Ringen um Gaza-Waffenruhe: Gespräche von Israel-Angriffen überschattet
VonFelix Busjaeger
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Während Israel und die Hamas unter Vermittlung über eine Waffenruhe verhandeln, gehen im Gazastreifen die Kämpfe unvermindert weiter. Es gibt viele Tote.
Tel Aviv/Gaza – Erneut hat es bei israelischen Angriffen im Gazastreifen viele Tote gegeben. Das geht aus palästinensischen Angaben hervor. Seit den Morgenstunden seien mindestens 30 Menschen in dem Küstengebiet ums Leben gekommen, meldete die Nachrichtenagentur Wafa unter Berufung auf medizinische Kreise. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Das israelische Militär habe in verschiedenen Gebieten des umkämpften Küstenstreifens Angriffe geflogen. Derweil wird weiter um eine Waffenruhe im Gazastreifen gerungen.
Ringen um Waffenruhe im Gazastreifen: Israel setzt wohl Angriffe fort
Wafa berichtete von Angriffen Israels in Deir al-Balah, Gaza und im Bereich Chan Junis. Israels Armee berichtete indes von intensiven Truppeneinsätzen im Bereich in der letztgenannten Region. Dabei sei etwa ein 500 Meter langer unterirdischer Tunnel entdeckt und zerstört worden. In der vergangenen Woche seien zudem Dutzende „Terroristen“ getötet sowie „terroristische Infrastruktur“ zerstört worden, hieß es weiter. Auch diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
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Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat indes Israel vor einem Treffen mit seinem israelischen Kollegen aufgefordert, „hunderttausende“ Palästinenser im Gazastreifen „vor dem Hungertod zu bewahren und zu versorgen“. „Das ist Israels Pflicht, die internationalen Hilfsorganisationen müssen sofort umfassenden Zugang erhalten, um die humanitäre Hilfe zu den Menschen bringen zu können“, erklärte er am Donnerstag vor einer Reise nach Wien. Dort will Wadephul seinen israelischen Kollegen Gideon Saar und die österreichische Chefdiplomatin Beate Meinl-Reisinger treffen.
Wadepuhl zu Waffenruhe im Gazastreifen: Deutliche Forderung an Hamas
Mit Blick auf eine mögliche Waffenruhe im Gazastreifen und Israel im Krieg sagte Wadepuhl, dass für einen dauerhaften Frieden die Palästinenser eine Zukunft bräuchten – und nicht nur im Gazastreifen, sondern auch im Westjordanland und in Ostjerusalem. „Nie wieder darf ein Massaker wie am 7. Oktober 2023 verübt werden“, sagte der CDU-Politiker. Die „Hamas muss endlich die Waffen niederlegen und alle Geiseln freilassen, damit das Sterben ein Ende findet“.
Im Ringen um eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen hat die radikalislamische Palästinenserorganisation währenddessen eigenen Angaben zufolge der Freilassung von zehn israelischen Geiseln zugestimmt. Dies sei bei „schwierigen“ Waffenruhe-Verhandlungen mit Israel vereinbart worden, hieß es in einer Erklärung der Hamas vom Mittwoch.
Waffenruhe im Gazastreifen zwischen Hamas und Israel: Trump zeigt sich zuversichtlich
Weitere zentrale Verhandlungspunkte, etwa die Lieferung von Hilfsgütern in den Gazastreifen oder ein Rückzug der israelischen Armee aus dem Palästinensergebiet, seien weiter ungeklärt, hieß es von der Hamas mit Blick auf die Gespräche in Doha. In die seit Wochen andauernden Verhandlungen um eine Waffenruhe und eine Geiselfreilassung war jüngst wieder Bewegung gekommen. US-Präsident Donald Trump empfing Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Anfang der Woche in Washington, um mit ihm über eine Beendigung der „Tragödie“ zusprechen.
Gleichzeitig verhandeln Israel und die Hamas seit Sonntag in Katar in indirekten Gesprächen über ein neues Abkommen. Auf dem Tisch liegt ein Vorschlag der internationalen Vermittler für eine 60-tägige Feuerpause. Ägypten und Katar vermitteln zwischen den beiden Konfliktparteien. Israels Außenminister Gideon Saar bekräftigte seinerseits den Willen seiner Regierung zu einer Einigung. „Israel ist ernsthaft bestrebt, ein Geisel- und Waffenstillstandsabkommen zu erreichen. Ich glaube, dass das machbar ist“, sagte Saar am Mittwoch. Auch Trump äußerte sich mehrfach zuversichtlich, er hoffe auf eine Waffenruhe „bis Ende dieser Woche“. (fbu/dpa/afp)