Eine verheerende Waffe: Ein russischer TOS-Raketenwerfer, der thermobare Sprengköpfe verschießen kann – eine Waffe, die prinzipiell zwei Mal töten kann.
© Leonid Faerberg/Imago
Von Karsten-Dirk Hinzmann
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Russland verliert eine weitere ihrer stärksten Waffen – die Ukraine schießt sich darauf ein. Mittlerweile wird mehr improvisiert. Nordkorea hilft aus.
Saporischschja – „Nach einem hellen ‚Feuerwerk‘ verschwanden die Besatzung und das System“, gab der Sicherheitsdienst der Ukraine (SSU) bekannt – wie die Ukrainska Prawda jetzt veröffentlicht hat, steckt hinter dieser Feuerwerk-Show die Neutralisierung einer der fürchterlichsten Waffen, mit der Russlands Diktator Wladimir Putin die Ukraine überzieht: Das russische Mehrrohr-Raketenstartsystem TOS-1A Solntsepyok („Sonnenglut“). Mittels einer Drohne hat sich die Ukraine nahe Saporischschja jetzt erfolgreich gewehrt – allerdings droht Russland weiterhin mit Abschussrampen für thermobare Munition; eine weiter entwickelte Version ist gerade vorgestellt worden und gelangt vielleicht sogar noch an die Front im Ukraine-Krieg .
Rund 30 TOS-Systeme Russlands sind inzwischen vernichtet, berichtet das Statistik-Portal Oryx . Auf atemberaubende Weise sind die als „schwere Flammenwerfer“ klassifizierten Gefechtsfahrzeuge schon mehrfach während des Konflikts explodiert. Das Magazin The War Zone (TWZ) berichtet auch von Videos spektakulär gesprengter TOS-Fahrzeuge aus Syrien und aus Kämpfen um die Region Berg-Karabach zwischen Aserbaidschan und Armenien. Das System ist mobil, allerdings relativ plump und langsam, wie der Spiegel geurteilt hat; insofern scheinbar auch ein leichtes Ziel für Drohnen, da kaum passiver Schutz vorhanden ist.
Russlands unerbittlicher Vormarsch: Die Waffe entfacht ein wahres Höllenfeuer „Die Raketen des TOS-1A machen das System außerdem anfällig für katastrophale Detonationen, wenn sie im geladenen Zustand getroffen werden. Das bedeutet auch, dass sie interessante Ziele sind, die bei einer Sekundärexplosion alles in der Nähe erheblich beschädigen können“, schreibt TWZ . Die neueste Version dieses kettengetriebenen Mehrfach-Raketenwerfers besitzt deshalb serienmäßig einen Käfig über dem Abschuss-Container.
„Da die Verluste an speziell angefertigten Kampffahrzeugen in der Ukraine 16.000 überschreiten, hat das russische Militär Mühe, genügend Ersatzfahrzeuge zu bauen oder aus der Langzeitlagerung zu holen.“
„Die Waffe entfacht ein wahres Höllenfeuer“, wie das Magazin Armyrecognition schreibt: Durch die hochpräzise Berechnung des Abschusswinkels für die ungelenkten Raketen würden Ziele des Aufprallpunkts im Gebiet so berechnet, dass ein Ziel bei einer maximalen Reichweite von sechs Kilometern innerhalb von sechs Sekunden voller Salvendauer dicht abgedeckt werden könne. So würden aktive Aktionen eines Gegners über sehr lange Zeit unterdrückt und jegliches Leben innerhalb eines Gebietes von vier Hektar hundertprozentig vernichtet werden.
Putins gnadenlose Doktrin: Offensive mit Munition, die zwei Mal tötet International ist dieses System geächtet, weil sie ungezielt auf eine breitere Fläche als konventionelle Sprengstoffe wirkt – zivile Infrastruktur eingeschlossen. „Natürlich sind alle Waffen furchtbar, aber bei einer Kugel oder einer Fragmentierung, wie bei Sprengstoffen, hat man zumindest die Möglichkeit, sie medizinisch zu behandeln“, hatte der Völkerrechtsexperte Ben Saul von der Universität Sydney dem australischen Fernsehsender ABC zum Einsatz von Aerosol- beziehungsweise Vakuumbomben berichtet diese „thermobaren“ Raketen werden vom TOS-System verschossen.
