Russische Offensive

Russland schielt auf Mineralien: Putins Truppen stecken Claim ab

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Dem Sieger gehört die Beute: Ob Kohle, Atomstrom oder Seltene Erden – die Ukraine wird gerade gefleddert. Um die Ernte der Kohle-Kumpel oder der anderen Minenarbeiter streiten sich Russland und die USA; die Ukraine selbst hat dabei höchstens eine Nebenrolle.
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Russland greift nach ukrainischem Lithium. Die USA auch.Putin mit Waffen, Trump mit Drohungen. Die Ukraine wird in die Rolle des Verlierer gedrängt.

Kiew – „Öffnen Sie nicht Ihr Maul für das Essen anderer. Die Mineralien der Ukraine gehören dem russischen Volk und niemand anderem“, schreibt „Starshe Eddy“ auf seinem Telegram-Kanal, wie ihn Reuters zitiert. Laut der Nachrichtenagentur missfällt dem russischen Militärblogger, seinen 600.000 Followern sowie russischen Nationalisten, dass die Bodenschätze der Ukraine plötzlich auch den Appetit des US-Präsidenten Donald Trump angeregt haben. Allerdings rücken Wladimir Putins Invasionstruppen unbeirrbar auf die Schatztruhen der Ukraine vor und sind kurz davor, ihren Claim abzustecken.

Russische Soldaten scheinen bis auf wenige Kilometer an eines der größten Lithium-Vorkommen der Ukraine herangerückt zu sein. Während Trump noch einen Deal mit der Ukraine herbei zu diktieren versucht, scheint der russische Aggressor bereits Fakten zu schaffen. Verschiedene Medien berichten unter Berufung auf den ukrainischen Militärblog „Deep State“ und dessen ungenannte Insider-Informationen, dass russische Truppen, die Lithium-Vorkommen bei Schewtschenko von drei Seiten aus angreifen würden. Lithium ist der wichtigste Bestandteil von Batterien für moderne Kommunikations- und Mobilität-Technologie.

Ukraine-Krieg um Rohstoffe: Lithium ist der Stoff der digitalen Träume

Ohne Lithium keine Energie für Smartphones, Tablets, Elektroautos. Lithium ist der Stoff der digitalen Träume. Der Bedarf wächst und wächst – und die Ukraine kann ihn befriedigen. Oder besser: Konnte. Laut RadioFreeEurope/RadioLiberty hat sich Wladimir Putin schon profunde Lithium-Vorkommen unter den Nagel gerissen: „Anfang 2022 hätten russische Streitkräfte in der südöstlichen Region Saporischschja ein Lithiumvorkommen aufgebracht. Seitdem habe Moskau auch in der benachbarten Region Donezk Gebiete erobert, in denen Lithium vermutet wird, berichten Wojtek Grojec und Kian Sharifi.

„Der Widerstand der Ukraine gegen den Mineraliendeal und gegen Trumps Führung der Friedensgespräche sei angesichts all dessen, was die Vereinigten Staaten für die Ukraine getan hätten, schlicht inakzeptabel.“

Mike Waltz, Reuters

Geologischen Untersuchungen zufolge verfüge die Ukraine über schätzungsweise 500.000 Tonnen unerschlossenen Lithiums, berichten die Autoren. Das sei eine der größten Reserven Europas. „Die natürlichen Ressourcen der Ukraine stehen im Mittelpunkt des anhaltenden Krieges und werden es wahrscheinlich auch bleiben“, schreibt Nino Antadze. Für The Conversation benennt die Stadtplanerin, dass offenbar neben den politischen Begründungen Putins vor allem die wirtschaftlichen Aspekte die Antriebsfeder Putins sind. Kurz gesagt: Ihn treibt die Gier. Oder die schiere Not.

