Zwei Länder im Fokus

Drohnen-Vorfälle über NATO-Gebiet: München nicht der erste Flughafen – welche bisher betroffen waren

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Der Flughafen München hat wegen Drohnen-Sichtungen seinen Betrieb kurzzeitig eingestellt. Auch in anderen Ländern gab es ähnliche Vorfälle.

München – Nun erlebt also auch der Süden Deutschlands in diesen ersten Herbst-Wochen verdächtige und folgenreiche Drohnen-Sichtungen über kritischer Infrastruktur. Am Donnerstagabend (2. Oktober) wurde wegen der Vorfälle der Flugbetrieb am Flughafen München zunächst eingeschränkt und später eingestellt. Nach Angaben des Airports konnten 17 Flüge nicht mehr am Abend starten, knapp 3000 Passagiere waren betroffen. Zudem wurden 15 ankommende Flüge nach Stuttgart, Nürnberg, Wien und Frankfurt umgeleitet.

Flugzeuge am Boden: Am Münchner Airport stand der Betrieb wegen Drohnen-Sichtungen zeitweise still. (Archivbild)

In den Tagen zuvor hatten im Norden der Bundesrepublik bereits Drohnen-Überflüge für Aufsehen gesorgt. So durchsuchten Spezialkräfte der Polizei einen Frachter im Nord-Ostsee-Kanal, der im Zusammenhang mit der Sichtung eines Flugobjekts über einem Marineschiff stehen soll. Wie der Spiegel berichtete, besteht zudem der Verdacht, Einrichtungen in Schleswig-Holstein wie ein Kraftwerk, ein Klinikum und der Sitz der Landesregierung könnten von Drohnen aus der Luft vermessen worden sein.

Drohnen-Vorfälle über Flughäfen: Dänemark zieht nach Vorfall in Kopenhagen Konsequenzen

Vorfälle über Flughäfen waren zuletzt auch in anderen europäischen Ländern gemeldet worden, vor allem in Dänemark und in Norwegen. Also zwei weiteren NATO-Staaten. Unter anderem wurde der Airport Kopenhagen am 22. September für rund vier Stunden gesperrt. Wegen des EU-Gipfels in der Stadt wurde in der Folge der dänische Luftraum für zivile Drohnenflüge bis zu diesem Freitag gesperrt.