„Das ist eine Waffe, die, wenn sie explodiert, ihren Sprengstoff, oder ihren Brennstoff, freisetzt und einen Überdruckeffekt erzeugt, der zu einer viel größeren Detonation führt und aufgrund der Schockwelle wirklich verheerend ist“ , so Jean-Marie Collin, Experte und Sprecher von Ican Frankreich , dem französischen Zweig der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen, gegenüber Euronews Next . Der Unterdruck, den die Explosion erzeugt hat, saugt die zurückströmende Luft wieder an – und mit ihr die Feuerwolke der brennenden Flüssigkeit. Menschen, die die erste Druckwelle überlebt haben und im Unterdruck um Luft ringen, atmen das Feuer geradezu ein. Die thermobare Waffe tötet quasi zum zweiten Mal. Gegen sie besteht kaum Schutz.
Inklusive seines Nachladefahrzeugs kann ein einzelner TOS-Panzer innerhalb kürzester Zeit 72 Raketen abfeuern. Laut TWZ liegt die Kernaufgabe der Waffe im Aufbrechen gut verschanzter Truppen und der Unterstützung des Vormarsches eigener infanteristischer Kräfte. Insofern könnte auch in der Region Charkiw diese Waffe zum Tragen kommen, wenn Russland ohne Rücksicht auf Verluste durch die gegnerischen Reihen zu brechen beabsichtigt. Im April dieses Jahres hatte Armyrecognition auch berichtet, dass der ehemalige russische Verteidigungsminister Sergei Shoigu sogar eine Steigerung der Produktion dieses Fahrzeugtyps angekündigt hatte: Um 250 Prozent soll die Zahl der Fahrzeuge wachsen.
Neue Bedrohung der Ukraine: Der TOS-1A wird kontinuierlich nachgebessert Im August vergangenen Jahres wurde zudem veröffentlicht, dass Russland die bisherigen TOS-Flammenwerfer mit neuen Navigationssystemen nachgerüstet würde – aus der erhöhten Zielgenauigkeit würde sich die Effizienz des Fahrzeuges steigern lassen. „Die Bediener können sich stärker auf strategische Entscheidungen konzentrieren, wodurch das Waffensystem vielseitiger und an unterschiedliche Situationen auf dem Gefechtsfeld anpassbar wird“, schreibt Armyrecognition.
Russland hat das System also während des Ukraine-Kriegs an dessen Dynamik angepasst und in verschiedenen Punkten zu einer noch gnadenloseren Terrorwaffe perfektioniert, wie das Magazin weiter berichtet. Die Reichweite der von der TOS-1A aktuell verschossenen Variante variiert zwischen sechs und zehn Kilometern. Gleichzeitig wurde die Mindestreichweite der Raketen auf 600 Meter erhöht, was auch ihre todbringende Kraft im Nahkampf erhöhen soll.
Ukraine-Krieg der Zukunft: Der „Dragon“ schießt weiter und präziser Derzeit verfügt die russische Armee über zwei schwere Flammenwerfer-Systeme mit unterschiedlichen Eigenschaften und Fähigkeiten – den auf Ketten laufenden TOS-1A Solntsepyok („Sonnenglut“) sowie den radgestützten TOS-2 Tosochka. Russlands Rüstungsindustrie entwickelt diese Projekte weiter und arbeitet an einem neuen Projekt namens TOS-3 Dragon. Dessen Charakteristika sollen in einer Schussreichweite von bis zu 15 Kilometern liegen und dazu in einer weiter erhöhten Zielgenauigkeit – berichtet wird von einer stärkeren Verlinkung mit der russischen Satellitennavigation. Der erste Prototyp soll realisiert sein, allerdings scheint die Frage des Chassis noch offen.
Der Einsatz des TOS-3 im Ukraine-Krieg ist deshalb möglich aber fraglich – zumindest auf Basis des neuen T-14-Panzers, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland schon Anfang März aufgrund russischer Quellen berichtet hat: „Russlands neuester Kampfpanzer Armata ist dem Hersteller zufolge zu kostspielig für einen Einsatz im Krieg gegen die Ukraine. ‚Von seiner Funktionalität her ist er den existierenden Panzern weit überlegen, aber er ist zu teuer und deswegen wird ihn die Armee jetzt wohl kaum einsetzen‘ , sagte der Chef der staatlichen Rüstungsholding Rostec, Sergej Tschemesow, der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti .“
Das Magazin Forbes will zudem wissen, dass die anhaltenden Verluste an TOS-Raketenwerfern den russischen Invasoren zunehmend Schwierigkeiten bereiteten: „Die russische Armee zog mit etwa 50 TOS-1 in den Krieg in der Ukraine und hat die Hälfte davon verloren“, schreibt Forbes -Autor David Axe. Zudem gingen Russland die Teile aus, um sich zu behelfen und Improvisationen zusammenzubauen. „Da die Verluste an speziell angefertigten Kampffahrzeugen in der Ukraine 16.000 überschreiten, hat das russische Militär Mühe, genügend Ersatzfahrzeuge zu bauen oder aus der Langzeitlagerung zu holen“ , schreibt er.
