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Die Sorge um den Klimaschutz ist groß, auch unter Prominenten in Deutschland. Sie erheben bisweilen drastische Forderungen, um die Zukunft zu sichern.
Berlin – Der Klimaschutz in Deutschland droht im Zuge aktueller Ereignisse immer mehr ins Hintertreffen zu geraten. Auch unter Prominenten sorgt man sich offenbar vor mangelnden Bemühungen um das Klima. In der Zeit hat eine Reihe bekannter Persönlichkeiten nun auf mehr Klimaschutz gedrängt und dabei bisweilen drastische Forderungen erhoben, darunter Rufe nach „strengen Verboten“. Auch vom Chef des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes kommen Forderungen nach stärkerem Klimaschutz – der allerdings nicht gegen Armut ausgespielt werden darf.
Prominente fordern Klimaschutz – Barbara Schöneberger: „Wir brauchen strenge Verbote“
Die Reihe prominenter Persönlichkeiten, die aktuell in der Zeit weitere Maßnahmen im Sinne des Klimaschutzes fordern, ist breit gefächert. Sie reicht von Barbara Schöneberger, über DGB-Chefin Yasmin Fahimi bis hin zu SPD-Politikerin Gesine Schwan oder Markus Lanz. Zu ihnen gesellen sich der Vorsitzende des Siemens-Energy-Aufsichtsrats ebenso wie ein Ballermann-Sänger und ein ARD-Wetterexperte – nebst vielen anderen. Sie alle sorgen sich um mangelnden Klimaschutz. Moderatorin Barbara Schöneberger etwa bekennt: „Ich finde, wir brauchen strenge Verbote, denn jeder kann fast alles anders machen, wenn die anderen es auch tun müssen.“
Auch der Virologe Hendrik Streeck erklärt, die Folgen des Klimawandels im gesundheitlichen Bereich seien potenziell erheblich, etwa für den Ausbruch von Krankheiten. Streeck hierzu gegenüber der Zeit: „Durch die steigenden Temperaturen werden Mücken bei uns heimisch, die in diesen Breiten eigentlich nichts zu suchen haben.“ Der Virologe betont, dass zwar nicht alle Mücken Überträger seien, man sich trotzdem auch in Deutschland zunehmend mit hierzulande quasi neuen Krankheiten auseinandersetzen müsse. Als Beispiel nennt er das Denguefieber oder das Zika-Virus. Der Virologe erklärt, auch die sogenannte Anopheles-Mücke könne hierzulande Einzug halten. Streeck dazu: „Malaria! Das sind Dinge, die wir mit gutem Klimaschutz vermeiden könnten.“
Klimaschutz Deutschland: Schneider will kein Ausspielen von Armut und Klimaschutz
Zum Klimaschutz in Deutschland äußert sich auch Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Deutschland. Er fordert, dass Armut und Klimaschutz nicht mehr gegeneinander ausgespielt werden. Schneider sagt: „Die beste Rentenreform, die beste Erhöhung von Hartz 4 macht keinen Sinn, wenn uns die Lebensgrundlage verloren geht.“ In einer aktuellen Veröffentlichung hatte unter anderem der Club of Rome auf den Zusammenhang von sozialer Frage und Klimaschutz hingewiesen. Armen Nationen fehlt es meist schlicht an den finanziellen Mitteln, um wirksamen Klimaschutz zu betreiben. Derweil ist es auch in reichen Ländern wie Deutschland schwer zu vermitteln, wenn Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten für Klimaschutz aufkommen sollen.
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In eine ähnliche Richtung hatte sich auch Schneider bereits zu Beginn dieses Jahres geäußert. Laut Tagesschau bekundete der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes damals: „Jede offensive, progressive und wirklich problemlösende Klimapolitik wird krachend scheitern, wenn wir die Menschen nicht mitnehmen“. Schneider ergänzte: „Sie wird dann keine Mehrheiten mehr bekommen.“ Schon damals zog Schneider den Schluss, notwendige und konsequente Klimapolitik ginge nur „öko-sozial“ – eine Einschätzung, die wohl auch der Club of Rome teilt.
Rubriklistenbild: © Stephan Wallocha via IMAGO