Vom Freistaat in die weite Welt hinaus: Das sind Bayerns Verkehrsflughäfen

Israel - Air Force Boeing 707-3L6C, Manching
Der kleinste Verkehrsflughafen des Freistaats befindet sich im nördlichen Oberbayern. Dort befindet sich der Flugplatz Ingolstadt/Manching. Passagiere fliegen hier allerdings so gut wie nie ab, denn bei dem Flugplatz handelt es sich um einen Sonderflughafen. © IMAGO/Dreamstime/Mikefuchs
Tornado der Bundeswehr
In erster Linie dient der Flugplatz als Fliegerhorst und Militärflugplatz. Deshalb starteten und landeten in der Vergangenheit bereits des Öfteren Militärflugzeuge, wie etwa dieser Tornado der Bundeswehr. © IMAGO / STAR-MEDIA
A400M startet in Manching
Betrieben wird der Flugplatz vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Ingolstadt. Neben Tornados sind am Flughafen auch ein Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M und Hubschrauber stationiert. Landen können Flugzeuge auf gleich zwei Start- und Landebahnen. © Armin Weigel/dpa
Airbus, Militaerisches Luftfahrtzentrum Manching
Insgesamt finden in Manching pro Jahr etwa 9980 Starts und Landungen statt. Mit rund 3730 Passagieren ist der Flugplatz Bayerns kleinster Verkehrsflughafen. © Manfred Segerer via www.imago-images.de
Olaf Scholz, Emund Stoiber und Juan Carlos
Hin und wieder bekam der Flugplatz Ingolstadt/Manching auch den ein oder anderen hochrangigen Besuch. Im Januar 2024 besuchte der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz den Militärstandort. Auch der frühere spanische König Juan Carlos und Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Edmund Stoiber trafen sich bereits am Fliegerhorst.  © Daniel Löb & Matthias Schrader/dpa
Privatjet am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen nahe München
Der zweitkleinste Verkehrsflughafen Bayerns ist der Sonderflughafen Oberpfaffenhofen bei München. Hier flogen im Jahr 2024 etwas weniger als 5100 Passagiere ab. Dazu wurden laut dem ADV rund 10.100 Flugbewegungen gezählt. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Bundesaussenminister Frank Walter Steinmeier SPD wird begruesst auf dem Flughafen in Oberpfaffenhofen
Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stattete Oberpfaffenhofen einst in seiner Zeit als Bundesaußenminister einen Besuch ab. © Florian Gaertner/IMAGO
Privatjet hebt am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen nahe München ab.
Die meisten Flüge stellen in Oberpfaffenhofen Privatflüge dar. Deshalb heben am Flugafen immer wieder Jets von Unternehmern oder bekannten Persönlichkeiten ab. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Flieger mit Harry Kane an Bord landet in Oberpfaffenhofen
Auch der FC Bayern nutzt den Flugplatz außerhalb der Stadtgrenze des Öfteren. 2023 landete in Oberpfaffenhofen auch Stürmerstar Harry Kane, als er von Tottenham Hotspur zu den Münchnern wechselte. © Matthias Balk/dpa
Flugzeuge 1960 in Oberpfaffenhofen
Errichtet wurde der Flugplatz Oberpfaffenhofen im Jahr 1936 von den Dornier-Werken als Werksflughafen. In der Folge fanden dort immer wieder Flugtests statt. Auch der einst weltweit schwerste Direktstarter mit Jet-Antrieb hob in Oberpfaffenhofen in den 1960er-Jahren ab. Dabei erreichte das Flugzeug eine Höhe von rund 25 Metern. © IMAGO/United Archives / kpa Keystone
Reisende in der Abgflughalle am Flughafen Memmingen
Gemessen an den Passagierzahlen aus dem Jahr 2024 ist der Flughafen Memmingen der drittgrößte Verkehrsflughafen Bayerns. Über das Jahr verteilt flogen am Allgäu Airport mehr als 3,2 Millionen Reisende ab.  © IMAGO/Michael Nguyen
Flughafen Memmingen Wartebereich
Im ersten Quartal 2025 überholte der Flughafen Memmingen sogar bei den Passagierzahlen den zweitgrößten Flughafen in Nürnberg. © IMAGO/Jöran Steinsiek
Flugzeuge von Billigflieger Ryanair und Wizz Air am Allgäu Airport
Insgesamt fliegen in Memmingen sieben Airlines ab. Dazu gehört unter anderem die Lufthansa-Tochter Eurowings. Einen großen Anteil der Flüge machen zudem die beiden Billigfluggesellschaften Ryanair und Wizz Air aus. © imageBROKER/Martin Siepmann
Flugzeug landet in Memmingen
Seit mehreren Jahren werden von Memmingen aus keine innerdeutschen Ziele mehr angeflogen. Im Sommerflugplan 2025 starten die Airlines zu insgesamt 60 Zielen. © Tom Engel/dpa
Airbus A400 M in Memmingen
Auch das Militär stattet dem Allgäu Airport hin und wieder einen Besuch ab. So landete 2023 dieses Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M der belgischen Air Force in Memmingen. © IMAGO/Joeran Steinsiek
Ein Condor Airbus A321 mit einer markanten rot-weißen Lackierung am Flughafen Nürnberg
Der zweitgrößte Verkehrsflughafen des Freistaats liegt im Frankenland – genauer gesagt in Nürnberg. Dort befindet sich der Albrecht-Dürer-Flughafen. Im Jahr 2024 flogen hier etwas mehr als vier Millionen Passagiere ab. © IMAGO/Ardan Fuessmann
Flugzeuge am Albrecht Dürer Airport
Vom Flughafen Nürnberg fliegen rund 20 Airlines diverse Ziele in Europa und Afrika an. Im Sommer 2025 stehen 60 Destinationen auf dem Plan.  © IMAGO/Ardan Fuessmann
Anzeigetafel der ankommenden Flüge im Terminal des Nürnberger Flughafens
Zu den beliebtesten Zielen zählen unter anderem Destinationen wie etwa Mallorca, griechische Inseln und Orte in der Türkei. Viele von ihnen werden von Billigfluggesellschaften wie Ryanair, Corendon Airlines oder auch Pegasus Airlines angesteuert. © IMAGO/Ardan Fuessmann
Passagierflugzeug im Landeanflug auf Nürnberg
Für Starts und Landungen steht den Piloten am Albrecht-Dürer-Flughafen die Bahn 28 zur Verfügung. Diese ist 2,7 Kilometer lang und 45 Meter breit. 2024 fanden auf der Bahn etwas mehr als 48.600 Starts und Landungen statt. © Copyright: xDreamstimexAnimaflor
Ankunftshalle Flughafen Nürnberg
Seit den Anfängen des Flughafens in den 1950er-Jahren hat sich der Flughafen Nürnberg immer wieder verändert. So wurde unter anderem die Ankunftshalle komplett modernisiert. © Flughafen Nürnberg
Flugzeuge am Flughafen München
Der mit Abstand größte Flughafen Bayerns ist der Flughafen München. Im Erdinger Moos starteten 2024 über mehr als 40 Millionen Passagiere. Dazu gab es mehr als 327.000 Flugbewegungen. Pro Tag finden am zweitgrößten deutschen Flughafen rund 1000 Starts und Landungen statt. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Lufthansa Airbus A380-800 am Flughafen München
Einen Großteil der Starts und Landungen am Franz-Josef-Strauß-Flughafen entfallen auf die Lufthansa. Nach Frankfurt starten in München die meisten Flüge der Kranich-Airline. Mit dabei sind auch Strecken, die mit dem Airbus A380 geflogen werden. Auch die Lufthansa-Töchter Austrian Airlines, Eurowings und Swiss heben in München ab. © IMAGO/imageBROKER/Alex Friedel
Munich, Bavaria, Germany - October 21, 2024: Boeing 737 of the airline TUI in RIU design taking off at Munich Airport. T
Insgesamt erreichen Fluggäste ab dem Erdinger Moos 211 Ziele auf der ganzen Welt. Neben zahlreichen Urlaubsregionen in Europa zählen auch Orte in Amerika, Afrika und Asien zu den Destinationen, die von 91 Airlines angeflogen werden. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Flughafen München von oben
Erbaut wurde der Flughafen im Erdinger Moos als Nachfolger des Flughafens München-Riem von dem bis heute noch Teile der ehemaligen Startbahn erhalten sind. Seit 1992 fliegen Flugzeuge in München den Franz-Josef-Strauß Flughafen an. Derzeit stehen Piloten dabei zwei Landebahnen zur Verfügung. Über den Bau einer dritten Piste wird kontrovers diskutiert. © Luftbild Bertram via www.imago-images.de
Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Joe Biden, bei seiner Ankunft mit der Air Force One auf dem Münchner Flughafen
Seit seinem Bestehen durfte der Flughafen München auch viele prominente Gäste begrüßen. Dazu zählte auch Ex-US-Präsident Joe Biden, der während seiner Amtszeit 2022 am Airport landete.  © IMAGO/Björn Trotzki