Die strategische Bedeutung der kritischen Rohstoffe der Ukraine könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, schreibt Aigars Liepins. Der Autor für ENSEC COE (Nato Energy Security Centre of Excellence) beschäftigt sich mit Energiesicherheit im Nato-Raum und der Sicherheit von Lieferketten sowie der Energie-Autonomie gegenüber nichtdemokratischen Ländern. Unter dem Aspekt ist die Ukraine ein Gralshüter wichtiger Ressourcen für das westliche wirtschaftliche Wachstum. Kurz gesagt. Je mehr Zugriff Wladimir Putins Russland auf die ukrainischen Bodenschätze bekommt, desto gefährdeter der Wohlstand im Westen. Bisher war davon ausgegangen worden, in der Ukraine würde die künftige Freiheit des Westens verteidigt werden; mittlerweile scheint allen Verantwortlichen zu dämmern, dass auch der künftige Wohlstand des Westens vom Ausgang des Ukraine-Krieges abzuhängen scheint.

Putins Krieg: Eroberung ukrainischer Minen kein operatives, dafür aber für ein strategisches Ziel

Möglicherweise hat Donald Trump das als Erster im Westen vollends begriffen. Aigars Liepins benennt die Ukraine als wichtige Quelle für Seltene Erden. Ihm zufolge stecken dort fünf Prozent der weltweiten Quellen. „Das Land besitzt rund 20.000 natürliche Lagerstätten 116 verschiedener Arten. Vor der groß angelegten russischen Invasion wurden 15 Prozent dieser Lagerstätten aktiv ausgebeutet, darunter 147 metallische und 4.676 nichtmetallische Erzlagerstätten“, schreibt Liepins. Titan, Lithium, Beryllium, Mangan, Gallium, Uran, Zirkonium, Graphit, Apatit, Fluorit und Nickel, sollen in ukrainischem Boden stecken. Laut Liepins verfüge das Land über die größten Titananhäufungen Europas – sieben Prozent der weltweiten Reserven. Die Luft- und Raumfahrt, Medizin, Automobilindustrie und Schifffahrt schielen angstvoll auf jeden Meter Boden, den Russland in der Ukraine gut macht.

Das Schicksal der ukrainischen Bodenschätze ist also eng gekoppelt mit der Entwicklung des Konflikts und der einzelnen Punkte in einem Friedensschluss. Insofern darf die Betonung der Nationalitätenfrage als Auslöser des Ukraine-Krieges stark in Zweifel gezogen werden. „Die ukrainischen Kommandeure, mit denen ich gesprochen habe, sagten, wenn sie sich ansahen, in welche Richtung und auf welcher Achse die Russen angriffen, sei klar gewesen, dass ihr Ziel auch die Eroberung der Bodenschätze war“, sagte Konrad Muzyka gegenüber dem Tagesspiegel. Der Verteidigungsanalyst von Rochan Consulting hält die Eroberung ukrainischer Minen für kein operatives, dafür aber für ein strategisches Ziel.

Russland hätte mit der Eroberung der Minen auch wieder ein international höheres wirtschaftliches Gewicht als Rohstofflieferant und könnte sich diplomatisches Wohlwollen erkaufen. Anders Donald Trump. Mit jedem Meter russischen Vormarsches auf die ukrainischen Bodenschätze wird seine Chance auf einen für ihn gedeihlichen Deal geringer. Seine Rhetorik verpufft. Möglicherweise pokert er bereits zu hoch, indem er die Zusage auf für ihn günstige Konditionen abhängig macht für militärische Hilfe. Russland verhandelt nicht, Russland marschiert, Trump verplempert offenbar Zeit.

USA-Debakel: Trump wird in Verhandlungen von Putin am Nasenring durch die Manege geführt

Wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj offenbar zugibt, habe Russland genaues Wissen, wo in der Ukraine Bodenschätze zu holen seien, aktuell scheinen viele dieser Vorkommen auf russischer Seite der Frontline zu sein – vor allem im Donzek. „Unbestritten ist jedoch, dass die Ukraine allmählich die Kontrolle über ihre Bodenschätze verliert“, schreibt Reuters-Autor Andrew Osborn. Obwohl die Schätzungen der tatsächlichen Zugewinne Russlands noch vage sein sollen. Grundsätzlich sind sind sich Beobachter einig, dass der selbst ernannte Dealmaker Donald Trump in Verhandlungen von Wladimir Putin am Nasenring durch die Manege geführt würde. Bezüglich der ukrainischen Rohstoffe, die eventuell zur Disposition stünden, scheint Russland auf unmissverständliches Handeln fokussiert zu sein.

