Krieg über den Wolken

„Sky Shield“ gegen Putin: Briten planen Luftraumschutz in Ukraine

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Eurofighter Typhoon im Formationsflug. Großbritannien erwägt die Gründung einer „Luftpolizei“ für die Ukraine – eventuell in Polen stationiert. Die Russen halten eine Einmischung der Europäer für inakzeptabel
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Die nächste Idee der Europäer: Neben einem nuklearen Schild über Europa soll ein Himmelsschild die Ukraine schützen. Die Zuständigen bleiben vorsichtig.

London – „Die Umsetzung von Sky Shield wäre ein wichtiger Bestandteil der europäischen Bemühungen, die Sicherheit der Ukraine effektiv und effizient zu gewährleisten“, sagt Gabrielius Landsbergis. Der ehemalige litauische Verteidigungsminister gehört zu den Befürwortern eines Schutzschirms im ukrainischen Luftraum – einer „Luftpolizei“. Der Plan zur Abwehr von Wladimir Putins Invasionstruppen klingt abenteuerlich, wie ihn der Guardian gerade ausmalt: Eine „internationale Luftwaffe“ soll helfen; mit bis zu 120 Maschinen.

Sky Shield sei eine von Europa geführte und unabhängig von der Nato betriebene Luftschutzzone, die russische Marschflugkörper und Drohnenangriffe auf Städte und Infrastruktur abwehren soll, schreibt das britische Blatt. Das Projekt könnte Teil des „Waffenstillstands im Himmel“ sein, den der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj aktuell vorgeschlagen habe, wie Guardian-Autor Dan Sabbagh schreibt.

Riskante Manöver gegen Russland: Duell-Situation mit russischen Maschinen ausdrücklich ausgeschlossen

Die Idee dahinter ist, dass westliche Kampfjets ohne Nato-Mandat innerhalb der ukrainischen Frontlinien den Himmel von anfliegenden Raketen oder Drohnen säubern sollen. Eine Duell-Situation mit russischen Maschinen sei ausdrücklich ausgeschlossen, schreibt der Guardian. Demnach stuften die Verfechter des Plans das Risiko für die Piloten als gering ein, da Russlands seit Beginn des Krieges vermeide, dass seine eigenen Kampfjets über die Frontlinie hinaus flögen. „Der faktische Abstand zu russischen Flugzeugen würde laut den Planentwicklern mehr als 200 Kilometer‘ betragen“, so Sabbagh über den Plan – in der Theorie.

„Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben jedoch kein wirkliches Interesse daran, Patrouillenflüge über dem ukrainischen Himmel zu genehmigen, solange der Krieg andauert“

Dan Sabbagh, The Guardian

Die reine Notwendigkeit solch eines Schirms macht gerade das Magazin Politico deutlich: Seit US-Präsident Donald Trump die Hilfe für die Ukraine eingestellt hat, hat Russland aktuell wieder einen massiven Raketen- und Drohnen-Angriff geführt – in dem sollen sich auf Seite der Verteidiger auch erstmals die französischen Mirage-Kampfjets behauptet haben. Laut Politico-Autorin Veronika Melkozerova hätten die Angriffe vor allem der zivilen und der Energie-Infrastruktur gegolten – in den Regionen Odessa, Poltawa, Charkiw und Ternopil. Das künftig zu verhindern, sei auch die Aufgabe des Sky Shield.

Dem Plan zufolge sollte der Sky Shield vorrangig die in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke der Ukraine Chmelnyzkyj, Riwne, Saporischschja und Süd-Ukraine schützen sowie die Städte Odessa und Lwiw abdecken – keinesfalls sollten sich die westlichen Kampfjets der Frontlinie oder dem Osten des Landes nähern, wie der Guardian weiter schreibt. Und laut einem jüngst veröffentlichten Dokument könnte es „eine größere militärische, politische und sozioökonomische Wirkung erzielen als 10.000 europäische Bodentruppen“, so Sabbagh.

Ende des Ukraine-Krieges: Ein Waffenstillstand könne durch Bodentruppen durchgesetzt werden

Ein früher Waffenstillstand entlang der bestehenden Linien könne die aktuellen Kampfhandlungen unterbrechen, müsse aber mit Maßnahmen zur Sicherheit der Ukraine verknüpft werden. Ein Waffenstillstand könne durch Bodentruppen durchgesetzt werden. Die europäischen Nato-Mitglieder sollten diese Bemühungen anführen – mit Unterstützung der USA. Dies ist das Ergebnis eines Symposiums des Thinktanks Atlantic Council vom Ende vergangenen Jahres als erster Abschnitt einer erfolgreichen Strategie zur Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine, wie die Autoren klarstellen.

