Ukraine antwortet auf Oreschnik-Angriff mit heftigem Schlag gegen Russlands Waffen-Wirtschaft
VonFelix Durach
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Im Ukraine-Krieg trifft die Ukraine Russlands Wirtschaft empfindlich. Der Geheimdienst in Kiew vermeldet einen Angriff auf eine Drohnenproduktion im Nachbarland.
Kiew – Während ein Ende des Ukraine-Kriegs weiterhin nicht absehbar ist, ist der ukrainischen Militärführung offenbar ein erfolgreicher Schlag gegen die russische Kriegswirtschaft gelungen. Der Militärgeheimdienst SBU hat in Zusammenarbeit mit der ukrainischen Marine und den Streitkräften eine Drohnenproduktionsanlage in der Region Taganrog angegriffen. Die Operation kann auch als Vergeltungsschlag für den russischen Angriff mit einer nuklearfähigen Oreschnik-Rakete in der vergangenen Woche gewertet werden.
Nach ukrainischen Angaben habe der Angriff auf die Fabrik „Atlant-Aero“ mehrere Explosionen und einen Brand ausgelöst. Der SBU rechnet damit, dass durch den erfolgreichen Angriff die Produktionskapazität der Drohnenfabrik verringert und damit auch Russlands Fähigkeit für Aufklärungs- und Angriffsoperationen geschwächt wurde.
Schlag gegen Russlands Wirtschaft: Ukraine trifft russische Drohnenproduktion
Auch wenn die Angaben über die durch den Angriff entstandenen Schäden nicht unabhängig überprüft werden können, bestätigte auch die russische Seite einen Angriff in der Region. Yury Slyusar, Gouverneur der russischen Region Rostow, schrieb am frühen Dienstagmorgen auf seinem Telegram-Kanal: „Die Luftabwehrkräfte wehren derzeit einen Luftangriff auf Taganrog ab.“ Laut Slyusar gab es bei den Angriffen keine zivilen Opfer. Wenig später meldete der Gouverneur Schäden an einer „Industrieanlage“. Auch der russische Telegram-Kanal Astra meldete mit Verweis auf Anwohner, dass die Drohnenfabrik getroffen wurde.
Die Stadt Taganrog liegt in der Oblast Rostom am Asowschen Meer und nur knapp 50 Kilometer hinter der russisch-ukrainischen Grenze. Nach Angaben des Portals Ukrainska Pravda ist die Fabrik auf die Entwicklung von Orion- und anderen FPV-Drohnen spezialisiert. Das Unternehmen produziere Komponenten für die Angriffsdrohnen, sowie Steuerungssysteme und elektronische Kriegsführungsausrüstung. „Jede stillgelegte Produktionslinie bedeutet Hunderte Drohnen, die nicht über ukrainische Städte fliegen, Zivilisten töten oder Häuser zerstören werden“, erklärte der ukrainische Geheimdienst in seiner Mitteilung.
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Ukraine-Krieg eskaliert weiter – Kiew reagiert auf Orschenik-Angriff
Der Angriff auf die Drohnenfabrik kann auch als Reaktion auf die erneute Eskalation Russlands in der vergangenen Woche gewertet werden. In der Nacht zum Freitag setzten die Streitkräfte von Präsident Wladimir Putin zum zweiten Mal seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 eine neu entwickelte Oreschnik-Rakete bei einem Angriff auf die westukrainische Stadt Lwiw ein. Die Hyperschallwaffe kann nach russischen Angaben eine Höchstgeschwindigkeit von über 12.000 km/h erreichen und mehrere atomare Sprengköpfe tragen. Kiew sah den Angriff mit der nuklearfähigen Rakete als erneute Provokation und „Test“ für die NATO.