Fokus auf SCO-Veranstaltung

Gipfeltreffen der Diktatoren in Peking: Xi will bei Militärparade wohl neuen Super-Laser präsentieren

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  • Simon Schröder
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In Peking bahnt sich ein geopolitisches Großereignis an. Xi Jinping plant eine Militärparade. Putin und Kim Jong-un sind eingeladen.

Update, 13:27: Ein geheimnisvolles Militärsystem bei den Paradeproben in Peking hat internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen – Experten spekulieren über Chinas neueste Laser-Technologie. Xi Jinping wird morgen die Großparade auf dem Tiananmen-Platz leiten, zu der Spitzenpolitiker wie Putin und Nordkoreas Kim Jong-un anreisen.

Das verhüllte System könnte laut britischen Medienberichten ein neuer 10-Kilowatt-Laser zur Drohnenabwehr sein. Pentagon-Analysten verfolgen die chinesischen Waffenpräsentationen besonders aufmerksam, um Chinas militärische Entwicklung einschätzen zu können, berichtet der Telegraph.

Bei SCO-Gipfel in Peking: Russlands Präsident Fico trifft Ministerpräsident Fico

Update, 12.04: Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich am Montag in Peking mit dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico zu bilateralen Gesprächen getroffen. Das Treffen fand im Rahmen des China-Gipfels statt, wie das russische Außenministerium mitteilte.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Die beiden Politiker führten ihre Unterredung vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Spannungen. Putin nutzt seinen Aufenthalt in der chinesischen Hauptstadt für verschiedene diplomatische Aktivitäten mit internationalen Partnern.

Update, 10.44 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin könnte bei seinem China-Besuch auch auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un treffen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte laut der russischen Nachrichtenagentur Tass, dass die Möglichkeit eines solchen Zusammentreffens erörtert werde, sobald Kim am Dienstag in China eintrifft.

Russlands Präsident Wladimir Putin zu Gast bei Chinas Machthaber Xi Jinping.

Beide Staatschefs nehmen am Mittwoch in Peking an einer großen Militärparade zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs teil. Es wäre das erste Mal, dass Chinas Präsident Xi Jinping Putin und Kim Jong-un gemeinsam zu einer Veranstaltung empfängt. Ob es zu einem Dreier-Treffen kommt, bleibt offen.

Update, 9.34 Uhr: Chinas Staatschef Xi Jinping und Russlands Präsident Putin haben in Peking ihre enge Partnerschaft mit mehr als 20 neuen Abkommen untermauert. Die Vereinbarungen erstrecken sich auf Schlüsselbereiche wie Energie, Künstliche Intelligenz und Landwirtschaft, wie Xinhua meldete.

Putin erklärte laut Kreml, die russisch-chinesischen Beziehungen befänden sich auf „beispiellos hohem Niveau“. Xi betonte, dass die bilaterale Partnerschaft internationale Veränderungen erfolgreich überstanden habe. Am Mittwoch werden beide Staatschefs zusammen mit Nordkoreas Kim Jong-un an Pekings Militärparade zum 80. Jahrestag des Kriegsendes teilnehmen.

Vor Militärparade in Peking: Gespräche zwischen Putin und Xi gestartet

Update, 08.21 Uhr: Laut Berichten der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua haben Chinas Staatschef Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin am Dienstag in Peking Gespräche aufgenommen.

Der Kreml-Chef Putin war bereits am Sonntag zu einem mehrtägigen Aufenthalt in China eingetroffen. Zunächst nahm der russische Präsident in Tianjin am Gipfeltreffen der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) teil, das unter der Leitung von Chinas Staatschef Xi stattfand. Am Mittwoch wird Putin zu den Gästen einer großen Militärparade in Peking zählen, bei der auch Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un erwartet wird. Der nordkoreanische Führer hatte am frühen Dienstagmorgen die Grenze zu China überquert.

SCO-Gipfel in China beendet: Xi lädt zu riesiger Militärparade in Peking ein – auch Kim mit dabei

Update, 14.27 Uhr: In einer gemeinsamen Erklärung spricht sich die Shanghai Cooperation Organisation (SCO) gegen Handelszwänge aus und verurteilt Angriffe auf ihre Mitglieder. Die Staaten lehnen einseitige Zwangsmaßnahmen, eingeschlossen „wirtschaftlicher Maßnahmen“ ab, wie es in dem Dokument heißt. Einige SCO-Mitglieder, darunter Indien und China, hatten in den vergangenen Wochen und Monaten mit der US-Regierung von Präsident Donald Trump um eine Vereinbarung zur Erhebung von Zöllen gerungen. 

