„Wahnsinn beenden“

Trumps Rekord-Rede: Friedenssignale von Putin und ein „wichtiger Brief“ von Selenskyj

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Donald Trump nimmt sich in seiner Rede vor dem Kongress für viele Themen Zeit. Beim Ukraine-Krieg sieht er die Weichen auf Frieden gestellt.

Washington – Holt Donald Trump über sich und seine Politik aus, haben Superlative Hochkonjunktur. Seine Rede zur Lage der Nation machte da keine Ausnahme. Mit ihr stellte er auch alle Vorgänger in den Schatten, denn es soll die längste ihrer Art in der US-Geschichte gewesen sein.

Rund 100 Minuten nahm sich Trump Zeit, um vor dem Kongress seine ersten Errungenschaften seiner zweiten Amtszeit auszubreiten und darzulegen, wie der „American Dream“ unter seiner Führung wahr werden soll. Da blieb für das Thema, das aus Europas Sicht für die größten Schlagzeilen sorgt, erst sehr spät Zeit: den Ukraine-Krieg. Das dürfte auch damit zu erklären sein, dass sich Trump bei dessen Beendigung deutlich schwerer tut als er es wohl selbst erwartet hätte.

Trump und der Ukraine-Krieg: Annäherung mit Selenskyj nach Eklat im Weißen Haus

Ursprünglich hatte der 78-Jährige den Plan ausgegeben, die Waffen binnen eines Tages zum Schweigen bringen zu wollen. Davon ist längst keine Rede mehr. Bislang liefen seine Bemühungen weitgehend ins Leere. Der Tiefpunkt folge am vergangenen Freitag beim Eklat im Weißen Haus, als Trump gemeinsam mit seinem Vize-Präsidenten J.D. Vance dem sich tapfer wehrenden ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor laufenden Kameras die Leviten las.

Genießt die Ovationen: Donald Trump hält vor dem US-Kongress eine Rede ganz nach dem Geschmack seiner politischen Anhänger.

Immerhin sollen sich die beiden ungleichen Staatsoberhäupter seither wieder angenähert haben. Dabei könnte auch Trumps Entscheidung eine Rolle gespielt haben, die Ukraine-Hilfen aussetzen zu lassen. Denn damit setzte er Selenskyj die Pistole auf die Brust. Schließlich würden sich die Aussichten Kiews, sich erfolgreich gegen Wladimir Putin zu verteidigen, ohne die Unterstützung des potentesten Verbündeten drastisch verschlechtern.

Trump signalisierte in seiner Rede jedenfalls, dass eine Annäherung mit Selenskyj stattgefunden habe. Demnach sei die Ukraine bereit, das von ihm angedachte Rohstoffabkommen zu unterzeichnen. Die USA wären damit nicht nur Friedensstifter in der Region, sondern dürften sich mit einem solchen Deal auch als Sieger fühlen. Weiter erwähnte der US-Präsident einen „wichtigen Brief“ seines ukrainischen Amtskollegen.

Trump über Friedenssignale von Putin im Ukraine-Krieg: „Wäre das nicht wunderbar?“

Aus diesem Schreiben zitierte Trump bei seinem Auftritt vor dem Kongress. „Mein Team und ich sind bereit, unter der starken Führung von Präsident Trump daran zu arbeiten, einen dauerhaften Frieden zu erreichen. Wir wissen es wirklich zu schätzen, wie viel Amerika getan hat, um der Ukraine zu helfen“, habe Selenskyj geschrieben. Bei diesen Ausführungen bezog sich der mächtigste Mann der Welt womöglich auf einen Post beim Twitter-Nachfolger X. In diesem nannte der Ukrainer als erste Schritte die Freilassung von Gefangenen und einen Waffenstillstand im Himmel wie auf See.

Doch nicht nur von Selenskyj hatte Trump Positives zu berichten. Er erwähnte in seiner Rede auch „ernsthafte Gespräche mit Russland“. Darin habe er „starke Signale erhalten“, die darauf hindeuten, „dass sie bereit für Frieden sind“. Friedenssignale aus Moskau? Im Anschluss an diese Ausführungen fragte er in den Raum: „Wäre das nicht wunderbar?“ Der Frieden scheint also nach mehr als drei Jahren Blutvergießen und Zerstörung greifbar. Und das auf Initiative eines Politikers, der sich dem Motto verschrieben hat, dass das Recht des Stärkeren zum Erfolg führt.

Vernimmt Friedenssignale aus Moskau: US-Präsident Donald Trump (r.) berichtet auch von Gesprächen mit Kreml-Chef Wladimir Putin.

