Ukraine erzielt Fortschritte im Süden: „Erste Linie“ in Saporischschja offenbar durchbrochen
VonFranziska Schwarz
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Im September kommt der Westen zu einem Treffen in Deutschland zusammen. Die Ukraine erzielt Fortschritte an der Südfront. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Hinweis der Redaktion: Dieser News-Ticker ist beendet. Die aktuelle Entwicklung im Ukraine-Krieg können Sie in unserem neuen Ticker verfolgen.
Update vom 1. September, 9.55 Uhr: Die russische Luftabwehr hat nach Angaben des Bürgermeisters von Moskau eine Drohne kurz vor der Hauptstadt abgefangen. Die Drohnen seien in Ljubertsi, südöstlich von Moskau, niedergegangen, schrieb Sergej Sobjanin auf Telegram.
Update vom 31. August, 22.45 Uhr: Kiew erzielt weitere Fortschritte und nähert sich den Schützengräben entlang der Südfront. Die ukrainischen Streitkräfte erklärten laut CNN, sie hätten die „erste Linie“ der russischen Verteidigungsposten in der Region Saporischschja durchbrochen. Das ukrainische Militär erklärte am Donnerstag, dass seine Einheiten auf zwei Dörfer südlich und östlich von Robotyne vorgerückt seien. Robotyne ist ein Dorf in Saporischschja, das Kiew laut eigenen Angaben in der vergangenen Woche in einer zermürbenden Gegenoffensive erobert hat.
Ukraine-Krieg: Russische Truppen beschießen Nikopol
Update vom 31. August, 19.21 Uhr: Russische Truppen beschossen die Stadt Nikopol in der Region Dnipropetrowsk mit schwerer Artillerie. Die entsprechende Erklärung wurde vom Leiter der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Serhij Lysak, auf Telegram abgegeben, berichtet ein Korrespondent von Ukrinform. „Am Nachmittag beschoss der Feind Nikopol mit schwerer Artillerie. Die [russischen] Geschosse beschädigten vier Einfamilienhäuser, ein Wohnhaus, zwei Stromleitungen und eine Gaspipeline“, heißt es in dem Bericht.
Ukraine-Krieg: Russland verkündet Beerdigung von Wagner-Gründer
Update vom 31. August, 17.00 Uhr: Der ehemalige Kommandeur der Söldnerarmee Wagner, Dmitri Utkin, ist nach Angaben russischer Staatsmedien auf einem Militärfriedhof bei Moskau beerdigt worden. Der vergangene Woche bei einem rätselhaften Flugzeugabsturz getötete Ex-Geheimdienstoffizier wurde am Donnerstag mit militärischen Ehren verabschiedet. Der größte russische Militärfriedhof im Außenbezirk Mytischtschi untersteht dem Verteidigungsministerium und wird vor allem für die Bestattung ranghoher Armeeangehöriger genutzt.
Utkin galt als Mitbegründer der russischen Söldnerarmee. Der Name Wagner soll auf seine Vorliebe für den deutschen Komponisten Richard Wagner (1813-1883) zurückgehen. Utkin galt als rechtsradikal. Online veröffentlichte Videos zeigten Männer in Armeeuniformen und Trauerkränze sowie das mit Wagner-Symbolik geschmückte Grab des Söldnerkommandeurs.
Ukraine-Krieg: Termin für Ramstein-Treffen steht
Update vom 31. August, 15.00 Uhr: US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat die sogenannte Ukraine-Kontaktgruppe zu einem weiteren Treffen auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz eingeladen. Die fünfte Zusammenkunft dieser Art finde am 19. September statt, teilte die größte US-Air-Base außerhalb der Vereinigten Staaten am Donnerstag mit. Verteidigungsminister und Militärs beraten erneut über eine stärkere Unterstützung der Ukraine. Zur Kontaktgruppe gehören etwa auch Deutschland und Großbritannien. Wie bei früheren Treffen wurden auch Nicht-Nato-Staaten eingeladen.
Ukraine-Krieg: Russland geht weiter auf Nordkorea zu
Update vom 31. August, 12.55 Uhr: Russland will sein Verhältnis zu Nordkorea weiter verbessern. Beide Länder hätten gute und von gegenseitigem Respekt geprägte Beziehungen, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau. „Wir beabsichtigen, sie weiter auszubauen. Kontakte werden auf verschiedenen Ebenen geknüpft.“ Nordkorea sei „ein sehr wichtiger Nachbar“. Russland ist neben China und Südkorea der einzige Staat mit einer Landesgrenze zum abgeschotteten Nordkorea.
Nicht bestätigen will Peskow jüngste Angaben aus den USA, wonach sich Russlands Präsident Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Yong Un in einem Briefwechsel eine engere Zusammenarbeit zugesagt hätten. Die USA hatten zudem erklärt, sie seien besorgt darüber, dass zwischen Russland und Nordkorea Verhandlungen über die Lieferung von Waffen aktiv voranschritten, die in der Ukraine eingesetzt werden könnten.
