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Stephanie Munk
Nail Akkoyun
Felix Busjaeger
Jens Kiffmeier
Bedrettin Bölükbasi
Hannes Niemeyer
Israelische Raketenboote attackieren die syrische Flotte. Im Norden greift die Türkei Einheiten der YPG an. Die aktuelle Lage im Krieg in Syrien.
Update vom 10. Dezember, 21.24 Uhr: Syriens Übergangspremierminister, Mohammed al-Baschir, hat erste Pläne für die Bildung einer neuen Regierung dargelegt. In einem Gespräch mit Al Jazeera betonte er nur wenige Stunden nach seiner Ernennung durch Abu Mohammed al-Dscholani, den Führer der islamistischen HTS-Miliz: „Jetzt ist es an der Zeit, dass dieses Volk Stabilität und Ruhe genießt“. Man befinde sich bereits in Gesprächen mit Mitgliedern der Vorgängerregierung unter dem geflohenen Ex-Diktator Baschar al-Assad.
Update vom 10. Dezember, 20.06 Uhr: Russlands Vize-Außenminister Sergej Riabkow hat am Dienstag bestätigt, dass sich Syriens gestürzter Machthaber Baschar al-Assad in Russland befindet. „Präsident Assad ist in Russland“, sagte Riabkow dem US-Sender NBC. Er sei „in Sicherheit“. Am Sonntag hatten die russischen Nachrichtenagenturen gemeldet, dass Assad mit seiner Familie nach Moskau geflohen sei.
Syrien-Rebellen stürzen Assad: Die Bilder des Machtwechsels




Netanjahu äußert sich nach Israels Angriffen auf Ziele in Syrien
Update vom 10. Dezember, 19.08 Uhr: Benjamin Netanjahu, der Ministerpräsident Israels, hat nach den israelischen Marineangriffen auf die syrische Flotte eine Fortsetzung der Manöver in Syrien nicht ausgeschlossen. Trotz des anhaltenden Interesses an der Entwicklung diplomatischer Beziehungen, betonte er, dass Israel nicht zögern würde, bei einer Bedrohung durch eine neue syrische Regierung einzugreifen. Er äußerte in einer Videobotschaft: „Wenn dieses Regime zulässt, dass der Iran sich in Syrien wieder etabliert, den Transfer iranischer Waffen oder anderer Waffen an die Hisbollah zulässt oder uns angreift, werden wir energisch reagieren“.
Er fügte eine klare Warnung hinzu: „Was dem vorherigen Regime widerfahren ist, wird auch diesem Regime widerfahren.“ In der Zwischenzeit hat das israelische Militär Berichte über Panzerverbände, die sich angeblich auf dem Weg nach Damaskus befinden, zurückgewiesen.
Türkei attackiert YPG-Verbände im Nordosten Syriens
Update vom 10. Dezember, 17.40 Uhr: Auch die Türkei intensiviert ihre Angriffe auf syrischem Staatsgebiet. Der türkische Geheimdienst hat eine Kolonne aus zwölf Lastwagen der kurdischen YPG-Miliz im Nordosten Syriens zerstört. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Lkw sollen Raketen und schwere Waffen transportiert haben. Außerdem seien zwei Panzer und ein Munitionslager der YPG vernichtet worden sein. Die YPG ist Teil des Bündnisses „Demokratische Kräfte Syriens“, das auch von der USA unterstützt wird.
Update vom 10. Dezember, 16.08 Uhr: Israelische Marine-Raketenboote haben die syrische Militärflotte zerstört, wie Verteidigungsminister Israel Katz bei einem Besuch der Marinebasis in Haifa sagte. Israelische Streitkräfte blieben in der Pufferzone zwischen Syrien und den von Israel besetzten Golanhöhen bis auf Weiteres stationiert, sagt Katz weiter.
Er habe die Schaffung einer „sterilen Verteidigungszone“ in Südsyrien angeordnet, ohne eine dauerhafte israelische Präsenz, um jegliche terroristische Bedrohung Israels zu verhindern.
