Drohnenproduktion in Flammen

Ukraine antwortet auf Oreschnik-Angriff mit heftigem Schlag gegen Russlands Waffen-Wirtschaft

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Im Ukraine-Krieg trifft die Ukraine Russlands Wirtschaft empfindlich. Der Geheimdienst in Kiew vermeldet einen Angriff auf eine Drohnenproduktion im Nachbarland.

Kiew – Während ein Ende des Ukraine-Kriegs weiterhin nicht absehbar ist, ist der ukrainischen Militärführung offenbar ein erfolgreicher Schlag gegen die russische Kriegswirtschaft gelungen. Der Militärgeheimdienst SBU hat in Zusammenarbeit mit der ukrainischen Marine und den Streitkräften eine Drohnenproduktionsanlage in der Region Taganrog angegriffen. Die Operation kann auch als Vergeltungsschlag für den russischen Angriff mit einer nuklearfähigen Oreschnik-Rakete in der vergangenen Woche gewertet werden.

Dem Geheimdienst der Ukraine ist in der Nacht zum Dienstag ein erneuter Schlag gegen Putins Kriegswirtschaft gelungen. (Montage)

Nach ukrainischen Angaben habe der Angriff auf die Fabrik „Atlant-Aero“ mehrere Explosionen und einen Brand ausgelöst. Der SBU rechnet damit, dass durch den erfolgreichen Angriff die Produktionskapazität der Drohnenfabrik verringert und damit auch Russlands Fähigkeit für Aufklärungs- und Angriffsoperationen geschwächt wurde.

Schlag gegen Russlands Wirtschaft: Ukraine trifft russische Drohnenproduktion

Auch wenn die Angaben über die durch den Angriff entstandenen Schäden nicht unabhängig überprüft werden können, bestätigte auch die russische Seite einen Angriff in der Region. Yury Slyusar, Gouverneur der russischen Region Rostow, schrieb am frühen Dienstagmorgen auf seinem Telegram-Kanal: „Die Luftabwehrkräfte wehren derzeit einen Luftangriff auf Taganrog ab.“ Laut Slyusar gab es bei den Angriffen keine zivilen Opfer. Wenig später meldete der Gouverneur Schäden an einer „Industrieanlage“. Auch der russische Telegram-Kanal Astra meldete mit Verweis auf Anwohner, dass die Drohnenfabrik getroffen wurde.

Die Stadt Taganrog liegt in der Oblast Rostom am Asowschen Meer und nur knapp 50 Kilometer hinter der russisch-ukrainischen Grenze. Nach Angaben des Portals Ukrainska Pravda ist die Fabrik auf die Entwicklung von Orion- und anderen FPV-Drohnen spezialisiert. Das Unternehmen produziere Komponenten für die Angriffsdrohnen, sowie Steuerungssysteme und elektronische Kriegsführungsausrüstung. „Jede stillgelegte Produktionslinie bedeutet Hunderte Drohnen, die nicht über ukrainische Städte fliegen, Zivilisten töten oder Häuser zerstören werden“, erklärte der ukrainische Geheimdienst in seiner Mitteilung.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Ukraine-Krieg eskaliert weiter – Kiew reagiert auf Orschenik-Angriff

Der Angriff auf die Drohnenfabrik kann auch als Reaktion auf die erneute Eskalation Russlands in der vergangenen Woche gewertet werden. In der Nacht zum Freitag setzten die Streitkräfte von Präsident Wladimir Putin zum zweiten Mal seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 eine neu entwickelte Oreschnik-Rakete bei einem Angriff auf die westukrainische Stadt Lwiw ein. Die Hyperschallwaffe kann nach russischen Angaben eine Höchstgeschwindigkeit von über 12.000 km/h erreichen und mehrere atomare Sprengköpfe tragen. Kiew sah den Angriff mit der nuklearfähigen Rakete als erneute Provokation und „Test“ für die NATO.

Der Kreml rechtfertigte den Einsatz wiederum als Vergeltungsschlag für einen Drohnenangriff auf Putins Privatresidenz in der russischen Region Nowgorod. Die ukrainische Führung um Präsident Wolodymyr Selenskyj streitet jedoch vehement ab, für den Angriff am 29. Dezember 2025 verantwortlich gewesen zu sein. Auch der US-amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA stützt die ukrainische Position in einer Analyse.

Putin nimmt ukrainische Energieversorgung ins Visier – Kiew trifft Kriegswirtschaft

Während Russland bei seinen Angriffen auch immer wieder ukrainische Großstädte und deren Strom- und Wärmeversorgung ins Visier nimmt, hält Kiew an der Taktik fest, Nadelstiche gegen Russlands Wirtschaft hinter der Grenze auszuführen. Der Angriff auf die Drohnenproduktionsanlage ist das jüngste Beispiel für den zunehmenden Erfolg der Ukrainer im Kampf gegen Putins Russland. (Quellen: Ukrainska Pravda, Telegram, dpa) (fdu)

Rubriklistenbild: © Montage: Mikhail Metzel/imago/Screenshot X

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