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Die russische Armee geht bei Bachmut wohl vergeblich in den Gegenangriff. Ein Video soll zeigen, wie Russland dabei erneut T-90M-Panzer verliert.
Andriivka – Wolodymyr Selenskyj hat im Ukraine-Krieg ein weiteres Mal die Front im Osten besucht. Der ukrainische Präsident war nördlich der russisch besetzten Stadt Bachmut bei mehreren Armee-Einheiten.
In der Donbass-Stadt droht der russischen Armee von Moskau-Machthaber Wladimir Putin seit Wochen die Einkesselung. Offenbar haben die dort stark unter Bedrängnis stehenden russischen Truppen nun einen Gegenschlag versucht – wohl vergeblich.
Ukraine-Krieg: Russische Armee versucht wohl vergeblichen Durchbruch bei Bachmut
Denn: Bei Twitter kursiert ein Drohnen-Video, das drei zerstörte russische T-90M-Panzer bei Andriivka rund acht Kilometer südlich des Stadtzentrums nahe der Regionalstraße T0513 zeigen soll. Demnach wurden auch ein Schützenpanzer und ein nicht identifizierbares fünftes Fahrzeug zum Stehen gebracht.
A Russian attack force just outside Andriivka (south of Bakhmut) failed to take the town. 3 of Russia’s most “modern” T-90M, one MT-LB and a fifth vehicle (possible a BMP) have been knocked out.
— (((Tendar))) (@Tendar) August 14, 2023
Coordinates:
48°30'08"N 37°58'20"E
Source: https://t.co/9zc0l1BQe6#Ukraine… pic.twitter.com/73zDPyGJMp
Auf den Aufnahmen lässt sich zwar nicht einwandfrei erkennen, welcher Armee die Panzer zuzuordnen sind. Die Ukraine hat jedoch keine moderneren Kampfpanzer T-90M in ihrem Besitz. Und der Form der Panzer nach handelt es sich wohl um genau dieses Gefährt, das die russischen Streitkräfte 1992 in Dienst gestellt hatten.
Ukraine-Offensive: Russland verliert immer wieder T-90M-Kampfpanzer
Besagter Panzer Russlands hat zwar eine schlagkräftige 125-mm-Glattrohrkanone und ein schweres Maschinengewehr „Kord“, seit dem völkerrechtswidrigen Einmarsch ins westliche Nachbarland erwies der Panzer sich dennoch reihenweise als schlagbar. So veröffentlichte zum Beispiel das ukrainische Portal Defense Express kürzlich ein Twitter-Video von einem angeblichen T-90M der russischen Armee, wie dieser von den Ukrainern in Brand geschossen wird. Auf dem besonders brutalen Video – das deswegen hier nicht gezeigt wird – ist zu sehen, wie eines der drei Besatzungsmitglieder brennend aus dem T-90M-Panzer steigt.
Im Panzer bricht Sekunden darauf ein heftiges Feuer aus, was auf dem Drohnen-Video klar zu erkennen ist. Die Flammen schießen nur so aus den Ausstiegsluken. Auch an einer weiteren Stelle bahnt sich das Feuer seinen Weg. So brennt es genau neben der 125-mm-Glattrohrkanone aus der Panzerung heraus. Dort, wo das Rohr mit einem Schild in den Turm übergeht, soll laut einer Analyse des Stern eine der Schwachstellen der Verbundpanzerung liegen, an der Schnittstelle zwischen Turm und Rumpf eine weitere. Also an jenen kreisrunden Stellen, wo der Turm gedreht wird.
Ukraine-Offensive: Russische Truppen wehren sich bei Bachmut gegen Einkesselung
Die Wanne selbst ist wohl ebenfalls eine Schwachstelle. Denn: Sie ist innen nur elf Kubikmeter groß und damit sehr eng. Das standardmäßige Laserwarnsystem, das heranfliegende Lenkflugkörper erkennen und Aerosol-Rauchgranaten verstreuen soll, tut sich zudem mit den Panzerabwehrwaffen der Ukrainer offenbar schwer - zum Beispiel mit der Javelin. Erhebungen der Südwest Presse zufolge wurden bis April diesen Jahres 25 russische T-90A und fünf russische T-90M zerstört oder erbeutet.
Die ukrainischen Truppen versuchen derzeit, im Osten des Landes von Klischtschijiwka aus kommend in die südlichen Randbezirke Bachmuts vorzustoßen. Genau in diesem Bereich sollen die russischen T-90M-Panzer vergeblich einen Gegenschlag unternommen haben. Dennoch: Ukrainische Kommandeure hatten kürzlich selbstbewusst angekündigt, dass die Einkesselung der verbliebenen Russen in Bachmut kurz bevorstünde. Gelungen ist dieses militärische Ziel bislang aber nicht. (pm)
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