Update vom 10. Dezember, 16.05 Uhr: Mohammed al-Baschir, der ehemalige Regierungschef der Rebellenhochburg Idlib, soll nach Assads Flucht die Leitung der Übergangsregierung in Syrien übernehmen. Al-Baschir, der sowohl Elektronikingenieurwesen als auch islamisches Recht studiert hat und Anfang 40 ist, plant, dass die neue Regierung bis März 2025 im Amt bleibt, wie er selbst bekannt gab.
Die Übergangsregierung wurde in einer Übereinkunft zwischen Abu Mohammed al-Dscholani, dem Anführer der Islamistengruppe HTS, und Ministern der bisherigen Regierung nach einem Treffen in Damaskus gebildet. Beide Parteien streben laut Berichten eine reibungslose Übertragung der Verwaltungsgeschäfte an.
News zur Lage in Syrien: Iran will Ausreise von Iranern aus Syrien
Update vom 10. Dezember, 14.41 Uhr: Seit dem Sturz des syrischen Machthabers Assad hat der Iran nach eigenen Angaben rund 4000 Iraner aus Syrien zurückgeholt. Das sagte Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani. Der Iran werde die Rückholaktion „bis zur Ausreise des letzten Iraners“ aus Syrien fortsetzen. Nach offiziellen Angaben hatten zuletzt rund 10.000 iranische Staatsbürger in Syrien gelebt.
Der iranische Abgeordnete Ahmed Naderi sagte nach einer Besprechung mit dem Kommandeur der Revolutionsgarden, Hossein Salami, in Syrien hielten sich „keine iranischen Streitkräfte“ mehr auf.
News zur Lage in Syrien: Was passiert mit Geflüchteten in Deutschland?
Update vom 10. Dezember, 12.30 Uhr: Unionspolitiker fordern nach dem Assad-Sturz eine Rückkehr syrischer Geflüchteter. Unter anderem Unionsfraktionsvize Andrea Lindholz (CSU) forderte einen Aufnahmestopp von Geflüchteten aus Syrien und CDU-Politiker Jens Spahn schlug bereits Charterflüge vor. Experten sagen: Das ist kaum möglich – und auch nicht gut für Deutschland.
Update vom 10. Dezember, 11.10 Uhr: Noch ist unklar, wie sich der Syrien-Krieg weiter entwickeln wird. Mehrere Medien berichten über israelische Vorstöße in Syrien. Laut der Agentur Sanad sind die israelischen Streitkräfte in mehrere Regionen im Süden und Südwesten vorgerückt. Wie Al Jazeera schreibt, hatte Israel erklärt, seine Präsenz sei vorübergehend und ziele darauf ab, sicherzustellen, dass die an die besetzten Golanhöhen angrenzenden Gebiete keinen potenziellen Sicherheitsbedrohungen ausgesetzt seien.
Ein israelischer Militärsprecher hat indes bestritten, dass sich israelische Streitkräfte in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus befinden. Zuvor hatte Reuters unter Berufung auf mehrere Sicherheitsbeamte berichtet, dass sich israelische Panzer in der Nähe von Damaskus aufhalten sollen.
Update vom 10. Dezember, 9.36 Uhr: In Syrien sollen israelische Panzer inzwischen in der Nähe der Hauptstadt Damaskus stehen. Das berichtet Reuters unter Berufung auf drei Sicherheitsquellen. Die israelischen Streitkräfte sollen auf etwa 25 Kilometer Entfernung auf die Stadt herangerückt sein, nachdem Israel eine Pufferzone im Süden Syriens besetzt und über Nacht Luftangriffe auf die syrische Armee und Luftwaffenstützpunkte gestartet hatte.
Die Islamistengruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) will indes die an staatlicher Folter beteiligten Ex-Offiziere in Syrien namentlich in einer Liste nennen und sie als Kriegsverbrecher zur Rechenschaft ziehen. „Wir werden jedem Belohnungen anbieten, der Informationen über ranghohe Offiziere von Armee und Sicherheitsbehörden zur Verfügung stellt, die an Kriegsverbrechen beteiligt waren“, teilte HTS-Anführer Ahmed al-Scharaa mit.
