Doha spricht von „Staatsterror“

Trump und Netanjahu: Angespanntes Telefonat nach israelischem Angriff in Katar

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Donald Trump soll Benjamin Netanjahu nach dem israelischen Angriff auf die Hamas in Katar zurechtgewiesen haben. Scharfe Kritik kommt auch aus Doha.

Washington – Die Drähte liefen zuletzt besonders heiß zwischen dem Weißen Haus und dem Büro von Benjamin Netanjahu. Auch bei den Telefonaten selbst soll es hitzig zugegangen sein. Denn US-Präsident Donald Trump ist augenscheinlich ganz und gar nicht damit einverstanden, dass der israelische Ministerpräsident einen Angriff auf die Führungsspitze der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas anordnete, ohne ihn vorab zu informieren.

Hitzige Stimmung am Telefon? Donald Trump (l.) soll aufgebracht gewesen sein, dass Benjamin Netanjahu ihn nicht rechtzeitig vom Angriff auf Hamas-Anführer in Katar in Kenntnis gesetzt hat.

Das Wall Street Journal (WSJ) schreibt deswegen unter Berufung auf einen hochrangigen Beamten der US-Regierung von einem „hitzigen Telefonat“ zwischen den beiden Politikern. Trump habe Netanjahu klargemacht, dass es nicht klug gewesen sei, die politischen Führer der Terrororganisation in Katars Hauptstadt Doha ins Visier zu nehmen. Ihn habe gestört, dass er zunächst vom US-Militär über die Attacke unterrichtet worden sei und diese obendrein auf dem Territorium eines Verbündeten, der sich um eine Lösung im Gaza-Krieg bemüht, verübt worden sei.

Israels Attacke auf Hamas: Sechs Tote – Trump informiert sich bei Telefonat mit Netanjahu

Netanjahu habe sich damit verteidigt, dass ihm nur ein kurzes Zeitfenster zur Verfügung gestanden habe, um den Angriff durchführen zu lassen, und er die Chance genutzt habe. Nach Angaben der Hamas kam kein Mitglied des Verhandlungsteams ums Leben. Allerdings starben sechs Personen, darunter der Sohn von Chalil al-Haja, dem höchstrangigen Hamas-Anführer im Ausland, und dessen Büroleiter.

Über das Ergebnis des Angriffs sprachen Trump und Netanjahu dem WSJ zufolge bei einem zweiten Telefonat. Währenddessen sei es herzlich zugegangen. Der Republikaner hatte sich also beruhigt und war abgekühlt. Auf seine Frage, ob die Attacke erfolgreich war, habe Netanjahu jedoch geantwortet, er wisse es nicht. Dies war wenige Stunden vor dem Hamas-Statement.

Ein hochrangiger Beamter der Trump-Administration habe jedoch betont, dass Trump zunehmend frustrierter wegen Netanjahu sei. Durch dessen aggressives Vorgehen, das eine Reaktion auf das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 darstellt, würden Trumps eigene Ziele im Nahen Osten erschwert.