Demnach könne eine Nato-Verteidigung der Ukraine „auf Grundlage ihrer Ressourcen, ihres Kampfgeistes, ihrer hochmodernen Militärtechnologie und ihrer kampferprobten Armee aufgebaut werden“, schreiben sie weiter. Die Autoren sorgten sich indes vor allem um die Gefahr einer Eskalation der regionalen Kämpfe zu einem Dritten Weltkrieg und um die Gefahr eines erneuten Ausbruchs des Ukraine-Krieges nach dessen Ende. Sie messen US-Waffen daher eine entscheidende Bedeutung zu.

Nur solange die Ukraine ihren eigenen Weg fortsetzt, habe sie demnach eine Chance auf einen einigermaßen akzeptablen Ausgang des Krieges: „Es ist offensichtlich, dass die Beendigung des Krieges mit Russland nur möglich ist, wenn der Aggressor nicht mehr in der Lage oder willens ist, ihn fortzusetzen, und gezwungen ist, seine Truppen aus der Ukraine abzuziehen, ob mit oder ohne Abschluss eines neuen Friedensabkommens“, schrieb Mitte vergangenen Jahres Oleksandr V. Danylyuk.

Der Trumpf der Ukraine: Patrouillierende Kampfjets im Hinterland wären ein wirksames Mittel

Der Analyst des britischen Thinktanks Royal United Services Institute (RUSI) fordert eine Gesamtstrategie, die alle der Ukraine und ihren Partnern zur Verfügung stehenden Mittel umfasse – auch nichtmilitärische. „Die militärische Strategie als wichtigster Teil der Gesamtstrategie sollte wiederum darauf ausgerichtet sein, Russland durch den Einsatz der Streitkräfte unannehmbaren Schaden zuzufügen“, schreibt Danylyuk. Dazu geeignet wäre tatsächlich eine Mauer, an der russische Luftschläge mit Raketen und Drohnen einfach abprallten – patrouillierende Kampfjets im Hinterland wären dafür ein wirksames Mittel, würden Luftabwehr-Raketen am Boden ausgehen.

Laut dem Guardian soll der Plan von Ehemaligen der britischen Royal Airforce geschmiedet worden sein. Neben dem Litauer Gabrielius Landsbergis zählt das britische Blatt als Unterstützer noch den ehemaligen polnischen Präsidenten Aleksander Kwaśniewski auf sowie einen ehemaligen US-Luftwaffen-General und Oberbefehlshaber der Nato neben einem ehemaligen britischen General, der auch schon stellvertretender Nato-Oberbefehlshaber gewesen sei. Anscheinend gehört zur Pro-Fraktion dieses Plans niemand aus dem aktiven Dienst in einer Position mit unmittelbarer Verantwortung. „Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben jedoch kein wirkliches Interesse daran, Patrouillenflüge über dem ukrainischen Himmel zu genehmigen, solange der Krieg andauert“, schreibt Sabbagh.

Einsatz gegen Putin: Kampfjets unter den Hoheitszeichen ihrer Länder vielleicht doch Kriegspartei

Wie der deutsche General Christin Freuding seit Kriegsausbruch im Bundeswehr-Podcast „Nachgefragt“ betont, handle der Westen der Lage angepasst. Das wäre ein Pro-Argument für einen Einsatz vielleicht auch deutscher Kampfjets im ukrainischen Hinterland; was von Russlands sicher anders gedeutet werden würde. „Für die Rechtsstellung als Kriegspartei und die Anwendung des Kriegsrechts kommt es heute deshalb nicht mehr auf den subjektiven Willen der Staaten zum Krieg, sondern ausschließlich auf den objektiven Tatbestand des internationalen bewaffneten Konflikts an. Ein solcher liegt vor, sobald ein Staat gegen einen anderen Staat Waffengewalt einsetzt“, schreibt Stefan Talmon auf dem „Verfassungsblog“.

