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Olaf Scholz im Umfrage-Tief: Kanzler muss bitterer Realität ins Auge schauen

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Düstere Bilanz der Ampel – und vor allem von Olaf Scholz. Er hat das Vertrauen der Deutschen verspielt. Neuer Wunschkanzler: CSU-Chef Markus Söder.

Berlin – Selbst in Hamburg mühen sich die Beobachter redlich um den Glauben an die Wende zum Besseren: „Politik hat viel mit Stehvermögen, mit Widerstandsfähigkeit und Ungerührtheit zu tun, und von allem hat Olaf Scholz mehr als genug“ – so bewertet das Hamburger Abendblatt die erste Halbzeit des Bundeskanzlers, ihres einstigen Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz (SPD), die Bilanz „einer ersten Hälfte, die wirklich bitter war“. Laut aktuellen Umfragen glauben immer weniger Deutsche an die beschriebenen Tugenden ihres Regierungsoberhauptes. Dafür ist Markus Söder (CSU) im Kommen.

Zwischen 2011 und 2018 war Scholz Erster Bürgermeister von Hamburg – danach Vizekanzler unter Angela Merkel und ist seit Dezember 2021 der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Möglicherweise ein Kanzler auf Abruf, wie die Deutsche Presse Agentur nahe legt: Die Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Olaf Scholz und der Ampel-Koalition ist einer aktuellen Umfrage zufolge so groß wie nie zuvor in der zweijährigen Regierungszeit von SPD, Grünen und FDP.

Olaf Scholz im Umfrage-Tief: Befragte stellen dem Kanzler und der Ampel mieses Zeugnis aus

Dem Meinungsforschungsinstitut YouGov sagten 74 Prozent, Scholz mache sehr oder eher schlechte Arbeit. Nur 20 Prozent finden seine Arbeit dagegen eher gut oder sehr gut. Mit der gesamten Ampel-Regierung zeigten sich 73 Prozent sehr oder eher unzufrieden und nur 22 Prozent sehr oder eher zufrieden. Das sind die jeweils schlechtesten Werte in der monatlich erhobenen Umfrage während der vergangenen zwei Jahre.

Auch parteiintern werden die Messer gewetzt – der neue Juso-Vorsitzende Philipp Türmer greift Scholz frontal an: Mit Blick auf die Umfragewerte urteilte er, dass Scholz‘ Kurs wohl der verkehrte sein müsse. Vor allem sieht er zu wenig Sozialdemokratie in der Ampel verwirklicht. Die Schieflage in der Verteilungsgerechtigkeit treibt ihn um – und fordert einen Feldzug gegen die zunehmende Armut im Land. Laut Türmer sei der Kanzler zu sehr Moderator der Ampel denn Vorkämpfer sozialer Projekte. „Scholz wurde nie geliebt in der eigenen Partei, sein Wahlsieg ließ dies nur in den Hintergrund treten“, schreibt die Funke Mediengruppe.

Neue Umfrage: Wunsch-Kanzler ist CSU-Chef Markus Söder

Auch in Hamburg nährte er regelmäßig Bedenken, verlässlich dort zu stehen, wo er gebraucht würde: 2017 marodierten Gegner des G-20-Gipfels in Hamburg und hinterließen ein Trümmerfeld in der Innenstadt, währenddessen „sich der Bürgermeister mit Trump, Trudeau, Merkel und Co. zum Gruppenfoto vor der Elbphilharmonie aufstellte. Und setzte sich hinterher mit den Staats- und Regierungschefs in den Großen Saal, um Beethoven zu hören, während ein paar Kilometer entfernt Teile der Stadt in Flammen aufgingen“, wie das Hamburger Abendblatt kritisierte.

Und aktuell geistern auch immer neue Dokumente herum, die Zweifel an der Unschuld von Scholz im Hamburger Cum Ex-Skandal nähren. Der Cum-Ex-Skandal gilt als größter Steuerbetrug aller Zeiten. Aktienhändler, Anwälte, Banker, aber auch Banken und Finanzinstitute wickelten Geschäfte ab, deren Ziel es war, eine Steuer, die nur einmal bezahlt wurde, mehrfach zurückzubekommen. Bürgermeister Olaf Scholz soll davon gewusst haben, was man ihm immer noch beweisen möchte, weil kein Beleg für seine Unschuld existiert.