Donald Trumps Orbit: Einflüsterer, Berater und Vertraute des Präsidenten

Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weißen Hauses unter Donald Trump
Der Posten der Pressesprecherin des Weißen Hauses war in der ersten Amtszeit Donald Trumps ein regelrechter Schleudersitz. Gleich viermal wechselte die Besetzung. Seit 2025 bekleidet Karoline Leavitt das Amt. Zum Zeitpunkt ihrer Ernennung war Leavitt gerade mal 27 Jahre alt und ist damit die jüngste Pressesprecherin, die das Weiße Haus jemals hatte. © CHIP SOMODEVILLA/AFP
Elon Musk, hier mit seiner Mutter (l.), seinem Sohn und First Lady Melania Trump
Elon Musk, hier mit seiner Mutter (l.) und seinem Sohn sowie First Lady Melania Trump (r.), leitete zu Beginn in der neuen Regierung von Donald Trump eine Abteilung für effizientes Regieren: das „Department of Government Efficiency“ (DOGE). Der Milliardär und mutmaßlich reichste Mensch der Welt sollte nach den Vorstellungen Trumps „den Weg ebnen, um die Regierungsbürokratie abzubauen, überflüssige Vorschriften zu streichen, verschwenderische Ausgaben zu kürzen und die Bundesbehörden umzustrukturieren“. Doch die Freundschaft zwischen Musk und Trump hielt nicht lange. Nach Musks Ausscheiden aus DOGE kam es öffentlich zum Streit. © Alex Brandon/dpa
Unterstützung soll Elon Musk von Vivek Ramaswamy erhalten.
Unterstützung sollte Elon Musk dabei von Vivek Ramaswamy erhalten. Der 39 Jahre alte Geschäftsmann hatte sich bei den Vorwahlen in den USA noch als Präsidentschaftskandidat der Republikaner beworben und war damals gegen Donald Trump angetreten. Nun sollen Musk und Ramaswamy zu zweit einen Posten besetzen und die Regierung effizienter gestalten. Trump nannte sie beide „wunderbare Amerikaner“. © IMAGO/MATT MARTON
Jeff Bezos, hier mit seiner Verlobten Lauren Sanchez kurz vor der gemeinsamen Hochzeit in Venedig.
Nach dem öffentlichen Streit zwischen Donald Trump und Elon Musk rückt dessen größter Konkurrent näher an den US-Präsidenten heran: Jeff Bezos, hier mit seiner Verlobten Lauren Sanchez kurz vor der gemeinsamen Hochzeit in Venedig. Der Amazon-Gründer ist auch Chef der Weltraumfirma Blue Origin, die Musks SpaceX im Kampf um Regierungsaufträge gerne den Rang ablaufen möchte. Wohl auch deshalb telefonierte Bezos in den vergangenen Wochen gleich mehrfach mit Trump. © imago
Lara Trump ist die Schwiegertochter Donald Trumps
Lara Trump ist die Schwiegertochter Donald Trumps und seit mehreren Jahren schwer aktiv in Politik und Medien. Die Ehefrau von Eric Trump tritt regelmäßig bei rechten TV-Sendern auf und ist seit 2024 Vorsitzende der Partei der Republikaner. Im Wahlkampf spielte die 42 Jahre alte, zweifache Mutter eine große Rolle und auch im Übergangsteam Donald Trumps soll sie eingebunden sein. Ob sie ein offizielles Amt übernehmen wird, ist bislang unklar. © IMAGO/Robin Rayne
Donald Trumps zweitältester Sohn Eric Trump
Donald Trumps zweitältester Sohn Eric Trump hatte beim Wahlsieg seines Vaters 2016 keine herausragende Rolle im Übergangsteam inne. Das soll laut US-Medien diesmal anders sein. Eric Trump soll wie seine Frau Lara bei Personalentscheidungen eingebunden sein und laut dem Rolling Stone Magazine sogar eine offizielles Amt im Weißen Haus anstreben. © Matt Freed/dpa
Charles Kushner soll unter Donald Trump US-Botschafter in Frankreich werden
Charles Kushner soll unter Donald Trump US-Botschafter in Frankreich werden. Der Vater von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner saß zwei Jahre im Gefängnis, ehe Trump ihn am Ende seiner ersten Amtszeit begnadigte. Kushner soll Steuern hinterzogen und Familienmitglieder bedroht und erpresst haben. © CHRIS HONDROS/AFP