Laut dem Völkerrechtler der Universität Bonn wäre zum Wechsel zur Kriegspartei insofern wohl keine offizielle Kriegserklärung eines Staats mehr nötig. Etwas komplexer aber in der Intention ähnlich sieht das Alexander Wentker, der in seiner Dissertation an der Stanford University den Begriff „Ko-Partei“ verwendet hat. Wentker zufolge reiche für eine Ko-Partei bereits der zurechenbare Beitrag zum Konflikt mit einem direkten operationalen Bezug zu Kampfhandlungen; diese Partei müsste in die Entscheidungsprozesse zu konkreten Militäroperationen involviert sein und beides müsste von der Ko-Partei wissentlich unternommen werden. Laut dieser Definition würden internationale Kampfjets unter den Hoheitszeichen ihrer Länder ebendiese doch zu Kriegsparteien machen.

Kampfjet-Koalition: Briten erwägen Flugzeuge, die „bis an die Zähne bewaffnet und einsatzbereit“ wären

Nicht umsonst hatte Wladimir Putin den nordkoreanischen Soldaten in seinen Diensten an der Kursk-Front russische Papiere ausgehändigt, um den Schein einer Staatsangehörigkeit zur kriegführenden Partei zu wahren. Ein Sky Shield aus einer internationalen Koalition wäre also letztendlich wohl doch als unmittelbarer Eintritt in die Kampfhandlungen zu werten. In der Zwischenzeit hat sich Belgien von der Koalition der Unterstützer eine Auszeit genommen, wie die Ukrainska Prawda meldet.

Franziskus-Nachfolge: Die Favoriten unter den Papst-Kandidaten – Deutscher mischt mit