Wegen seiner Öl-Geschäfte mit Russland und einer damit verbundenen Annäherung an Moskau hatte Trump unlängst die Aufschläge für Importe aus Indien auf 50 Prozent verdoppelt. Peking verhandelt derweil noch mit Washington, nachdem beide Seiten sich im Mai auf eine vorübergehende Pause im heiß gelaufenen Zollstreit geeinigt hatten. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine fand in der Erklärung derweil keine SCO-Erwähnung, obwohl der Ukraine-Krieg abseits des Gipfels immer wieder zum Thema wurde.

Update, 13.43 Uhr: Beim SCO-Gipfel in China hat Präsident Wladimir Putin gesagt, er habe sich mit US-Präsident Donald Trump auf einige „Voraussetzungen“ bezüglich des Ukraine-Kriegs beim Alaska-Gipfel letzten Monat verständigt. Das berichtet die BBC. Ob er sich jedoch auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen werde, sagte Putin nicht. Außerdem ist unklar, wie diese „Voraussetzungen“ aussehen.

Beim SCO-Gipfel: Modi bekräftigt Bemühungen zum Ende des Ukraine-Kriegs

Update, 12.05 Uhr: Indiens Ministerpräsident Narendra Modi hat bei einem Treffen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin ein Ende des Ukraine-Krieges und eine dauerhafte Friedenslösung gefordert. Der Regierungschef habe seine Unterstützung für die jüngsten Initiativen zur Beilegung des Konflikts bekundet, teilte das indische Außenministerium offiziell mit. Putin und Modi trafen sich in der chinesischen Stadt Tianjin beim Gipfeltreffen des Sicherheitsbündnisses Shanghai Cooperation Organisation (SCO).

Auch der Kreml zitierte Modi mit etwa diesen Worten. Putin ging in seinen öffentlich gemachten Aussagen nicht auf den Krieg ein, sondern betonte die gute und enge Zusammenarbeit. „Russland und Indien unterhalten seit Jahrzehnten besondere Beziehungen – freundschaftliche, vertrauensvolle“, sagte er nach Kreml-Angaben. Indien hat sich nach eigenem Verständnis bislang neutral zum Ukraine-Krieg verhalten. Es hat mehrfach ein Ende der Kämpfe gefordert und Moskau vor einer nuklearen Ausweitung des Krieges gewarnt, aber keine eigenen diplomatischen Initiativen ergriffen. Im Gegenteil: Die südostasiatische Macht wurde zum zweitgrößten Käufer von russischem Öl. 

Treffen abseits des SCO-Gipfels in China zwischen Putin und Modi

Update, 11.06 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin und der indische Premierminister Narendra Modi haben abseits des SCO-Gipfels ein 50-minütiges Gespräch geführt. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass. Modi schrieb nach dem Gespräch auf der Social-Media-Plattform X auf Russisch: „Am Rande des SCO-Gipfels in Tianjin fand ein ausgezeichnetes Treffen mit Präsident Putin statt. Wir haben Möglichkeiten zur Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit in allen Bereichen erörtert, darunter Handel, Düngemittel, Raumfahrt, Sicherheit und Kultur.“

Gesprächsthema zwischen Putin und Modi sei auch der Ukraine-Krieg gewesen, schrieb der indische Premierminister weiter. Das indische Außenministerium erklärte in einem Statement nach dem Treffen, dass Russland und Indien ihre strategische Partnerschaft vertiefen wolle. Das Gespräch fand laut der russischen Nachrichtenagentur Tass in Wladimir Putins russischer Regierungslimousine „Aurus“ statt.

Update, 09.50 Uhr: Beim Gipfeltreffen der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) in China sprach sich Russlands Präsident Wladimir Putin für eine neue Weltordnung aus, die sich nicht länger an Europa und den USA orientiert. In der Stadt Tianjin erklärte Putin den anwesenden Staats- und Regierungschefs, dass das eurozentrische und euroatlantische Modell überholt sei. Putin betonte, dass die Zukunft einem System gehöre, „das die Interessen eines maximal großen Kreises an Ländern berücksichtigt und wahrhaftig ausbalanciert ist“, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete. In diesem Kontext hob er die Bedeutung des Sicherheitsbündnisses SCO im eurasischen Raum hervor.

Zudem berichtete der Kremlchef von seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im August in Alaska, bei dem der Ukraine-Krieg im Mittelpunkt stand. Putin stellte erneut dar, dass das Bestreben des Westens, die Ukraine in die NATO zu integrieren, eine Ursache des Konflikts sei. Vor dreieinhalb Jahren hatte er den Befehl zum russischen Einmarsch in die Ukraine gegeben.

