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Stephanie Munk
Bona Hyun
Nail Akkoyun
Daniel Dillmann
Plant die Ukraine bei ihrer Gegenoffensive die Rückeroberung der Krim? Russland sieht „keine konkreten Pläne“. News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
- „Ein für alle Mal verloren“: Russland bestreitet Krim-Eroberung als Ziel der ukrainischen Gegenoffensive
- Selenskyj holt Asow-Verteidiger heim: Kreml reagiert verärgert
- Wegen Streumunition für Ukraine: Russland prophezeit Krieg „bis zum letzten Ukrainer“
- Die verarbeiteten Informationen, insbesondere zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg, stammen teils von den Kriegsparteien aus Russland oder der Ukraine. Sie lassen sich deshalb nicht unabhängig überprüfen.
Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist beendet. Die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg können Sie in unserem neuen News-Ticker verfolgen.
Update vom 9. Juli, 22.19 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte setzten am Sonntag ihre Gegenoffensive fort und rückten in der Region Saporischschja in Richtung Melitopol und Berdyansk vor, wie der Generalstab mitteilte. Die russische Armee habe im Laufe des Tages 27 Luftangriffe und 37 Angriffe mit Mehrfachraketenwerfern durchgeführt, hieß es weiter. Dabei habe es Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung gegeben, zudem seien Wohngebäude und zivile Infrastruktur zerstört worden. In der Region Cherson war es laut Angaben der lokalen Militärverwaltung in der Stadt Beryslaw am Sonntag ebenfalls zu einem Angriff gekommen, bei dem ein Zivilist verletzt wurde.
Selenskyj trifft polnischen Präsidenten Andrzej Duda: Gespräch über kommenden Nato-Gipfel
Update vom 9. Juli, 20.58 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda getroffen. Das Treffen war nicht öffentlich angekündigt und hat im nordwestlichen Luzk stattgefunden. „Andrzej Duda und ich haben eine kurze, aber stichhaltige Diskussion über das kommende Nato-Treffen in Vilnius geführt. Wir haben uns darauf geeinigt, zusammenzuarbeiten um das beste Ergebnis für die Ukraine zu erzielen.“
Ukraine-Krieg: USA erwägen Schutz für die Ukraine nach Kriegsende zu bieten
Update vom 9. Juli, 17.44 Uhr: Die USA sind bereit, der Ukraine nach einem möglichen Kriegsende ähnlichen Schutz zu bieten wie Israel. Das sagte US-Präsident Joe Biden und bezog den Vorschlag auf die Zeit zwischen Kriegsende und einem möglichen Nato-Beitritt. Der Prozess für ein Land, dem westlichen Militärbündnis beizutreten, brauche Zeit, sagte Biden dem Sender CNN in einem Interview, das am Sonntag vollständig ausgestrahlt wurde. In der Zwischenzeit könnten die USA der Ukraine die nötigen Waffen bereitstellen und mit Fähigkeiten ausstatten, um sich selbst zu verteidigen. Biden betonte aber, dass dies nur im Fall eines Waffenstillstands und eines Friedensabkommens denkbar wäre.
Die USA unterstützen Israel jedes Jahr mit rund 3,8 Milliarden US-Dollar - davon geht ein beachtlicher Teil in die Abwehr von Raketen und Militärtechnik. Kein anderes Land weltweit seit dem Zweiten Weltkrieg hat einem jüngsten Bericht des Wissenschaftlichen Dienstes des US-Kongresses mehr Unterstützung von den USA erhalten.
Steinmeier: Können den USA bei Streumunition nicht in den Arm fallen
Update vom 9. Juli, 15.52 Uhr: Die USA liefern der Ukraine Streumunition – Deutschland lehnt das nach wie vor ab. Doch die Bundesregierung muss die Lieferung nach Auffassung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier akzeptieren. Das Streumunitions-Nein sei nach wie vor richtig, sagte Steinmeier am Sonntag im Sommerinterview des ZDF. „Aber sie kann in der gegenwärtigen Situation den USA nicht in den Arm fallen.“ Steinmeier wies darauf hin, dass er 2008 in Oslo als Außenminister für Deutschland das internationale Abkommen zur Ächtung der Streumunition unterschrieben habe. „Ich bin da befangen“, sagte er im ZDF-Interview.