Papst Franziskus ist tot. Das College of Cardinals Report listet laufend die Favoriten bei einer möglichen Papst-Wahl, dem sogenannten Konklave. Kardinäle mit Chancen auf den Heiligen Stuhl werden als „Papabili“ (lt. wörtlich: papstfähig) bezeichnet. Wir stellen die aktuellen Favoriten in unserer Fotostrecke vor.
Nach Papst Franziskus Tod muss ein neuer Papst gewählt werden. Das College of Cardinals Report listet laufend die Favoriten bei einer möglichen Papst-Wahl, dem sogenannten Konklave. Kardinäle mit Chancen auf den Heiligen Stuhl werden als „Papabili“ (lt. wörtlich: papstfähig) bezeichnet. Wir stellen die aktuellen Favoriten in unserer Fotostrecke vor. © Alessandra Tarantino/picture alliance/dpa
Der allerletzte Blick auf Papst Franziskus am Samstag (26. April) gegen 0.30 Uhr: Zeremonienmeister und Erzbischof Diego Giovanni Ravelli bedeckt das Gesicht des verstorbenen Papstes mit einem Seidentuch, bevor er seinen Sarg im Petersdom im Vatikan schließt.
Der allerletzte Blick auf Papst Franziskus am Samstag (26. April) gegen 0.30 Uhr: Zeremonienmeister und Erzbischof Diego Giovanni Ravelli bedeckt das Gesicht des verstorbenen Papstes mit einem Seidentuch, bevor er seinen Sarg im Petersdom im Vatikan schließt. © picture alliance/dpa/Vatican Media
Papst Franziskus gestorben - Vatikan
Für die Trauerfeier werden Hunderttausende Besucher erwartet. © Michael Kappeler/dpa
Die „Papabili“ 2025: Wer hat Chancen auf die Nachfolge von Papst Franziskus?
Die „Papabili“ 2025: Wer hat Chancen auf die Nachfolge von Papst Franziskus? © Giuseppe Giglia/Attila Kovacs/picture alliance/MTI/dpa/ABACAPRESS/Imago
Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson aus Ghana gilt als einer der Favoriten auf die Papst-Nachfolge.
Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson aus Ghana gilt als einer der Favoriten auf die Papst-Nachfolge. © MASSIMILIANO MIGLIORATO/CPP / via www.imago-images.de
Angelo Scola (l.): Wird er der Nachfolger von Papst Franziskus?
Angelo Scola (l.): Wird er der Nachfolger von Papst Franziskus? © imago stock&people
Kardinal Angelo Bagnasco: Geboren am 14. Januar 1943 in Italien, emeritierter Erzbischof von Genua.
Kardinal Angelo Bagnasco: Geboren am 14. Januar 1943 in Italien, emeritierter Erzbischof von Genua. © Angelo Carconi/picture alliance/dpa
Bagnasco war eigentlich schon im Ruhestand, wurde 2021 aber vom Vatikan zurückgeholt, um Missbrauchsvorwürfe gegen einen hochrangigen Geistlichen zu untersuchen. Er gilt als konservativer Vertreter des klassischen Papsttums – hier hilft ihm auch seine italienische Herkunft. Er wäre ein Kandidat, der Ruhe in die katholische Kirche bringen könnte, nach den bewegten Franziskus-Jahren.
Bagnasco war eigentlich schon im Ruhestand, wurde 2021 aber vom Vatikan zurückgeholt, um Missbrauchsvorwürfe gegen einen hochrangigen Geistlichen zu untersuchen. Er gilt als konservativer Vertreter des klassischen Papsttums – hier hilft ihm auch seine italienische Herkunft. Er wäre ein Kandidat, der Ruhe in die katholische Kirche bringen könnte, nach den bewegten Franziskus-Jahren. © Luca Zennaro/picture alliance/dpa
Kardinal Matteo Maria Zuppi: Geboren am 11. Oktober 1955 in Italien, Erzbischof von Bologna.
Kardinal Matteo Maria Zuppi: Geboren am 11. Oktober 1955 in Italien, Erzbischof von Bologna. © Stefano Spaziani/picture alliance/dpa
Zuppi ist Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI und damit eigentlich schon automatisch unter den Favoriten. Diplomatisches Geschick konnte er schon mehrfach beweisen, ist aktuell Sondergesandter des Papstes für Frieden in der Ukraine.
Zuppi ist Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI und damit eigentlich schon automatisch unter den Favoriten. Diplomatisches Geschick konnte er schon mehrfach beweisen, ist aktuell Sondergesandter des Papstes für Frieden in der Ukraine. © Italy Photo Press/Imago
Kardinal Robert Sarah: Geboren am 15. Juni 1945 in Guinea, emeritierter Präfekt der Kongregation für Gottesdienst und die Sakramentanordnung.
Kardinal Robert Sarah: Geboren am 15. Juni 1945 in Guinea, emeritierter Präfekt der Kongregation für Gottesdienst und die Sakramentanordnung. © Giuseppe Giglia/picture alliance/dpa