Erstmeldung: Tianjin – Chinas Staatschef Xi Jinping startete das Treffen der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) am Montag (1. September) mit deutlicher Kritik an der gegenwärtigen Weltordnung. Bei seiner Rede rief der Präsident der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt die Anwesenden dazu auf, „sich zu Fairness und Gerechtigkeit zu bekennen“ und „der Mentalität des Kalten Krieges, Lager-Konfrontation und einschüchterndem Verhalten entgegenzutreten“.

Der russische Präsident Wladimir Putin (l.) im Gespräch mit dem indischen Premierminister Narendra Modī (m.) und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping (r.).

Der chinesische Präsident bewertete die aktuelle internationale Lage als „chaotisch und verschlungen“. Die Mitgliedsstaaten der SCO sähen sich mit zunehmenden Herausforderungen in Sicherheitsfragen und bei der Entwicklung konfrontiert. Mit dem „Geist von Shanghai“ könnten diese Hindernisse überwunden werden.

SCO-Gipfel in Tianjin: Diese Politiker und Staatschefs reisen an

NameLand / Organisation
Xi JinpingChina
Alexander LukaschenkoBelarus
Narendra ModiIndien
Massud PeseschkianIran
Qassym-Schomart ToqajewKasachstan
Sadyr DschaparowKirgistan
Recep Tayyip ErdoganTürkei
Shehbaz SharifPakistan
Wladimir PutinRussland
Emomali RahmonTadschikistan
Sharma OliNepal
Min Aung HlaingMyanmar
Prabowo SubiantoIndonesien
Anwar IbrahimMalaysia
Antonio GuterresVereinte Nationen

SCO-Gipfel in China geht in die nächste Runde: Putin und Modi im Gespräch

Xi versammelte mehr als 20 hochrangige Politiker in der nordchinesischen Metropole Tianjin. Vor dem Start der Beratungen stellten sich alle Teilnehmer für ein gemeinsames Foto auf dem roten Teppich auf. Zu den Anwesenden zählten der russische Präsident Wladimir Putin und Indiens Regierungschef Narendra Modi. Bei der im Fernsehen übertragenen Eröffnungszeremonie waren Putin und Modi im Gespräch zu sehen. Der Gipfel hatte schon am Sonntag mit bilateralen Gesprächen zwischen Xi und den angereisten Regierungschefs begonnen.

Als Vollmitglieder gehören der SCO China, Belarus, Indien, Iran, Pakistan, Russland und vier zentralasiatische Staaten an. Darüber hinaus nehmen 16 andere Länder als Beobachter oder Dialogpartner teil. China und Russland nutzen die Organisation, um ihre Beziehungen zu den zentralasiatischen Staaten zu vertiefen und ein Gegengewicht zu westlichen Militärbündnissen wie der Nato zu bilden.

Modi reist zum ersten Mal seit sechs Jahren nach China. Bei seinem Treffen mit Xi am Sonntag bekundete er den Willen, die Beziehungen zwischen China und Indien „auf der Grundlage von gegenseitigem Vertrauen“ zu festigen. Für Montag hat Modi außerdem ein bilaterales Treffen mit Putin vorgesehen. Bereits am Samstag hatte der indische Regierungschef in einem Telefongespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über „die Bemühungen um die Wiederherstellung von Frieden und Stabilität“ bezüglich des Ukraine-Kriegs gesprochen. Indien unterstütze „alle Bemühungen in diese Richtung uneingeschränkt“, so Modi in sozialen Netzwerken.

Der SCO-Gipfel in Tianjin: Details in der Übersicht

Ereignis25. Gipfel der Shanghai Cooperation Organization
Datum31. August bis 01. September 2025
Teilnehmer24 Länder, zehn Organisationen (UN, ASEAN, etc.)

Obwohl Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt und sich Neu-Delhi, den USA und anderen westlichen Verbündeten annähert, unterhält Indien weiterhin enge Beziehungen zu Russland. Die Regierung Modi hat die russische Invasion bislang nicht verurteilt und sieht sich stattdessen als potenzieller Friedensvermittler.

Auch China verhält sich im Ukraine-Konflikt neutral und betont, alle Friedensinitiativen zwischen Moskau und Kiew zu unterstützen. Zusätzlich zu dem bilateralen Treffen mit Modi stehen für Putin am Montag auch Gespräche mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem iranischen Staatsoberhaupt Massud Peseschkian auf dem Programm. Gesprächsthemen dürften der Ukraine-Krieg und das iranische Atomprogramm sein. (sischr/afp)

Rubriklistenbild: © Suo Takekuma/dpa

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