Update vom 9. Juli, 14.01 Uhr: Aus eigener leidvoller Erfahrung hat Kambodscha die Ukraine vor dem Einsatz von Streumunition im Ukraine-Krieg gewarnt. „Es wäre für die Ukrainer die größte Gefahr für viele Jahre oder für bis zu hundert Jahre, wenn Streubomben in den von Russland besetzten Gebieten auf dem Territorium der Ukraine verwendet würden“, schrieb Kambodschas Regierungschef Hun Sen auf Twitter.
Hun Sen verwies auf die Millionen Streubomben, die die US-Armee während des Vietnam-Kriegs in den 60er und 70er Jahren in Kambodscha und Laos abgeworfen hatte, um Stützpunkte von Kommunisten zu treffen. Für sein Land sei dies eine „schmerzhafte Erfahrung“ gewesen, Zehntausende Menschen seien durch die Sprengsätze getötet oder verstümmelt worden.
Ukraine-Krieg Ukrainische Regierung bekennt sich zu Anschlag auf Krim-Brücke
Update vom 9. Juli, 12.48 Uhr: Die ukrainische Regierung hat sich nach über einem Dreivierteljahr zum Anschlag auf die Krim-Brücke von 8. Oktober 2022 bekannt. „Vor 273 Tagen haben [wir] den ersten Angriff auf die Krim-Brücke gestartet, um die russische Logistik zu stören“, schrieb jetzt Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar auf Telegram. Die Brücke zur Halbinsel Krim war durch eine starke Explosion beschädigt worden. Die Bilder des Anschlags auf eines der wichtigsten Prestigeobjekte von Putin waren damals um die Welt gegangen.
Update vom 9. Juli, 11.54 Uhr: Nach dem russischen Beschuss der ostukrainischen Stadt Lyman im Ukraine-Krieg ist die Zahl der Toten dort auf mindestens neun gestiegen. Die Behörden melden, dass nach dem Beschuss am Samstag (8. Juli) noch ein Mensch gestorben sei. Die Zahl der Verletzten liegt jetzt bei 12.
Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Russlands Medien wohl von Wagner-Aufstand überrascht
Update vom 9. Juli, 11.24 Uhr: Es gibt neue Geheimdienst-Erkenntnisse zum Ukraine-Krieg: Die russischen Staatsmedien wurden nach Ansicht britischer Geheimdienst-Experten vom Aufstand der Wagner-Gruppe überrascht. Das geht aus einem Bericht des britischen Verteidigungsministeriums hervor. Demnach lief in Russland das normale TV-Programm einfach weiter.
Nachdem der Aufstand beendet war, versuchten die russischen Kanäle zunächst der Behauptung entgegenzutreten, Sicherheitskräfte hätten sich passiv verhalten. Stattdessen hätten sie versucht, das Narrativ zu bedienen, Putin habe die Revolte ohne Blutvergießen erfolgreich zu Ende gebracht.
Eine Woche später sei dann die Bedeutung Prigoschins heruntergespielt und dessen Charakter infrage gestellt worden. Kanäle Wagners im sozialen Netzwerk Telegram seien wohl auf staatliche Intervention hin verstummt. Putin dagegen habe versucht, mit öffentlichen Auftritten Stärke zu zeigen.
„Ein für alle Mal verloren“: Russland bestreitet Krim-Eroberung als Ziel der ukrainischen Gegenoffensive
Update vom 9. Juli, 10.05 Uhr: Will die Ukraine bei ihrer Gegenoffensive im Ukraine-Krieg auch die seit 2014 von Russland besetzte Halbinsel Krim zurückerobern? Russland sieht laut einer aktuellen Meldung der russischen Nachrichtenagentur TASS keine „konkreten Pläne“ dafür. „Sie brauchen die Krim nicht. Sie werden die Krim nie haben. Es ist das Territorium, das sie ein für alle Mal verloren haben, das Territorium, das ihnen überhaupt nicht gehört hat“, wird der Vorsitzende des Staatsrates der Krim, Wladimir Konstantinow, zitiert.
