Kommentar

Krieg und Krise im Sudan: Wir können etwas tun

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Protest in London gegen die Einflussnahme der Vereinigten Arabischen Emirate auf das Blutvergießen in Sudan.
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Mit der Gewalt im Sudan werden knallharte Machtinteressen durchgesetzt. Der Westen kann und muss darauf reagieren. Der Kommentar.

Khartum – Was lange bekannt ist, gibt es jetzt auch offiziell in Form eines UN-Untersuchungsberichts: Im Sudan verüben Armee und Milizen brutale Angriffe auf die Zivilbevölkerung. Sie zerstören zivile Infrastruktur wie Schulen, Hospitäler und die Wasserversorgung. Bei vielen Vergehen könnte es sich um Kriegsverbrechen handeln.

Schnell kommt bei solchen Nachrichten ein Gefühl der Ohnmacht auf: Da wüten wieder mal zwei afrikanische Kriegsparteien – und man kann nichts dagegen tun.

Sudan: Die Machtinteressen der Vereinigten Arabischen Emirate im Sudan

Ein Milizionär mit militärischer Ausrüstung, die angeblich während eines Gefechts im umkämpften Gebiet in Süd-Darfur erbeutet wurde (Archivbild).

Doch so ganz stimmt das nicht. Denn mit der Gewalt im Sudan werden knallharte Machtinteressen durchgesetzt: Vor allem die Vereinigten Arabischen Emirate sind hier zu nennen. Sie unterstützen die RSF-Milizen, liefern laut Fachleuten auf verdeckten Wegen Waffen und Munition. Ein Beispiel: Wenn im Sudan nun Kleinbauern und ihre Familien fliehen, werden Flächen „frei“, auf denen Vieh weiden kann – was nötig ist, um den gestiegenen Fleischhunger der Emirate zu sättigen.

Das ist nur ein Beispiel von vielen, das verdeutlicht, dass man keineswegs zum Nichtstun verdammt ist. Vielleicht muss es ja nicht gerade jetzt eine Reise nach Dubai sein? Und man kann Europas Politik nur bestärken, alle denkbaren diplomatischen Hebel zu nutzen, um auf die Emirate einzuwirken. Denn wir sind nicht ohnmächtig. (Fabian Scheuermann)

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