Donald Trumps Tochter Tiffany Trump
Gerüchten zufolge könnte Tiffany Trump in Zukunft die Rolle Ivankas im Gefolge des gemeinsamen Vaters übernehmen. Die jüngste Tochter Donald Trumps trat im Wahlkampf 2024 deutlich häufiger als noch 2016 oder 2020 auf. Eine Position im Kabinett oder eine prestigeträchtige Funktion als Präsidentenberaterin in Washington DC kommt für die 31-Jährige aber wohl zu früh. © imago
Alina Habba soll Donald Trump als Beraterin des Präsidenten ins Weiße Haus folgen
Alina Habba soll Donald Trump als Beraterin des Präsidenten ins Weiße Haus folgen. Die 40 Jahre alte Anwältin vertrat Donald Trump unter anderem in dessen Prozess wegen Schweigegeldzahlung in New York. Bei den wochenlangen Verhandlungen stellte sich Habba regelmäßig vor dem Gerichtssaal der Presse und verteidigte ihren Mandanten. Den Prozess verlor Trump zwar, seiner Anwältin scheint er aber weiter zu vertrauen. © ANDREW HARNIK/AFP
Stephen Miller (2.v.r.), hier im Jahr 2017 zwischen Jared Kushner und Steve Bannon
Stephen Miller (2.v.r.), hier im Jahr 2017 zwischen Jared Kushner und Steve Bannon, war bereits in der ersten Administration von Donald Trump als Berater und Redenschreiber des Präsidenten tätig. Der 39 Jahre alte Jungpolitiker ist ein absoluter Hardliner in Sachen Migrationspolitik. Er gilt als geistiger Vater des Einreiseverbots für Muslime, das Trump 2017 erlassen hatte und warb im Vorfeld der US-Wahl 2024 für eine „100-prozentige Abschiebungspolitik“. Man werde „all diese kriminellen Migranten, die ins Land geströmt sind, als erstes abschieben“. Im neuen Weißen Haus Donald Trumps könnte Miller stellvertretender Stabschef werden. © Evan Vucci/dpa
Kash Patel ist langjähriger Trump-Vertrauter
Kash Patel ist langjähriger Trump-Vertrauter und gern gesehener Gast in rechten Podcast-Formaten wie dem „War Room“ von Steve Bannon. Trump ernannte den 44 Jahre alten Anwalt mit indischen Wurzeln zum Direktor des FBI. © IMAGO/Brett Johnsen
Thomas Douglas Homan war einst Polizist, wurde dann Beamter einer Einwanderungsbehörde und später politischer Kommentator im rechten Mediensprektrum
Thomas Douglas Homan war einst Polizist, wurde dann Beamter einer Einwanderungsbehörde und später politischer Kommentator im rechten Medienspektrum. Der 62 Jahre alte Politiker gilt als der Architekt hinter der Entscheidung der ersten Administration von Donald Trump, Migrantenfamilien in Käfige zu stecken und Kinder von ihren Eltern zu trennen. Mit Blick auf die neue Regierung Donald Trumps sagte Homan: „Illegalle Einwanderer sollten es jetzt mit der Angst zu tun haben.“ Trump gab bekannt, dass Homan als sogenannter „Grenz-Zar“ die Grenzsicherung und Abschiebepolitik koordinieren soll. © Lev Radin/Imago
Donald Trump wird Mike Huckabee als US-Botschafter nach Israel schicken.
Donald Trump wird Mike Huckabee als US-Botschafter nach Israel schicken. Der 69 Jahre alte Ex-Gouverneur war noch nie als Diplomat tätig, gilt aber als loyaler Verbündeter des künftigen Präsidenten. „Mike ist seit vielen Jahren ein großartiger Staatsdiener, Gouverneur und religiöser Führer“, sagte Trump in einer Erklärung. „Er liebt Israel und das israelische Volk, und ebenso liebt das israelische Volk ihn. Mike wird unermüdlich daran arbeiten, Frieden im Nahen Osten zu schaffen.“ Huckabee war einst Pastor einer baptistischen Kirche und wird der erste US-Botschafter in Israel sein, der nicht jüdischen Glaubens ist. © John Taggart/AFP
Michael George Glen Waltz, genannt Mike Waltz