Die Meinungsforscher wollten in der aktuellen Umfrage auch wissen, welchen von zwölf Spitzenpolitikern und -politikerinnen aller im Bundestag vertreten Parteien sie am liebsten als Kanzler oder Kanzlerin hätten, wenn sie es sich aussuchen könnten. Nur fünf Prozent nannten Scholz als Wunschkanzler. Am besten schnitt dagegen der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder ab, der von 15 Prozent der Befragten als Regierungschef favorisiert wurde.

Neue Verteilung: SPD laut Umfragen nur noch viertstärkste Kraft

Immerhin führt der in Osnabrück geborene Jurist einen Zwei-Fronten-Krieg, den er möglicherweise nach innen zu nachgiebig, nach außen zu halsstarrig angeht. Die Migrationspolitik ist der Regierung inzwischen über den Kopf gewachsen, da diktierten die Grünen die Regierungspolitik, bis Scholz mittels Richtlinienkompetenz seine Außenministerin Annalena Baerbock im September in die Schranken wies und sie zwang, für Deutschland in den Kompromiss der Europäischen Union einzuwilligen. Andererseits hatte er sich gegen alle Parteien – darunter sowohl die eigene, als auch die Grünen – gesperrt, der Ukraine mit Taurus-Marschflugkörper gegen Russland zu helfen.

Die Begriffe „Zaudern“ und „Scholz“ werden immer häufiger in einem Atemzug genannt. Olaf Scholz wirtschaftet seine Partei offensichtlich herunter. In ihrer aktuellen „Sonntagsfrage“ kommt das Meinungsforschungsinstitut infratest-dimap zum Ergebnis: Wenn am Sonntag (10. Dezember 2023) Bundestagswahl wäre, läge die CDU/CSU mit 32 Prozent als stärkste Kraft vorn, gefolgt von der AfD mit 21 Prozent. Die SPD läge mit 14 Prozent einen Punkt hinter den Grünen und wäre viertstärkste Kraft. Die Ampel käme lediglich auf insgesamt 33 Prozent Wählerstimmen.

Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) lässt wenig Gutes an ihm: Als Finanzminister unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Scholz zwischen 2018 und 2021 eine gute Figur machen können. Seinen Kredit als „Sozi, der mit Geld umgehen kann“, sieht die FAZ inzwischen verspielt – spätestens seit das Bundesverfassungsgericht seine Haushaltsplanung pulverisiert hat – und fragt: „Die Koalition muss viel zu viel ihrer Energie und Zeit auf die Bewältigung ihrer eigenen Krisen verwenden. Die Aussichten, dass sich das dauerhaft ändert, sind nicht sehr groß. Wie soll Scholz die Streithähne zur Ruhe bringen, wenn das Opium der Milliardenkredite nicht mehr zur Verfügung steht und die eigene Partei von ihm fordert, endlich einmal für die Ziele der SPD zu kämpfen?

Neue Lage: Olaf Scholz kann offenbar keine Krise

Nicht nur einmal in seiner politischen Laufbahn hatte Olaf Scholz gesagt, wer bei ihm Führung bestelle, müsse wissen, dass er sie dann auch bekomme. Als Kanzler aber erwies er sich bisher nur selten als der Anführer, den die Deutschen an der Spitze ihrer Regierung sehen wollen: einen, der seiner Partei, seiner Koalition und vor allem den Bürgern sagt, wo es langgeht, und dann durchsetzt, was er für richtig hält. Gerade in stürmischen Zeiten braucht das Land die Gewissheit, in den richtigen, in starken Händen zu sein.

