Update, 6:40 Uhr: Die Außenminister der G7-Staaten wollen den Druck auf Russland im Ukraine-Krieg weiter erhöhen. In einer Erklärung bekundeten die Außenminister Deutschlands, Großbritanniens, Kanadas, Frankreichs, Italiens, Japans und der USA ihre „unerschütterliche Unterstützung“ für die territoriale Integrität der von Russland angegriffenen Ukraine. „Eine sofortige Waffenruhe ist dringend erforderlich.“ Die Minister kündigten zudem wirtschaftliche Sanktionen an, ohne konkreter zu werden. „Wir erhöhen die wirtschaftlichen Kosten für Russland und prüfen Maßnahmen gegen Länder und Organisationen, die Russlands Kriegsanstrengungen mitfinanzieren“, hieß es weiter.
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update, 13. November, 5:10 Uhr: Neue Details zur Lage in Pokrowsk: Der ukrainische Armeechef Olexander Syrskyj hat in sozialen Netzwerken mitgeteilt, dass von einer Kontrolle der Russen oder einer operativen Einkreisung der ukrainischen Einheiten keine Rede sein könne. Der ständige Kampf gegen kleine Sturmtruppen dauere an, so Syrskyj. „In den vergangenen sieben Tagen wurden infolge von Such- und Angriffsaktionen 7,4 Quadratkilometer des Gebiets Pokrowsk in der Region Donezk von feindlichen Gruppen gesäubert.“
Update, 22:27 Uhr: Der Ort Kostjantyjniwka im Gebiet Donezk steht vor einer Evakuierung. Das berichtet Ukrinform unter Berufung auf die Militärverwaltung der Region Donezk. Aktuell würden sich noch circa 4800 Menschen in der Stadt befinden. Zuletzt hatten Putins Soldaten versucht, tiefer in das Gebiet einzudringen; die ukrainische Armee hatte einen ersten Versuch jedoch vereitelt und die Russen zu einem Rückzug gezwungen.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Ukraine News: Putins Armee nutzt Wetter für Pokrowsk-Belagerung
Update, 20:43 Uhr: Russische Truppen sind bei einem Angriff im Nebel teilweise in die ostukrainische Stadt Pokrowsk eingedrungen. Videos zeigten, wie russische Soldaten bei schlechtem Wetter nicht mit schwerem Gerät, sondern mit Pkws, Motorrädern oder zu Fuß vorrückten. „Der Feind nutze die schwierigen Wetterbedingungen“, schrieb Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj auf Facebook. Die strategisch wichtige Stadt mit einst 60.000 Einwohnern wird seit über einem Jahr attackiert – ihre Einnahme wäre für Moskau ein psychologisch wichtiger Sieg im Ukraine-Krieg.
Update, 19:43 Uhr: Ukrainische Luftlandetruppen haben einen russischen Großangriff auf Pokrowsk teilweise abgewehrt. Das 7. Korps der Luftlandestreitkräfte zerstörte fünf Motorräder und fünf Fahrzeuge der Angreifer. Das teilten die ukrainischen Streitkräfte am Mittwochabend mit. Seit dem 6. November verstärken russische Truppen ihre Präsenz in der von Drohnen umzingelten Stadt mit leichten Fahrzeugen und Mörsern, wie die Ukrainska Pravda unter Berufung auf Soldaten von der Pokrowsk-Front berichtet. Gleichzeitig meldete das 7. Korps, dass die Verteidiger weiterhin russische Stellungen in bestimmten Stadtblöcken bekämpfen.
