VonBona Hyunschließen
Nordkorea will offenbar seine militärischen Beziehungen zu Russland stärken. Indes führen USA und Südkorea ein Manöver mit Atom-U-Booten durch.
Seoul – Machtdemonstrationen in Korea: Während Kim Jong-un in Nordkorea mit einflussreichen Freunden aus Russland und China anlässlich des 70. Jahrestages des Endes des Koreakriegs protzte, führten Südkorea und die Vereinigten Staaten am Samstag (29. Juli) gemeinsame Marineübungen mit Atom-U-Booten durch. Die Übungen fanden in Gewässern südlich der koreanischen Halbinsel Jeju statt und dienten offenbar als Vorbereitung für die Bekämpfung feindlicher U-Boote aus Nordkorea. Das teilte die südkoreanische Marine mit.
Südkorea und USA führten Übungen mit Atom-U-Boot “USS Annapolis“ durch
Die Übungen sollen die Reaktionsfähigkeit der südkoreanischen und der US-Marine stärken, und zwar im Falle einer nordkoreanischen militärischen Bedrohung. Es handele sich um eine Vorbereitung zur U-Boot-Abwehr angesichts der wachsenden Bedrohungen durch nordkoreanische Raketenprovokationen, hieß es. Für die Übung wurden Kampfschiffe der südkoreanischen Navy sowie das amerikanische Atom-U-Boot „USS Annapolis“ mobilisiert, wie KBS News und Korea Times berichteten.
Die „USS Annapolis“ ist ein atomangetriebenes U-Boot, welches als eines von vier Schiffen der US Navy angehört. Derzeit ist es an einem Marinestützpunkt auf Jeju angedockt. Es erhielt militärische Ladung, die zur Erfüllung einer unbekannten Mission benötigt wurde, wie die südkoreanische Marine mitteilte.
Marineübung mit Atom-U-Boot: „Konfrontation zwischen Nord-und Südkorea wird deutlicher“
Die gemeinsame Militärübung fand noch in demselben Zeitraum statt, als sich Russlands Verteidigungsminister Sergeij Schoigu und Mitglied des chinesischen Politbüros Li Hongzhong in Nordkorea zu Besuch befanden. Offizieller Anlass des Besuchs waren Feierlichkeiten zum 70-jährigen Jahrestag des Endes im Koreakrieg. Schoigu und Kim sollen unter anderem über die Stärkung militärischer Beziehungen gesprochen haben. Kim ließ sogar riesige Putin-Bilder aufhängen, um offenbar die Bindung zu betonen.
„Die Konfrontationen zwischen Nord-und Südkorea scheinen deutlicher geworden zu sein, und insbesondere (Nordkorea) konzentriert sich auf die politische Zusammenarbeit mit China und die militärische Zusammenarbeit mit Russland“, sagte Yang Moojin, Professor an der südkoreanischen Universität für „University of North Korean Studies“ gegenüber KBS News.
Nordkorea sieht Atom-U-Boot aus den USA offenbar als Bedrohung und warnt Südkorea
Reaktionen des nordkoreanischen Regimes auf die US-Lieferung von Atom-U-Booten, lassen vermuten, dass sich die ohnehin schwierige Beziehungen zwischen Nord-und Südkorea noch mehr verschärft hat. Vor der „USS Annapolis“ kam das Atom-U-Boot „USS Kentucky“ der Ohio-Klasse in Südkoreas südlichem Hafen Busan an. Von Nordkoreas Verteidigungsminister Kang Sun Nam hieß es, dass die bloße Anwesenheit solcher Waffen in Südkorea das Kriterium für den Einsatz von Atomwaffen durch den Norden erfüllen könnte.
Der Minister warnte die USA vor der Entsendung weiterer nuklearfähiger Einheiten. Kang bezeichnete die Stationierung des U-Boots demnach als „unverhohlenste und direkteste atomare Bedrohung“ für Nordkorea „seit 40 Jahren“. Die US-Streitkräfte sollten sich darüber „im Klaren sein, dass sie sich mit ihren Atomwaffen in äußerst gefährliches Fahrwasser begeben haben“. Nordkorea hatte in der Vergangenheit mehrmals Raketen Richtung Südkorea gefeuert und ballistische Raketen getestet. (bohy)
