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Biden bietet Ukraine nach Kriegsende weiteren Schutz an – Israel-Model als Vorbild

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Plant die Ukraine bei ihrer Gegenoffensive die Rückeroberung der Krim? Russland sieht „keine konkreten Pläne“. News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist beendet. Die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg können Sie in unserem neuen News-Ticker verfolgen.

Update vom 9. Juli, 22.19 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte setzten am Sonntag ihre Gegenoffensive fort und rückten in der Region Saporischschja in Richtung Melitopol und Berdyansk vor, wie der Generalstab mitteilte. Die russische Armee habe im Laufe des Tages 27 Luftangriffe und 37 Angriffe mit Mehrfachraketenwerfern durchgeführt, hieß es weiter. Dabei habe es Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung gegeben, zudem seien Wohngebäude und zivile Infrastruktur zerstört worden. In der Region Cherson war es laut Angaben der lokalen Militärverwaltung in der Stadt Beryslaw am Sonntag ebenfalls zu einem Angriff gekommen, bei dem ein Zivilist verletzt wurde.

Selenskyj trifft polnischen Präsidenten Andrzej Duda: Gespräch über kommenden Nato-Gipfel

Update vom 9. Juli, 20.58 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda getroffen. Das Treffen war nicht öffentlich angekündigt und hat im nordwestlichen Luzk stattgefunden. „Andrzej Duda und ich haben eine kurze, aber stichhaltige Diskussion über das kommende Nato-Treffen in Vilnius geführt. Wir haben uns darauf geeinigt, zusammenzuarbeiten um das beste Ergebnis für die Ukraine zu erzielen.“

Ukraine-Krieg: USA erwägen Schutz für die Ukraine nach Kriegsende zu bieten

Update vom 9. Juli, 17.44 Uhr: Die USA sind bereit, der Ukraine nach einem möglichen Kriegsende ähnlichen Schutz zu bieten wie Israel. Das sagte US-Präsident Joe Biden und bezog den Vorschlag auf die Zeit zwischen Kriegsende und einem möglichen Nato-Beitritt. Der Prozess für ein Land, dem westlichen Militärbündnis beizutreten, brauche Zeit, sagte Biden dem Sender CNN in einem Interview, das am Sonntag vollständig ausgestrahlt wurde. In der Zwischenzeit könnten die USA der Ukraine die nötigen Waffen bereitstellen und mit Fähigkeiten ausstatten, um sich selbst zu verteidigen. Biden betonte aber, dass dies nur im Fall eines Waffenstillstands und eines Friedensabkommens denkbar wäre.

Die USA unterstützen Israel jedes Jahr mit rund 3,8 Milliarden US-Dollar - davon geht ein beachtlicher Teil in die Abwehr von Raketen und Militärtechnik. Kein anderes Land weltweit seit dem Zweiten Weltkrieg hat einem jüngsten Bericht des Wissenschaftlichen Dienstes des US-Kongresses mehr Unterstützung von den USA erhalten.

Schulterschluss: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) darf sich über weitere Hilfe durch US-Präsident Joe Biden freuen. (Archivbild)

Steinmeier: Können den USA bei Streumunition nicht in den Arm fallen

Update vom 9. Juli, 15.52 Uhr: Die USA liefern der Ukraine Streumunition – Deutschland lehnt das nach wie vor ab. Doch die Bundesregierung muss die Lieferung nach Auffassung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier akzeptieren. Das Streumunitions-Nein sei nach wie vor richtig, sagte Steinmeier am Sonntag im Sommerinterview des ZDF. „Aber sie kann in der gegenwärtigen Situation den USA nicht in den Arm fallen.“ Steinmeier wies darauf hin, dass er 2008 in Oslo als Außenminister für Deutschland das internationale Abkommen zur Ächtung der Streumunition unterschrieben habe. „Ich bin da befangen“, sagte er im ZDF-Interview.

