Trump droht Maduro im Konflikt mit Venezuela: Rücktritt wäre „klug“
VonLisa Mahnke
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US-Präsident Trump verschärft den Ton gegenüber Venezuela. Er fordert Maduros Rücktritt und droht mit Gewalt. Caracas reagiert mit scharfer Kritik.
Washington, D. C. – Während sich US-Kriegsschiffe in der Karibik positionieren und neue Öltanker beschlagnahmt werden, spitzt sich der Konflikt zwischen Washington und Caracas weiter zu. Kurz vor einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats verschärft US-Präsident Donald Trump öffentlich seine Drohungen gegen Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro: Es wäre „klug“ von ihm, zurückzutreten.
Trump reagierte mit seiner Aussage auf die Frage eines Journalisten, ob die US-Regierung mit ihrem Druck auf Venezuela Maduro zum Rücktritt zwingen wolle. „Es liegt ganz bei ihm, was er tun will. Ich denke, es wäre klug von ihm, das zu tun“, sagte der US-Präsident.
Trump droht mit Gewalteskalation im Konflikt mit Venezuela – Rücktrittsforderung nicht neu
Zugleich drohte Trump offen mit weiterer Gewalt. „Wenn er etwas unternehmen will – wenn er sich hart zeigt, wird es das letzte Mal sein, dass er sich jemals hart zeigen kann.“ Die Aussagen markieren eine erneute rhetorische Eskalation im seit Monaten wachsenden Konflikt.
Zuvor hatte US-Heimatschutzministerin Kristi Noem den Rücktritt Maduros gefordert. „Wir beschränken uns nicht darauf, diese Schiffe abzufangen, sondern senden auch die Botschaft an die Welt, dass die illegalen Aktivitäten Maduros nicht tolerierbar sind und er gehen muss“, so Noem im Gespräch mit dem Fernsehsender Fox News.
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Maduro weist Trumps Forderung scharf zurück: Soll sich um „Probleme seines Landes kümmern“
Aus Caracas kam umgehend eine scharfe Antwort. Der venezolanische Präsident antwortete Trump in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede. „Ich denke, Präsident Trump könnte in seinem Land und in der Welt Besseres leisten“, sagte Maduro. Er erinnerte an ein „herzliches“ Telefonat mit Trump im November.
Der venezolanische Präsident fügte hinzu, Trump würde „besser mit der Welt zurechtkommen, wenn er sich um die Probleme seines Landes kümmern würde. Es kann nicht sein, dass 70 Prozent seiner Reden und Erklärungen sich auf Venezuela beziehen, und was ist mit den USA?“
Kopfgeld auf Venezuelas Präsidenten: Washington wirft Maduro Terrorismus vor
Trump beschuldigt den linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro, Drogenbanden zu kontrollieren und gezielt gegen die USA einzusetzen. Er wirft ihm vor, das Cartel de los Soles anzuführen, das Washington als ausländische Terrororganisation einstuft. Im August verdoppelten die USA die Belohnung für Hinweise zur Festnahme Maduros auf 50 Millionen Dollar (rund 42 Millionen Euro).
Es kann nicht sein, dass 70 Prozent seiner Reden und Erklärungen sich auf Venezuela beziehen, und was ist mit den USA?
Die US-Regierung koppelt ihre Forderungen an ein massives militärisches Vorgehen in der Region. Seit September greifen US-Einheiten mutmaßliche Drogenschiffe vor der Küste Venezuelas und im Pazifik an. Am Montag meldete das US-Militär die Tötung eines weiteren „Drogenterroristen“. Er habe sich an Bord eines „unauffälligen“ Boots befunden.
In den vergangenen zwei Wochen beschlagnahmten die USA zusätzlich zwei Öltanker. Außerdem wurde am Sonntag (21. Dezember) aus US-Regierungskreisen bekannt, dass amerikanische Behörden ein weiteres Schiff ins Visier genommen hatten. „Es geht voran, und wir werden es am Ende bekommen“, sagte Trump laut CNN zu der zu diesem Zeitpunkt bereits über 24 Stunden andauernden Verfolgungsjagd.
Maduro spricht von Sturzversuch – „Boote sprengen, bis Maduro kapituliert“
Maduro sieht hinter dem Vorgehen der USA einen gezielten Sturzversuch. Die Trump-Regierung betont offiziell, den Drogenhandel bekämpfen zu wollen. Die Stabschefin des Weißen Hauses, Susie Wiles, äußerte sich jedoch anders.
Gegenüber dem Magazin Vanity Fair erklärte sie, die Angriffe zielten darauf ab, Druck auf Venezuela auszuüben. Trump wolle „Boote sprengen, bis Maduro kapituliert“, sagte sie. Bei Angriffen auf mutmaßliche Drogenschmugglerschiffe wurden bislang mehr als 100 Menschen getötet. Beweise für die Vorwürfe legte die US-Regierung nicht vor.
Dringlichkeitssitzung im UN-Sicherheitsrat: Venezuela bittet China und Russland um Unterstützung
Am Dienstag (23. Dezember) kommt der UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung über die Spannungen zwischen den USA und Venezuela zusammen. Caracas hatte die Sitzung mit Unterstützung Russlands und Chinas beantragt.
Russland stellte sich demonstrativ hinter Venezuela. Die Außenminister Sergej Lawrow und Yván Gil telefonierten am Montag. Das russische Außenministerium erklärte anschließend, beide Seiten hätten ihre „tiefe Besorgnis“ über die US-Handlungen in der Karibik geäußert. (Quellen: AFP, dpa, Fox News, Vanity Fair, CNN, eigene Recherche) (lismah)