Update, 18:00 Uhr: Die ukrainischen Städte Pokrowsk und Myrnohrad in der Oblast Donezk sind von humanitärer Hilfe abgeschnitten worden. „Der Feind vernichte täglich die Zivilbevölkerung, und nur noch Verteidiger könnten den verbliebenen Bewohnern helfen“, teilte der Leiter der Militärverwaltung Wadym Filaschkin mit
.„Es ist unmöglich, die Menschen zu erreichen, die dort geblieben sind. Wir können kein Wasser, keine humanitäre Hilfe oder Medikamente liefern“, sagte Filaschkin der nationalen Nachrichtensendung. In Pokrowsk würden noch 1.253 Menschen ausharren, in Myrnohrad 1.350. Russische Truppen sind seit mindestens 6. November in Pokrowsk eingedrungen und setzen Motorräder sowie Pickup-Trucks ein.
Ukraine News: Korruptionsskandal in der Ukraine – Energieministerin tritt zurück
Update, 16:19 Uhr: Im Zuge der Korruptionsermittlungen in der Ukraine zieht die ukrainische Energieministerin Konsequenzen: Switlana Hryntschuk hat ihren Rücktritt angekündigt – weist jedoch Fehlverhalten zurück. Selenskyj hatte zuvor ihre und die Entlassung des Justizministers gefordert.
Update, 16:07 Uhr: Russland hat Europa vorgeworfen, sich auf einen Krieg vorzubereiten und eine aggressive Militarisierungspolitik zu verfolgen. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur RIA. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, dass „promilitaristische Stimmungen in europäischen Ländern sehr stark ausgeprägt“ seien.
Peskow warnte, dass die erhöhten Militärbudgets europäischer Länder zu einer Überlastung ihrer Volkswirtschaften führen würden. Die EU-Verteidigungsstrategie sehe vor, innerhalb von vier Jahren rund 800 Milliarden Euro aufzubringen. Außenminister Sergej Lawrow betonte, die NATO sei direkt in den Ukraine-Krieg involviert – nicht nur durch Waffenlieferungen, sondern auch durch Personalausbildung.
Ukraine News: Truppen ziehen sich aus Dörfern von der Front zurück – Vorstoß Russland wohl gestoppt
Update, 14:12 Uhr: Ukrainische Truppen haben sich aus dem Dorf Rivnopillia im nordöstlichen Gebiet Saporischschja zurückgezogen. Das berichtet der Kyiv Independent. Der Rückzug erfolgte einen Tag nach dem ukrainischen Abzug aus fünf weiteren Siedlungen in der Region, darunter die vollständige Räumung der Dörfer Uspeniwka und Nowomykolajiwka. Laut den Südlichen Verteidigungskräften zogen sich die ukrainischen Truppen aus Rivnopillia auf „verteidigungsfähigere Positionen zurück, um die Leben ihrer Soldaten zu schützen“. Gleichzeitig sei der Vormarsch der russischen Streitkräfte in der Region gestoppt worden.
Update, 13:38 Uhr: Russland hat offiziell einen neuen Zweig seiner Streitkräfte für unbemannte Systeme gegründet und erkennt damit erstmals Drohnen als separaten Bestandteil seiner Militärstruktur an. Die neu geschaffenen „Streitkräfte für unbemannte Systeme“ umfassen vollständig organisierte Regimenter, Einheiten und eine eigene Kommandostruktur, wie das russische Nachrichtenportal Astra berichtet.
Oberst Sergej Ischtuganov, stellvertretender Leiter des neuen Zweigs, erklärte, dass Führung und operativer Rahmen bereits bestimmt seien. „Der Ausbau bestehender Formationen und die Schaffung neuer Einheiten der Streitkräfte für unbemannte Systeme gehen weiter“, sagte Ischtuganov. Die Entscheidung geht auf eine Direktive von Kremlchef Wladimir Putin zurück, der im Dezember 2024 die Gründung eines eigenen Drohnen-Zweigs angeordnet hatte – ein Schritt, der die wachsende Bedeutung unbemannter Systeme im Ukraine-Krieg unterstreicht.