Michael George Glen Waltz, genannt Mike Waltz, hat beste Chancen darauf, Sicherheitsberater in der neuen Administration von Donald Trump zu werden. Der 50 Jahre alte ehemalige Offizier gilt als ausgewiesener Sicherheitsexperte der Republikaner. 2018 wurde er erstmals in das US-Repräsentantenhaus gewählt. In der Vergangenheit machte sich Waltz für Verhandlungen mit Russland im Ukraine-Krieg stark. Er gilt außerdem als scharfer Kritiker der Chinas und steht für einen konfrontativen Kurs im Umgang mit der Volksrepublik. © Ted Shaffrey/dpa
Laura Loomer ist politische Aktivistin und Sprachrohr der neuen Ultrarechten in den USA
Laura Loomer ist politische Aktivistin und Sprachrohr der neuen Ultrarechten in den USA. Sie warnte nach dem TV-Duell zwischen Donald Trump und Kamala Harris vor „20.000 kannibalistischen Haitianern, die Haustiere in den Straßen von Ohio jagen und töten“. Donald Trump suchte die Nähe zu der 31 Jahre alten Influencerin, musste sich aber nach mehreren Skandalen rund um Loomer distanzieren. US-Medien vermuten, dass sich Trump nach seinem deutlichem Wahlsieg sicher genug fühlen würde, Loomer in seiner Arbeit im Weißen Haus einzubinden - entweder als Beraterin oder sogar ausgestattet mit einem offiziellem Amt. © IMAGO/Gray Adam/ABACA
Tucker Carlson, hier mit Donald Trump und Tulsi Gabbard
Tucker Carlson, hier mit Donald Trump und Tulsi Gabbard, wurde 2023 als erfolgreichster Kommentator des Senders von Fox News gefeuert. Seitdem ist er unabhängiger Moderator. Seine Rolle als wichtiger Einflüsterer des kommenden Präsidenten konnte er aber halten. Laut US-Medien soll der 55 Jahre alte Fernsehstar eine wichtige Rolle im Übergangsteam Trumps einnehmen. © IMAGO/Jen Golbeck
Eine deutlich wenige kontroverse Personalie ist Brendan Carr
Eine deutlich wenige kontroverse Personalie ist Brendan Carr. Er soll nach den Wünschen von Donald Trump Chef der US-Medienaufsichtsbehörde FCC werden. © IMAGO/Stefani Reynolds
Sebastian Gorka beriet Donald Trump bereits während seiner Amtszeit in Sachen Terrorismusbekämpfung
Sebastian Gorka beriet Donald Trump bereits während seiner Amtszeit in Sachen Terrorismusbekämpfung. Nachdem John Kelly aber das Amt des Stabschefs übernahm, wurde Gorka aus der Administration gedrängt. Nun soll der gebürtige Brite mit ungarischen Wurzeln zum leitenden Direktor für Terrorismusbekämpfung aufsteigen. Gorka gilt als enger Vertrauter von Trumps ehemaligen Berater, Steve Bannon. © CHANDAN KHANNA/AFP
Dr. Mehmet Oz ist Kardiologe und Fernsehmoderator
Dr. Mehmet Oz soll Donald Trumps Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. unterstützen. Der Kardiologe und Fernsehmoderator erlangte als Gesundheitsexperte in der Oprah Winfrey Show landesweite Berühmtheit. 2009 erhielt er seine eigene Fernsehshow: eine pseudowissenschaftliche Sendung über Gesundheitsthemen mit dem Namen „Dr. Oz Show“. 2022 trat Oz als Kandidat der Republikaner bei den Zwischenwahlen an, doch scheiterte beim Versuch, Senator des Bundesstaates Pennsylvania zu werden. Nun will Donald Trump den Fernsehmoderator doch noch nach Washington DC bringen. Der designierte Präsident nominierte Oz für den Posten des Administrators für das „Center for Medicare and Medicaid Services“. © IMAGO/Diannie Chavez/The Republic
Eine weitere TV-Persönlichkeit, die Donald Trump gerne in seinem Team hätte, ist Dr. Janette Nesheiwat
Eine weitere TV-Persönlichkeit, die Donald Trump gerne in seinem Team hätte, ist Dr. Janette Nesheiwat. Die zweifach approbierte Ärztin tritt regelmäßig bei Fox News auf. Sie soll den Posten des „Surgeon general“ übernehmen und damit eine wichtige Leitungsfunktion im öffentlichen Gesundheitsdienst der Vereinigten Staaten von Amerika.  © TERRY WYATT/AFP
Ebenfalls unter einem möglichen Gesundheitsminister Robert F. Kennedy soll Marty Makary arbeiten