Ukraine-Krieg: Ukrainische „Saboteure“ beim Einmarsch in Russland getötet
Update vom 31. August, 11.40 Uhr: Der russische Gouverneur von Brjansk, Alexander Bogomaz, teilt mit, eine Gruppe ukrainischer Spezialkräfte habe am Mittwoch (30. August) versucht, eine Reihe von „Terroranschlägen auf militärische und Energieinfrastruktureinrichtungen“ zu verüben. Dies berichtet die Nachrichtenagentur AP. „Im Zuge von Einsatz- und Kampfmaßnahmen im Bezirk Nawlinski wurden zwei Kämpfer liquidiert, fünf festgenommen und drei verwundet“, so Bogomaz laut AP. Der Bezirk Nawlinski liegt 40 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Bogomaz behauptet, die Gruppe habe für den Angriff automatische Gewehre aus den USA sowie Munition und Granaten nach Nato-Standard verwendet, und teilte ein Bild der offenbar beschlagnahmten Waffen auf Telegram. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.
Drohne bei Anflug über Moskau abgeschossen
Update vom 31. August, 9.30 Uhr: Russland hat eigenen Angaben zufolge eine ukrainische Drohne mit dem Ziel Moskau abgewehrt. Die Luftabwehrkräfte im etwa 60 Kilometer von Moskau entfernten Woskressenski hätten „eine Drohne im Anflug auf Moskau zerstört“, erklärte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin am Donnerstag im Online-Dienst Telegram. Das russische Verteidigungsministerium erklärte später, die Drohne stamme aus der Ukraine. Dem Moskauer Bürgermeister zufolge gab es ersten Einschätzungen nach keine Opfer oder Schäden.
Am Mittwoch waren mehrere russische Regionen in einer nächtlichen Angriffswelle ins Visier genommen worden. Darunter war auch der Flughafen Pskow nahe der Grenze zu Estland, wo eine ukrainische Drohne mindestens zwei Militärflugzeuge beschädigte. Der Flughafen liegt etwa 700 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Der russischen Luftfahrtbehörde zufolge wurde dort am Donnerstagmorgen der normale Flugbetrieb wiederaufgenommen.
Ukraine-Krieg: Großangriff auf das russische Gebiet Pskow
Kiew – Die gegenseitigen Attacken Russlands und der Ukraine mit Drohnen gehen intensiv weiter. Zunächst gab es in der er Nacht zum Mittwoch (30. August) einen Großangriff auf das russische Gebiet Pskow. Angriffe auf den Nordwesten Russlands waren bislang eher selten. Pskow liegt nahe der Grenze zu Estland und war bereits Ende Mai von Drohnen beschossen worden.
Die staatliche Nachrichtenagentur Tass teilte unter Berufung auf Rettungsdienste mit, dass bei dem Angriff auf Pskow vier schwere Militärtransportflugzeuge vom Typ Iljuschin Il-76 beschädigt worden seien. Gleichzeitig hat die ukrainische Hauptstadt Kiew die massivsten Luftangriffe durch Russland seit Monaten erlebt.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Am späten Mittwochabend hat die russische Flugabwehr auf der Krim einen ukrainischen Marschflugkörper abgeschossen. Auch über dem grenznahen Gebiet russischen Brjansk seien zwei Kampfdrohnen aus der Ukraine abgefangen worden. Die offiziellen Angaben waren zunächst nicht unabhängig überprüfbar.
Ukraine-Krieg: Kritik an Informationspolitik des Kreml
Die russische Führung muss sich nach den jüngsten Drohnenangriffen Kritik aus dem Inland gefallen lassen. Russische Propagandisten und Militärblogger kritisierten die russischen Streitkräfte für ihre Unfähigkeit, russisches Territorium zu verteidigen, berichtete das US-Institut für Kriegsstudien (ISW):
Die Militärblogger kritisierten auch die jüngsten Zensurbemühungen des russischen Verteidigungsministeriums. Das ISW führte als Beleg Aussagen einzelner Personen an.Die Vorwürfe lauten im Wesentlichen:
Russlands Luftabwehr hat sich – abgesehen von der Krim – nicht an die Drohnenangriffe angepasst (Beispiel der Flugplatz Pskow)
Russland bringt seine teuren Militärflugzeuge nicht in Hangars unter
Die Ukraine verfügt über zunehmend schlagkräftigere Waffen, worauf Russland sich einstellen müsse
Staatliche Fernsehsender berichten nicht (genügend) über ukrainische Angriffe auf russisches Territorium
Der bekannte Kreml-Propagandist Wladimir Solowjow äußerte sich laut ISW empört über die Drohnenangriffe und kritisierte in dem Zusammenhang jene russischen Eliten, die verlangen, den Ukraine-Krieg „einzufrieren“. Die Details im jüngsten ISW-Bericht. (mit Nachrichtenagenturmaterial)