Russische Behörde äußert sich zu Flugzeugabsturz über Kasachstan
VonKilian Beck
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Eine russische Boden-Luft-Rakete wird von den USA und Aserbaidschan als Ursache für den Absturz eines Passagierflugzeugs in Kasachstan vermutet.
Update vom 28. Dezember, 6.40 Uhr: Nach dem Absturz eines Passagierflugzeugs in Kasachstan mit 38 Toten geht die regierung in Aserbaidschan von einem Fehlschuss russischer Flugabwehr aus. Die USA machten diesen Verdacht auch öffentlich. „Wir haben einige frühe Hinweise gesehen, die darauf hindeuten könnten, dass der Jet von einem russischen Flugabwehrsystem zum Absturz gebracht wurde“, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby.
Update vom 27. Dezember, 20.55 Uhr: Die aserbaidschanische Regierung spricht erstmals öffentlich von einem Waffeneinsatz gegen das in Kasachstan abgestürzte Passagierflugzeug. „Die Ermittlungen werden klären, mit welcher Art Waffe die Einwirkung von außen geschah“, sagte Verkehrsminister Rashad Nabiyev nach Angaben der staatlichen aserbaidschanischen Nachrichtenagentur Azertag in Baku.
Schäden am Wrack und Zeugenaussagen legten nahe, dass das Flugzeug von außen beschädigt worden sei. Dies sei über dem ursprünglichen Zielflughafen Grosny in Russland geschehen. „Demnach gab es ein Explosionsgeräusch außen, und dann wurde das Flugzeug von etwas getroffen.“
Flugzeug-Absturz in Kasachstan: Russland meldet sich zu Wort
Erstmeldung: Astana – Der tödliche Absturz einer aserbaidschanischen Passagiermaschine in Kasachstan ist nach ersten Erkenntnissen der Fluggesellschaft durch „Einwirkung von außen“ verursacht worden. Nach ersten Untersuchungsergebnissen habe „physische und technische Einwirkung von außen“ den Crash verursacht, erklärte Aserbaidschan Airlines. Aserbaidschanische Behörden gingen davon aus, dass der Absturz von einer russischen Boden-Luft-Rakete verursacht wurde. Auch Russlands Luftfahrbehörde Rosawiazija hat sich inzwischen erstmals geäußert.
Russland äußert sich erstmals zum Absturz von Flugzeug in Kasachstan
Am 25. Dezember waren bei dem Absturz der Maschine von Aserbaidschan Airlines mit 67 Insassen nahe Aktau 38 Menschen ums Leben gekommen. Die Maschine war ursprünglich auf dem Weg von der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku nach Grosny in Tschetschenien, wurde dann aber Richtung Aktau in Kasachstan umgeleitet. Rosawiazija-Chef Dmitri Jadrow sagte: „Die Situation an diesem Tag und während dieser Stunden im Bereich des Flughafens von Grosny war sehr kompliziert“.
38 Tote, Rätsel um Ursache, Russland-Verdacht: Bilder zum Flugzeugabsturz in Kasachstan
Russland: Drohnenangriffe der Ukraine in Grosny vor Absturz von Maschine in Kasachstan
Demnach waren wegen der Gefahr durch ukrainische Drohnen-Angriffe keine Starts und Landungen in Grosny, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tschetschenien, erlaubt. Nach Darstellung Jadrows mussten alle Piloten in dem Zeitraum des Alarms den Luftraum verlassen. Es war das erste Mal, dass eine offizielle russische Stelle einen zeitlichen Zusammenhang zwischen einem Drohnenalarm und dem Absturz herstellte. Auf russischer Seite leitet Rosawiazija die Ermittlungen.
Russland äußert sich nicht zur Absturz-Ursache von Flugzeug in Kasachstan
Jadrow äußerte sich nicht dazu, ob die Maschine womöglich durch eine ukrainische Drohne oder den Einsatz einer russischen Flugabwehrrakete beschädigt wurde und dann abstürzte. Er sagte auch, dass in Grosny zu der Zeit dichter Nebel herrschte. Der Pilot der Maschine habe zwei Landeversuche unternommen – ohne Erfolg. Er sei dann Richtung Kasachstan abgedreht.
Ein US-Regierungsvertreter hingegen bezeichnete den Verdacht der aserbaidschanischen Behörden, eine Boden-Luft-Rakete als Absturzursache, als wahrscheinlich. Militär- und Luftfahrtexperten wiesen auf offensichtliche Einschlaglöcher durch Splitter an dem Flugzeugwrack hin.
Experte hält versehentlichen Abschuss von Flugzeug in Kasachstan für wahrscheinlich
Markus Reisner, Ukraine-Experte des österreichischen Bundesheers, sagte dem Österreichischen Rundfunk (ORF), dass die Maschine wohl nicht direkt getroffen worden sei, sondern ein Geschoss in der Nähe des Flugzeuges explodiert sei. Darauf würden charakteristische Schrapnell-Muster am Rumpf des Flugzeuges hindeuten. Er vermutete daher, dass es in einer „chaotischen“ Reaktion der russischen Flugabwehr auf die angeblichen Drohnenangriffe zu einem versehentlichen Abschuss gekommen sei. (kb mit dpa und afp)