Historischer Besuch in Jerusalem

Trumps große Knesset-Rede: „Historische Morgenröte eines neuen Nahen Ostens“

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Nach der Geiselfreilassung verkündet Trump in Jerusalem das Ende den Anbruch eines neuen Zeitalters und streckt dem Iran die Hand aus.

Jerusalem – Trump triumphiert: Mit stehenden Ovationen und „Trump The Peace President“-Käppis empfingen die israelischen Parlamentarier den US-Präsidenten. Nach der Freilassung der letzten 20 lebenden Geiseln durch die Hamas hielt Donald Trump am Montag eine emotionale 65-minütige Rede vor der Knesset – und verkündete das Ende einer Ära. Aber zuerst komplimentierte er, ganz Immobilienmagnat, das Parlamentsgebäude mit „Netter Laden!“ und erntete sofort die ersten Lacher. Ovationen gab es auch dafür, dass Trump zu Beginn der Rede „dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“ dankte.

Donald Trump wurde triumphal gefeiert.

„Das ist die historische Morgenröte eines neuen Nahen Ostens“, rief Trump den Abgeordneten zu. „Israel hat mit unserer Hilfe alles gewonnen, was mit Waffengewalt gewonnen werden kann. Ihr habt gewonnen“, erklärte der US-Präsident. Seine zentrale Botschaft: „Es ist höchste Zeit, dass ihr die Früchte eurer Arbeit genießen könnt.“ Das Gaza-Abkommen markiere nicht nur das Kriegsende, sondern es sei auch „das Ende einer Ära des Terrors und des Todes“. Trump beschwor eine neue Zeit: „Es ist der Beginn einer großen Eintracht und dauerhaften Harmonie für Israel und alle Nationen dessen, was bald eine wirklich großartige Region sein wird.“

Trump: Kritik an Biden und Obama und Lob für Netanjahu

Scharf ging Trump mit seinen Amtsvorgängern ins Gericht. Joe Biden bezeichnete er als „schlechtesten Präsidenten in der Geschichte unseres Landes, und zwar bei weitem“, Barack Obama sei „nicht weit dahinter“ gewesen. Ganz anders sein Ton gegenüber Benjamin Netanjahu: „Er ist nicht der einfachste Typ im Umgang. Aber das macht ihn großartig.“

Dem israelischen Premier habe er geraten: „Bibi, du wirst für das hier viel mehr in Erinnerung bleiben, als wenn du das Ganze weiter und weiter gemacht hättest, töten, töten, töten.“ ABC News berichtete, Trump habe Netanjahu erklärt, das Timing des Friedensabkommens sei „brillant“.

