Dies werde mit der Ukraine und „unseren Partnern in Westeuropa“ geschehen. Man werde Deutschland daher weiterhin zu einer schnellen Zustimmung drängen. Für langes Warten sei aber keine Zeit, weil Russland offensichtlich für Februar eine neue Offensive vorbereite. Ähnlich äußerte sich Estlands Verteidigungsminister Hanno Pevkur. Er rief Deutschland und andere Bündnispartner zur Lieferung von modernen Waffensystemen an die Ukraine auf.

„Estland unterstützt nachdrücklich, der Ukraine alle notwendige militärische Ausrüstung bereitzustellen, um diesen Krieg zu gewinnen, einschließlich schwerer Ausrüstung wie Leopard-Panzer“, sagte Pevkur der dpa. Das müsse „zeitnah“ passieren. „Der Ausgang dieses Krieges wird die Zukunft unserer gemeinsamen Sicherheit bestimmen“, betonte der Minister.

USA optimistisch bei Panzer-Frage – Fortschritte bis Ende der Woche?

Die US-Regierung rechnet offenbar damit, dass Deutschland der Lieferung von Leopard-Kampfpanzern zustimmen wird. „Wir sind sehr optimistisch, dass wir in dieser Frage bis Ende der Woche Fortschritte machen werden“, zitierte Reuters den hochrangigen Beamten des Pentagon. Bislang gehen beide Seiten mit dem sensiblen Thema aber öffentlich vorsichtig um, wie das Treffen des neuen Bundesverteidigungsministers Boris Pistorius (SPD) mit seinem US-Amtskollegen Austin in Berlin zeigte.

Weder Pistorius noch Austin äußerten sich über die Panzer-Frage. Stattdessen dankte Austin Deutschland für die bisherige Unterstützung zur Selbstverteidigung der Ukraine. Die deutsche Hilfe für die Verteidiger der Ukraine sei „unschätzbar“, so der Minister. Pistorius kündigte eine enge Abstimmung bei weiteren Waffenlieferungen an. Angesichts des Ukraine-Krieges stünden beide Nato-Länder „wie so oft in der Geschichte (...) Schulter an Schulter im Vorgehen“, unterstrich der deutsche Minister. (bb/dpa)

Rubriklistenbild: © Andre Pain/AFP

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