Sarah wurde einst vom damaligen deutschen Papst Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt. Bereits nach dem Rücktritt von Joseph Ratzinger galt er als „Papabile“. Ein Papst vom afrikanischen Kontinent wäre ein Novum für die katholische Kirche. Seine Chancen bei Anhängern von Franziskus könnte schmälern, dass er im Januar scharfe Kritik an der von Franziskus unterstützen Segnungen homosexueller Gläubiger geäußert hatte. Damals wurden sogar Rufe laut, er solle seinen Kardinalshut abgeben.
Sarah wurde einst vom damaligen deutschen Papst Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt. Bereits nach dem Rücktritt von Joseph Ratzinger galt er als „Papabile“. Ein Papst vom afrikanischen Kontinent wäre ein Novum für die katholische Kirche. Seine Chancen bei Anhängern von Franziskus dürfte schmälern, dass er im Januar scharfe Kritik an der von Franziskus unterstützen Segnungen homosexueller Gläubiger geäußert hatte. Damals wurden sogar Rufe laut, er solle seinen Kardinalshut abgeben.  © Giuseppe Giglia/picture alliance/dpa
Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle: Geboren am 21. Juni 1957 auf den Philippinen, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung.
Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle: Geboren am 21. Juni 1957 auf den Philippinen, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung. © Mark R. Cristino/picture alliance/dpa
Einen Papst aus dem Fernen Osten gab es im Vatikan bislang ebenfalls noch nicht. Der katholische Glaube ist im südostasiatischen Raum allerdings weit verbreitet. Auch Tagle galt bei dem Konklave 2013 bereits als Mit-Favorit. Damals wurde letztendlich Franziskus zum Papst ernannt, der Beziehung zwischen Tagle und ihm schadete das aber nicht. Tagle gilt als einer der einflussreichsten Männer unter dem aktuellen Papst und als einer der Nicht-Italiener mit den größten Chancen auf dessen Nachfolge.
Einen Papst aus dem Fernen Osten gab es im Vatikan bislang ebenfalls noch nicht. Der katholische Glaube ist im südostasiatischen Raum allerdings weit verbreitet. Auch Tagle galt bei dem Konklave 2013 bereits als Mit-Favorit. Damals wurde letztendlich Franziskus zum Papst ernannt, der Beziehung zwischen Tagle und ihm schadete das aber nicht. Tagle gilt als einer der einflussreichsten Männer unter dem aktuellen Papst und als einer der Nicht-Italiener mit den größten Chancen auf dessen Nachfolge. © Ettore Ferrari/picture alliance/dpa
Kardinal Malcolm Ranjith: Geboren am 15. November 1947 in Sri Lanka, Metropolitanbischof von Colombo.
Kardinal Malcolm Ranjith: Geboren am 15. November 1947 in Sri Lanka, Metropolitanbischof von Colombo. © L'osservatore Romano
Ranjith gilt als Verfechter traditioneller Werte. 2024 positionierte er sich deutlich gegen die Einführung zweier Gesetzentwürfe zur Unterstützung gleichgeschlechtlicher Ehen in Sri Lanka. Im Oktober verbot er Priestern, den Altardienst zu erlauben. Sein Werdegang spielte sich trotz seiner Herkunft weitestgehend in Rom ab: Ranjith studierte an der Päpstlichen Universität Urbania und machte seinen Abschluss am Päpstlichen Bibelinstitut. 1975 wurde er von Papst Paul VI. in Rom zum Priester geweiht.
Ranjith gilt als Verfechter traditioneller Werte. 2024 positionierte er sich deutlich gegen die Einführung zweier Gesetzentwürfe zur Unterstützung gleichgeschlechtlicher Ehen in Sri Lanka. Im Oktober verbot er Priestern, den Altardienst zu erlauben. Sein Werdegang spielte sich trotz seiner Herkunft weitestgehend in Rom ab: Ranjith studierte an der Päpstlichen Universität Urbania und machte seinen Abschluss am Päpstlichen Bibelinstitut. 1975 wurde er von Papst Paul VI. in Rom zum Priester geweiht. © Gemunu Amarasinghe/picture alliance/dpa
Kardinal Pietro Parolin: Geboren am 17. Januar 1955 in Italien, Staatssekretär des Vatikan.
Kardinal Pietro Parolin: Geboren am 17. Januar 1955 in Italien, Staatssekretär des Vatikan. © Paulo Cunha/picture alliance/dpa
Während Franziskus‘ Aufenthalt im Krankenhaus kristallisierte sich Parolin als einer der wichtigsten Männer im Vatikan heraus. Er soll im Besitz einer „bedingten Rücktrittserklärung“ des Papstes gewesen sein, könnte demnach den Heiligen Stuhl als vakant erklären, sollte Franziskus länger krank bleiben. Weil sowohl Kardinalsdekan Giovanni Battista Re (91) als auch Vizedekan Leonardo Sandri (81) die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten haben, würde Parolin als ältester Kardinalbischof auch den Konklave leiten.