Entsprechend äußert sich Moskau geharnischt: Maria Sacharowa habe Selenskyj vorgeworfen, den USA Ressourcen anzudienen, die die Ukraine angesichts des aktuellen Frontverlaufs gar nicht mehr unter Kontrolle habe, wie der Tagesspiegel die Sprecherin des Außenministeriums zitiert. Sie soll in dem Zusammenhang geäußert haben, die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg hätten die Ukraine ebenso auszuplündern versucht, wie das die US-Amerikaner jetzt planten.

Krieg um Seltene Erden: Letztendlich steht die Ukraine gelackmeiert da

Auch an Gas ist die Ukraine reich. Die Bestrebungen der Regierung laufen darauf hinaus, den europäischen Partnern Kooperationsabkommen anzubieten. Insofern hat der Ausverkauf der Ukraine möglicherweise schon begonnen. Auch Atomstrom könnte reichlich aus der Ukraine fließen. Oder Erdgas. Und nicht zu vergessen: Weizen. Wie Nino Antadze formuliert, scheinen allein die ukrainischen Vorkommen wichtiger Mineralien Billionen von Dollar wert sein. Donald Trump hat angekündigt, dass die Ukraine dem US-amerikanischen Volk 500 Milliarden Dollar schulden könnte.

Franziskus-Nachfolge: Die Favoriten unter den Papst-Kandidaten – Deutscher mischt mit