Syrien-Krieg: Weißhelme beenden Suche im Foltergefängnis
Update vom 10. Dezember, 5.22 Uhr: Nachdem die Rebellen die syrische Regierung gestürzt haben und der ehemalige Machthaber Baschar al-Assad mit seiner Familie nach Russland geflohen ist, bleibt die Lage in Syrien weiter angespannt. Bereits kurz nach dem Umbruch haben die sogenannten Weißhelme das berüchtigte Militärgefängnis Saidnaja nach politischen Gefangenen durchsucht, nun teilen Aktivisten mit, dass sich in dem Komplex keine Gefangenen mehr aufhalten sollen. Die systematische Durchsuchung des riesigen Komplexes nördlich von Damaskus nach geheimen Zellen und verborgenen Kellerräumen sei inzwischen abgeschlossen.
„Alle Eingänge, Ausgänge, Luftschächte, Abwasseranlagen, Wasserrohre, Kabelschächte und Überwachungskameras wurden überprüft“, hieß es in einer Erklärung der Weißhelme. „Trotz dieser umfangreichen Bemühungen wurden keine versteckten oder verschlossenen Bereiche entdeckt.“ Die Suche nach den vermissten Opfern des Assad-Regimes gehe dennoch weiter – auch außerhalb des Gefängnisses gebe es Massengräber und zahllose Leichen zu identifizieren.
Baath-Partei reagiert auf Lage in Syrien: Politischer Übergang soll unterstützt werden
Update vom 9. Dezember, 22.41 Uhr: Die Baath-Partei von Syriens gestürztem Diktator Baschar al-Assad will den politischen Übergang in dem Bürgerkriegsland unterstützen. „Wir werden für eine Übergangsphase in Syrien sein, mit dem Ziel, die Einheit des Landes zu verteidigen“, teilte der Generalsekretär der Partei, Ibrahim al-Hadid, laut arabischen Medien mit. Auf der Website der Partei war Assad zugleich noch als „Herr Präsident“ mit Foto aufgeführt.
Syrien-News: Israel fliegt Luftangriffe auf Assads Militäranlagen
Update vom 9. Dezember, 22.06 Uhr: Nach dem Sturz des syrischen Diktators Baschar al-Assad fliegt Israel laut Aktivisten seine bisher schwersten Angriffe in Syrien. Binnen weniger als zwölf Stunden habe Israel mehr als 100 Ziele im Land angegriffen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Es seien die „schwersten Angriffe (Israels) in der Geschichte Syriens“, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel-Rahman, der Deutschen Presse-Agentur.
Mit den Angriffen will Israel wohl wichtige militärische Anlagen und Fähigkeiten der Assad-Regierung zerstören. Die Luftangriffe hätten Forschungszentren, Waffenlager, Marine-Schiffe, Flughäfen und Luftflotten getroffen, hieß es. Auch die syrische Luftabwehr sei mit den Angriffen in Damaskus, Homs, Hama, Latakia und Daraa außer Betrieb gesetzt worden.
Update vom 9. Dezember, 20.35 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat nach dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad die Öffnung eines zuvor geschlossenen Grenzpostens an der Grenze zu Syrien angekündigt. „Um den Verkehr an der Grenze zu erleichtern, öffnen wir den Grenzübergang Yayladagi“, teilte Erdogan am Montag mit. Der Posten am westlichen Ende der Grenze war seit 2013 geschlossen.
Die Türkei hat eine lange Landgrenze mit Syrien und hat seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 nahezu drei Millionen Flüchtlinge von dort aufgenommen. Nach Assads Flucht am Wochenende strömten hunderte Geflüchtete an die Grenze, um in ihr Heimatland zurückzukehren. „Der starke Wind des Wandels in Syrien wird allen Syrern, insbesondere den Flüchtlingen, zugute kommen“, erklärte der türkische Präsident. „In dem Maße, in dem Syrien an Stabilität gewinnt, wird die freiwillige Rückkehr zunehmen.“
„Seit gestern ist in Syrien eine dunkle Ära zu Ende gegangen und eine Leuchtende hat begonnen“, sagte Erdogan zum Sturz Assads. Mit Blick auf Militäroperationen der Türkei und von ihr unterstützten Rebellen gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien sagte Erdogan, dass die Türkei kein Auge auf das Territorium eines anderen Landes geworfen habe. Man werde „Terrorismus“ an der Grenze jedoch nicht dulden.