Ukraine News: Klitschko schlägt niedrigeres Mobilisierungsalter vor – wegen Soldaten-Mangel
Update, 13:14 Uhr: Vitali Klitschko, der Bürgermeister von Kiew, hat angesichts des akuten Mangels an Soldaten in der Armee eine Senkung des Mobilisierungsalters vorgeschlagen. In einem Interview mit dem Axel Springer Global Reporters Network äußerte er: „Momentan kannst du in der Ukraine erst ab 25 mobilisiert werden. Man könnte es um ein oder zwei Jahre absenken – auf 23 oder 22.“ Zahlreiche wehrpflichtige Ukrainer haben das Land verlassen. Im August erlaubte die ukrainische Regierung Männern bis einschließlich 23 Jahren die Ausreise, was eine erneute Fluchtwelle aus dem kriegsgeplagten Land auslöste. Männer im Alter von 24 bis 60 Jahren dürfen weiterhin nur in Ausnahmefällen die Ukraine verlassen.
Update, 12:39 Uhr: Russland hat zusätzliche Truppen in Richtung der umkämpften Stadt Pokrowsk in der Oblast Donezk verlegt. Die Partisanengruppe Atesch berichtet, dass die russische Armee sowohl ihre Hauptstreitkräfte als auch operativen Reserven für die Offensive erschöpft habe und nun andere Frontabschnitte schwächen müsse. Das berichtet der Kyiv Independent. Soldaten des 506. russischen motorisierten Schützenregiments teilten demnach mit, dass die neu angekommenen Truppen direkt in Sturmoperationen geschickt würden, teilweise ohne formelle Registrierung beim Regiment.
E5-Verteidigungsminister treffen sich am Freitag in Berlin zum Ukraine-Krieg
Update, 12:20 Uhr: Die Verteidigungsminister Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Polens und Großbritanniens werden sich am Freitag in Berlin zu einem Krisengipfel zur Stärkung der europäischen Sicherheit und militärischen Ukraine-Hilfe treffen. Gastgeber Boris Pistorius wird seine Kollegen im Bendlerblock, Sitz des Verteidigungsministeriums, empfangen.
Bei dem sechsten Treffen der informellen Europäischen Fünfergruppe (E5) seit deren Gründung vor knapp einem Jahr sollen laut Verteidigungsministerium Maßnahmen zur Stärkung der europäischen Verteidigung und die Lage im Ukraine-Krieg erörtert werden. Der ukrainische Verteidigungsminister Denys Schmyhal wird per Videolink zu den Beratungen dazugeschaltet.
Update, 11:57 Uhr: Ukrainische Truppen haben laut eigenen Angaben einen russischen Durchbruchsversuch bei Konstantinowka (nahe Pokrowsk) in der Region Donezk erfolgreich abgewehrt. Die Angreifer zogen sich unter erheblichen Verlusten zurück, hieß es von der Brigade an der Front.
Soldaten der 28. Separaten Mechanisierten Brigade meldeten weiter, dass russische Kräfte den Nebel für einen Überraschungsangriff nutzen wollten. „Die Russen beschlossen, den dichten Nebel in Richtung Konstantinowka auszunutzen“, hieß es von der Brigade in sozialen Medien. Ukrainische Späher entdeckten die feindlichen Bewegungen rechtzeitig – der Nebel wurde den Angreifern zur Falle. Konstantinowka steht weiterhin unter ukrainischer Kontrolle.
Ukraine News: Russland startet Angriff mit 121 Drohnen
Update, 9:33 Uhr: Russland hat im Ukraine-Krieg in der Nacht vom 11. auf den 12. November mit 121 Drohnen angegriffen. Das teilt die ukrainische Luftwaffe mit. Den Berichten zufolge konnten 90 Flugkörper zerstört werden, 31 trafen ihr Ziel. Laut Ukrainska Pravda setzte die Ukraine zur Abwehr der Drohnen unter anderem Flugzeuge, Flugabwehrraketeneinheiten, mobile Trupps, Drohnen und elektronische Kriegsmittel ein.