Papst Franziskus ist tot. Das College of Cardinals Report listet laufend die Favoriten bei einer möglichen Papst-Wahl, dem sogenannten Konklave. Kardinäle mit Chancen auf den Heiligen Stuhl werden als „Papabili“ (lt. wörtlich: papstfähig) bezeichnet. Wir stellen die aktuellen Favoriten in unserer Fotostrecke vor.
Nach Papst Franziskus Tod muss ein neuer Papst gewählt werden. Das College of Cardinals Report listet laufend die Favoriten bei einer möglichen Papst-Wahl, dem sogenannten Konklave. Kardinäle mit Chancen auf den Heiligen Stuhl werden als „Papabili“ (lt. wörtlich: papstfähig) bezeichnet. Wir stellen die aktuellen Favoriten in unserer Fotostrecke vor. © Alessandra Tarantino/picture alliance/dpa
Der allerletzte Blick auf Papst Franziskus am Samstag (26. April) gegen 0.30 Uhr: Zeremonienmeister und Erzbischof Diego Giovanni Ravelli bedeckt das Gesicht des verstorbenen Papstes mit einem Seidentuch, bevor er seinen Sarg im Petersdom im Vatikan schließt.
Der allerletzte Blick auf Papst Franziskus am Samstag (26. April) gegen 0.30 Uhr: Zeremonienmeister und Erzbischof Diego Giovanni Ravelli bedeckt das Gesicht des verstorbenen Papstes mit einem Seidentuch, bevor er seinen Sarg im Petersdom im Vatikan schließt. © picture alliance/dpa/Vatican Media
Papst Franziskus gestorben - Vatikan
Für die Trauerfeier werden Hunderttausende Besucher erwartet. © Michael Kappeler/dpa
Die „Papabili“ 2025: Wer hat Chancen auf die Nachfolge von Papst Franziskus?
Die „Papabili“ 2025: Wer hat Chancen auf die Nachfolge von Papst Franziskus? © Giuseppe Giglia/Attila Kovacs/picture alliance/MTI/dpa/ABACAPRESS/Imago
Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson aus Ghana gilt als einer der Favoriten auf die Papst-Nachfolge.
Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson aus Ghana gilt als einer der Favoriten auf die Papst-Nachfolge. © MASSIMILIANO MIGLIORATO/CPP / via www.imago-images.de
Angelo Scola (l.): Wird er der Nachfolger von Papst Franziskus?
Angelo Scola (l.): Wird er der Nachfolger von Papst Franziskus? © imago stock&people
Kardinal Angelo Bagnasco: Geboren am 14. Januar 1943 in Italien, emeritierter Erzbischof von Genua.
Kardinal Angelo Bagnasco: Geboren am 14. Januar 1943 in Italien, emeritierter Erzbischof von Genua. © Angelo Carconi/picture alliance/dpa
Bagnasco war eigentlich schon im Ruhestand, wurde 2021 aber vom Vatikan zurückgeholt, um Missbrauchsvorwürfe gegen einen hochrangigen Geistlichen zu untersuchen. Er gilt als konservativer Vertreter des klassischen Papsttums – hier hilft ihm auch seine italienische Herkunft. Er wäre ein Kandidat, der Ruhe in die katholische Kirche bringen könnte, nach den bewegten Franziskus-Jahren.
Bagnasco war eigentlich schon im Ruhestand, wurde 2021 aber vom Vatikan zurückgeholt, um Missbrauchsvorwürfe gegen einen hochrangigen Geistlichen zu untersuchen. Er gilt als konservativer Vertreter des klassischen Papsttums – hier hilft ihm auch seine italienische Herkunft. Er wäre ein Kandidat, der Ruhe in die katholische Kirche bringen könnte, nach den bewegten Franziskus-Jahren. © Luca Zennaro/picture alliance/dpa
Kardinal Matteo Maria Zuppi: Geboren am 11. Oktober 1955 in Italien, Erzbischof von Bologna.
Kardinal Matteo Maria Zuppi: Geboren am 11. Oktober 1955 in Italien, Erzbischof von Bologna. © Stefano Spaziani/picture alliance/dpa
Zuppi ist Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI und damit eigentlich schon automatisch unter den Favoriten. Diplomatisches Geschick konnte er schon mehrfach beweisen, ist aktuell Sondergesandter des Papstes für Frieden in der Ukraine.
Zuppi ist Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI und damit eigentlich schon automatisch unter den Favoriten. Diplomatisches Geschick konnte er schon mehrfach beweisen, ist aktuell Sondergesandter des Papstes für Frieden in der Ukraine. © Italy Photo Press/Imago
Kardinal Robert Sarah: Geboren am 15. Juni 1945 in Guinea, emeritierter Präfekt der Kongregation für Gottesdienst und die Sakramentanordnung.
Kardinal Robert Sarah: Geboren am 15. Juni 1945 in Guinea, emeritierter Präfekt der Kongregation für Gottesdienst und die Sakramentanordnung. © Giuseppe Giglia/picture alliance/dpa