Donald Trumps berüchtigte Handschlag-Strategie

Handschlag auf Augenhöhe – und es wird ordentlich gequetscht: US-Präsident Donald Trump begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem Weißen Haus.
US-Präsident Donald Trump begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem Weißen Haus.  © SAUL LOEB / AFP
Donald Trumps Handschlag
Berühmt, berüchtigt und bekannt: Donald Trumps Handschlag ist eines der Markenzeichen des US-Präsidenten und vereint Machtspiel und Macho-Pose. Zu spüren bekamen das schon zahlreiche Politikerinnen und Politiker auf der ganzen Welt – hier Russlands Präsident Wladimir Putin im Juli 2017 in Hamburg. © imago
Auf dem G20-Gipfel in Hamburg traf er zum Handschlag-Foto mit Putin zusammen.
Donald Trump war noch frisch im Amt und genoss die mediale Aufmerksamkeit, die ihm durch seinen überraschenden Sieg bei der US-Wahl zukam. Auf dem G20-Gipfel in Hamburg traf er zum Handschlag-Foto mit Putin zusammen. © imago
Trump, hier als junger Mann mit Ex-Präsident Ronald Reagan
Mehrere Biografen Donald Trumps beschreiben, dass ihm sein Handschlag schon immer wichtig gewesen sei. Trump, hier als junger Mann mit Ex-Präsident Ronald Reagan, soll der Meinung sein, dass ein Handschlag darüber entscheidet, wer im anschließenden Gespräch Dominanz ausstrahlt und wer nicht. © IMAGO
Donald Trumps Handschläge, hier in der Praxis mit „Miss America 2025“ Abbie Stockard
Donald Trumps Handschläge, hier in der Praxis mit „Miss America 2025“ Abbie Stockard, beschäftigen die politische Medienlandschaft seit seinem Eintritt in die politische Arena. Die Washington Post beschrieb den Präsidenten als jemand, der „unbeholfene, intensive und manchmal geradezu seltsame Händedrücke“ gebe. © imago
James Comey. Der ehemalige Direktor des FBI
imago418416130.jpg © imago
Japans ehemaliger Premierminister geriet ebenfalls in die Handschlagfalle Donald Trumps
Japans ehemaliger Premierminister geriet ebenfalls in die Handschlagfalle Donald Trumps. Bei ihrem Treffen im Oval Office im Weißen Haus packte der US-Präsident zu - und ließ nicht mehr los. Ganze 19 Sekunden soll der Handschlag zwischen Trump und Abe gedauert haben. Japans Premierminister war von Trumps Händedruck sichtlich überrascht und reagierte mit nervösem Lächeln und ungläubigem Augenrollen. © imago
Donald Trump es offenbar auch bei Neil Gorsuch
Wie schon bei Comey versuchte Donald Trump es offenbar auch bei Neil Gorsuch, den Trump während seiner ersten Amtszeit zum Obersten Richter am Supreme Court ernannte. Beim Handedrücken zog Trump den Arm Gosuchs zu sich und brachte den obersten Richter sichtbar aus dem Gleichgewicht. © imago
Donald Trump und Emmanuel Macron
Den Höhepunkt des Händeschüttelns erlebte die Welt mit Donald Trump und Emmanuel Macron. Mehrfach während ihres Treffen schüttelten der amerikanische und der französische Präsident die Hände - fast immer in absonderlicher Art.  © IMAGO/Ron Sachs
Aufeinandertreffen mit Macron
Bei den Aufeinandertreffen mit Macron, wie hier beim G7-Gipfel in Kanada, wurde besonders deutlich, dass der Handschlag für Donald Trump vor allem ein Machtspiel ist. Frankreichs Präsident aber schien darauf vorbereitet und reagierte ebenfalls mit Angriff statt Verteidigung. Auf den Bildern war zu sehen, wie er Trumps Hand mit aller Kraft drückte, bis sogar seine Knöchel weiß wurden. Trump versuchte erfolglos, Macrons Arm zu verdrehen. © Evan Vucci/afp
Emmanuel Macron und Donald Trump
Emmanuel Macron beschrieb seine Reaktion auf Donald Trumps Handschlag-Taktik im Nachgang. „Mein Händedruck mit ihm war nicht unschuldig“, so Frankreichs Präsident. Man müsse Trump „zeigen, dass wir keine kleinen Zugeständnisse machen werden, auch nicht symbolische.“ Das galt für Macron offensichtlich selbst bei dem Austausch von Begrüßungsfloskeln. © Michael Kappeler/dpa
Emmanuel Macron und Donald Trump
Über die Jahre entwickelten die Alpha-Männer Emmanuel Macron und Donald Trump dann doch noch einen zivilisierten Händedruck. Den präsentierten sie der Weltöffentlichkeit in Rom, als beide Staatschefs zur Beerdigung von Papst Franziskus zu Gast waren. „Er ist ein toller Kerl - klug, stark und hält gerne meine Hand“, beschrieb Trump Macron, der „ein sehr guter Mensch“ und ein „sehr harter Kerl“. © imago
G7-Gipfel in Kanada
Ähnlich wie bei Emmanuel Macron wurde auch der Handschlag zwischen Donald Trump Marc Trudeau zum Politikum. Kanadas Premierminister wollte wie schon Frankreichs Präsident nicht klein beigeben. Es entwickelte sich ein kurzes Handgemenge, dass Trudeau aber mit einem Lächeln quittierte. © Evan Vucci/dpa
UFC-Kommentator Joe Rogan