Update vom 9. Juli, 14.01 Uhr: Aus eigener leidvoller Erfahrung hat Kambodscha die Ukraine vor dem Einsatz von Streumunition im Ukraine-Krieg gewarnt. „Es wäre für die Ukrainer die größte Gefahr für viele Jahre oder für bis zu hundert Jahre, wenn Streubomben in den von Russland besetzten Gebieten auf dem Territorium der Ukraine verwendet würden“, schrieb Kambodschas Regierungschef Hun Sen auf Twitter.

Hun Sen verwies auf die Millionen Streubomben, die die US-Armee während des Vietnam-Kriegs in den 60er und 70er Jahren in Kambodscha und Laos abgeworfen hatte, um Stützpunkte von Kommunisten zu treffen. Für sein Land sei dies eine „schmerzhafte Erfahrung“ gewesen, Zehntausende Menschen seien durch die Sprengsätze getötet oder verstümmelt worden.

Ukraine-Krieg Ukrainische Regierung bekennt sich zu Anschlag auf Krim-Brücke

Update vom 9. Juli, 12.48 Uhr: Die ukrainische Regierung hat sich nach über einem Dreivierteljahr zum Anschlag auf die Krim-Brücke von 8. Oktober 2022 bekannt. „Vor 273 Tagen haben [wir] den ersten Angriff auf die Krim-Brücke gestartet, um die russische Logistik zu stören“, schrieb jetzt Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar auf Telegram. Die Brücke zur Halbinsel Krim war durch eine starke Explosion beschädigt worden. Die Bilder des Anschlags auf eines der wichtigsten Prestigeobjekte von Putin waren damals um die Welt gegangen.

Eine heftige Explosion erschütterte am 8. Oktober 2022 die Krim-Brücke. Nun bekannte sich die Ukraine dazu.

Update vom 9. Juli, 11.54 Uhr: Nach dem russischen Beschuss der ostukrainischen Stadt Lyman im Ukraine-Krieg ist die Zahl der Toten dort auf mindestens neun gestiegen. Die Behörden melden, dass nach dem Beschuss am Samstag (8. Juli) noch ein Mensch gestorben sei. Die Zahl der Verletzten liegt jetzt bei 12.

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Russlands Medien wohl von Wagner-Aufstand überrascht

Update vom 9. Juli, 11.24 Uhr: Es gibt neue Geheimdienst-Erkenntnisse zum Ukraine-Krieg: Die russischen Staatsmedien wurden nach Ansicht britischer Geheimdienst-Experten vom Aufstand der Wagner-Gruppe überrascht. Das geht aus einem Bericht des britischen Verteidigungsministeriums hervor. Demnach lief in Russland das normale TV-Programm einfach weiter.

Nachdem der Aufstand beendet war, versuchten die russischen Kanäle zunächst der Behauptung entgegenzutreten, Sicherheitskräfte hätten sich passiv verhalten. Stattdessen hätten sie versucht, das Narrativ zu bedienen, Putin habe die Revolte ohne Blutvergießen erfolgreich zu Ende gebracht.

Eine Woche später sei dann die Bedeutung Prigoschins heruntergespielt und dessen Charakter infrage gestellt worden. Kanäle Wagners im sozialen Netzwerk Telegram seien wohl auf staatliche Intervention hin verstummt. Putin dagegen habe versucht, mit öffentlichen Auftritten Stärke zu zeigen.

„Ein für alle Mal verloren“: Russland bestreitet Krim-Eroberung als Ziel der ukrainischen Gegenoffensive

Update vom 9. Juli, 10.05 Uhr: Will die Ukraine bei ihrer Gegenoffensive im Ukraine-Krieg auch die seit 2014 von Russland besetzte Halbinsel Krim zurückerobern? Russland sieht laut einer aktuellen Meldung der russischen Nachrichtenagentur TASS keine „konkreten Pläne“ dafür. „Sie brauchen die Krim nicht. Sie werden die Krim nie haben. Es ist das Territorium, das sie ein für alle Mal verloren haben, das Territorium, das ihnen überhaupt nicht gehört hat“, wird der Vorsitzende des Staatsrates der Krim, Wladimir Konstantinow, zitiert.

