Ukraine-Krieg

„In Bachmut passieren erstaunliche Dinge“: Gegenoffensive bringt Russlands Truppen in Bedrängnis

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Die Ukraine berichtet von wichtigen Vorstößen bei der Gegenoffensive gegen russische Truppen. Diese hätten „Mühe, sich zu stabilisieren“.

Kiew – Nach ersten Berichten über befreite Gebiete in der monatelang umkämpften ukrainischen Region Bachmut spricht das ukrainische Militär inzwischen davon, die „strategische Initiative“ in dem Gebiet übernommen zu haben. So zitiert der US-Thinktank Institute for the Study of War (ISW) den ukrainischen Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj zu den aktuellen Geschehnissen im Ukraine-Krieg.

Laut Angaben der stellvertretenden Verteidigungsministerin der Ukraine, Hanna Maljar, seien die Fronttruppen in den vergangenen Tagen 1200 Meter in Richtung des Orts Klischtschijiwka vorgerückt, der sieben Kilometer südwestlich der besetzten Stadt Bachmut liegt. Vor Kurdjumiwka, 13 Kilometer von Bachmut, läge die zurückgelegte Distanz der Kämpfer bereits bei 1500 Metern. Auch Maljar sprach davon, dass die ukrainischen Streitkräfte die „operationelle Initiative“ übernommen hätten und berichtete am Donnerstag (29. Juni) von einer „heftigen Schlacht um jeden Meter Boden des Feindes“, wie die Nachrichtenagentur AFP zitierte.

Laut Angaben ukrainischer Behörden sind die Streitkräfte der Ukraine in den vergangenen Tagen an vielen Stellen der Front vorgerückt.

Gegenoffensive der Ukraine macht Fortschritte: Wichtige Anhöhen bei Bachmut erreicht

Das Online-Medium Ukrajinska Prawda berichtet außerdem von Offensivaktionen des ukrainischen Militärs im Gebiet Saporischschja, in dem ebenfalls an mehreren Fronten heftig gekämpft wird. Auch hier sprach Maljar von einem Vorrücken um gut 1300 Meter der ukrainischen Truppen in Richtung der bereits zu Kriegsbeginn im März 2022 eingenommenen Stadt Berdjansk. Die frühere Großstadt liegt am Asowschen Meer südwestlich von Mariupol.

Auch Ukraine-Experte Nico Lange von der Zeitenwende-Initiative der Münchner Sicherheitskonferenz berichtet über Twitter von Fortschritten ukrainischer Truppen. Demnach hätte die Ukraine „wichtige Anhöhen bei Berchiwka nördlich von Bachmut und bei Klischtschijiwka südlich von Bachmut“ erreicht und die russischen Streitkräfte, die die Stadt besetzen, damit „massiv unter Druck gebracht“. Politikwissenschaftler Carlo Masala, Leiter des Metis-Instituts für Strategie und Vorausschau an der Universität der Bundeswehr München kommentierte die Entwicklungen ebenfalls auf Twitter: „In Bachmut passieren gerade erstaunliche Dinge“.

Vormarsch im Ukraine-Krieg: Russland hat „Mühe, sich zu stabilisieren“

Aus dem Generalstab zitierte Lange, die Kräfte der Ukraine machten auf Bachmut einen „Vormarsch auf breiter Front“. Russland hätte „Mühe, sich zu stabilisieren“. Das ISW geht davon aus, dass die Erfolgsmeldungen der Behörden in Kiew ein Hinweis darauf sind, dass die ukrainischen Streitkräfte die Gegenoffensive gegen die russischen Besatzer vertiefen werden und die gewonnene Initiative „in größerem Maße“ nutzen wollen.

Laut den Fachleuten des Instituts schreite diese Entwicklung auf allen Kriegsfronten bereits voran, seit Wagner-Kämpfer Bachmut am 21. Mai offiziell für Russland besetzt und sich in der Folge zurückgezogen hatten. Seit dem Aufstand von Wagner-Kämpfern in Russland am vergangenen Wochenende ist unklar, wie es mit der Privatarmee des exilierten Milliardärs Jewgeni Prigoschin weitergeht und wie sich die Meuterei auf den Kriegsverlauf auswirkt. (saka mit AFP)

Rubriklistenbild: © Genya Savilov/AFP

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