Sarah wurde einst vom damaligen deutschen Papst Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt. Bereits nach dem Rücktritt von Joseph Ratzinger galt er als „Papabile“. Ein Papst vom afrikanischen Kontinent wäre ein Novum für die katholische Kirche. Seine Chancen bei Anhängern von Franziskus könnte schmälern, dass er im Januar scharfe Kritik an der von Franziskus unterstützen Segnungen homosexueller Gläubiger geäußert hatte. Damals wurden sogar Rufe laut, er solle seinen Kardinalshut abgeben.
Sarah wurde einst vom damaligen deutschen Papst Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt. Bereits nach dem Rücktritt von Joseph Ratzinger galt er als „Papabile“. Ein Papst vom afrikanischen Kontinent wäre ein Novum für die katholische Kirche. Seine Chancen bei Anhängern von Franziskus dürfte schmälern, dass er im Januar scharfe Kritik an der von Franziskus unterstützen Segnungen homosexueller Gläubiger geäußert hatte. Damals wurden sogar Rufe laut, er solle seinen Kardinalshut abgeben.  © Giuseppe Giglia/picture alliance/dpa
Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle: Geboren am 21. Juni 1957 auf den Philippinen, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung.
Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle: Geboren am 21. Juni 1957 auf den Philippinen, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung. © Mark R. Cristino/picture alliance/dpa
Einen Papst aus dem Fernen Osten gab es im Vatikan bislang ebenfalls noch nicht. Der katholische Glaube ist im südostasiatischen Raum allerdings weit verbreitet. Auch Tagle galt bei dem Konklave 2013 bereits als Mit-Favorit. Damals wurde letztendlich Franziskus zum Papst ernannt, der Beziehung zwischen Tagle und ihm schadete das aber nicht. Tagle gilt als einer der einflussreichsten Männer unter dem aktuellen Papst und als einer der Nicht-Italiener mit den größten Chancen auf dessen Nachfolge.
Einen Papst aus dem Fernen Osten gab es im Vatikan bislang ebenfalls noch nicht. Der katholische Glaube ist im südostasiatischen Raum allerdings weit verbreitet. Auch Tagle galt bei dem Konklave 2013 bereits als Mit-Favorit. Damals wurde letztendlich Franziskus zum Papst ernannt, der Beziehung zwischen Tagle und ihm schadete das aber nicht. Tagle gilt als einer der einflussreichsten Männer unter dem aktuellen Papst und als einer der Nicht-Italiener mit den größten Chancen auf dessen Nachfolge. © Ettore Ferrari/picture alliance/dpa
Kardinal Malcolm Ranjith: Geboren am 15. November 1947 in Sri Lanka, Metropolitanbischof von Colombo.
Kardinal Malcolm Ranjith: Geboren am 15. November 1947 in Sri Lanka, Metropolitanbischof von Colombo. © L'osservatore Romano
Ranjith gilt als Verfechter traditioneller Werte. 2024 positionierte er sich deutlich gegen die Einführung zweier Gesetzentwürfe zur Unterstützung gleichgeschlechtlicher Ehen in Sri Lanka. Im Oktober verbot er Priestern, den Altardienst zu erlauben. Sein Werdegang spielte sich trotz seiner Herkunft weitestgehend in Rom ab: Ranjith studierte an der Päpstlichen Universität Urbania und machte seinen Abschluss am Päpstlichen Bibelinstitut. 1975 wurde er von Papst Paul VI. in Rom zum Priester geweiht.
Ranjith gilt als Verfechter traditioneller Werte. 2024 positionierte er sich deutlich gegen die Einführung zweier Gesetzentwürfe zur Unterstützung gleichgeschlechtlicher Ehen in Sri Lanka. Im Oktober verbot er Priestern, den Altardienst zu erlauben. Sein Werdegang spielte sich trotz seiner Herkunft weitestgehend in Rom ab: Ranjith studierte an der Päpstlichen Universität Urbania und machte seinen Abschluss am Päpstlichen Bibelinstitut. 1975 wurde er von Papst Paul VI. in Rom zum Priester geweiht. © Gemunu Amarasinghe/picture alliance/dpa
Kardinal Pietro Parolin: Geboren am 17. Januar 1955 in Italien, Staatssekretär des Vatikan.
Kardinal Pietro Parolin: Geboren am 17. Januar 1955 in Italien, Staatssekretär des Vatikan. © Paulo Cunha/picture alliance/dpa
Während Franziskus‘ Aufenthalt im Krankenhaus kristallisierte sich Parolin als einer der wichtigsten Männer im Vatikan heraus. Er soll im Besitz einer „bedingten Rücktrittserklärung“ des Papstes gewesen sein, könnte demnach den Heiligen Stuhl als vakant erklären, sollte Franziskus länger krank bleiben. Weil sowohl Kardinalsdekan Giovanni Battista Re (91) als auch Vizedekan Leonardo Sandri (81) die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten haben, würde Parolin als ältester Kardinalbischof auch den Konklave leiten.