Olaf Scholz kann offenbar keine Krise. Im Gegenteil verschärft er sie, indem unter seiner Regierungsführung die Parteienlandschaft erodiert und die AfD die Lufthoheit über den Stammtischen zu gewinnen scheint. Scholz mahnt immer zu ruhigem Handeln und Pragmatismus – aus seinem Mund klang seine Interpretation von „Wir schaffen das“ ziemlich unterkühlt, aber irgendwie überzeugend. In seiner Rede zur Migrationspolitik bei der Wirtschaftskonferenz der SPD-Bundestagsfraktion im Oktober 2023 in Berlin mahnte er „als Staat müssen wir dafür sorgen, dass wir effizient sind“ – dass er das hinbekommt, nimmt ihm aber kaum noch einer ab.

Die „Zeitenwende“, von der er Anfang 2022 gesprochen hatte, liegt noch unter dem Horizont verborgen, dagegen ziehen die Herausforderungen als immer dunklere Wolken den Himmel hinauf: Integration, Wohnungsnot, Staatsbankrott, Schulden für die kommenden Generationen und erodierendes Vertrauen in die politische Führung.

Neue Zweifel: Deutschland verliert den Glauben an Scholz‘ Versprechen

Dieses Misstrauen erfasst längst auch die Wissenschaft, wie der deutsche Militärhistoriker Sönke Neitzel im ARD-Podcast „Strategien und Streitkräfte“ klargemacht hat am Beispiel der Aufstockung des Rüstungsetats: Die Nato verlangt von ihren Partnern, jährlich zwei Prozent des Brutto-Inlandsprodukts (BIP), also der Gesamt-Wirtschaftsleistung eines Staates in die Verteidigung der Nato einzubringen. Was auch Deutschland regelmäßig unterschritten hatte und künftig aufgrund der „Zeitenwende“ ändern will. Das wären pro Jahr geschätzt bis zu 30 Milliarden Euro zusätzlich zu den bisherigen Verteidigungsausgaben. Neitzel hält das für eine leere Versprechung.

Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit

Olaf Scholz spricht zur Energiepolitik.
Olaf Scholz (SPD) ist der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Politisch wird er dem konservativen Flügel der Sozialdemokraten zugerechnet. Lange Zeit galt er als reiner „Scholzomat“ – ein Spitzname, den er sich wegen seiner mechanisch wirkenden Sprechblasen in seiner Zeit als Generalsekretär unter Kanzler Gerhard Schröder verdiente. Kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine kündigte er in einer Sondersitzung des deutschen Bundestages einen Wandel der deutschen Politik an: „Wir erleben eine Zeitenwende.“  © Britta Pedersen/dpa
Robert Habeck auf Deutschlandtour.
Robert Habeck ist Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz im Kabinett Scholz sowie Stellvertreter des Kanzlers. Vom 27. Januar 2018 bis zum 14. Februar 2022 hatte er zusammen mit Annalena Baerbock den Bundesvorsitz der Partei Bündnis 90/Die Grünen inne. Habeck ist auch als Schriftsteller tätig. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Andrea Paluch veröffentlichte er mehrere Romane, u.a. Hauke Haiens Tod (2001). © Soeren Stache/dpa
Jörg Kukies kommt zu Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
Am 7. November 2024 hat Jörg Kukies das Amt des Finanzminister übernommen. Der Sozialdemokrat Kukies ist derzeit Staatssekretär im Kanzleramt und gilt als einer der wichtigsten Berater von Kanzler Scholz. Er ist sein Mann für Wirtschaft und Finanzen und verhandelt für ihn die Abschlussdokumente der G7- und G20-Gipfel.  © Michael Kappeler/dpa
Christian Lindner im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022.
Christian Lindner ist Bundesminister der Finanzen im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker ist seit dem 7. Dezember 2013 Bundesvorsitzender der Liberalen. Schon 2017 sah es lange so aus, als würde die FDP an der Regierung beteiligt sein. Doch nach vierwöchigen Sondierungsgesprächen zur Bildung einer Jamaika-Koalition erklärte Lindner die Verhandlungen schließlich für gescheitert. Seine Begründung: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren!“ © Emmanuele Contini/Imago
Nancy Faeser (SPD), alte und neue Landesvorsitzende der SPD in Hessen und Bundesinnenministerin, freut sich über ihre Wiederwahl.
Nancy Faeser führt im Kabinett Scholz als erste Frau das Bundesministerium des Innern und für Heimat. Die Juristin ist seit dem 2. November 2019 Vorsitzende der SPD Hessen. Zuvor war sie 16 Jahre lang Abgeordnete des Hessischen Landtags und ab 2019 als Vorsitzende der hessischen SPD-Fraktion auch Oppositionsführerin. Zudem war sie Spitzenkandidatin der SPD bei der Landtagswahl in Hessen 2023. Als Abgeordnete im Landtag erhielt sie zwei Drohbriefe, die mit NSU 2.0 unterschrieben waren. © Andreas Arnold/dpa
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. © Thomas Imo/Imago
Marco Buschmann FDP, Bundesjustizminister, stellt Eckpunktepapier zum Selbstbestimmungsgesetz vor.
Marco Buschmann war bis zum 7. November 2024 Bundesminister der Justiz im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker war von Oktober 2017 bis Dezember 2021 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Im Herbst 2020 warnte er während der Corona-Pandemie vor einer Verfassungskrise. Buschmann war auch Mitkoordinator der erfolgreichen Verfassungsklage der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP gegen den Berliner Mietendeckel. Nach dem Rauswurf von Finanzminister Christian Lindner verließ Buschmann die Ampel.  © Jürgen Heinrich/Imago
Volker Wissing, Bundesverkehrsminister FDP, vor der Kabinettssitzung im Berliner Kanzleramt Bundeskanzleramt in Berlin
Volker Wissing wurde nah dem Ampel-Aus für sein Ausscheren aus dem Kurs von FDP-Parteichef Christian Lindner belohnt. Der Bundesminister für Digitales und Verkehr erhielt zusätzlich das Justizressort. Einer der letzten großen Ampel-Fans in der FDP zog nach dem Koalitionsbruch Konsequenzen: In einem beispiellosen Schritt trat er aus der Partei aus und bleibt bis zu den geplanten Neuwahlen als Parteiloser im Amt. Der Jurist war vom 19. September 2020 bis zum 23. April 2022 Generalsekretär der FDP. Wissing gibt als Hobby Weinbau an, vor allem im familieneigenen Weingut.  © Stefan Boness/Imago
Hubertus Heil besucht die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Berlin-Spandau.
Hubertus Heil ist im Kabinett Scholz Bundesminister für Arbeit und Soziales – ein Amt, das der SPD-Politiker bereits seit dem 14. März 2018 innehat. Heil ist seit Dezember 2019 stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten. Von November 2005 bis November 2009 und von Juni bis Dezember 2017 war er Generalsekretär seiner Partei. Heil spricht sich für einen Mindestlohn von mindestens 12 Euro aus, eine Erhöhung des Rentenalters auf über 67 Jahre lehnt er ab. © M. Popow/Imago
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen.
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Marder-Kompanie
Bis zum 19. Januar 2023 hatte Christine Lambrecht das Amt der Verteidigungsministerin inne. Die SPD-Politikerin stand zumeist unter einem immensen Druck. Kritische Stimmen warfen ihr fehlende Sachkenntnis, die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit vor. Irritation rief schließlich eine Neujahrsbotschaft hervor, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk in Berlin über den Ukraine-Krieg sprach. © Robert Michael/dpa
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft läuft beim Treffen der G7 Agrarminister zum Eingang des Schlosses Hohenheim.