Die Türkei sieht die YPG als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation. Sie hat in der Vergangenheit mehrere Militäreinsätze gegen die YPG in Nordsyrien durchgeführt und hält dort mit Unterstützung von Rebellen Grenzregionen besetzt.
Update vom 9. Dezember, 18.40 Uhr: Nach dem Umsturz in Syrien ebnet die Rebellenallianz den Weg für eine Übergangsregierung: Nach einem Spitzentreffen in der Hauptstadt Damaskus wurde Mohammed al-Baschir, bislang Regierungschef in der Rebellenhochburg Idlib, mit der Bildung einer neuen syrischen Regierung beauftragt, wie mehrere arabische Medien meldeten.
An der Sitzung nahm demnach neben dem islamistischen Rebellenführer Abu Mohammed al-Dschulani und al-Baschir auch der bisher amtierende Ministerpräsident Mohammed al-Dschalali teil. Vereinbart wurde eine reibungslose Übertragung der Verwaltungsgeschäfte sowie die Umstände der Machtübergabe, wie der Nachrichtensender Al-Arabija berichtete.
In einer Fernsehansprache sagte al-Dschalali, er werde die Übergangsregierung unterstützen. „Es finden Gespräche statt, um den Übergang zu regeln“, sagte der Premierminister der alten Regierung. „Was in Syrien passiert ist, ist eine Revolution. Es ist der Wille des Volkes und sein Wunsch nach Veränderung.“
Al-Baschir stammt aus dem nordwestlichen Gouvernement Idlib, der Rebellenhochburg, von der aus die Islamistengruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) ihre Offensive gestartet hatte. Berichten zufolge studierte der Politiker Elektronikingenieurwesen und islamisches Recht. Er ist Anfang 40.
Nach Flucht von Assad nach Moskau: Nato sieht in Sturz eine Schwäche von Russland
Update vom 9. Dezember, 16.02 Uhr: Nach der Flucht von Assad nach Moskau und dem Umsturz in Syrien hat die Nato Russlands Stärke infrage gestellt. „Russland und der Iran waren die Hauptunterstützer des Assad-Regimes und teilen die Verantwortung für die Verbrechen, die am syrischen Volk begangen wurden“, sagte Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Er betonte weiterhin, dass diese Länder sich im Zuge der überraschenden Offensive der Rebellen als unzuverlässige Verbündete herausgestellt hätten. Dies begründete er mit den Worten: „da sie Assad im Stich ließen, als er ihnen nicht mehr nützlich war“.
Update vom 9. Dezember, 15.55 Uhr: Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat mit Zurückhaltung auf die aktuelle Lage im Syrien-Krieg reagiert. Sie warnte davor, vorschnelle Rückschlüsse auf die sicherheitspolitische Situation im Land zu ziehen – trotz des Sturzes von Präsident Baschar al-Assad. „Niemand kann an diesem Tag vorhersehen und auch in den nächsten Tagen nicht vorhersehen, wie das in Syrien weitergeht, was es sicherheitspolitisch bedeutet“, äußerte Baerbock laut der Nachrichtenagentur dpa.
Nach Flucht von Assad nach Moskau: Rebellen planen bereits neue Regierung
Update vom 9. Dezember, 13.28 Uhr: Im Zuge des Sturzes des syrischen Diktators Baschar al Assad bereiten sich die Rebellen auf eine veränderte Situation vor. Sie planen, in der Hauptstadt Damaskus schrittweise eine neue Ordnung zu etablieren und eine „neue Regierung“ zu gründen. Die islamistische Gruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) teilte in den sozialen Medien mit: „Unsere Kräfte sind fast fertig damit, die Kontrolle in der Hauptstadt zu übernehmen und öffentliches Eigentum zu schützen“, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. HTS gab jedoch keine Informationen darüber, wie genau diese neue Regierung in Syrien entstehen soll und wer daran beteiligt sein wird.
