Das sind die aktuellen Umfragen zur Spanien-Wahl 2023
VonChristian Stör
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Am 23. Juli wird in Spanien das Parlament neu gewählt. Hier finden Sie die wichtigsten Umfragen zu den Wahlen.
Madrid - In Spanien kommt es in diesem Jahr zu einer vorgezogenen Parlamentswahl. Statt wie bisher vorgesehen am Jahresende wird nun bereits am 23. Juli ein neues Parlament gewählt. Hintergrund für die Entscheidung war das Debakel der Linken bei den Regional- und Kommunalwahlen am 28. Mai, die Spanien deutlich nach rechts rücken ließen. Daraufhin entschied sich Spaniens sozialistischer Ministerpräsident Pedro Sánchez, „das Parlament aufzulösen und eine Parlamentswahl anzusetzen“.
Die oppositionelle konservative Volkspartei (PP) hofft bei der Parlamentswahl am 23. Juli auf einen ähnlichen Erfolg wie bei den Regional- und Kommunalwahlen im Mai.
Wahltrend zur Spanien-Wahl: Aktuelle Umfragen zur Parlamentswahl am 23. Juli
Wer hat die besten Chancen bei der Spanien-Wahl 2023? Ein Blick auf die aktuellen Umfragen kann dabei helfen, diese Frage zu beantworten. Zu berücksichtigen ist dabei, dass solche Umfragen grundsätzlich nur die aktuelle politische Stimmung abbilden. Sie sind keine Prognosen für das Ergebnis und generell mit Unsicherheiten behaftet.
Spanien-Wahl: Konservative sind klar in Führung
Den Umfragen zufolge dürfte die konservative Volkspartei PP von Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo mit deutlichem Abstand die meisten Stimmen bekommen und die PSOE von Sánchez als stärkste Kraft ablösen. Zwar beteuert Feijóo, er wolle allein regieren, aber eine absolute Mehrheit scheint außer Reichweite. Er wäre auf die rechtsextreme Vox-Partei angewiesen - ein mögliches Bündnis, das Sánchez Anfang Juli in einem Interview mit der Zeitung El Periódico als „Schande“ für Spanien bezeichnete.
Spanien-Wahl 2023: Sánchez setzt alles auf eine Karte - Rechtsruck droht
Hoffnung auf einen Wahlsieg kann sich die amtierende Linksregierung laut den Umfragen allerdings kaum machen. Auch der Umstand, dass die Parteien links von der PSOE vereint im Bündnis Sumar in die Parlamentswahl gehen, dürfte daran nichts ändern. Laut aktuellem Wahltrend von PolitPro könnte die Regierung jedenfalls nicht im Amt bleiben (Stand: 22. Juli). Berücksichtigt wurden dabei jeweils die letzten Sonntagsfragen von Instituten mit Umfragen in den vergangenen 100 Tagen.
Partei
Prozent
PP
33,7
PSOE
27,9
Vox
13,4
Sumar
13,3
ERC
2,2
JxC
2,0
PNV
1,3
EHB
1,3
Sonstige
4,9
Umfragen deuten auf Regierungswechsel in Spanien hin
Tatsächlich scheint nur die Frage offen, ob die PP und die rechtspopulistische Partei Vox gemeinsam eine Regierungsmehrheit erringen können. Auch zwei Erhebungen vom 15. Juli gaben auf diese Frage keine Antwort. Während die Umfrage des Instituts GAD3 für die konservative Zeitung ABC eine Mehrheit für ein solches Bündnis ergab, reicht es einer Umfrage von 40dB für die linksliberale Zeitung El Pais zufolge nicht dafür. Für eine Mehrheit im Parlament sind 176 der insgesamt 350 Sitze nötig.
Umfrage GAD3
Umfrage 40dB
PP 37,2 % (152 Sitze)
PP 32,0 % (133 Sitze)
Vox 11,7 % (29 Sitze)
Vox 14,6 % (39 Sitze)
Zusammen 181 Sitze
Zusammen 172 Sitze
PSOE 28,5 % (115 Sitze)
PSOE 28,3 % (109 Sitze)
Sumar 11,4 % (25 Sitze)
Sumar 13,8 % (38 Sitze)
Zusammen 140 Sitze
Zusammen 147 Sitze
Spanien-Wahl: Konservative für Regierungsmehrheit weiter auf Rechtspopulisten angewiesen
Einer Umfrage zufolge, die im Auftrag der Zeitung La Vanguardia vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Ipsos durchgeführt und am 9. Juli veröffentlicht wurde, würden die Konservativen von der PP mit deutlichem Abstand gewinnen und mit 138 bis 147 Abgeordneten in das spanische Parlament einziehen, was ein deutlicher Zugewinn wäre. Auf die regierende PSOE kämen hingegen nur noch 102 bis 113 Sitze.
Obwohl die rechtspopulistische Vox-Partei nach dieser Befragung bis zu zwanzig Mandate verlieren würde, wäre die PP immer noch auf ein Zusammengehen mit ihr angewiesen, um eine Regierungsmehrheit bilden zu können. Ein Rechtsruck droht Spanien damit immer noch. In unserem Live-Ticker zur Spanien-Wahl können Sie alle Entwicklungen verfolgen.
So verlief die Spanien-Wahl 2019
Bei der Parlamentswahl am 10. November 2019 musste die regierende sozialdemokratische PSOE zwar den Verlust dreier Mandate hinnehmen, blieb aber stärkste Partei. Podemos verlor sogar sieben Sitze. Auf der rechten Seite des Parteienspektrums waren die Verschiebungen deutlicher ausgeprägt. Während die PP (+22 Sitze) und Vox (+28) deutlich zulegen konnten, büßten die rechtsliberalen Ciudadanos 47 Mandate ein. Die von Pedro Sánchez geführte Minderheitsregierung aus PSOE und Podemos unter Duldung separatistischer und nationalistischer Regionalparteien wurde Anfang Januar 2020 vom Parlament bestätigt. (cs/dpa)