Die „gesamte Rhetorik zu diesem Thema“ sei „Teil der ideologischen Medienkampagne Kiews“, soll der russische Politiker am Samstag (8. Juli) im russischen Radio gesagt haben. Sie ziele darauf ab, „den Einsatz für die bevorstehenden Friedensgespräche zu erhöhen, die früher oder später stattfinden werden“, so der Politiker.

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Polen in Sorge - An Grenze zu Belarus wird aufgerüstet

Update vom 9. Juli, 9.09 Uhr: Polen hat mit der Verlegung von mehr als 1000 zusätzlichen Soldaten und fast 200 Militärfahrzeugen an seiner Grenze zu Belarus begonnen. Das teilte Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak nach Angaben der Agentur PAP mit. Mit der „Operation Podlachien“ wolle man seine Bereitschaft demonstrieren, auf „Destabilisierungsversuche“ an den Grenzen zu reagieren.

Erst vor kurzem hatten die Präsidenten von Litauen, Polen und Lettland in einem gemeinsamen Schreiben an die Nato ihre Besorgnis über die Entwicklungen im benachbarten Belarus zum Ausdruck gebracht. Putin hat dort russische taktische Atomwaffen stationiert, zudem soll sich die Wagner-Gruppe dort festsetzen.

Ukraine-Krieg: Selenskyj holt Asow-Verteidiger von Mariupol heim - Kreml reagiert verärgert

Update vom 9. Juli, 8.22 Uhr: Selenskyj ist ein Coup im Ukraine-Krieg gelungen: Von seinem Besuch in der Türkei holte er fünf der Verteidiger von Mariupol zurück in die Ukraine. „Nach Hause“, schrieb Selenskyj am Samstag (8. Juli) unter ein Foto auf seinem Telegram-Kanal. Die Männer waren im Ukraine-Krieg nach der Eroberung des monatelang umkämpften Azovstal-Stahlwerks in Mariupol in russische Gefangenschaft geraten, wurden dann aber an die Türkei ausgeliefert. Sie seien nun „nach Verhandlungen mit der türkischen Seite“ wieder in ihre Heimat zurückgebracht worden, heißt es auf der Seite der ukrainischen Präsidialadministration.

Kremlsprecher Dmitri Peskow kritisierte die Rückholung der ukrainischen Soldaten als „direkten Verstoß gegen bestehende Vereinbarungen“ sowohl von türkischer als auch von ukrainischer Seite. Die Befreiung der Asow-Kommandeure aus russischer Gefangenschaft sei an die Bedingung ihres Verbleibs in der Türkei bis Kriegsende geknüpft gewesen.

Ukraine-Krieg: Ukraine dringt auf eindeutige Zusage zu Nato-Mitgliedschaft

Update vom 9. Juli, 7.41 Uhr: Kurz vor dem Nato-Gipfel in Vilnius dringt die Ukraine auf eine eindeutige Zusage, dass sie in die Nato aufgenommen wird. „Auf dem Gipfel in Vilnius erwarten wir eine klare und deutliche Einladung und Wegweisung zum Nato-Beitritt“, sagte der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev. Die Nato dürfe keine Zweideutigkeit mehr zulassen.

Makeiev mahnte, dass die Fehler vom Nato-Gipfel in Bukarest 2008 nicht wiederholt werden dürften. Damals hatte sich vor allem Deutschland unter Es-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen eine schnelle Aufnahme der Ukraine gestemmt. „Wäre die Ukraine 2014 bereits Nato-Mitglied gewesen, hätte es die Krim-Annexion, den Krieg im Donbass und jetzt den russischen großangelegten Angriffskrieg sicherlich nicht gegeben“, sagte der Botschafter.

Ukraine-Krieg: Russland prophezeit wegen Streumunition Krieg „bis zum letzten Ukrainer“

Update vom 9. Juli, 6.37 Uhr: Russland kritisierte die USA scharf für die Lieferung von Streumunition an die Ukraine. Dies sei eine weitere „eklatante Offenbarung des aggressiven antirussischen Kurses der USA, der auf die maximale Verlängerung des Konflikts in der Ukraine und einen Krieg bis zum ,letzten Ukrainer‘ zielt“, heißt es in einem Kommentar der Außenamtssprecherin Maria Sacharowa. Durch die Streumunition würden noch mehr Zivilisten getötet.