Nur zwei Tage später wurden unbemannte Flugkörper über den Flughäfen Aalborg, Esbjerg und Sönderborg sowie über dem Luftwaffenstützpunkt Skrydstrup entdeckt, wie unter anderem die französische Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) informiert. Zwei weitere Tage darauf tauchten ein oder zwei Drohnen über der Militärbasis Karup, dem größten Stützpunkt der dänischen Luftwaffe, auf.

Drohnen-Sichtungen über deutschen Flughäfen: Binnen acht Monaten 144 Fälle registriert

Im Fall von Norwegen berichtete unter anderem der öffentlich-rechtliche Rundfunk NRK, ein Flugzeug auf dem Weg von Oslo zum Flughafen Bardufoss in der nördlichen Provinz Troms habe am späten Abend des 28. September umkehren müssen. Am selben Tag waren auch in der Sperrzone am Flughafen Bronnoysund in der südlicher gelegenen Provinz Nordland Drohnen gesichtet worden, auch hier sei ein Flug umgeleitet worden.

Im Verdacht steht zumindest in den Fällen in Skandinavien Moskau. So war ein russisches Kriegsschiff an den Tagen der Vorfälle in Dänemark zwischen dänischen Inseln entdeckt worden. Es wird vermutet, dass Schiffe als Startrampe der Drohnen genutzt werden, möglicherweise jene, die zur sogenannten „Schattenflotte“ von Kreml-Chef Wladimir Putin zählen. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen betonte in einer unter anderem auf Facebook verbreiteten Videobotschaft, es stehe fest, „dass es vor allem ein Land gibt, das eine Bedrohung für die europäische Sicherheit darstellt – und zwar Russland“.

In Deutschland haben die Störungen durch Drohnen an Flughäfen ebenfalls zugenommen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf die Deutsche Flugsicherung berichtet, wurden im Jahr 2025 bis Ende August 144 Behinderungen durch Drohnen registriert. Im Vorjahr gab es demnach in den ersten acht Monaten 113 solcher Vorkommnisse, 2023 waren es 99. Besonders betroffen ist der Flughafen Frankfurt am Main, an dem 35 der 144 Behinderungen verzeichnet wurden. (Quellen: Flughafen München, Spiegel, afp, NRK, dpa) (mg)

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