Während Franziskus‘ Aufenthalt im Krankenhaus kristallisierte sich Parolin als einer der wichtigsten Männer im Vatikan heraus. Er soll im Besitz einer „bedingten Rücktrittserklärung“ des Papstes gewesen sein. Weil sowohl Kardinalsdekan Giovanni Battista Re (91) als auch Vizedekan Leonardo Sandri (81) die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten haben, würde Parolin als ältester Kardinalbischof auch das Konklave leiten. © Evandro Inetti/picture alliance/dpa
Kardinal Pierbattista Pizzaballa: Geboren am 21. April 1965 in Italien, Lateinischer Patriarch von Jerusalem.
Kardinal Pierbattista Pizzaballa: Geboren am 21. April 1965 in Italien, Lateinischer Patriarch von Jerusalem.  © Nasser Nasser/picture alliance/dpa
Pizzaballa gilt als geschickter Diplomat im politisch so angespannten Nahen Osten, sein Stil als unkonventionell. Er steht im Dialog mit jüdischen, islamischen sowie christlich-orthodoxen Religionsführern. Das könnte bei einem Konklave für ihn zum Vorteil werden.
Pizzaballa gilt als geschickter Diplomat im politisch so angespannten Nahen Osten, sein Stil als unkonventionell. Er steht im Dialog mit jüdischen, islamischen sowie christlich-orthodoxen Religionsführern. Das könnte bei einem Konklave für ihn zum Vorteil werden. © Ilia Yefimovich/picture alliance/dpa
Kardinal Peter Erdö: Geboren am 25. Juni 1952 in Ungarn, Metropolitanbischof von Esztergom-Budapest.
Kardinal Peter Erdö: Geboren am 25. Juni 1952 in Ungarn, Metropolitanbischof von Esztergom-Budapest. © Rolf Vennenbernd/picture alliance/dpa
Bei Konservativen, die auf eine Abkehr von Franziskus‘ progressivem Kurs hoffen, dürfte Erdö beste Chancen haben. Der Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenz gilt als durch und durch traditionell, steht der Orthodoxie auch aufgrund seiner Herkunft nahe. 2005 war Erdö übrigens der jüngste Kardinal im Konklave nach dem Tod von Johannes Paul II.
Bei Konservativen, die auf eine Abkehr von Franziskus‘ progressivem Kurs hoffen, dürfte Erdö beste Chancen haben. Der Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenz gilt als durch und durch traditionell, steht der Orthodoxie auch aufgrund seiner Herkunft nahe. 2005 war Erdö übrigens der jüngste Kardinal im Konklave nach dem Tod von Johannes Paul II. © Attila Kovacs/picture alliance/dpa
Kardinal Willem Eijk: Geboren am 22. Juni 1953 in den Niederlanden, Metropolitanbischof von Utrecht.
Kardinal Willem Eijk: Geboren am 22. Juni 1953 in den Niederlanden, Metropolitanbischof von Utrecht. © Maurizio Brambatti/picture alliance/dpa
Eijk (Mitte) ist kein Freund von Reformen. Im Herbst 2024 sagt er der Zeitschrift Communio, die Weltkirche müsse von den Irrtümern der niederländischen Kirche lernen, die mit liberalen Positionierungen keinen Erfolg gehabt hatte.
Eijk (Mitte) ist kein Freund von Reformen. Im Herbst 2024 sagt er der Zeitschrift Communio, die Weltkirche müsse von den Irrtümern der niederländischen Kirche lernen, die mit liberalen Positionierungen keinen Erfolg gehabt hatte.  © Thomas Frey/picture alliance/dpa
Kardinal Anders Arborelius: Geboren am 24. September 1949 in der Schweiz, Bischof von Stockholm.
Kardinal Anders Arborelius: Geboren am 24. September 1949 in der Schweiz, Bischof von Stockholm. © Osservatore Romano
Arborelius ist der erste Schwede, der zum Kardinal erhoben wurde – 2017 von Papst Franziskus. Er gilt als besonnener Mensch und als gleichermaßen beliebt unter Konservativen wie Progressiven. Außergewöhnlich: Im schwedischen Lund ist er als Lutheraner aufgewachsen, konvertierte im Alter von 20 Jahren zum Katholizismus.
Arborelius ist der erste Schwede, der zum Kardinal erhoben wurde – 2017 von Papst Franziskus. Er gilt als besonnener Mensch und als gleichermaßen beliebt unter Konservativen wie Progressiven. Außergewöhnlich: Im schwedischen Lund ist er als Lutheraner aufgewachsen, konvertierte im Alter von 20 Jahren zum Katholizismus. © Marius Becker/picture alliance/dpa
Kardinal Charles Maung Bo: Geboren am 29. Oktober 1948 in Myanmar, Erzbischof von Yangon.
Kardinal Charles Maung Bo: Geboren am 29. Oktober 1948 in Myanmar, Erzbischof von Yangon. © L‘Osservatore Romano/picture alliance/dpa