Die „gesamte Rhetorik zu diesem Thema“ sei „Teil der ideologischen Medienkampagne Kiews“, soll der russische Politiker am Samstag (8. Juli) im russischen Radio gesagt haben. Sie ziele darauf ab, „den Einsatz für die bevorstehenden Friedensgespräche zu erhöhen, die früher oder später stattfinden werden“, so der Politiker.
Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Polen in Sorge - An Grenze zu Belarus wird aufgerüstet
Update vom 9. Juli, 9.09 Uhr: Polen hat mit der Verlegung von mehr als 1000 zusätzlichen Soldaten und fast 200 Militärfahrzeugen an seiner Grenze zu Belarus begonnen. Das teilte Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak nach Angaben der Agentur PAP mit. Mit der „Operation Podlachien“ wolle man seine Bereitschaft demonstrieren, auf „Destabilisierungsversuche“ an den Grenzen zu reagieren.
Erst vor kurzem hatten die Präsidenten von Litauen, Polen und Lettland in einem gemeinsamen Schreiben an die Nato ihre Besorgnis über die Entwicklungen im benachbarten Belarus zum Ausdruck gebracht. Putin hat dort russische taktische Atomwaffen stationiert, zudem soll sich die Wagner-Gruppe dort festsetzen.
Ukraine-Krieg: Selenskyj holt Asow-Verteidiger von Mariupol heim - Kreml reagiert verärgert
Update vom 9. Juli, 8.22 Uhr: Selenskyj ist ein Coup im Ukraine-Krieg gelungen: Von seinem Besuch in der Türkei holte er fünf der Verteidiger von Mariupol zurück in die Ukraine. „Nach Hause“, schrieb Selenskyj am Samstag (8. Juli) unter ein Foto auf seinem Telegram-Kanal. Die Männer waren im Ukraine-Krieg nach der Eroberung des monatelang umkämpften Azovstal-Stahlwerks in Mariupol in russische Gefangenschaft geraten, wurden dann aber an die Türkei ausgeliefert. Sie seien nun „nach Verhandlungen mit der türkischen Seite“ wieder in ihre Heimat zurückgebracht worden, heißt es auf der Seite der ukrainischen Präsidialadministration.
Kremlsprecher Dmitri Peskow kritisierte die Rückholung der ukrainischen Soldaten als „direkten Verstoß gegen bestehende Vereinbarungen“ sowohl von türkischer als auch von ukrainischer Seite. Die Befreiung der Asow-Kommandeure aus russischer Gefangenschaft sei an die Bedingung ihres Verbleibs in der Türkei bis Kriegsende geknüpft gewesen.
Ukraine-Krieg: Ukraine dringt auf eindeutige Zusage zu Nato-Mitgliedschaft
Update vom 9. Juli, 7.41 Uhr: Kurz vor dem Nato-Gipfel in Vilnius dringt die Ukraine auf eine eindeutige Zusage, dass sie in die Nato aufgenommen wird. „Auf dem Gipfel in Vilnius erwarten wir eine klare und deutliche Einladung und Wegweisung zum Nato-Beitritt“, sagte der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev. Die Nato dürfe keine Zweideutigkeit mehr zulassen.
Makeiev mahnte, dass die Fehler vom Nato-Gipfel in Bukarest 2008 nicht wiederholt werden dürften. Damals hatte sich vor allem Deutschland unter Es-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen eine schnelle Aufnahme der Ukraine gestemmt. „Wäre die Ukraine 2014 bereits Nato-Mitglied gewesen, hätte es die Krim-Annexion, den Krieg im Donbass und jetzt den russischen großangelegten Angriffskrieg sicherlich nicht gegeben“, sagte der Botschafter.
Ukraine-Krieg: Russland prophezeit wegen Streumunition Krieg „bis zum letzten Ukrainer“
Update vom 9. Juli, 6.37 Uhr: Russland kritisierte die USA scharf für die Lieferung von Streumunition an die Ukraine. Dies sei eine weitere „eklatante Offenbarung des aggressiven antirussischen Kurses der USA, der auf die maximale Verlängerung des Konflikts in der Ukraine und einen Krieg bis zum ,letzten Ukrainer‘ zielt“, heißt es in einem Kommentar der Außenamtssprecherin Maria Sacharowa. Durch die Streumunition würden noch mehr Zivilisten getötet.