Cem Özdemir ist Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Scholz. Özdemir ist der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund. Von November 2008 bis Januar 2018 war er Bundesvorsitzender der Grünen. Im Dezember 2021 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gewählt. Nach dem Ampel-Aus übernahm er auch das Ministerium für Bildung und Forschung.  © Bernd Weißbrod/dpa
Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht beim hybriden Gipfeltreffen „Women7-Summit“.
Elisabeth „Lisa“ Paus ist seit dem 25. April 2022 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Kabinett Scholz. Sie ist die Nachfolgerin von Anne Spiegel, die zuvor von diesem Posten zurückgetreten war. Paus gehört zum linken Parteiflügel der Grünen. Sie ist seit 2009 Abgeordnete im Deutschen Bundestag.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergibt im Schloss Bellevue anlässlich des Amtswechsels im Bundesfamilienministerium die Entlassungsurkunde an Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen), bisherige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Vorgängerin von Lisa Paus war Anne Spiegel, die am 25. April 2022 die Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt. „Es war zu viel“, hatte die Grünen-Politikerin vorher bekennen müssen. Ihr Verhalten als Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 wurde vom Untersuchungsausschuss des Landtags bis ins Detail untersucht. Die Kritik wurde zum Sturm – ihr Amt als Bundesfamilienministerin gab Spiegel deshalb auf. In ihrer Rücktrittserklärung betonte Spiegel, dass sie das Amt nicht länger belasten wolle und entschuldigte sich für begangene Fehler. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten zum Infektionsgeschehen und zur Impfentwicklung.
Karl Lauterbach ist Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Scholz. Der SPD-Politiker ist Professor am Universitätsklinikum Köln und dort Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie. Wegen seines Bundestagsmandats ist er derzeit beurlaubt. Während der Pandemie ist er für viele zu einer Reizfigur geworden. Als Minister konnte er sich mit seiner Forderung nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nicht durchsetzen.  © Wolfgang Kumm/dpa
Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz beim Treffen der G7 Klima-, Energie- und Umweltministerinnen und -minister.
Steffi Lemke hat im Kabinett Scholz den Posten als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz inne. Die Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen absolvierte ein Studium der Agrarwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, das sie 1993 als Diplom-Agraringenieurin abschloss. Von 2002 bis 2013 war sie politische Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei. © Chris Emil Janssen/Imago
Bettina Stark-Watzinger im Portrait bei der Bundespressekonferenz zum Thema Veroeffentlichung des nationalen Bildungsberichts Bildung in Deutschland.
Bettina Stark-Watzinger ist Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Scholz. Seit 2017 ist sie Abgeordnete im Deutschen Bundestag und seit März 2021 Vorsitzende der FDP Hessen. Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main schloss sie 1993 als Diplom-Volkswirtin ab. Sie ist Mitglied im Stiftungsrat der Karl-Hermann-Flach-Stiftung. © Imago
Svenja Schulze SPD, Bundesministerin fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, aufgenommen im Rahmen der Konferenz fuer globale Ernaehrungssicherheit im Auswaertigen Amt in Berlin.
Svenja Schulze ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Scholz. Die SPD-Politikerin ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), ver.di, im Naturschutzbund Deutschland (NABU) und im Verein Slowfood. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerkes „Frauenzeiten“. © Florian Gaertner/Imago
Klara Geywitz im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022. Kabinettssitzung in Berlin.
Klara Geywitz ist Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Kabinett Scholz. Zudem ist sie Beauftragte der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich. Im Dezember 2019 wurde sie zu einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt. Geywitz gehört seit 2014 dem Vorstand der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit an. © Emmanuele Contini/Imago
Wolfgang Schmidt hisst die Regenbogenfahne am Bundeskanzleramt in Berlin.
Wolfgang Schmidt ist Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes im Kabinett Scholz. In dieser Funktion ist er außerdem Beauftragter der Nachrichtendienste des Bundes. Schmidt, der seit 1989 der SPD angehört, gilt als engster Vertrauter von Olaf Scholz. © Christian Spicker/Imago

„Scholz kann in bestimmten Momenten wichtige, gute Reden halten; was danach kommt in der Politik ist immer interpretationswürdig. Und Olaf Scholz weiß ja auch gar nicht, ob er beispielsweise 2027 noch Bundeskanzler ist. Ich glaube, das ist eher ein Signal an die Opposition und an die FDP, die Schuldenbremse auszuhebeln. Und damit bleibt er unter der politischen Schmerzgrenze, um beispielsweise zehn Milliarden vom Bürgergeld zu nehmen und sie in die Verteidigung zu packen. Das tut er nicht, er wird keinem etwas wegnehmen.“

Laut FAZ hat er den Deutschen aber schon längst etwas genommen, den „Glauben, von einem Pragmatiker regiert zu werden, der sein Handwerk beherrscht“. (Karsten Hinzmann)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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