Kritik an Streumunition für Ukraine: Außenamtssprecherin Maria Sacharowa mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow.

Das Versprechen Selenskyjs, die Munition nur gegen militärische Ziele anzuwenden, bezeichnete Sacharowa als wertlos. „Washington wird mit der Lieferung von Streumunition zum Mittäter bei der Verminung von Territorien und teilt damit auch in vollem Ausmaß die Verantwortung für Sprengungen, darunter von russischen und ukrainischen Kindern“, sagte die Sprecherin.

Update vom 8. Juli, 22.20 Uhr: Die Zahl der Toten nach russischem Artillerie-Feuer auf die Stadt Lyman hat sich nach ukrainischen Angaben auf mindestens acht von zuvor sechs Zivilisten erhöht. 13 Menschen seien verletzt worden, teilt der ukrainische Generalstab in seinem abendlichen Lagebericht mit. Russische Truppen hätten erfolglose Vorstöße im Sektor Lyman im Donezk gemacht. Mindestens zehn Städte und Dörfer seien von Russen mit Artillerie beschossen worden.

Ukraine-Krieg: Russische Verluste - Ukraine gibt neue Zahlen bekannt

Update vom 8. Juli, 19.40 Uhr: Die Ukraine hat die Angaben zu russischen Verlusten im Ukraine-Krieg aktualisiert. Laut Kiew sind binnen 24 Stunden weitere 630 russische Soldaten gestorben oder verletzt worden. Vier Panzer seien vernichtet worden, außerdem neun Militärfahrzeuge sowie 16 Artilleriegeschütze. Hinzu kommen nach ukrainischen Angaben zwei Flugabwehrsysteme, drei Raketensysteme, 16 Fahrzeuge und Tanklaster und 14 Drohnen. Diese Angaben stammen direkt vom ukrainischen Verteidigungsministerium und sind weder von Russland noch von einer anderen unabhängigen Einrichtung bestätigt.

  • Soldaten: 233.440 (+630)
  • Flugzeuge: 315
  • Hubschrauber: 309
  • Panzer: 4074 (+4)
  • Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge: 7953 (+9)
  • Artilleriesysteme: 4346 (+16)
  • Flugabwehrgeschütze: 410 (+2)
  • Raketensysteme: 661 (+3)
  • Fahrzeuge und Tanklastzüge: 6914 (+16)
  • Schiffe und Boote: 18
  • Drohnen und unbemannte Flugkörper: 3666 (+14)
  • Quelle: Generalstab der Ukraine vom 8. Juli 2023

Ukraine-Krieg: Großbritannien wird keine Streumunition liefern

Update vom 8. Juli 17.16 Uhr: Der britische Premierminister Rishi Sunak hat sich ebenfalls bezüglich der Meldung, dass die USA plant, Streumunition an die Ukraine zu entsenden, geäußert. Großbritannien ist „Unterzeichner einer Konvention, welche die Produktion und die Verwendung von Streumunition verbietet und von der Verwendung abrät“, sagte der Premierminister.

„Wir werden weiterhin die Ukraine im Krieg gegen Russland unterstützten aber das tun wir, indem wir wie in der letzten Zeit Kampfpanzer und Langstreckenraketen senden und ich hoffe, dass alle Länder weiter die Ukraine unterstützen.“

Ukraine-Krieg: Medwedew droht mit Atomkrieg

Update vom 8. Juli, 16.35 Uhr: Der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat wegen der angekündigten Lieferung von Streumunition an die Ukraine den USA vorgeworfen, einen Atomkrieg zu provozieren. „Vielleicht hat der von kranken Fantasien geplagte sterbende Opa - gemeint ist US-Präsident Joe Biden - einfach entschieden, schön abzutreten, ein atomares Armageddon zu provozieren und die halbe Menschheit mit sich in den Tod zu reißen“, schrieb der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrats am Samstag auf Telegram.