Das Versprechen Selenskyjs, die Munition nur gegen militärische Ziele anzuwenden, bezeichnete Sacharowa als wertlos. „Washington wird mit der Lieferung von Streumunition zum Mittäter bei der Verminung von Territorien und teilt damit auch in vollem Ausmaß die Verantwortung für Sprengungen, darunter von russischen und ukrainischen Kindern“, sagte die Sprecherin.
Update vom 8. Juli, 22.20 Uhr: Die Zahl der Toten nach russischem Artillerie-Feuer auf die Stadt Lyman hat sich nach ukrainischen Angaben auf mindestens acht von zuvor sechs Zivilisten erhöht. 13 Menschen seien verletzt worden, teilt der ukrainische Generalstab in seinem abendlichen Lagebericht mit. Russische Truppen hätten erfolglose Vorstöße im Sektor Lyman im Donezk gemacht. Mindestens zehn Städte und Dörfer seien von Russen mit Artillerie beschossen worden.
Ukraine-Krieg: Russische Verluste - Ukraine gibt neue Zahlen bekannt
Update vom 8. Juli, 19.40 Uhr: Die Ukraine hat die Angaben zu russischen Verlusten im Ukraine-Krieg aktualisiert. Laut Kiew sind binnen 24 Stunden weitere 630 russische Soldaten gestorben oder verletzt worden. Vier Panzer seien vernichtet worden, außerdem neun Militärfahrzeuge sowie 16 Artilleriegeschütze. Hinzu kommen nach ukrainischen Angaben zwei Flugabwehrsysteme, drei Raketensysteme, 16 Fahrzeuge und Tanklaster und 14 Drohnen. Diese Angaben stammen direkt vom ukrainischen Verteidigungsministerium und sind weder von Russland noch von einer anderen unabhängigen Einrichtung bestätigt.
- Soldaten: 233.440 (+630)
- Flugzeuge: 315
- Hubschrauber: 309
- Panzer: 4074 (+4)
- Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge: 7953 (+9)
- Artilleriesysteme: 4346 (+16)
- Flugabwehrgeschütze: 410 (+2)
- Raketensysteme: 661 (+3)
- Fahrzeuge und Tanklastzüge: 6914 (+16)
- Schiffe und Boote: 18
- Drohnen und unbemannte Flugkörper: 3666 (+14)
- Quelle: Generalstab der Ukraine vom 8. Juli 2023
Ukraine-Krieg: Großbritannien wird keine Streumunition liefern
Update vom 8. Juli 17.16 Uhr: Der britische Premierminister Rishi Sunak hat sich ebenfalls bezüglich der Meldung, dass die USA plant, Streumunition an die Ukraine zu entsenden, geäußert. Großbritannien ist „Unterzeichner einer Konvention, welche die Produktion und die Verwendung von Streumunition verbietet und von der Verwendung abrät“, sagte der Premierminister.
„Wir werden weiterhin die Ukraine im Krieg gegen Russland unterstützten aber das tun wir, indem wir wie in der letzten Zeit Kampfpanzer und Langstreckenraketen senden und ich hoffe, dass alle Länder weiter die Ukraine unterstützen.“
Ukraine-Krieg: Medwedew droht mit Atomkrieg
Update vom 8. Juli, 16.35 Uhr: Der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat wegen der angekündigten Lieferung von Streumunition an die Ukraine den USA vorgeworfen, einen Atomkrieg zu provozieren. „Vielleicht hat der von kranken Fantasien geplagte sterbende Opa - gemeint ist US-Präsident Joe Biden - einfach entschieden, schön abzutreten, ein atomares Armageddon zu provozieren und die halbe Menschheit mit sich in den Tod zu reißen“, schrieb der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrats am Samstag auf Telegram.