Nach Sturz in Syrien: Flucht von Assad endet in Moskau – Russland bestätigt Asyl für alten Machthaber
Update vom 9. Dezember, 12.03 Uhr: Das Rätselraten um Baschar al-Assad ist beendet: Russland hat dem ehemaligen syrischen Machthaber nach seinem Sturz Asyl gewährt. Das teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow dem britischen Nachrichtensender Sky News mit. Es sei eine persönliche Entscheidung von Wladimir Putin gewesen, dem gestürzten Diktator Schutz zu bieten. Allerdings wurden keine Details über den genauen Aufenthaltsort von al-Assad preisgegeben. Peskow deutete an, dass die Offensive der Rebellen im Bürgerkrieg für Russland überraschend kam. Was nun mit den russischen Militärstandorten in Syrien passiert, ließ Peskow ebenso offen.
News im Syrien-Krieg: Israel greift Chemiewaffen-Lager an
Update vom 9. Dezember, 10.38 Uhr: Israel hat wiederholt in den Konflikt in Syrien eingegriffen. Am Montag bombardierte das israelische Militär angebliche Standorte von Chemiewaffen und Basen für Langstreckenraketen, wie das Außenministerium in Tel Aviv dem arabischen Nachrichtenkanal Al-Jazeera mitteilte. Damit wolle man verhindern, dass diese Waffen in die Hände falscher Rebellen gelangen könnten. „Unser einziges Interesse ist die Sicherheit Israels und seiner Bürger“, erklärte Außenminister Gideon Saar. Vor dieser Aktion hatte Israel bereits Panzer in der Grenzregion stationiert.
Syrien im Bürgerkrieg: EU begrüßt den Sturz vom Assad-Regime
Update vom 9. Dezember, 9.31 Uhr: Nach dem Fall des Assad-Regimes hat die Europäische Union (EU) ihre Erleichterung zum Ausdruck gebracht. Kaja Kallas, die EU-Außenbeauftragte, teilte mit, dass das Ende der syrischen Diktatur „eine positive und lang erwartete Entwicklung“ darstelle und die Schwäche der Unterstützerländer wie Russland und Iran aufzeige. Sie betonte, dass es nun von höchster Priorität sei, die Stabilität in der Region wiederherzustellen. Aus diesem Grund stehe die EU in „engem Kontakt“ mit den zuständigen Stellen.
Syrien-Krieg: Islamistische Rebellengruppe bei Blitzoffensive gegen Assad-Regime beteiligt
Update vom 9. Dezember, 8.40 Uhr: Bei der Blitzoffensive, die zum Assad-Sturz führte, hat die Rebellengruppe Hajat Tahrir al-Scham (HTS) eine zentrale Rolle gespielt. Sie wird im Ausland als terroristisch eingestuft und wegen ihres Islam-Fundamentalismus in Syrien zum Teil gefürchtet. Die Rebellen um Abu Mohammed al-Golani erklärten, sie arbeiteten an einer Machtübergabe an eine Übergangsregierung mit voller Exekutivgewalt. „Die Zukunft gehört uns“, sagte HTS-Chef Golani im syrischen Fernsehen.
Krieg in Syrien: UN-Sicherheitsrat berät nach Assad-Sturz über Syrien
Update vom 9. Dezember, 7.55 Uhr: Nach dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad beschäftigt sich der UN-Sicherheitsrat nach Angaben aus Diplomatenkreisen am heutigen Montag mit der Lage in dem Land. Die von Russland beantragte Dringlichkeitssitzung ist für 21.00 Uhr MEZ angesetzt, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Diplomatenkreisen erfuhr.
Update vom 9. Dezember, 6.20 Uhr: Die USA haben nach dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad Dutzende Luftangriffe auf Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im zentralen Syrien geflogen. Die Angriffe hätten auf IS-Anführer und Funktionäre sowie deren Camps gezielt, teilte das Regionalkommando des US-Militärs für den Nahen Osten (Centcom) dazu auf X mit. Bei den Angriffen seien Kampfjets vom Typ B-52, F-15 und A-10 zum Einsatz gekommen, hieß es weiter. Ziel der Angriffe war es demnach, zu verhindern, dass der IS den Vorteil der aktuellen Lage in Syrien ausnutzt.