Während Franziskus‘ Aufenthalt im Krankenhaus kristallisierte sich Parolin als einer der wichtigsten Männer im Vatikan heraus. Er soll im Besitz einer „bedingten Rücktrittserklärung“ des Papstes gewesen sein. Weil sowohl Kardinalsdekan Giovanni Battista Re (91) als auch Vizedekan Leonardo Sandri (81) die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten haben, würde Parolin als ältester Kardinalbischof auch das Konklave leiten. © Evandro Inetti/picture alliance/dpa
Kardinal Pierbattista Pizzaballa: Geboren am 21. April 1965 in Italien, Lateinischer Patriarch von Jerusalem.
Kardinal Pierbattista Pizzaballa: Geboren am 21. April 1965 in Italien, Lateinischer Patriarch von Jerusalem.  © Nasser Nasser/picture alliance/dpa
Pizzaballa gilt als geschickter Diplomat im politisch so angespannten Nahen Osten, sein Stil als unkonventionell. Er steht im Dialog mit jüdischen, islamischen sowie christlich-orthodoxen Religionsführern. Das könnte bei einem Konklave für ihn zum Vorteil werden.
Pizzaballa gilt als geschickter Diplomat im politisch so angespannten Nahen Osten, sein Stil als unkonventionell. Er steht im Dialog mit jüdischen, islamischen sowie christlich-orthodoxen Religionsführern. Das könnte bei einem Konklave für ihn zum Vorteil werden. © Ilia Yefimovich/picture alliance/dpa
Kardinal Peter Erdö: Geboren am 25. Juni 1952 in Ungarn, Metropolitanbischof von Esztergom-Budapest.
Kardinal Peter Erdö: Geboren am 25. Juni 1952 in Ungarn, Metropolitanbischof von Esztergom-Budapest. © Rolf Vennenbernd/picture alliance/dpa
Bei Konservativen, die auf eine Abkehr von Franziskus‘ progressivem Kurs hoffen, dürfte Erdö beste Chancen haben. Der Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenz gilt als durch und durch traditionell, steht der Orthodoxie auch aufgrund seiner Herkunft nahe. 2005 war Erdö übrigens der jüngste Kardinal im Konklave nach dem Tod von Johannes Paul II.
Bei Konservativen, die auf eine Abkehr von Franziskus‘ progressivem Kurs hoffen, dürfte Erdö beste Chancen haben. Der Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenz gilt als durch und durch traditionell, steht der Orthodoxie auch aufgrund seiner Herkunft nahe. 2005 war Erdö übrigens der jüngste Kardinal im Konklave nach dem Tod von Johannes Paul II. © Attila Kovacs/picture alliance/dpa
Kardinal Willem Eijk: Geboren am 22. Juni 1953 in den Niederlanden, Metropolitanbischof von Utrecht.
Kardinal Willem Eijk: Geboren am 22. Juni 1953 in den Niederlanden, Metropolitanbischof von Utrecht. © Maurizio Brambatti/picture alliance/dpa
Eijk (Mitte) ist kein Freund von Reformen. Im Herbst 2024 sagt er der Zeitschrift Communio, die Weltkirche müsse von den Irrtümern der niederländischen Kirche lernen, die mit liberalen Positionierungen keinen Erfolg gehabt hatte.
Eijk (Mitte) ist kein Freund von Reformen. Im Herbst 2024 sagt er der Zeitschrift Communio, die Weltkirche müsse von den Irrtümern der niederländischen Kirche lernen, die mit liberalen Positionierungen keinen Erfolg gehabt hatte.  © Thomas Frey/picture alliance/dpa
Kardinal Anders Arborelius: Geboren am 24. September 1949 in der Schweiz, Bischof von Stockholm.
Kardinal Anders Arborelius: Geboren am 24. September 1949 in der Schweiz, Bischof von Stockholm. © Osservatore Romano
Arborelius ist der erste Schwede, der zum Kardinal erhoben wurde – 2017 von Papst Franziskus. Er gilt als besonnener Mensch und als gleichermaßen beliebt unter Konservativen wie Progressiven. Außergewöhnlich: Im schwedischen Lund ist er als Lutheraner aufgewachsen, konvertierte im Alter von 20 Jahren zum Katholizismus.
Arborelius ist der erste Schwede, der zum Kardinal erhoben wurde – 2017 von Papst Franziskus. Er gilt als besonnener Mensch und als gleichermaßen beliebt unter Konservativen wie Progressiven. Außergewöhnlich: Im schwedischen Lund ist er als Lutheraner aufgewachsen, konvertierte im Alter von 20 Jahren zum Katholizismus. © Marius Becker/picture alliance/dpa
Kardinal Charles Maung Bo: Geboren am 29. Oktober 1948 in Myanmar, Erzbischof von Yangon.
Kardinal Charles Maung Bo: Geboren am 29. Oktober 1948 in Myanmar, Erzbischof von Yangon. © L‘Osservatore Romano/picture alliance/dpa
