VonPaula Völknerschließen
Nicht nur in München kam am Wochenende der Flugverkehr zum Erliegen. In Vilnius sorgten jedoch keine Drohnen, sondern Ballons für Sicherheitsbedenken.
Vilnius – In den vergangenen Wochen waren es Drohnen, die an Flughäfen in europäischen Ländern für Chaos sorgten: Nun folgt ein weiterer Vorfall in Litauen – diesmal sind es jedoch Ballons, die den Flugverkehr lahmlegen. Am Flughafen der litauischen Hauptstadt Vilnius ist am späten Samstagabend (4. Oktober) der Flugbetrieb wegen des Überflugs von mutmaßlichen Heißluftballons vorübergehend eingestellt worden – mittlerweile hat der Flughafen seinen Betrieb wieder aufgenommen.
Wie das Nachrichtenportal Lrytas unter Berufung auf einen Sprecher des Flughafens berichtete, wurde der Anflug der Ballons gegen 22:16 Uhr entdeckt. Aus Sicherheitsgründen sei der Betrieb darauf vorerst gestoppt worden. Das Nationale Krisenzentrum sprach am frühen Sonntagmorgen von „Schmuggelballons“, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Demnach sei der Luftraum des an Belarus grenzenden baltischen EU- und NATO-Landes von 25 Wetterballons verletzt worden, die häufig von Schmugglern verwendet werden. Wetterballons werden eigentlich genutzt, um Messgeräte und Sonden in die Stratosphäre zu senden, die dann Wetterdaten sammeln.
„Schmuggelballons“ legen Flughafen Vilnius lahm – wenige Wochen nach Drohnen-Vorfall
Aktuell wird nach Angaben des Grenzschutzes intensiv nach den Ballons gefahndet – sieben Exemplare seien bereits in unterschiedlichen Landesteilen sicherstellen. Nach Behördenangaben beförderten diese Ballons insgesamt 12.000 Zigarettenpackungen. Die Nutzung von Wetterballons zum Schmuggeln ist keine Seltenheit: Der Leiter des Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, erklärte laut dpa-Bericht, dass allein im laufenden Jahr etwa 500 solcher Ballons registriert worden seien, die unrechtmäßig den litauischen Luftraum durchquert hätten.
In der litauischen Hauptstadt ist es das zweite Mal binnen weniger Wochen, dass der Flugverkehr vorübergehend eingestellt werden musste; zuletzt wegen Drohnensichtungen. Und damit ist Vilnius kein Einzelfall. Der europäische Flugverkehr ist in den vergangenen Wochen wiederholt durch Drohnensichtungen und Luftraumverletzungen gestört worden, zuletzt am Flughafen in München.
Drohnen über Flughafen München: Betrieb zeitweise unterbrochen
In der bayerischen Landeshauptstadt war wegen Drohnensichtungen bereits am Donnerstagabend der Betrieb eingestellt worden. Von Freitag auf Samstag musste der Betrieb erneut unterbrochen werden. Ähnlich war es dänischen Flughäfen ergangen. Unklar ist nach wie vor, woher die Drohnen stammen und wer sie gesteuert hat. Experten vermuten Russland hinter den Vorfällen. (dpa/AFP/Reuters) (pav)
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