Für Trump wäre es ein weiteres eingelöstes Wahlversprechen, das zugleich seine Rolle in der Welt-Politik stärken würde. Vor dem Kongress beschloss er das Thema mit den Sätzen: „Es ist an der Zeit, diesen Wahnsinn zu beenden. Es ist an der Zeit, das Töten zu beenden. Es ist an der Zeit, den sinnlosen Krieg zu beenden.“

Trump und der Frieden in der Ukraine: Würde Putin Nato-Truppen an Grenze dulden?

Allerdings bleibt weiterhin offen, wie ein Frieden zwischen Russland und der Ukraine aussehen könnte und wie dieser abgesichert wird. In der Diskussion spielen Friedenstruppen eine große Rolle, die in die Region entsendet werden sollen – jedoch ohne Mitwirken der USA, wie Trump schon klarstellte.

Zu beantworten wäre auch die Frage, inwiefern Putin an seiner Grenze Truppen von Nato-Staaten dulden würde. Denn in Trumps Aussagen ist immer herauszuhören, dass er den Kreml-Chef keinesfalls vor den Kopf stoßen will. Vielmehr scheint er sich um eine Annäherung zwischen Washington und Moskau zu bemühen. Sicherheitsgarantien der USA für die Ukraine wird es daher wohl nicht geben – auch wenn Selenskyj diese Hoffnung in seinem Tweet einmal mehr zum Ausdruck brachte.