Als Präsident der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen hat Bo großen Einfluss. Außerdem ist er Vizepräsident von „Religions für Peace“, eine NGO mit dem Ziel, durch interreligiösen Dialog Friedensarbeit zu leisten. Krisenfestigkeit muss Bo seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2021 in Myanmar beweisen. Zehntausende kamen bei Kämpfen ums Leben, Millionen Menschen wurden aus dem Land vertrieben.
Als Präsident der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen hat Bo großen Einfluss. Außerdem ist er Vizepräsident von „Religions für Peace“, eine NGO mit dem Ziel, durch interreligiösen Dialog Friedensarbeit zu leisten. Krisenfestigkeit muss Bo seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2021 in Myanmar beweisen. Zehntausende kamen bei Kämpfen ums Leben, Millionen Menschen wurden aus dem Land vertrieben. © Jay Rommel Labra/picture alliance/dpa
Kardinal Jean-Marc Aveline: Geboren am 26. Dezember 1958 in Algerien, Metropolitanbischof von Marseille.
Kardinal Jean-Marc Aveline: Geboren am 26. Dezember 1958 in Algerien, Metropolitanbischof von Marseille. © Denis Thaust / SOPA Images/Imago
Aveline gilt als Vertrauter von Papst Franziskus, wurde von ihm 2019 zum Erzbischof von Marseille und 2022 zum Kardinal ernannt. Angesehen ist Aveline auch außerhalb der geistlichen Welt, Marseilles Bürgermeister Benoît Payan beschrieb ihn in einem Interview mit der Zeitung L‘Obs als „Mann von überragender Intelligenz“. Bei kritischen Kirchenthemen wie der Ordination von Frauen oder Zweifeln am Zölibat hielt sich Aveline in der Vergangenheit eher bedeckt. Damit hat er sich wenig positioniert, aber eben auch keine Feinde gemacht.
Aveline galt als Vertrauter von Papst Franziskus, wurde von ihm 2019 zum Erzbischof von Marseille und 2022 zum Kardinal ernannt. Angesehen ist Aveline auch außerhalb der geistlichen Welt, Marseilles Bürgermeister Benoît Payan beschrieb ihn in einem Interview mit der Zeitung L‘Obs als „Mann von überragender Intelligenz“. Bei kritischen Kirchenthemen wie der Ordination von Frauen oder Zweifeln am Zölibat hielt sich Aveline in der Vergangenheit eher bedeckt. Damit hat er sich wenig positioniert, aber eben auch keine Feinde gemacht. © Coust Laurent/ABACA/Imago
Kardinal Gerhard Ludwig Müller: Geboren am 31. Dezember 1947 in Deutschland, Emeritierter Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre.
Kardinal Gerhard Ludwig Müller: Geboren am 31. Dezember 1947 in Deutschland, Emeritierter Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre. © Vandeville Eric/ABACA/Imago
Ein Kardinal aus Deutschland, genauer aus Mainz, hat es immerhin in die erweiterte „Papabili“-Liste des College of Cardinals Report geschafft. Der ehemalige Bischof von Regensburg gilt als intelligent und bodenständig und wird vor allem als versierter Theologe geschätzt. Generell haben deutsche Geistliche seit dem Amtsende von Papst Benedikt XVI. allerdings an Einfluss im Vatikan verloren.
Ein Kardinal aus Deutschland, genauer aus Mainz, hat es immerhin in die erweiterte „Papabili“-Liste des College of Cardinals Report geschafft. Der ehemalige Bischof von Regensburg gilt als intelligent und bodenständig und wird vor allem als versierter Theologe geschätzt. Generell haben deutsche Geistliche seit dem Amtsende von Papst Benedikt XVI. allerdings an Einfluss im Vatikan verloren.  © Vandeville Eric/ABACA/Imago

Laut Politico wollte Belgien bis 2028 insgesamt 30 F-16-Kampfjets in die Ukraine liefern. In 2024 seien möglicherweise die ersten Maschinen dort angekommen, 2025 sollte ebenfalls eine Tranche geliefert werden – die werden allerdings erst 2026 eintreffen. Der belgische Premierminister Bart De Wever begründet das, laut der Ukrainska Prawda, mit der verzögerten Anlieferung von US-amerikanischen F-35-Kampfjets, die die F-16 ersetzen sollen. Demgegenüber hat Großbritannien erwogen, eine „Luftpolizei“ für die Ukraine zu stellen. Laut der Times erwägt die britische Regierung die Entsendung von Typhoon-Kampfflugzeugen zur Rund-um-die-Uhr-Überwachung des Himmels über der Ukraine.

Wie die Times von einer Quelle aus der Royal Air Force erfahren haben will, könnten die Flugzeuge in Polen stationiert sein. Laut dem Blatt seien die Gespräche noch ganz am Anfang, aber die Quelle sagte gegenüber der Times, eine „Luftpolizei“-Mission benötige Flugzeuge, die „bis an die Zähne bewaffnet und einsatzbereit“ wären – „wir sind bereit, alles zu tun, was man uns sagt“.

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