Die Lieferung von Streumunition und das Versprechen eines Nato-Beitritts an die Ukraine zeige, dass Biden alle anderen Ressourcen aufgebraucht habe, meinte Medwedew. Dies führe aber zu einem Dritten Weltkrieg, drohte er. Zuvor hatte schon der russische Botschafter in Washington, Anatoli Antonow, vor einem Näherrücken des Dritten Weltkriegs durch die immer tiefere Verstrickung der USA in den Konflikt gewarnt.
Ukraine-Krieg: Erdogan „nicht von westlichen Sanktionsentscheidungen abhängig“
Update vom 8. Juli, 14.03 Uhr: Die Türkei pflegt über den Verlauf des Ukraine-Kriegs eine andere Beziehung zu Russland als es viele Nato-Partner von Ankara tun. In der Türkei wurden mitunter zu Beginn des Kriegs ergebnislose Friedensverhandlungen geführt. Jetzt soll der russische Präsident Wladimir Putin in die Türkei reisen. Wann dies geschehen wird, ist jedoch noch unklar, wie der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagt. Das Treffen sei jedoch weiter möglich, hieß es vom Kreml-Sprecher, wie der amerikanische Fernsehsender CNN berichtet.
Erdogan sagte mit Hinblick auf Moskau: „Wir sind nicht am selben Punkt wie der Westen bezüglich Sanktionen gegenüber Russland. Wir sind nicht von westlichen Sanktionsentscheidungen abhängig. Wir sind ein starker Staat und haben eine positive Beziehung zu Russland.“
Ukraine-Krieg: Russische Front in der Südukraine könnte schwächeln
Update vom 8. Juli, 09.20 Uhr: Offenbar gibt es erste Anzeichen, dass die stark befestigte russische Front im Süden der Ukraine wackelt. Militärexperten von ISW zufolge hat Russland offenbar den Großteil seiner Truppen aus Ost-Russland in den Süden der Ukraine verschoben habe. Dies könne als Anzeichen gewertet werden, dass die Front im Süden „brüchig“ sei.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland




Update vom 8. Juli, 08.13 Uhr: Die ukrainische Gegenoffensive gegen die russischen Streitkräfte verläuft langsamer als von einigen erwartet. Es sei aber noch zu früh, um Schlussfolgerungen über die Aussichten Kiews auf Erfolge auf dem Schlachtfeld zu ziehen, so Colin Kahl, der oberste politische Berater des Pentagon. Russland habe sich erfolgreicher in Verteidigungspositionen eingegraben, „als vielleicht angenommen wurde“, sagte er.
Ukraine-Krieg: Russland reagiert auf Lieferung der Streumunition
Update vom 8. Juli, 06.05 Uhr: Russland hat die von den USA angekündigte Lieferung von Streumunition an die Ukraine als weitere Eskalation im Krieg bezeichnet. „Washington erhöht seinen Einsatz in dem Konflikt weiter“, sagte der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, nach Angaben des Außenministeriums in Moskau in der Nacht zum Samstag. Auch ohne die Streumunition seien die USA tief verstrickt in den Konflikt und brächten „die Menschheit näher an einem neuen Weltkrieg“.
Die USA seien so besessen von der Idee, Russland eine Niederlage zuzufügen, dass sie die Schwere ihrer Handlungen nicht berücksichtigten, sagte Antonow. Die Lieferung von Streumunition sei eine „Geste der Verzweiflung.“
Ukraine-Krieg: Präsident Biden verteidigt Lieferung von Streumunition
Update vom 7. Juli, 22.40 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat die Lieferung von Streumunition an die Ukraine verteidigt und als eine Übergangslösung bezeichnet. „Dies ist ein Krieg, der mit Munition zu tun hat. Und die Munition geht ihnen aus, und wir haben nur noch wenig davon“, sagte Biden in einem Interview mit dem CNN-Journalisten Fareed Zakaria. Deshalb habe er schließlich die Empfehlung des Verteidigungsministeriums angenommen, Streumunition „nicht dauerhaft, sondern für eine Übergangszeit“ zu liefern, bis die USA wieder in der Lage seien, mehr von der benötigten Artillerie zu produzieren.