Syrien-Krieg: Assad offenbar in Moskau gelandet – Putin gewährt Ex-Machthaber wohl Asyl
Update vom 9. Dezember, 5.25 Uhr: Nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad will der UN-Sicherheitsrat auf Antrag Russlands heute hinter verschlossenen Türen über die Lage in Syrien beraten. Die Beratungen in New York sollen am Abend deutscher Zeit stattfinden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen. Nach dem überraschend rasanten Sturz des syrischen Diktators Assad steht das geschundene Land vor einer ungewissen Zukunft. Vieles hängt davon ab, ob sich die verschiedenen Rebellengruppen auf eine Verteilung der Macht einigen können – oder ob ein Machtvakuum zu neuer Gewalt führt und Syrien mit seinen ethnischen und religiösen Minderheiten im Chaos versinkt. Was in dem Land nach Assads Sturz folgt, könnte neue Konflikte in der Region auslösen.
Offensive pro-türkischer Kämpfer in einer kurdisch kontrollierten Region in Nordsyrien
Update vom 8. Dezember, 23.00 Uhr: Bei einer Offensive pro-türkischer Kämpfer in einer kurdisch kontrollierten Region in Nordsyrien sind nach Angaben von Aktivisten 26 Menschen getötet worden. Die von der Türkei unterstützten Kämpfer hätten nach Gefechten mit dem Militärrat von Manbidsch mehrere Viertel der gleichnamigen Stadt erobert, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mit. Der Militärrat ist mit den von den Kurden angeführten Demokratischen Kräften Syriens (SDF) verbündet, die von den USA unterstützt werden.
Bei den Toten handele es sich um neun pro-türkische Kämpfer und 17 Kämpfer des Militärrats, fügte die Syrische Beobachtungsstelle hinzu. Deren Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden, die in London ansässige Organisation stützt sich aber auf ein weites Netzwerk von Quellen in Syrien. Die von der Türkei unterstützten Milizen hatten vor einer Woche bereits die Stadt Tal Rifaat sowie einige umliegende Dörfer unter ihre Kontrolle gebracht.
Die SDF berichteten von „heftigen Gefechten“ und erklärten, die Militärräte in Manbidsch und im benachbarten Al-Bab hätten den pro-türkischen Kämpfern „schwere Schläge“ versetzt. Die von Ankara unterstützten Einheiten erklärten im Onlinedienst Telegram, sie hätten „nach heftigen Kämpfen“ die Kontrolle über Manbidsch übernommen.
Assad flieht nach Sturz in Syrien: Ex-Machthaber in Moskau
Update vom 8. Dezember, 18.50 Uhr: Der nun ehemalige syrische Machthaber Baschar al-Assad und seine Familie sind in Moskau angekommen. Dies berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf eine Quelle im Kreml. Demnach hat Russland Assad und seiner Familie Asyl gewährt.
Update vom 8. Dezember, 14.26 Uhr: Für Kanzler Olaf Scholz (SPD) ist der Sturz von Assad in Syrien „eine gute Nachricht“. Assad habe sein Volk auf brutale Weise unterdrückt und zahlreiche Menschen zur Flucht aus Syrien getrieben, von denen viele nach Deutschland gekommen seien. „Das syrische Volk hat entsetzliches Leid erfahren. Das Ende der Assad-Herrschaft über Syrien ist daher eine gute Nachricht“, so Scholz.
Syrien-Krieg: Rätsel um Assad-Verbleib: Flucht-Flieger in Syrien mit Rakete beschossen?
Erstmeldung: Damaskus – Baschar al-Assad ist nach wenigen Tagen Bürgerkrieg gestürzt. Am Sonntagmorgen verkündete die Miliz Hajat Tahrir al-Scham (HTS), die Kontrolle über Syriens Hauptstadt Damaskus übernommen zu haben. Berichten zufolge soll Präsident Assad geflohen sein. Doch um den Verbleib des nun ehemaligen syrischen Machthabers ranken sich einige Rätsel.
So war etwa zunächst unklar, wann und wohin Assad während des Syrien-Krieges eigentlich geflohen ist. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte dann am Sonntagmorgen syrische Quellen, die behaupteten, Assads Flucht-Flugzeug könnte gar abgestürzt sein. Als Indiz dafür nahm man ein in der Nähe von Damaskus gestartetes Flugzeug, das auf seinem Weg gen Norden plötzlich kehrtmachte und schließlich vom Radar verschwand. Ob Assad wirklich in dem Flieger saß und ob dieser wirklich abstürzte, blieb zunächst unbestätigt.