Die Lieferung von Streumunition und das Versprechen eines Nato-Beitritts an die Ukraine zeige, dass Biden alle anderen Ressourcen aufgebraucht habe, meinte Medwedew. Dies führe aber zu einem Dritten Weltkrieg, drohte er. Zuvor hatte schon der russische Botschafter in Washington, Anatoli Antonow, vor einem Näherrücken des Dritten Weltkriegs durch die immer tiefere Verstrickung der USA in den Konflikt gewarnt.

Dmitri Medwedew bei einem Auftritt in einer Raketenfabrik in Reutow bei Moskau. (Archivfoto)

Ukraine-Krieg: Erdogan „nicht von westlichen Sanktionsentscheidungen abhängig“

Update vom 8. Juli, 14.03 Uhr: Die Türkei pflegt über den Verlauf des Ukraine-Kriegs eine andere Beziehung zu Russland als es viele Nato-Partner von Ankara tun. In der Türkei wurden mitunter zu Beginn des Kriegs ergebnislose Friedensverhandlungen geführt. Jetzt soll der russische Präsident Wladimir Putin in die Türkei reisen. Wann dies geschehen wird, ist jedoch noch unklar, wie der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagt. Das Treffen sei jedoch weiter möglich, hieß es vom Kreml-Sprecher, wie der amerikanische Fernsehsender CNN berichtet.

Erdogan sagte mit Hinblick auf Moskau: „Wir sind nicht am selben Punkt wie der Westen bezüglich Sanktionen gegenüber Russland. Wir sind nicht von westlichen Sanktionsentscheidungen abhängig. Wir sind ein starker Staat und haben eine positive Beziehung zu Russland.“

Ukraine-Krieg: Russische Front in der Südukraine könnte schwächeln

Update vom 8. Juli, 09.20 Uhr: Offenbar gibt es erste Anzeichen, dass die stark befestigte russische Front im Süden der Ukraine wackelt. Militärexperten von ISW zufolge hat Russland offenbar den Großteil seiner Truppen aus Ost-Russland in den Süden der Ukraine verschoben habe. Dies könne als Anzeichen gewertet werden, dass die Front im Süden „brüchig“ sei.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Update vom 8. Juli, 08.13 Uhr: Die ukrainische Gegenoffensive gegen die russischen Streitkräfte verläuft langsamer als von einigen erwartet. Es sei aber noch zu früh, um Schlussfolgerungen über die Aussichten Kiews auf Erfolge auf dem Schlachtfeld zu ziehen, so Colin Kahl, der oberste politische Berater des Pentagon. Russland habe sich erfolgreicher in Verteidigungspositionen eingegraben, „als vielleicht angenommen wurde“, sagte er.

Ukraine-Krieg: Russland reagiert auf Lieferung der Streumunition

Update vom 8. Juli, 06.05 Uhr: Russland hat die von den USA angekündigte Lieferung von Streumunition an die Ukraine als weitere Eskalation im Krieg bezeichnet. „Washington erhöht seinen Einsatz in dem Konflikt weiter“, sagte der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, nach Angaben des Außenministeriums in Moskau in der Nacht zum Samstag. Auch ohne die Streumunition seien die USA tief verstrickt in den Konflikt und brächten „die Menschheit näher an einem neuen Weltkrieg“.

Die USA seien so besessen von der Idee, Russland eine Niederlage zuzufügen, dass sie die Schwere ihrer Handlungen nicht berücksichtigten, sagte Antonow. Die Lieferung von Streumunition sei eine „Geste der Verzweiflung.“

Ukraine-Krieg: Präsident Biden verteidigt Lieferung von Streumunition

Update vom 7. Juli, 22.40 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat die Lieferung von Streumunition an die Ukraine verteidigt und als eine Übergangslösung bezeichnet. „Dies ist ein Krieg, der mit Munition zu tun hat. Und die Munition geht ihnen aus, und wir haben nur noch wenig davon“, sagte Biden in einem Interview mit dem CNN-Journalisten Fareed Zakaria. Deshalb habe er schließlich die Empfehlung des Verteidigungsministeriums angenommen, Streumunition „nicht dauerhaft, sondern für eine Übergangszeit“ zu liefern, bis die USA wieder in der Lage seien, mehr von der benötigten Artillerie zu produzieren.