Horrende Verluste in Russlands Reihen: Improvisationen und nordkoreanische Systeme füllen Lücken Dieser Mangel habe dazu geführt, verstärkt auf Mehrfach-Raketenwerfer aus Nordkorea zurückzugreifen. Das Magazin Voice of America hatte im Mai berichtet, dass Pjöngjang offenbar die Entwicklung von Raketenwerferg-Geschossen beschleunige, um sie Russland für den Krieg gegen die Ukraine zur Verfügung zu stellen und sie gleichzeitig unter realen Kriegsbedingungen zu testen.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz. © Philipp Schulze/dpa Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben. © JONATHAN NACKSTRAND/afp Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bradley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechenden Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren. © U.S. Army/dpa Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil. © Björn Trotzki/Imago Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität. Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität. © Spc. Nicko Bryant Jr./Imago Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde der Marder mitten im Kalten Krieg. Er dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren. Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde er mitten im Kalten Krieg. Der Marder dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren. © Philipp Schulze/dpa Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden. Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden. © Sergei Supinsky/afp Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern. Die Entwicklung des Boden-Luft-Lenkwaffensystems reicht in die späten 1960er-Jahre zurück, eingeführt wurde es in den frühen 1980er-Jahren, seitdem wurde es immer wieder modernisiert. Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern. © Kevin Schrief/dpa Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen. Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen. © Jeon Heon-Kyun/dpa Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen. Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen. © Birol Bebek/afp Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herausspringen. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht. Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herauskatapultiert werden. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht. © Lcpl. Tyler Forti/Imago Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C. Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C. © Robin Van Lonkhuijsen/dpa Die Ukraine kann im krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für insgesamt zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre. Die Ukraine kann im Krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre. © Russell Freeman/Imago Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe. Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe. © Björn Trotzki/Imago Der PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung. Der polnische PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung. © Imago Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen. Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt und angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen. © Michael Mandt/afp Italienische Panzerhaubitzen M109L werden über Udine und Österreich in die Ukraine geliefert. Ende April 2023 lieferte Italien klammheimlich über die nordöstliche Region Friaul-Julisch Venetien und Österreich 30 schwere Panzerhaubitzen M109L in die Ukraine. Das Foto vom Transport ist am Bahnhof Udine entstanden. Laut italienischer Tageszeitung „La Repubblica“ erhält Kiew vom Nato-Mitglied insgesamt 60 Stück der Standard-Haubitze des Verteidigungsbündnisses. Die M109L zeichnet vor allem ihre schwere 155mm-Kanone aus. © Twitter@Topolin28714725 Ein gepanzerter MaxxPro-Truppentransporter der US-Streitkräfte. (Symbolfoto) Zu Beginn ihrer Gegenoffensive hatten die ukrainischen Streitkräfte mit Hilfe der Vereinigten Staaten laut „Magazin für Europäische Sicherheit & Technik“ einen Bestand von 580 sogenannter MRAPs (Mine Resistant Ambush Protected Vehicle) aufgebaut. Dabei handelt es sich um Truppentransporter mit hohem Minenschutz. Etliche davon gingen im Frühsommer 2023 verloren, vor allem gepanzerte MaxxPro (Beispiel-Foto), was Videos brennender Exemplare bei Twitter beweisen sollten. © IMAGO / ZUMA Wire Ein Radpanzer Stryker der US-Streitkräfte. Die USA haben der Ukraine im Verlauf des ersten Halbjahres 2023 bis zu 90 Radpanzer vom Typ Stryker geliefert. Der hochmobile Schützenpanzer mit einer Länge von knapp sieben Metern und einer Breite von 2,72 Metern soll Truppenverlegungen binnen kurzer Zeit ermöglichen, weil er mit bis zu 100 km/h deutlich schneller ist als viele Kettenpanzer. Mit bis zu 39 Millimetern Außenhülle ist er jedoch vergleichsweise schwach gepanzert. © IMAGO / ABACAPRESS
