Syrien ernennt Frau zur Gouverneurin – während Frankreich IS bekämpft
VonLaura May
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Frankreich startet nach dem Sturz von Assad erstmals Angriffe auf IS-Stellungen in Syrien. Gleichzeitig wird im Süden Syriens eine Frau zur Gouverneurin ernannt.
Damaskus – Nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad in Syrien werden die machtpolitischen Karten in dem Land neu gemischt. Während sich die siegreichen HTS-Rebellen um ein gemäßigtes Image und eine friedliche Machtübernahme bemühen, versucht auch der Islamische Staat die Gunst der Stunde zu nutzen und ihre Macht sowie radikal islamistisches Gedankengut auszuweiten.
Lage in Syrien: Neue Regierung ernennt Frau zur Gouverneurin
Dennoch hat eine weitere Frau von der Übergangsregierung einen wichtigen offiziellen Posten verliehen bekommen. Obwohl auch die neue Führungsriege in Syrien islamistisch geprägt ist, wurde Muhsina al-Mahithaui zur Gouverneurin der Provinz Suwaida im Süden des Landes ernannt, wie die syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete. Die Angehörige der drusischen Gemeinde studierte an der Universität Damaskus und leitete zuvor eine größere Bank in der Provinz Suwaida, aus der sie auch stammt.
Neue Gouverneurin in Syrien kämpfte trotz Schikanen immer weiter gegen Assad
Aktivistin Aiham al-Schufi bezeichnete al-Mahithaui als eine der führenden Figuren in den Protesten gegen die inzwischen gestürzte Regierung von Machthaber Baschar al-Assad. Sie sei „eine der ersten Frauen bei der friedlichen Bewegung in der Provinz Suwaida gegen die Regierung“ gewesen. Trotz Schikanen der Regierung habe sie sich dabei nicht vom Weg abbringen lassen, sagte al-Schufi der Nachrichtenagentur dpa.
Es ist die dritte Ernennung einer Frau auf einen höheren offiziellen Posten in der Übergangsregierung. Auch die geschäftsführende Direktorin der Zentralbank und die Leiterin des Büros für Frauenangelegenheiten sind Frauen.
Bürgerkrieg in Syrien: Frankreich bombardiert IS – erster Angriff seit Assad-Sturz
Während in Teilen Syriens progressiver Wind weht, versucht der extremistische „Islamische Staat“ (IS) im Norden des Landes jedoch verlorene Macht zurückzugewinnen. Trotz des 2019 verkündeten militärischen Siegs über die Terrormiliz Islamischer Staat sind deren Zellen weiterhin in Syrien aktiv und versuchen ihr Kalifat voranzutreiben.
Aus Sorge vor einem erneuten Erstarken der Terrororganisation hat die französische Armee deshalb zwei mutmaßliche Standorte des IS bombardiert, wie unter anderem der Guardian berichtet. Es ist der erste Angriff auf Syrien seit dem Sturz von Machthaber al-Assad. Die Angriffe seien am Sonntag im Rahmen der internationalen Militäroperation „Inherent Resolve“ erfolgt, die seit 2014 im Irak und seit 2015 in Syrien gegen den IS läuft, teilte Frankreichs Verteidigungsminister Sébastien Lecornu nun mit.
Syrien-Rebellen stürzen Assad: Die Bilder des Machtwechsels
Wie der Sender BFMTV unter Verweis auf das Ministerium berichtete, setzte Frankreich für den Angriff Rafale-Kampfjets und eine Drohne gegen Verstecke der Terrororganisation in Zentralsyrien ein. Insgesamt seien sieben Bomben gegen zwei von Frankreich ausgewählte Ziele abgeworfen worden. Nach Informationen des Senders erfolgten die Angriffe vom französischen Luftwaffenstützpunkt Prince-Hassan in Jordanien aus. (lm/dpa)