Update vom 7. Juli, 20.40 Uhr: Die US-Regierung will der Ukraine Streumunition zur Verteidigung gegen Russland liefern. Es sei eine schwierige Entscheidung gewesen, aber US-Präsident Joe Biden habe sich entschieden, diesen Schritt zu gehen, sagte der nationale Sicherheitsberater Bidens, Jake Sullivan, am Freitag im Weißen Haus.
Update vom 7. Juli, 18.40 Uhr: Die ukrainische Armee konnte eigenen Angaben zufolge einen Erfolg in der Region Saporischschja verzeichnen. Rund um das Dorf Tawrija sei man in den vergangenen 24 Stunden weiter vorgerückt, sagte der ukrainische General Oleksandr Tarnawskyj auf Telegram. Dabei habe man fast zwei komplette russische Kompanien tötet oder verwunden können. „28 Einheiten der feindlichen Militärausrüstung wurden zerstört, darunter sechs Panzer. Das Munitionslager des Feindes wurde ebenfalls zerstört. Wir bewegen uns vorwärts“, schrieb Tarnawskyj.
Ukraine-Krieg: Russland attackiert Großstadt Saporischschja
Update vom 7. Juli, 17.15 Uhr: Nach einem russischen Raketenangriff auf die Großstadt Saporischschja ist es zu einem „Brand in einer Infrastruktureinrichtung“ gekommen. Dies schrieb Jurij Malaschko, Militärverwaltungsleiter der Region, auf Telegram. „Die S-300-Geschosse haben mitten am Tag eine Infrastruktureinrichtung in einer dicht besiedelten Stadt getroffen. Eines der Gebäude hat Feuer gefangen. Spezialisten arbeiten daran, die Folgen des Angriffs zu beseitigen“, fügte er hinzu. Über mögliche Todesopfer sei bisher nichts bekannt.
Update vom 7. Juli, 16.50 Uhr: Nach einem russischen Raketenangriff auf die Großstadt Saporischschja ist es zu einem „Brand in einer Infrastruktureinrichtung“ gekommen. Dies schrieb Jurij Malaschko, Militärverwaltungsleiter der Region, auf Telegram. „Die S-300-Geschosse haben mitten am Tag eine Infrastruktureinrichtung in einer dicht besiedelten Stadt getroffen. Eines der Gebäude hat Feuer gefangen. Spezialisten arbeiten daran, die Folgen des Angriffs zu beseitigen“, fügte er hinzu. Über mögliche Todesopfer sei bisher nichts bekannt.
Ukraine-Krieg: Ukrainische Gegenoffensive an mindestens drei Abschnitten
Update vom 7. Juli, 15.50 Uhr: Die ukrainische Armee führt nach Einschätzung von US-Experten an mindestens drei Abschnitten Gegenoffensiven durch und versucht, russische Soldaten und Logistikressourcen schrittweise zu schwächen. Die Streitkräfte hätten nach Angaben des ukrainischen Militärs Gebiete in Richtung Bachmut sowie im Westen der Gebiete Saporischschja und Donezk im Visier, schrieb das in Washington ansässige Institut für Kriegsstudien (ISW) in seinem Bericht vom Donnerstag. Es gebe Aufnahmen vorgerückter ukrainischer Truppen rund fünf Kilometer südwestlich der monatelang umkämpften Stadt Bachmut.
Update vom 7. Juli, 14.40 Uhr: Im Kreml fürchtet man offenbar weitere Angriffe auf Moskau. Mitten im Ukraine-Krieg sollen auf einer Mülldeponie nahe der Hauptstadt Flugabwehrsysteme installiert worden sein. Das berichtet das russische Nachrichtenportal Insider. Zu der Anlage gehöre neben einer Radarstation auch ein Raketensystem zur Verteidigung des Luftraums.