Ukrainische Soldaten werden an schwedischen Schützenpanzern CV 90 ausgebildet. Das Combat Vehicle 90 (CV 90) gilt als einer der modernsten Schützenpanzer der Welt. Entwickelt wurde der Panzer in den 1990er Jahren vom britischen Rüstungskonzerns BAE Systems AB für die Streitkräfte Schwedens. Das skandinavische Land stellte der Ukraine im Frühjahr 2023 nach und nach 50 der Schützenpanzer bereit, die die 40-mm-Maschinenkanone 40/70B auszeichnet. Bis zu acht Infanterie-Soldaten können mit dem CV 90 mitten in die Schlacht gefahren werden. © IMAGO / TT Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten. Bei den Maschinen soll es sich laut Medienberichten um Modelle der Variante „Mirage 2000-5“ handeln. Eine offizielle Bestätigung der Lieferung steht noch aus. Frankreich verfügt selbst über 26 modernisierte Kampfjets des Typs „Mirage 2000-5“. © KHALED DESOUKI/AFP Ein Leopard-1-A5 der belgischen Armee, der in Deutschland produziert wurde. (Archivfoto) Der Leopard 1A5 ist eine kampfwertgesteigerte Variante des „Leos“ 1 aus deutscher Produktion und Vorgänger des Leopard-2-Kampfpanzers der Bundeswehr. Zwischen 1986 und 1992 wurde im A5 eine neue Feuerleitanlage sowie erstmals ein Laserentfernungsmesser eingebaut. Anfang 2023 hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der Ukraine 178 Exemplare in Aussicht gestellt. Beim Nato-Gipfel im Juli erfüllte Deutschland die zwischenzeitlich genannte Zielgröße von 25 gelieferten Leopard-1-A5 im Sommer 2023. © IMAGO / StockTrek Images Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet. Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet entwickelt. Sie trägt den offiziellen Spitznamen „Fighting Falcon“ (Kämpfender Falke), ist aber auch als „Viper“ bekannt. Der einstrahlige Kampfjet ist mit einer 20-Millimeter-Kanone mit mehreren Läufen bewaffnet und kann mit Luft-Luft-Raketen und Bomben ausgestattet werden. Nach Angaben der US-Luftwaffe erreicht die F-16 Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 2400 Kilometern pro Stunde und kann mehr als 860 Kilometer entfernt liegende Ziele anfliegen, ihre Raketen abfeuern und zum Startpunkt zurückkehren. © PETRAS MALUKAS/afp Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert. Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert. Nach Abschuss vom Boden fliegen sie eine ballistische Kurve und sollen wieder am Boden detonieren. Obwohl sie als schwer abzufangen gelten, sind sie im Vergleich zu Marschflugkörpern nicht annähernd so präzise. Das liegt vor allem an der Geschwindigkeit. In der Spitze erreichen sie mehr als dreifache Schallgeschwindigkeit (Mach 3). Dieses hohe Tempo von rund 3700 km/h macht es auch deutlich schwerer, die Rakete zu kontrollieren. Bisher haben die USA Atacms mit einer gedrosselten Reichweite von 165 Kilometern geliefert. Die Ukraine wünscht sich aber Atacms mit einer Reichweite von 300 Kilometern. © U.S. Army/Imago Kampfflugzeug des Typs „Gripen“ aus Schweden Eigentlich sollte die Ukraine bereits im März 2024 die erste Lieferung von Kampfflugzeugen des Typs „Gripen“ aus Schweden erhalten. Bislang sind aber keine Modelle des von der Firma Saab hergestellten Kampfjets im Kampf gegen Russland. Das wiederum liegt an der Lieferung der F16-Kampfjets an die Ukraine. Um die Luftwaffe des Landes und ihre Piloten nicht zu überfordern, wurde die Lieferung und Ausbildung des Personals an den schwedischen Flugzeugen zunächst ausgesetzt. Geplant sind die Lieferungen nun für 2025. © Sandor Ujvari/dpa Daneben kämpft die Ukraine inzwischen auch gegen Fahrzeuge, die bei flüchtigem Hinsehen, an einen TOS-Flammenwerfer erinnern: Ein ukrainischer Drohnenpilot soll erst im letzten Moment seines Angriffes gewahr geworden sein, dass er auf ein „Frankenstein-Fahrzeug“ zielte : Ein seltenes Raketenfahrzeug, „das den Rumpf eines T-72B-Panzers aus den 1970er-Jahren mit einem ebenso alten RBU-6000-Werfer für Marine-U-Boot-Abwehrraketen kombinierte. ‚Ein Frankenstein aus russischem Traktor und Marine-Raketenwerfer‘“, wie gegenüber dem Forbes -Autor die 3. Angriffsbrigade erläuterte.
Allerdings bleibe die TOS-1A eine der zerstörerischsten Waffen der Welt, wie Armyrecognition klarstellt. Noch leistungsfähigere thermobare Munition würde das Grauen des Krieges deutlich verstärken, betont deshalb der Analyst Jean-Marie Collin: „Sie kann mit einem einzigen Schuss mehrere Häuserblocks in schwelende Trümmer verwandeln.“