Trump erneut für Friedensnobelpreis nominiert – Wettquoten steigen
VonBettina Menzel
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Donald Trump ist für den Friedensnobelpreis nominiert. Ist ein Politiker, der auf Drohungen und Deals setzt, als Friedensstifter geeignet?
Washington DC – Wer den Friedensnobelpreis erhält, wird am 10. Oktober bekannt gegeben. Donald Trump steht auf der Liste der Nominierten – mal wieder. Der US-Präsident macht kein Geheimnis daraus, dass er die Auszeichnung gerne hätte. Seine Chancen? Steigend.
Erneute Nominierung: Netanjahu schlägt Trump für Friedensnobelpreis vor
Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu überreichte Donald Trump am Montag (7. Juli) bei einem Treffen im Weißen Haus ein Empfehlungsschreiben an das Nobelpreiskomitee. „Er schmiedet gerade, während wir hier sprechen, Frieden, in einem Land, einer Region nach der anderen“, erklärte der Premier und teilte mit, den US-Präsidenten für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen zu haben. Gegen Netanjahu selbst liegt ein Haftbefehl des internationalen Strafgerichtshofs wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen vor.
Trump wurde bereits mehrfach für den Preis nominiert, meist von seinen Anhängern. Im Juni kündigte auch die Regierung von Pakistan an, eine Nominierung für Trump für den Friedensnobelpreis aussprechen zu wollen. Der Republikaner äußerte sich in der Vergangenheit mehrfach enttäuscht darüber, die prestigeträchtige Auszeichnung noch nicht erhalten zu haben. Auf seiner Plattform Truth Social führte er als Verdienst seine Vermittlung zwischen Indien und Pakistan, Serbien und dem Kosovo sowie bei den Abraham-Abkommen an. „Ich werde dafür wohl keinen Friedensnobelpreis bekommen“, kommentierte er frustriert.
Wetten auf den Frieden? So schneidet Trump in Prognose-Plattformen ab
Mit wem genau Trump in diesem Jahr ins Rennen um den Nobelpreis geht, ist nicht bekannt: Die nominierten Kandidaten werden zunächst traditionell geheim gehalten. Gelegentlich machen Nominierungsberechtigte jedoch ihre Wahl öffentlich, wie es Benjamin Netanjahu tat. Laut Newsweek schätzt die Wettseite Oddschecker Trumps Chancen derzeit auf 10,5 bis 14,3 Prozent ein. Trump liegt damit hinter der Politikerin Julia Nawalnaja, der Witwe des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny. Im vergangenen Jahr waren insgesamt 285 Einzelpersonen und Organisationen nominiert.
Die Chancen von Trump auf einen Sieg schwanken stark: Auf der Wettplattform Oddspedia stieg die Wahrscheinlichkeit von 13,3 Prozent im Mai auf 27,8 Prozent im Juni. Auf der Prognose-Plattform Manifold rechnen indes derzeit (Stand: 8. Juli 2025) nur 4 Prozent damit, dass Trump im Jahr 2025 den Nobelpreis gewinnen könnte. Auf Polymarket lagen seine Chancen hingegen bei 8 Prozent. Diese Plattform hatte den deutlichen Sieg des Republikaners bei der US-Präsidentschaftswahl 2024 korrekt vorhergesagt, während die meisten anderen Statistiken Kamala Harris und Trump gleichauf sahen.
„24-Stunden-Versprechen“ bleibt unerfüllt: Trump scheitert bislang mit seinen Friedensplänen
Im US-Wahlkampf kündigte er an, den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden zu können – konnte das Versprechen aber bislang nicht einlösen. Auch seine Friedensbemühungen im seit Oktober 2023 andauernden Konflikt zwischen Israel und der Hamas blieben bislang erfolglos. Die radikal-islamistische Terrororganisation signalisierte kürzlich aber Bereitschaft für eine Waffenruhe im Gazastreifen. Im Gespräch zwischen Trump und Netanjahu war auch von einer möglichen Umsiedlung von Palästinensern die Rede, was laut Experten gegen das Völkerrecht verstoßen würde.
Besuche im Weißen Haus: Trumps legendäre Momente im Oval Office
Trump setzt in seiner Politik auf Drohungen und Deals. Die USA griffen zuletzt mit der Bombardierung iranischer Atomanlagen in den Iran-Israel-Konflikt ein. Diesen Angriff schätzen Experten teils ebenfalls als völkerrechtswidrig ein. Fachleute sehen in Trump bisher keine überzeugende Figur, die ihn als Friedensstifter qualifiziert. Der frühere US-Präsident Barack Obama erhielt 2009 den Friedensnobelpreis, nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt. Für manche Beobachter kam diese Auszeichnung viel zu früh. „Er bekam den Nobelpreis dafür, dass er nichts getan hat. Weil er gewählt wurde. Aber ich wurde auch gewählt“, kommentierte auch Trump diese Entscheidung einmal.