Update vom 7. Juli, 20.40 Uhr: Die US-Regierung will der Ukraine Streumunition zur Verteidigung gegen Russland liefern. Es sei eine schwierige Entscheidung gewesen, aber US-Präsident Joe Biden habe sich entschieden, diesen Schritt zu gehen, sagte der nationale Sicherheitsberater Bidens, Jake Sullivan, am Freitag im Weißen Haus.

Update vom 7. Juli, 18.40 Uhr: Die ukrainische Armee konnte eigenen Angaben zufolge einen Erfolg in der Region Saporischschja verzeichnen. Rund um das Dorf Tawrija sei man in den vergangenen 24 Stunden weiter vorgerückt, sagte der ukrainische General Oleksandr Tarnawskyj auf Telegram. Dabei habe man fast zwei komplette russische Kompanien tötet oder verwunden können. „28 Einheiten der feindlichen Militärausrüstung wurden zerstört, darunter sechs Panzer. Das Munitionslager des Feindes wurde ebenfalls zerstört. Wir bewegen uns vorwärts“, schrieb Tarnawskyj.

Ukraine-Krieg: Russland attackiert Großstadt Saporischschja

Update vom 7. Juli, 17.15 Uhr: Nach einem russischen Raketenangriff auf die Großstadt Saporischschja ist es zu einem „Brand in einer Infrastruktureinrichtung“ gekommen. Dies schrieb Jurij Malaschko, Militärverwaltungsleiter der Region, auf Telegram. „Die S-300-Geschosse haben mitten am Tag eine Infrastruktureinrichtung in einer dicht besiedelten Stadt getroffen. Eines der Gebäude hat Feuer gefangen. Spezialisten arbeiten daran, die Folgen des Angriffs zu beseitigen“, fügte er hinzu. Über mögliche Todesopfer sei bisher nichts bekannt.

Update vom 7. Juli, 16.50 Uhr: Nach einem russischen Raketenangriff auf die Großstadt Saporischschja ist es zu einem „Brand in einer Infrastruktureinrichtung“ gekommen. Dies schrieb Jurij Malaschko, Militärverwaltungsleiter der Region, auf Telegram. „Die S-300-Geschosse haben mitten am Tag eine Infrastruktureinrichtung in einer dicht besiedelten Stadt getroffen. Eines der Gebäude hat Feuer gefangen. Spezialisten arbeiten daran, die Folgen des Angriffs zu beseitigen“, fügte er hinzu. Über mögliche Todesopfer sei bisher nichts bekannt.

Ukraine-Krieg: Ukrainische Gegenoffensive an mindestens drei Abschnitten

Update vom 7. Juli, 15.50 Uhr: Die ukrainische Armee führt nach Einschätzung von US-Experten an mindestens drei Abschnitten Gegenoffensiven durch und versucht, russische Soldaten und Logistikressourcen schrittweise zu schwächen. Die Streitkräfte hätten nach Angaben des ukrainischen Militärs Gebiete in Richtung Bachmut sowie im Westen der Gebiete Saporischschja und Donezk im Visier, schrieb das in Washington ansässige Institut für Kriegsstudien (ISW) in seinem Bericht vom Donnerstag. Es gebe Aufnahmen vorgerückter ukrainischer Truppen rund fünf Kilometer südwestlich der monatelang umkämpften Stadt Bachmut.

Update vom 7. Juli, 14.40 Uhr: Im Kreml fürchtet man offenbar weitere Angriffe auf Moskau. Mitten im Ukraine-Krieg sollen auf einer Mülldeponie nahe der Hauptstadt Flugabwehrsysteme installiert worden sein. Das berichtet das russische Nachrichtenportal Insider. Zu der Anlage gehöre neben einer Radarstation auch ein Raketensystem zur Verteidigung des Luftraums.