UFC-Kommentator Joe Rogan beschrieb in seinem Podcast „The Joe Rogan Experience“, wie er sich auf das Händeschütteln mit Donald Trump vorbereitet hätte. Der Kampfsport-Experte sagte, er habe damit gerechnet, dass ihn der US-Präsident durch einen Ruck aus dem Gleichgewicht habe bringen wollen. „Ich habe mich breiter gestellt, um eine feste Basis zu haben“, so Rogan. Der US-Präsident sei deshalb trotz mehrfacher Versuche mit seinem Trick an ihm gescheitert. © imago
Donald Trump verfügt noch über weitere Techniken, um die Begrüßungssituation
Doch Donald Trump verfügt noch über weitere Techniken, um die Begrüßungssituation für seinen Gegenüber maximal unangenehm zu gestalten. Eine davon präsentierte er 2018 in Brüssel beim Handschlag mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Als die beiden beim Nato-Gipfel aufeinandertrafen, packte Trump zu und lehnte sich mit seinem Oberkörper nach vorne. Stoltenberg reagierte mit diesem Eindringen in seinen persönlichen Raum mit dezentem Rückzug. © imago
Bundeskanzlerin Angela Merkel r CDU trifft US Praesident Donald Trump im Rahmen des G20 Gipfels
Beim Handschlag mit Altkanzlerin Angela Merkel hielt sich Donald Trump vornehm zurück. Die Bundeskanzlerin bekam beim G20-Gipfel einen eher unterkühlten Händedruck vom US-Präsidenten. © Inga Kjer/dpa
UN Generalversammlung in New York
Ganz gesittet gestaltete sich 2017 in Donald Trumps Heimatstadt New York das Händeschütteln. Bei der UN-Generalversammlung traf Trump auf António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen. © Shealah Craighead/dpa
Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus musste der Rede zur Lage der Nation lauschen, die Trump im Kongress hielt
Nancy Pelosi beschloss, bei ihrem Handschlag mit Donald Trump den Spieß umzudrehen. Die damalige Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus musste der Rede zur Lage der Nation lauschen, die Trump im Kongress hielt. Pelosi streckte ihm im Anschluss die Hand mit soviel Ablehnung entgegen, wie ein Blick und eine Geste nur ausstrahlen können. © imago
Elon Musk bei seiner Verabschiedung aus den Regierungsdiensten im Oval Office
Wer die Gunst Donald Trumps genießt, der bekommt beizeiten einen ganz speziellen Händedruck vom US-Präsidenten. Trump legt dann liebevoll seine linke Hand auf die rechte seines Gegenübers und tätschelt diese. In den Genuss dieser Geste kam Elon Musk bei seiner Verabschiedung aus den Regierungsdiensten im Oval Office. © imago
Modi bei seinem Besuch Donald Trumps im Weißen Haus.
Den doppelten Händedruck für besonders gute Freunde bekam auch Indiens Premierminister Modi bei seinem Besuch Donald Trumps im Weißen Haus. © imago
Besuch Bolsonaros in Mar-a-Lago
Zu den guten Freunden Donald Trumps gehörte auch Brasiliens ehemaliger Präsident, Jair Bolsonaro. Der hatte sich im Wahlkampf mit seinem Rechtspopulismus und Skandalen den Spitznamen „Tropen-Trump“ erarbeitet. Der US-Präsident quittierte das im März 2020 bei einem Besuch Bolsonaros in Mar-a-Lago mit dem doppelten Händedruck. © imago
Als guter Freund Donald Trumps gilt schon lange Rudy Giuliani
Als guter Freund Donald Trumps gilt schon lange Rudy Giuliani. Bei einem Treffen mit Trump im Jahr 2016 schien der ehemalige Bürgermeister New Yorks auch auf den besonderen Handschlag mit dem damaligen Kandidaten der Republikaner für das Präsidentenamt zu hoffen. Trump gönnte seinem Ex-Anwalt diese Ehre aber offenbar nicht. © imago
Vizepräsident JD Vance bekam beim Handschlag von Donald Trump
Sein Vizepräsident JD Vance bekam beim Handschlag von Donald Trump ein Augenzwinkern oben drauf. © imago
US-Präsident Trump im Nahen Osten - Katar
Bei seinem Staatsbesuch in Katar bemühte Donald Trump sich offensichtlich um Zurückhaltung. Das galt auch für seinen Händedruck, den hier der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, während eines Staatsdinners im Lusail-Palast entgegen nahm. © Alex Brandon/dpa
Keir Starmer und Donald Trump
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer reiste vor kurzem zum Antrittsbesuch nach Washington DC. Im Weißen Haus traf er auf Donald Trump. Der Handschlag blieb folgenlos und unspektakulär. © Carl Court/dpa
Cyril Ramaphosa und Donald Trump
Auf den absonderlichen Handschlag zwischen Cyril Ramaphosa und Donald Trump im Weißen Haus folgte der Eklat im Oval Office. Trump beschuldigte den südafrikanischen Präsidenten, in seinem Land einen Völkermord an weißen Landbesitzern geschehen zu lassen. Um seine Behauptungen zu untermauern, konfrontierte der US-Präsidenten seinen Amtskollegen sogar mit gefälschten Videomaterial. © imago