Donald Trumps Kabinett: Liste voller skandalöser Überraschungen

Donald Trump im Weißen Haus
Donald Trump ist am 20. Januar 2025 als neuer Präsident ins Weiße Haus zurückgekehrt. Die Posten in seinem Kabinett sind alle verteilt. Wir stellen vor, wer Trump in die Regierung folgt. © Evan Vucci/dpa
 J.D. Vance wird Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus folgen.
J.D. Vance ist Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus gefolgt. Der 40 Jahre alte ehemalige Senator aus Ohio ist einer der jüngsten US-Vizepräsidenten aller Zeiten. Nach Washington DC hat Vance seine Ehefrau Usha Vance begleitet. Die 38 Jahre alte Anwältin ist die erste „Second Lady“ der USA mit indischen Wurzeln. Das Paar hat die für den Vizepräsidenten vorgesehenen Räumlichkeiten im „United States Naval Observatory“ nahe dem Weißen Haus bezogen. © Alex Brandon/dpa
Marco Rubio soll laut US-Medien in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernehmen.
Marco Rubio hat in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernommen. Der 53 Jahre alte Senator aus Florida ist der erste US-Außenminister mit lateinamerikanischen Wurzeln. Rubio trat 2016 gegen Trump bei den Vorwahlen der Republikaner an und musste sich von dem späteren US-Präsidenten als „totaler Witz“ mit einem Schweißproblem beschimpfen lassen. Doch statt sich zu wehren, schluckte der langjährige Senator die Beleidigungen und präsentierte sich als loyaler Anhänger Trumps. In der US-Außenpolitik stellte sich Rubio in der Vergangenheit an die Seite der Ukraine. © IMAGO/Michael Brochstein / SOPA Images
Scott Bessent soll unter Donald Trump den Job des Finanzministers übernehmen
Donald Trumps Nominierung für den Posten des Finanzministers wirkte geradezu langweilig. Scott Bessent übernahm den Job – gegen den Wunsch Elon Musks. Der hatte sich mehrfach gegen die Ernennung des Wall-Street-Experten ausgesprochen. Bessent gilt als international erfahrener Finanzexperte und soll Donald Trump bereits 2016 mehrere Millionen Dollar für den Wahlkampf gespendet haben. In seiner neuen Funktion wird Bessent zahlreiche Wahlversprechen Trumps umsetzen müssen, darunter unter anderem Steuersenkungen, neue Zölle gegen China und die Finanzierung von Projekten wie den geplanten Massenabschiebungen. © DREW ANGERER/AFP
Pete Hegseth soll Verteidigungsminister werden
Eine überraschende Wahl Donald Trumps war die Personalie des Verteidigungsministers. Pete Hegseth war acht Jahre lang als Moderator für Fox News tätig. Als Soldat diente Hegseth im Irak und in Afghanistan. Erfahrung in Regierungsarbeit bringt er aber nicht mit. Doch Hegseth dürfte sich die Nominierung durch Trump mit seiner langjährigen Loyalität verdient haben: Der zweifache Familienvater hält schon seit 2016 zu Trump, als viele den Milliardär noch als politische Witzfigur belächelten. © TERRY WYATT(AFP
Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen
Statt dem ursprünglich von Trump nominierten Matt Gaetz hat Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen. Die 59 Jahre alte Juristin war in ähnlicher Funktion auf bundesstaatlicher Ebene bereits in Florida tätig. 2013 stellte sie dort in dieser Funktion einen Betrugsprozess gegen die Trump University ein. 2016 unterstützte sie Trump im Vorwahlkampf der Republikaner. Er holte die Juristin drei Jahre später in sein Anwaltsteam, das ihn im ersten Amtsenthebungsverfahren vertrat.  © MANDEL NGAN/AFP
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner und hat im Kabinett von Donald Trump den Posten des Innenministers übernommen. Von 2016 an war der ehemalige Unternehmer Gouverneur des Bundesstaates North Dakota.  © IMAGO/Ricky Fitchett
Brooke Rollins soll im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernehmen
Brooke Rollins hat im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernommen. Die Anwältin stammt aus Texas und war bereits in der ersten Regierung Trumps tätig. Sie gilt als loyale Anhängerin des künftigen Präsidenten und als politische Vordenkerin konservativer Strategien. © MANDEL NGAN/AFP
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala, ist Donald Trump als Handelsminister ins Weiße Haus gefolgt. Der Milliardär war stellvertretender Vorsitzender im Übergangsteam Trumps und regelmäßiger Gast in dessen Luxus-Resort Mar-a-Lago. Laut der New York Times war Lutnick lange Zeit als Mitglied der Demokraten registriert, lief nach der Machtübernahme Trumps im Jahr 2016 zu den Republikanern über. © IMAGO
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus und ist unter Donald Trump Arbeitsministerin geworden. Die Personalie war innerhalb der Republikanischen Partei umstritten. Chavez-DeRemer unterhält enge Beziehungen zu mehreren Gewerkschaften in den USA und unterstützte während ihrer Amtszeit mehrere Gesetzentwürfe der Demokraten, darunter auch eine Amnestie für illegal Eingewanderte, die auf dem Arbeitsmarkt integriert sind. © IMAGO/Michael Brochstein
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy, hat sich in den vergangenen Jahren vor allem als Impf-Leugner und Verschwörungstheoretiker hervorgetan. Bei der US-Wahl 2024 trat RFK zunächst als unabhängiger Kandidat an, zog sich dann aber aus dem Rennen zurück und unterstützte die Kampagne Donald Trumps. Der versprach dem 70 Jahre alten Kennedy dafür eine herausragende Rolle bei der Gestaltung der Gesundheitspolitik – und nominierte ihn schließlich als US-Gesundheitsminister. © IMAGO/Robin Rayne
Scott Turner, ehemaliger NFL-Profi, soll unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung werden.
Scott Turner ist unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung geworden. Der ehemalige Profi der American Football League gehörte bereits der ersten Administration Trumps an. Scott ist die erste Schwarze Person im Team des künftigen Präsidenten. Zu Scotts Aufgaben werden unter anderem Programme zur Förderung von erschwinglichem Wohnraum gehören, außerdem zur Unterstützung von Amerikanern mit geringem Einkommen, zur Verhinderung von Diskriminierung auf dem Markt und zur Förderung der Stadtentwicklung. © ANNA MONEYMAKER/AFP
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy, ist der neue Verkehrsminister in der Trump-Regierung. Duffy bringt politische Erfahrung als ehemaliger Kongressabgeordneter mit. Seine Nominierung durch Trump dürfte er aber vor allem seiner Präsenz bei Fox News verdanken. Neben zahlreichen Gastauftritten moderierte Duffy gut ein Jahr seine eigene Show namens „The Bottom Line“ auf dem Spartensender Fox Business Network. © IMAGO/Robert Deutsch
Chris Wright
Neuer Energieminister ist Chris Wright. Er soll Trump dabei helfen, Regulierungen abzubauen und so die Ausbeutung der Rohstoffe in den USA voranzutreiben. Trump hat es eigenen Aussagen zufolge vor allem auf Ölfelder in Alaska abgesehen. Burgums Aufgabe ist, als Energierminister Öl-Förderungen in dortigen Naturschutzgebieten zu ermöglichen. © Ting Shen/AFP