Ukraine-Krieg: Kiews Truppen können offenbar besetzte Gebiete zurückerobern

Update vom 7. Juli, 13.50 Uhr: Die Bodentruppen der Ukraine melden von der Front um Bachmut weitere Erfolge. Generaloberst Oleksandr Syrskyi, Befehlshaber des ukrainischen Heeres, sagte in einer Erklärung gegenüber der Ukrainska Pravda: „Die Verteidigungsstreitkräfte machen Fortschritte und rücken vor. Sie haben die zuvor besetzten Gebiete zurückerobert.“

Dazu veröffentlichten die ukrainischen Streitkräfte Videomaterial, das aus dem Ukraine-Krieg stammen soll. Darauf zu sehen ist laut Angaben der Ukraine die Vernichtung eines russischen Panzers des Typs T80 mithilfe von tragbaren Panzerabwehrraketen durch die 3. Angriffsbrigade. Die Aufnahmen seien angeblich am Stadtrand Bachmuts entstanden. „Zwei Schüsse aus einer NLAW und einer Javelin, und der T-80-Panzer der Besatzer wurde zu Schrott“, schreibt Sysrski zu dem Video.

Ukraine-Krieg: Schwere Explosion in russischer Sprengstofffabrik tötet sechs Menschen

Update vom 7. Juli, 12.46 Uhr: In Zentralrussland hat eine schwere Explosion in einer Sprengstofffabrik mindestens sechs Menschen getötet. Das melden mehrere russische Medien, darunter die Agenturen Tass und Ria Nowosti. Die Fabrik soll sich in der Stadt Tschapajewsk befinden. Ursache für die Explosion sollen Reparaturarbeiten an einer Pipeline gewesen sein.

Ukraine-Krieg: Russland schickt Kriegsschiffe nach Mariupol

Update vom 7. Juli, 12.10 Uhr: Russland hat offenbar damit begonnen, seine Flotte im Asowschen Meer auszubauen. Das berichtet die Welt und bezieht sich dabei auf britische Militärexperten. In der besetzten Stadt Mariupol sei ein neuer Marinedistrikt entstanden. Acht Kriegsschiffe sollen dort stationiert werden. Die Flotte solle sowohl vor Partisanenangriffen in den ukrainischen, besetzten Gebieten schützen als auch der Logistik im Ukraine-Krieg dienen.

Ukraine-Krieg: Kiew soll Waffen aus Tschechien erhalten

Update vom 7. Juli, 11.10 Uhr: Die Ukraine wird schon bald neue Waffen aus dem Westen erhalten. Tschechien hat die Lieferung von Hubschraubern und Kampfjets des Typs F16 zugesichert. Das berichtet unter anderem das Nachrichtenportal Ukrainska Pravda. Über die exakte Höhe der Waffenlieferungen ist nichts bekannt. Die tschechische Armee verfügt nach eigenen Angaben über rund 40 aktive Militärhubschrauber. Dabei soll es sich um alte Bestände aus Sowjet-Zeiten handeln.

Ukraine-Krieg: Neue Zahlen zu Verlusten veröffentlicht

Update vom 7. Juli, 9.45 Uhr: Laut Kiew steigen die Verluste Russlands im Ukraine-Krieg weiter an. Moskau habe an einem Tag 510 Soldaten, 20 Artilleriesysteme und zwei Panzer verloren. Insgesamt seien bereits mehr als 226.000 russische Soldaten in den Kampfhandlungen gefallen. Diese Angaben stammen vom ukrainischen Verteidigungsministerium und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Der US-Geheimdienst geht aktuell davon aus, dass rund 30.000 Soldaten aus Russland im Ukraine-Krieg gestorben sind.

Ukraine-Krieg: Selenskyj trifft Erdogan in der Türkei

Update vom 7. Juli, 8.45 Uhr: Während die Kämpfe an der Front unvermindert fortgesetzt werden, wird im Hintergrund verhandelt. Noch heute wird der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Türkei erwartet. Beim Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wird wohl auch eine Wiederaufnahme des Getreideabkommens diskutiert werden, das die Auslieferung von Getreide aus der Ukraine über das Schwarze Meer ermöglichen soll.