Ebenfalls unter Gesundheitsminister Robert F. Kennedy soll Marty Makary arbeiten. Donald Trump will, dass der Chirurg die Bundesarzneimittelbehörde der USA leitet. Wie Kennedy vertrat auch Makary, aktuell als Arzt an der Johns-Hopkins-Universität tätig, konträre Ansichten zur Corona-Pandemie. © NOAM GALAI/AFP
der wahre Erfinder der politischen Karriere Donald Trumps: Steve Bannon
Er gilt vielen als der wahre Erfinder der politischen Karriere Donald Trumps: Steve Bannon. Der heute 71 Jahre alte Kommentator und Stratege folgte Trump nach dessen Wahlsieg 2016 als Chefberater kurzzeitig ins Weiße Haus. Die Beziehung der beiden, die bereits 2011 begann, kühlte ab. Im Umfeld Trumps blieb Bannon eine einflussreiche Stimme, wie sein Auftritt auf der rechtskonservativen Konferenz CPAC im Jahr 2025 beweist, auf der unter anderem J.D. Vance eine Rede hielt. © STEVEN HIRSCH/AFP
Paula Michelle White-Cain fungiert als spirituelle Wegweiserin Donald Trumps.
Paula Michelle White-Cain fungiert als spirituelle Wegweiserin Donald Trumps. Die 58 Jahre alte, zweimal geschiedene und dreimal verheiratete TV-Predigerin vertritt die Lehre des sogenannten Wohlstandsevangeliums, nach dem finanzieller Erfolg als sichtbarer Beweis für die Gunst Gottes gilt. Im Klartext: Wer reich ist, muss sich dafür nicht schämen oder gar fürchten, deshalb nicht ins Himmelreich eingehen zu können – egal, was Jesus Christius laut Bibel im Gleichnis vom Nadelöhr erzählt. © IMAGO/CNP / MediaPunch
Paula White ist „Chefberaterin des Glaubensbüros im Weißen Haus“
Seit dem 7. Februar 2025 ist White, hier ganz in weiß gekleidet, „Chefberaterin des Glaubensbüros im Weißen Haus“. Trump selbst hatte dieses Büro kurz zuvor ins Leben gerufen. Seine Aufgaben sind laut Bekanntmachung des Weißen Hauses „religiöse Einrichtungen, Gemeindeorganisationen und Gotteshäuser in ihren Bemühungen zu unterstützen, amerikanische Familien zu stärken, Arbeit und Selbstversorgung zu fördern und die Religionsfreiheit zu schützen“. Über ihre persönliche Verbindung zu Gott lässt White, die hier den Segen des Allvaters für Trump einholt, keine Zweifel aufkommen. „Wenn ich über den Rasen vor dem Weißen Haus laufe, dann wird der Boden unter meinen Füßen zu heiligem Boden“, so White in einer ihrer TV-Predigen. © IMAGO/White House Handout/White House
Peter Thiel ist seit langem Unterstützer Donald Trumps
Peter Thiel, hier in Begleitung der Publizistin Amy Chua, ist seit langem Unterstützer Donald Trumps. Thiel wurde 1967 in Frankfurt am Main geboren, wuchs aber in den USA und Südafrika auf. Seine Karriere als Tech-Unternehmer begann mit der Gründung des Bezahldienstes Paypal. Der Multimilliardär unterstützte Trump bereits bei seinem ersten Wahlkampf 2016 mit großzügigen Spenden und gilt außerdem als enger Vertrauter von Vizepräsident J.D. Vance. © LEIGH VOGEL
Dana White, Präsident der MMA-Kampfsportorganisation UFC,
Dana White, Präsident der MMA-Kampfsportorganisation UFC, ist seit Jahrzehnten ein enger Vertrauter Donald Trumps. Der hatte sich das Vertrauen Whites verdient, als er zu Beginn der UFC deren Veranstaltungen in seinen Casinos in Atlantic City genehmigte. White unterstützte Trump Jahre später bei dessen Wahlkampf 2016 und war geladener Gast bei der Amtseinfühung 2025. © IAN MAULE/AFP
David Sacks ist Multimillionär und guter Freund von Elon Musk.
David Sacks ist Multimillionär und guter Freund von Elon Musk. Sacks wird als Donald Trumps „KI- und Krypto-Zar“ fungieren. Vor der US-Wahl trieb Sacks im Silicon Valley Spendengelder für Trumps Kampagne ein und gabin seinem Podcast „All In“ mehrfach Wahlempfehlungen für Trump ab. Die Wahlnacht verbrachte Sacks an der Seite Trumps in dessen Wohnsitz Mar-a-Lago. © KAYLA BARTKOWSKI