Ukraine-Krieg: Kiews Truppen können offenbar besetzte Gebiete zurückerobern
Update vom 7. Juli, 13.50 Uhr: Die Bodentruppen der Ukraine melden von der Front um Bachmut weitere Erfolge. Generaloberst Oleksandr Syrskyi, Befehlshaber des ukrainischen Heeres, sagte in einer Erklärung gegenüber der Ukrainska Pravda: „Die Verteidigungsstreitkräfte machen Fortschritte und rücken vor. Sie haben die zuvor besetzten Gebiete zurückerobert.“
Dazu veröffentlichten die ukrainischen Streitkräfte Videomaterial, das aus dem Ukraine-Krieg stammen soll. Darauf zu sehen ist laut Angaben der Ukraine die Vernichtung eines russischen Panzers des Typs T80 mithilfe von tragbaren Panzerabwehrraketen durch die 3. Angriffsbrigade. Die Aufnahmen seien angeblich am Stadtrand Bachmuts entstanden. „Zwei Schüsse aus einer NLAW und einer Javelin, und der T-80-Panzer der Besatzer wurde zu Schrott“, schreibt Sysrski zu dem Video.
Ukraine-Krieg: Schwere Explosion in russischer Sprengstofffabrik tötet sechs Menschen
Update vom 7. Juli, 12.46 Uhr: In Zentralrussland hat eine schwere Explosion in einer Sprengstofffabrik mindestens sechs Menschen getötet. Das melden mehrere russische Medien, darunter die Agenturen Tass und Ria Nowosti. Die Fabrik soll sich in der Stadt Tschapajewsk befinden. Ursache für die Explosion sollen Reparaturarbeiten an einer Pipeline gewesen sein.
Ukraine-Krieg: Russland schickt Kriegsschiffe nach Mariupol
Update vom 7. Juli, 12.10 Uhr: Russland hat offenbar damit begonnen, seine Flotte im Asowschen Meer auszubauen. Das berichtet die Welt und bezieht sich dabei auf britische Militärexperten. In der besetzten Stadt Mariupol sei ein neuer Marinedistrikt entstanden. Acht Kriegsschiffe sollen dort stationiert werden. Die Flotte solle sowohl vor Partisanenangriffen in den ukrainischen, besetzten Gebieten schützen als auch der Logistik im Ukraine-Krieg dienen.
Ukraine-Krieg: Kiew soll Waffen aus Tschechien erhalten
Update vom 7. Juli, 11.10 Uhr: Die Ukraine wird schon bald neue Waffen aus dem Westen erhalten. Tschechien hat die Lieferung von Hubschraubern und Kampfjets des Typs F16 zugesichert. Das berichtet unter anderem das Nachrichtenportal Ukrainska Pravda. Über die exakte Höhe der Waffenlieferungen ist nichts bekannt. Die tschechische Armee verfügt nach eigenen Angaben über rund 40 aktive Militärhubschrauber. Dabei soll es sich um alte Bestände aus Sowjet-Zeiten handeln.
Ukraine-Krieg: Neue Zahlen zu Verlusten veröffentlicht
Update vom 7. Juli, 9.45 Uhr: Laut Kiew steigen die Verluste Russlands im Ukraine-Krieg weiter an. Moskau habe an einem Tag 510 Soldaten, 20 Artilleriesysteme und zwei Panzer verloren. Insgesamt seien bereits mehr als 226.000 russische Soldaten in den Kampfhandlungen gefallen. Diese Angaben stammen vom ukrainischen Verteidigungsministerium und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Der US-Geheimdienst geht aktuell davon aus, dass rund 30.000 Soldaten aus Russland im Ukraine-Krieg gestorben sind.
Ukraine-Krieg: Selenskyj trifft Erdogan in der Türkei
Update vom 7. Juli, 8.45 Uhr: Während die Kämpfe an der Front unvermindert fortgesetzt werden, wird im Hintergrund verhandelt. Noch heute wird der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Türkei erwartet. Beim Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wird wohl auch eine Wiederaufnahme des Getreideabkommens diskutiert werden, das die Auslieferung von Getreide aus der Ukraine über das Schwarze Meer ermöglichen soll.
Ukraine-Krieg: Russland bringt weitere Truppen in Stellung
Update vom 7. Juli, 7.30 Uhr: Russland beginnt laut Angaben des britischen Geheimdienstes damit, weitere Truppen aus dem ganzen Land für den Ukraine-Krieg zusammenzuziehen. So soll die 58. Armee, ein Großverband der russischen Streitkräfte, mittlerweile rund um Saporischschja im Einsatz sein. Normalerweise ist der Verband im Kaukasus zur dortigen Grenzsicherung im Einsatz. Das zeige laut den Briten, dass der Ukraine-Krieg „die etablierte nationale Sicherheitsstrategie Russlands durcheinander gebracht“ habe.