Ukraine-Krieg: Russland bringt weitere Truppen in Stellung

Update vom 7. Juli, 7.30 Uhr: Russland beginnt laut Angaben des britischen Geheimdienstes damit, weitere Truppen aus dem ganzen Land für den Ukraine-Krieg zusammenzuziehen. So soll die 58. Armee, ein Großverband der russischen Streitkräfte, mittlerweile rund um Saporischschja im Einsatz sein. Normalerweise ist der Verband im Kaukasus zur dortigen Grenzsicherung im Einsatz. Das zeige laut den Briten, dass der Ukraine-Krieg „die etablierte nationale Sicherheitsstrategie Russlands durcheinander gebracht“ habe.

Ukraine-Krieg: Erbitterte Schlacht um Bachmut

Erstmeldung vom 7. Juli 2023: Kiew – Rund um Bachmut tobt inmitten des Ukraine-Kriegs weiter eine erbitterte Schlacht. Laut Angaben aus Kiew ist es den eigenen Truppen dort gelungen, eine Reihe von Gegenangriffen Russlands zurückzuschlagen. Die Truppen Moskaus hätten demnach versucht, von der Ukraine eroberte Gebiete zurückzugewinnen, seien aber von ukrainischen Infanterieeinheiten zurückgeschlagen worden.

Aktuell sollen neben der Front im Osten des Landes vor allem um Bachmut heftige Kämpfe toben. Dabei kommen neben Bodentruppen auch schwere Artilleriegeschütze auf beiden Seiten des Ukraine-Kriegs zum Einsatz. Kiew soll es außerhalb der Stadt gelungen sein, eine wichtige Befestigungsanlage Russlands einzunehmen. Das berichtet unter anderem die Kyiv Post.

Ukraine-Krieg: Heftige Kämpfe an der Front um Bachmut

Demnach beginnen die ukrainischen Streitkräfte nun damit, sich rund um Bachmut an verschiedenen Stellen einzugraben. Schützengräben und Frontbefestigungen würden derzeit in den Dörfern Berchiwka und Yahidne, etwa zehn Kilometer nördlich vom ehemaligen Stadtzentrum in Bachmuts gelegen, errichtet. Die Angriffe russischer Truppen auf die dort stationierten Truppen konnte demnach zurückgeschlagen werden. Diese Meldung deckt sich mit Berichten der russischen Seite aus dem Ukraine-Krieg. Der Kreml-nahe Militärblogger und Kriegsjournalist Simon Pegow vermeldete in seinem Telegram-Kanal, dass Russlands Angriffe im Norden Bachmuts von der Ukraine zurückgeschlagen worden seien.

Derweil steigen vor allem Russlands Verluste im Ukraine-Krieg weiter an. Laut Angaben des unabhängigen Nachrichtenportals Medizaona aus Russland selbst sind bereits 26.801 russische Soldaten im Ukraine-Krieg gefallen. In den vergangenen zwei Wochen soll der Kreml demnach mehr als 1.000 Soldaten verloren haben. Ein Großteil der Gestorbenen stammt laut Mediazona aus den Gefängnissen Russlands, ein weiterer großer Teil sind Personen, die sich freiwillig verpflichtet haben.

Ukraine-Krieg: Russlands Verluste im Überblick

  • Gefallene Soldaten insgesamt: 26.801 (+1.273 in den vergangenen zwei Wochen)
  • Ehemalige Häftlinge: 5.075
  • Eingezogene Zeitsoldaten: 2.674
  • Freiwillige: 2.617
  • Söldner: 2.180
  • (Angaben von Mediazona vom 7. Juli 2023)

Ukraine-Krieg: Wolodymyr Selenskyj zeigt sich optimistisch

Die Angaben zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg stammen in diesem Fall von Mediazona und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Laut Kiew liegt die Zahl getöteter russischer Soldaten deutlich höher. Dort geht man von mittlerweile 232.300 gefallenen Soldaten Russlands aus.

Ebenfalls aus Kiew meldete sich inmitten des Ukraine-Kriegs Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Wort. Auf einer Pressekonferenz mit Tschechiens Präsident Petr Pavel zeigte sich Selenskyj optimistisch, dass die laufende Gegenoffensive der Ukraine Erfolg bringen werde. „Wir rücken vor. Wir haben die Initiative.“ Zwar fänden die Gebietsgewinne an der Front nur langsam statt, man bewege sich aber dennoch ständig vorwärts. (Mit Agenturen)

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