Trump contra Netanjahu: US-Präsident hofft auf schnellen Frieden im Nahen Osten

Der US-Präsident bemüht sich um Frieden in der Region. In seiner ersten Amtszeit gelang es ihm, einen Friedensvertrag zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu vermitteln. Allerdings hatte er zuletzt auch wegen zunehmender Befürchtungen einer Eskalation zwischen Jerusalem und Teheran drei iranische Atomanlagen bombardieren lassen.

Beim Kampf gegen die Hamas, die immer noch 48 israelische Geiseln – von denen wohl noch 20 am Leben sind – festhalten soll, steht Trump fest zu Netanjahu. Allerdings übte er wegen der Bilder der im Gazastreifen hungernden Kinder auch schon deutliche Kritik am israelischen Vorgehen.

Medien wie Politico, ntv oder die Süddeutsche Zeitung hatten bereits davon geschrieben, der 79-Jährige scheine mit Netanjahu zu brechen oder zumindest von ihm abzurücken. Laut The Atlantic soll er sogar den Eindruck gewonnen haben, der israelische Regierungschef würde den Gaza-Krieg quasi künstlich verlängern.

Trump nach Israel-Angriff auf Hamas: „Bedauerlicher Vorfall könnte Chance auf Frieden sein“

Öffentlich übte Trump jedoch wegen der humanitären Krise im Gazastreifen lediglich an der Hamas Kritik. Diese müsse kapitulieren und alle Geiseln freilassen, dann könne die Krise beendet werden.

Nach der Attacke aus Israel: Eine Überwachungskamera in Doha zeichnet den Feuerball und den Rauch auf.

Nach dem israelischen Angriff auf die Hamas-Delegation in Katar schrieb er bei Truth Social allerdings: „Diese Entscheidung wurde von Ministerpräsident Netanjahu getroffen, nicht von mir. Einseitige Bombenangriffe auf Katar, einen souveränen Staat und engen Verbündeten der Vereinigten Staaten, der sehr mutig Risiken eingeht, um gemeinsam mit uns Frieden zu vermitteln, dienen weder den Zielen Israels noch jenen Amerikas.“

Zudem informierte er darüber, mit Netanjahu gesprochen zu haben: „Der Ministerpräsident hat mir gesagt, er wolle für Frieden sorgen. Ich glaube, dass dieser bedauerliche Vorfall eine Chance auf Frieden sein könnte.“ Auch beim Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, und bei Premierminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani habe er sich gemeldet und sich für die Unterstützung und die Freundschaft bedankt.

Netanjahu macht Jagd auf Hamas: Katar soll Terroristen ausweisen oder zur Rechenschaft ziehen

Das Emirat war eines der Länder, das Trump während seiner Golf-Reise im Mai besuchte. Dort wurde ihm ein Luxusjet im Wert von 400 Millionen US-Dollar geschenkt, was selbst unter einigen seiner treuesten Anhänger für Kritik gesorgt hatte.

Katars Premierminister nannte den israelischen Angriff derweil in einem CNN-Interview „einen barbarischen Akt“. Am Morgen zuvor habe er sich mit Familien der Geiseln unterhalten: „Sie zählen auf unsere Vermittlungen (über einen Waffenstillstand in Gaza, d. Red.), sie haben keine andere Hoffnung. Ich denke, was Netanjahu getan hat, tötet jede Hoffnung der Geiseln.“ Es habe sich um „Staatsterror“ gehandelt.

Will es sich mit Katar auf keinen Fall verscherzen: Donald Trump (l.) macht bereits erfolgreich Geschäfte mit dem Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani.

Netanjahu hatte zuvor via X Katar und alle Länder, „die Terroristen Unterschlupf gewähren“, dazu aufgefordert, diese auszuweisen oder zur Rechenschaft zu ziehen. „Denn wenn ihr es nicht tut, dann werden wir es tun“, warnte er.

Katar kontert Netanjahu: Attacke auf Hamas als „feiger Angriff“ gebrandmarkt

Aus Doha folgte ebenfalls auf dem Netzwerk von Elon Musk ein Statement. In diesem wurden „die rücksichtslosen Äußerungen“ von Netanjahu verurteilt und als „beschämender Versuch“ angesehen, um den „feigen Angriff“ zu rechtfertigen.

Dem israelischen Ministerpräsidenten sei „völlig bewusst“, dass die Hamas-Anführer vor Ort seien, weil Katar seiner Vermittlerrolle nachkomme. Zudem wird darauf verwiesen, dass Netanjahu auf „extremistische Rhetorik“ setze, um Wahlen zu gewinnen, mit internationalem Haftbefehl gesucht werde und sich immer schärferen Sanktionen gegenübersehe.

Die internationale Gemeinschaft wird dazu aufgerufen, „ihrer Verantwortung gerecht zu werden, indem sie Netanjahus islamfeindliche und aufrührerische Rhetorik zurückweist und den politischen Verzerrungen ein Ende setzt, die die Vermittlungsbemühungen untergraben und das Streben nach Frieden behindern“. Womöglich muss also auch Trump bald wieder in eine Vermittlerrolle schlüpfen. Immerhin verfügt er über einen guten Draht nach Jerusalem und Doha. (mg)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press Wire

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