Trump will, dass Netanjahu begnadigt wird

Spontan forderte der in Israel gefeierte Trump Präsident Isaac Herzog auf, Netanjahu zu begnadigen. „Das stand nicht in der Rede, wie ihr wahrscheinlich wisst, aber ich mag diesen Herrn hier drüben sehr, und es ergibt einfach so viel Sinn“, sagte er. Die Korruptionsvorwürfe gegen den Premier kommentierte er lapidar: „Zigarren und Champagner, wen interessiert das schon?“ Benjamin Netanjahu steht seit 2019 in drei separaten Korruptionsverfahren vor Gericht und ist der erste amtierende israelische Regierungschef, der sich strafrechtlich verantworten muss. Er soll etwa Zigarren und Champagner für politische Gefälligkeiten angenommen haben. Kritiker werfen Netanjahu vor, den Krieg verlängert zu haben, um im Amt zu bleiben.

Überraschend streckte Trump auch dem Iran die Hand aus. „Sogar dem Iran, dessen Regime so viel Tod über den Nahen Osten gebracht hat, ist die Hand der Freundschaft und Zusammenarbeit ausgestreckt“, sagte er. Seine Botschaft an Teheran: „Wir sind bereit, wenn ihr es seid.“

Tumult während der Rede: Zwei Abgeordnete abgeführt

Während der Rede wurden zwei Abgeordnete wegen eines „Recognize Palestine“-Schildes aus dem Saal geführt wurden. Trump reagierte gelassen: „Das war sehr effizient.“ Emotional wurde der US-Präsident zum Schluss: „Wir werden Hoffnung, Harmonie, Möglichkeiten und Glück hier im spirituellen und geografischen Zentrum der ganzen Welt haben. Ich liebe Israel. Ich stehe voll und ganz zu euch.“

Während Trump zum Friedensgipfel nach Ägypten weiterflog, blieb Netanjahu in Israel. Offiziell wegen des jüdischen Feiertags - doch Medien spekulierten über Unstimmigkeiten zwischen den beiden Politikern. Das Gaza-Abkommen sieht neben der Geiselfreilassung auch die Übergabe von 28 Leichen vor. Im Gegenzug lässt Israel knapp 2.000 palästinensische Häftlinge frei. (ABC News, AFP)

Rubriklistenbild: © IMAGO/JALAA MAREY

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