Ukraine News: Militärische Lage bleibt angepannt
Erstmeldung: Kiew/Moskau – Die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg bleibt weiter angespannt. Russlands Vorstoß auf Pokrowsk scheint sich derweil nach Einschätzung des Institute for the Study of War verlangsamt zu haben. Dennoch ist eine ukrainische Niederlage in der Stadt weiter wahrscheinlich. Allerdings werden Wladimir Putins Truppen wohl voraussichtlich mehr Zeit für die Eroberung benötigen und mehr Verluste erleiden. Begründet wird diese aktuelle Annahme zum Ukraine-Krieg mit weiteren zermürbenden Offensivoperationen, die gegenwärtig im gesamten Kriegsschauplatz durchgeführt werden.
Derweil überschatten Korruptionsermittlungen beim staatlichen ukrainischen Atomkonzern Energoatom die Nachrichten. Die Energiebranche gilt als überlebenswichtig im Ukraine-Krieg. Im Zusammenhang mit dem Schmiergeldskandal gab es bereits erste Festnahmen. Auch ein enger Vertrauter von Wolodymyr Selenskyj steht im Zusammenhang mit den Ermittlungen. Das Nationale Antikorruptionsbüro informierte über Durchsuchungen beim ehemaligen Energieminister Herman Haluschtschenko. Zudem gibt es einen Verdacht gegen den ehemaligen Vizepräsidenten, Olexij Tschernyschow.
Korruption in der Ukraine: Halschtschenko von Aufgaben entbunden
Nach Durchsuchungen wegen Korruptionsermittlungen ist Haluschtschenko von seinen Aufgaben entbunden worden. Das habe die Regierung in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, teilte Regierungschefin Julia Swyrydenko bei Telegram mit. Der ehemalige Energieminister Haluschtschenko ist einer von mehreren Verdächtigen in dem bisher unter Führung von Präsident Wolodymyr Selenskyj beispiellosen Korruptionsskandal in der Ukraine.
Haluschtschenko schrieb bei Telegram, dass er Swyrydenko zustimme. Er halte eine Entfernung für die Dauer von Ermittlungen für eine zivilisierte und richtige Vorgehensweise, schrieb er. Außerdem kündigte er an, sich rechtlich verteidigen und seine Position darlegen zu wollen. Sein Ministerium in Kiew hatte die Ermittlungsarbeit bestätigt. Haluschtschenko unterstütze die Strafverfolgungsbehörden in vollem Umfang, hieß es in einer Mitteilung am Vortag. Das Justizministerium halte sich konsequent „an den Grundsatz der Nulltoleranz gegenüber Korruption“. Details zu möglichen Vorwürfen wurden nicht genannt.
Während die aktuelle Lage um Pokrowsk weiter auf eine zeitnahe Eroberung durch Russland hindeutet, meldet der ukrainische Generalstab auf Facebook, dass es am vergangenen Tag insgesamt 217 Kampfzusammenstöße gab. „In Richtung Pokrowsk stoppten unsere Verteidiger 76 offensive Aktionen des Aggressors“, heißt es unter anderem in dem Bericht. Dennoch gerät die ukrainische Armee in der Stadt Pokrowsk zunehmend unter Druck, wie auch unabhängige internationale Beobachter bestätigen.
Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtete derweil über eine Aussage des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić, wonach Europa sich auf einen Krieg mit Russland vorbereite. „Bei der Analyse der Fakten komme ich zu dem Schluss, dass ein Krieg zwischen Europa und Russland immer wahrscheinlicher wird. Das ist keine leere Behauptung – alle bereiten sich darauf vor“, sagte der Politiker demnach in einem Fernsehinterview. Zur Einordnung: Bereits seit Monaten warnen westliche Experten vor einer weiteren Eskalation mit Russland. Nach Luftraumverstößen an der NATO-Grenze fordern auch immer mehr Politiker, dass die europäischen Staaten mehr in die Verteidigung investieren müssen.