Ukraine-Krieg: Erbitterte Schlacht um Bachmut
Erstmeldung vom 7. Juli 2023: Kiew – Rund um Bachmut tobt inmitten des Ukraine-Kriegs weiter eine erbitterte Schlacht. Laut Angaben aus Kiew ist es den eigenen Truppen dort gelungen, eine Reihe von Gegenangriffen Russlands zurückzuschlagen. Die Truppen Moskaus hätten demnach versucht, von der Ukraine eroberte Gebiete zurückzugewinnen, seien aber von ukrainischen Infanterieeinheiten zurückgeschlagen worden.
Aktuell sollen neben der Front im Osten des Landes vor allem um Bachmut heftige Kämpfe toben. Dabei kommen neben Bodentruppen auch schwere Artilleriegeschütze auf beiden Seiten des Ukraine-Kriegs zum Einsatz. Kiew soll es außerhalb der Stadt gelungen sein, eine wichtige Befestigungsanlage Russlands einzunehmen. Das berichtet unter anderem die Kyiv Post.
Ukraine-Krieg: Heftige Kämpfe an der Front um Bachmut
Demnach beginnen die ukrainischen Streitkräfte nun damit, sich rund um Bachmut an verschiedenen Stellen einzugraben. Schützengräben und Frontbefestigungen würden derzeit in den Dörfern Berchiwka und Yahidne, etwa zehn Kilometer nördlich vom ehemaligen Stadtzentrum in Bachmuts gelegen, errichtet. Die Angriffe russischer Truppen auf die dort stationierten Truppen konnte demnach zurückgeschlagen werden. Diese Meldung deckt sich mit Berichten der russischen Seite aus dem Ukraine-Krieg. Der Kreml-nahe Militärblogger und Kriegsjournalist Simon Pegow vermeldete in seinem Telegram-Kanal, dass Russlands Angriffe im Norden Bachmuts von der Ukraine zurückgeschlagen worden seien.
Derweil steigen vor allem Russlands Verluste im Ukraine-Krieg weiter an. Laut Angaben des unabhängigen Nachrichtenportals Medizaona aus Russland selbst sind bereits 26.801 russische Soldaten im Ukraine-Krieg gefallen. In den vergangenen zwei Wochen soll der Kreml demnach mehr als 1.000 Soldaten verloren haben. Ein Großteil der Gestorbenen stammt laut Mediazona aus den Gefängnissen Russlands, ein weiterer großer Teil sind Personen, die sich freiwillig verpflichtet haben.
Ukraine-Krieg: Russlands Verluste im Überblick
- Gefallene Soldaten insgesamt: 26.801 (+1.273 in den vergangenen zwei Wochen)
- Ehemalige Häftlinge: 5.075
- Eingezogene Zeitsoldaten: 2.674
- Freiwillige: 2.617
- Söldner: 2.180
- (Angaben von Mediazona vom 7. Juli 2023)
Ukraine-Krieg: Wolodymyr Selenskyj zeigt sich optimistisch
Die Angaben zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg stammen in diesem Fall von Mediazona und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Laut Kiew liegt die Zahl getöteter russischer Soldaten deutlich höher. Dort geht man von mittlerweile 232.300 gefallenen Soldaten Russlands aus.
Ebenfalls aus Kiew meldete sich inmitten des Ukraine-Kriegs Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Wort. Auf einer Pressekonferenz mit Tschechiens Präsident Petr Pavel zeigte sich Selenskyj optimistisch, dass die laufende Gegenoffensive der Ukraine Erfolg bringen werde. „Wir rücken vor. Wir haben die Initiative.“ Zwar fänden die Gebietsgewinne an der Front nur langsam statt, man bewege sich aber dennoch ständig vorwärts. (Mit Agenturen)
Rubriklistenbild: © Susan Walsh/dpa