Linda McMahon. Die 76 Jahre alte Managerin ist die Ehefrau von Vince McMahon
Eine weitere Fernsehpersönlichkeit, die Donald Trump mit nach Washington DC gebracht hat, ist Linda McMahon. Die neue Bildungsministerin ist die Ehefrau von Vince McMahon. Gemeinsam mit ihrem Mann führte McMahon die Wrestling-Show WWE zu internationalem Erfolg. Das Vermögen des Ehepaars wird laut Forbes auf fast drei Milliarden Dollar geschätzt. Die McMahons gelten als spendenfreudige Unterstützer der Republikaner im Allgemeinen und Donald Trump im Speziellen. Was genau ihre Aufgaben sind, ist nicht ganz klar. Im Wahlkampf hatte Trump immer wieder angekündigt, das Bildungsministerium abschaffen zu wollen. © imago stock&people
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins hat unter Donald Trump den Posten des Ministers für Kriegsveteranen übernommen – ein wichtiger Posten in den USA, wo die Rolle der Umgang mit den eigenen Veteranen ein konstanter Streitpunkt ist. Collins gilt als loyaler Unterstützer Trumps und verteidigte auch dessen Behauptungen zum angeblichen Wahlbetrug in Georgia bei der US-Wahl 2020.  © IMAGO/Robin Rayne
Kristi Noem vor der US-Wahl
Kristi Noem berichtete vor der US-Wahl in einer Autobiografie davon, wie sie ihren Hund wegen Ungehorsams erschossen hatte. Damit löste die 52 Jahre alte Gouverneurin des Bundesstaates South Dakota eine Welle der Empörung aus – und hinderte Donald Trump wohl daran, sie zu seiner Vizepräsidentin zu machen. Dafür war die Republikanerin rund ein Jahr lang als Ministerin für innere Sicherheit Teil des Trump-Kabinetts tätig. Im März 2026 musste sie aber ihren Hut nehmen.  © Samantha Laurey/Imago
Senator des Bundesstaates Oklahoma Mullin
Trump bestimmte zugleich den Nachfolger von Noem: Markwayne Mullin führt mit Wirkung zum 31. März 2026 das für Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden zuständige Ressort. Der Senator des Bundesstaates Oklahoma und sechsfache Vater aus dem Mittleren Westen gilt als bodenständig, konservativ und loyal zu Trump. Mullin wuchs auf einer Ranch auf, übernahm als junger Mann das Familienunternehmen, einen Sanitär- und Handwerksbetrieb, und baute es zu einer großen Firma aus. Bevor er in die Politik ging, kämpfte er außerdem als Mixed-Martial-Arts-Sportler und blieb laut eigenen Angaben in seiner kurzen Profikarriere ungeschlagen. Nun verfügt Trumps Kabinett über einen neuen Kämpfer.  © J. Scott Applewhite/dpa
Der 44 Jahre alte Lee Zeldin
Lee Zeldin ist neuer Direktor der Umweltschutzbehörde. Trump selbst glaubt nicht an den menschengemachten Klimawandel. Zeldins Aufgabe soll also weniger der Schutz der Umwelt sein. Stattdessen soll der Ex-Abgeordnete laut Trump „für faire und rasche Deregulierung sorgen“. Zeldin bedankte sich für den Posten bei seinem neuen Chef via X und kündigte an, „amerikanische Arbeitsplätze zurückzubringen“. © IMAGO/Matt Bishop/imageSPACE
Russel Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“.
Russell Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“. Erfahrungen hat er bereits als Regierungsbeamter in der ersten Administration von Donald Trump sammeln können. Vought war einer der Autoren des „Project 2025“ und gilt als Hardliner in Sachen Grenz- und Einwanderungspolitik. In der neuen Administration von Donald Trump hat er die Leitung des Büros für Management und Haushalt übernommen. © Michael Brochstein/imago
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten und vertrat den Bundesstaat Hawaii von 2013 bis 2022 im Repräsentantenhaus. 2020 kandidierte sie bei den Vorwahlen der Demokrate. 2022 brach sie mit ihrer Partei und erklärte sich für unabhängig. In den Folgejahren näherte sie sich immer mehr den Republikanern an, bis sie sich vor der US-Wahl 2024 öffentlich für Donald Trump aussprach. Der dankte es der 43 Jahre alte Politikerin jetzt mit einem Amt in seinem Kabinett. Gabbard ist neue Direktorin der Geheimdienste. „Seit über zwei Jahrzehnten kämpft Tulsi Gabbard für unser Land und die Freiheiten aller Amerikaner“, sagte Donald Trump in einem Statement. © Marco Garcia/dpa
John ratcliffe
John Ratcliffe führt seit Ende Januar den Auslandsgeheimdienst der USA. Der ehemalige Kongressabgeordnete aus Texas gilt als enger Vertrauter von Trump. Ratcliffe war zuvor Co-Vorsitzender einer konservativen Denkfabrik. In der ersten Amtszeit des Republikaners war der neue CIA-Direktor als Geheimdienstkoordinator tätig. Die Demokraten warfen Ratcliffe damals unter anderem vor, seine Position für politische Zwecke zu missbrauchen. © Jemal Countess/AFP
Jamieson Greer
Jamieson Greer ist der neue US-Handelsbeauftragte – eine Schlüsselrolle angesichts von Trumps Vorliebe, hohe Zölle auf ausländische Produkte zu verhängen. Historisch habe der US-Handelsbeauftragte nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit gestanden, schreibt die „New York Times“. Unter Trump habe die Rolle aber erheblich an Bedeutung gewonnen.  © Imago
Kelly loeffler
Neue Direktorin der Mittelstandsbehörde ist Kelly Loeffler. Die frühere Senatorin verlor im Januar 2021 die Stichwahl um den Sitz im US-Senat – trotz massiver Unterstützung von Donald Trump. Loeffler ist seit 2004 mit Jeffrey Sprecher, dem Vorsitzenden der New York Stock Exchange, verheiratet. © Imago
Susie Wiles, Spitzname „Ice Lady“, wird unter Donald Trump Stabschefin im Weißen Haus
Ebenfalls dabei ist Susie Wiles. Die sogenannte „Ice Lady“ ist Donald Trumps Stabschefin im Weißen Haus und damit die erste Frau auf dieser Position. Die 67 Jahre alte Politikberaterin leitete den Wahlkampf Trumps bei der US-Wahl 2024. In ihrer neuen Funktion wird sie vor allem dafür zuständig sein, zu regeln, wer Zugang zum künftigen Präsidenten erhält. Doch Wiles hat auf einem wahren Schleudersitz Platz genommen. In seinen ersten vier Jahren Regierungszeit benötigte Trump ganze vier Stabschefs. © Alex Brandon/dpa
Elise Stefanik wird die Vereinigten Staaten von Amerika unter der zweiten Regierung von Donald Trump als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten
Elise Stefanik sollte die USA eigentlich als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten. Doch Donald Trump hat seine Nominierung Ende März überraschend zurückgezogen. Zur Begründung erklärte er, er wolle nicht riskieren, dass Stefaniks Mandat im Kongress bei einer Nachwahl an die Demokraten falle. Stefanik ist eine loyale Verbündete Trumps. 2014 war sie mit damals 30 Jahren die jüngste Frau, die ins Repräsentantenhaus gewählt wurde. Einst zählte sie zu den eher moderateren Mitgliedern der Partei. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein.  © Annabelle Gordon/Imago