Die Spekulationen um einen möglichen Absturz des Flugzeugs, mit dem Assad womöglich aus Damaskus geflohen ist, gingen jedoch weiter. Einem Bericht der Bild zufolge soll angeblich eine Boden-Luft-Rakete auf Assads Flucht-Flugzeug abgeschossen worden sein, und zwar von einem Militärstützpunkt, auf dem Flugabwehrraketen stationiert waren und den die syrische Armee davor verlassen hatte. Augenzeugen hätten eine laute Explosion gehört. Bestätigt war das zunächst ebenfalls nicht.
Assad nach Syrien-Krieg wohl auf der Flucht – Russland mischt sich ein
Bereits am Samstag wurde berichtet, dass Assads Familie sich noch vor der Machtübernahme der Rebellen im Syrien-Krieg gen Russland abgesetzt habe. Die islamistischen Oppositionstruppen hatten am Samstag die strategisch wichtige Stadt Homs erobert, rückten schließlich gen Damaskus vor und brachten die Stadt unter ihre Kontrolle, ohne wirkliche Gegenwehr der syrischen Armee. Das Rebellenbündnis kündigte an, die Macht friedlich übernehmen zu wollen. Zuvor war berichtet worden, dass ein möglicher Assad-Deal zur Machtübergabe gescheitert sei. Mittlerweile drangen die Rebellen auch in Assads Präsidentenpalast ein.
Am Sonntagmittag mischte sich schließlich auch Russland in die Spekulationen um Assads Verbleib nach seiner Flucht aus dem Syrien-Krieg ein. Nach Angaben Moskaus habe Assad seinen Posten aufgegeben und das Land verlassen. Russland gilt als enger Verbündeter Assads, unterstützte den syrischen Machthaber seit 2015.
Assad habe eine friedliche Machtübergabe angeordnet, teilte das Ministerium weiter mit. „Russland hat sich an diesen Verhandlungen nicht beteiligt. Zugleich appellieren wir nachdrücklich an alle beteiligten Parteien, auf Gewaltanwendung zu verzichten und alle Fragen der Staatsführung mit politischen Mitteln zu lösen.“ Der Kreml in Moskau verwies auf die Stellungnahme des Ministeriums und teilte nur mit, dass es keine weiteren Erklärungen gebe.
Derweil reagiert die Weltpolitik auf die Geschehnisse in Syrien. Außenministerin Annalena Baerbock hat die Konfliktparteien nach dem Ende der Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad zum Schutz der religiösen und ethnischen Minderheiten aufgerufen. Die Grünen-Politikerin sagte: „Das Land darf jetzt nicht in die Hände anderer Radikaler fallen – egal in welchem Gewand.“
Syrien-Krieg: Auch Trump äußert sich und rechnet mit Putin-Reaktion
Dazu gehöre der umfassende Schutz von Kurden, Alawiten, Christen und anderen Minderheiten, sagte Baerbock. Ein politischer Prozess, „der einen Ausgleich zwischen den Gruppen schafft“, sei notwendig. Klar sei auch: „Das Ende Assads bedeutet für Millionen von Menschen in Syrien ein erstes großes Aufatmen nach einer Ewigkeit der Gräuel des Assad-Regimes.“ Auch Donald Trump äußerte sich bereits zu den Vorgängen und rechnet mit einer Reaktion durch Wladimir Putin.
Frankreich hat das Ende der Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad in Syrien ebenfalls begrüßt. Nach 13 Jahren extrem gewalttätiger Unterdrückung des eigenen Volkes hinterlasse er ein Land, das in großen Teilen von seiner Bevölkerung entleert sei – sei es, weil sie ins Exil gegangen ist, vom Regime und seinen Verbündeten massakriert, gefoltert und mit chemischen Waffen bombardiert wurde, erklärte das Außenministerium. Die Syrer hätten zu sehr gelitten, hieß es in der Mitteilung weiter.
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