Als Präsident der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen hat Bo großen Einfluss. Außerdem ist er Vizepräsident von „Religions für Peace“, eine NGO mit dem Ziel, durch interreligiösen Dialog Friedensarbeit zu leisten. Krisenfestigkeit muss Bo seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2021 in Myanmar beweisen. Zehntausende kamen bei Kämpfen ums Leben, Millionen Menschen wurden aus dem Land vertrieben.
Als Präsident der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen hat Bo großen Einfluss. Außerdem ist er Vizepräsident von „Religions für Peace“, eine NGO mit dem Ziel, durch interreligiösen Dialog Friedensarbeit zu leisten. Krisenfestigkeit muss Bo seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2021 in Myanmar beweisen. Zehntausende kamen bei Kämpfen ums Leben, Millionen Menschen wurden aus dem Land vertrieben. © Jay Rommel Labra/picture alliance/dpa
Kardinal Jean-Marc Aveline: Geboren am 26. Dezember 1958 in Algerien, Metropolitanbischof von Marseille.
Kardinal Jean-Marc Aveline: Geboren am 26. Dezember 1958 in Algerien, Metropolitanbischof von Marseille. © Denis Thaust / SOPA Images/Imago
Aveline gilt als Vertrauter von Papst Franziskus, wurde von ihm 2019 zum Erzbischof von Marseille und 2022 zum Kardinal ernannt. Angesehen ist Aveline auch außerhalb der geistlichen Welt, Marseilles Bürgermeister Benoît Payan beschrieb ihn in einem Interview mit der Zeitung L‘Obs als „Mann von überragender Intelligenz“. Bei kritischen Kirchenthemen wie der Ordination von Frauen oder Zweifeln am Zölibat hielt sich Aveline in der Vergangenheit eher bedeckt. Damit hat er sich wenig positioniert, aber eben auch keine Feinde gemacht.
Aveline galt als Vertrauter von Papst Franziskus, wurde von ihm 2019 zum Erzbischof von Marseille und 2022 zum Kardinal ernannt. Angesehen ist Aveline auch außerhalb der geistlichen Welt, Marseilles Bürgermeister Benoît Payan beschrieb ihn in einem Interview mit der Zeitung L‘Obs als „Mann von überragender Intelligenz“. Bei kritischen Kirchenthemen wie der Ordination von Frauen oder Zweifeln am Zölibat hielt sich Aveline in der Vergangenheit eher bedeckt. Damit hat er sich wenig positioniert, aber eben auch keine Feinde gemacht. © Coust Laurent/ABACA/Imago
Kardinal Gerhard Ludwig Müller: Geboren am 31. Dezember 1947 in Deutschland, Emeritierter Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre.
Kardinal Gerhard Ludwig Müller: Geboren am 31. Dezember 1947 in Deutschland, Emeritierter Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre. © Vandeville Eric/ABACA/Imago
Ein Kardinal aus Deutschland, genauer aus Mainz, hat es immerhin in die erweiterte „Papabili“-Liste des College of Cardinals Report geschafft. Der ehemalige Bischof von Regensburg gilt als intelligent und bodenständig und wird vor allem als versierter Theologe geschätzt. Generell haben deutsche Geistliche seit dem Amtsende von Papst Benedikt XVI. allerdings an Einfluss im Vatikan verloren.
Ein Kardinal aus Deutschland, genauer aus Mainz, hat es immerhin in die erweiterte „Papabili“-Liste des College of Cardinals Report geschafft. Der ehemalige Bischof von Regensburg gilt als intelligent und bodenständig und wird vor allem als versierter Theologe geschätzt. Generell haben deutsche Geistliche seit dem Amtsende von Papst Benedikt XVI. allerdings an Einfluss im Vatikan verloren.  © Vandeville Eric/ABACA/Imago

Wie der Kiew Independent mutmaßt, will – oder muss – Trump den Chinesen hinterher hecheln. Demnach kontrolliere China kontrolliere 70 Prozent der weltweiten Abbau- und 90 Prozent der Verarbeitungskapazität für Seltene Erden – von „America First“ ist Trump noch Lichtjahre entfernt. Allerdings ist die Ukraine ob des Wahlsieges der Republikaner erpressbar geworden. Russland greift militärisch zu, die USA langen diplomatisch zu. Letztendlich steht die Ukraine gelackmeiert da. Putin besteht auf die Ressourcen, weil ihm, geschichtlich betrachtet, ohnehin alles gehöre; Trump beharrt darauf, dass er einfach nur die Rechnung kassiere für das, was die Ukraine bestellt habe.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sieht der US-Sicherheitsberater Mike Waltz deshalb auch keinen Grund für eine schlechtes Gewissen: „Der Widerstand der Ukraine gegen den Mineraliendeal und gegen Trumps Führung der Friedensgespräche sei angesichts all dessen, was die Vereinigten Staaten für die Ukraine getan hätten, schlicht inakzeptabel.“

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