Europa und der Ukraine-Krieg: Frankreich und Großbritannien für teilweise Waffenruhe

Derweil sucht auch der belarussische Diktator Alexander Lukaschenko den Schulterschluss zu Trump. Putins wichtigster Verbündeter in Europa lobte das Engagement des US-Präsidenten, um Kriege zu beenden. Das dürfte auch den Nahost-Konflikt zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas einschließen. Für Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine schlug er in einem Interview mit einem Blogger Minsk vor.

Der Westen bleibt jedoch auch nicht untätig, während sich Deutschland auf den Regierungswechsel vorbereitet und daher außenpolitisch aktuell kürzertritt. Frankreichs Regierungssprecherin Sophie Primas sagte dem Fernsehsender LCI: „Wir haben einen Waffenstillstand vorgeschlagen.“ Für Paris stehe dabei im Vordergrund, „die Verbindung zwischen den Vereinigten Staaten und der Ukraine wiederherzustellen“.

Demonstrativer Schulterschluss: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer bemühen sich um einen nachhaltigen Frieden für die Ukraine um Präsident Wolodymyr Selenskyj (v.r.).

Emmanuel Macron erwähnte eine teilweise Waffenruhe über einen Monat, für die die Grande Nation und Großbritannien eintreten würden. Der britische Verteidigungsminister John Healey will ein Treffen mit seinem US-Kollegen Pete Hegseth in Washington nutzen, um über einen Friedensplan zu sprechen. Allerdings wird dabei auch immer mehr deutlich, dass die Europäer in dieser Frage keineswegs das Ruder in der Hand haben. Den Kurs gibt Trump vor, die westlichen Verbündeten können nur reagieren. (mg)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ITAR-TASS, Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

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