Altes Gerät gegen Putin: Berlin liefert zehn Leopard-Panzer aus
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Jens Kiffmeier
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Ein Drohnenangriff trifft Armeeflieger aus Russland. Kiew gerät unter heftigen Beschuss. Und Berlin liefert neue Waffen. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
Massive Attacken:Kiew in der Nacht von schweren russischen Luftangriffen erschüttert
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update vom 30. August, 22.36 Uhr: Neue Attacken auf die Krim: Die Flugabwehr auf der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim hat am späten Mittwochabend einen ukrainischen Marschflugkörper abgeschossen. Das teilte der russische Verwaltungschef der Krim, Sergej Aksjonow, auf seinem Telegram-Kanal mit. Ähnlich äußerte sich das Verteidigungsministerium in Moskau. Betroffen war demnach der Osten der Halbinsel bei der Stadt Feodossija. Teile der Lenkrakete hätten eine Stromleitung getroffen, hieß es. Die offiziellen Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar. Im Internet verbreiteten sich Fotos, die angeblich Brände in der Region zeigten.
Bundesregierung schickt Panzer in die Ukraine
Update vom 30. August, 20.16 Uhr: Unterstützung im Kampf gegen Putin: Die Bundesregierung hat erneut ein zugesagtes Militärhilfepaket an die Ukraine übergeben. So lieferte die Bundesregierung am Mittwoch weitere Panzer und Aufklärungssysteme an Kiew aus, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Aufstellung auf der Homepage der Regierung berichtet. Den Angaben zufolge beinhaltet das Paket zehn Kampfpanzer Leopard 1A5, ein TRML-4D-Radar, 16 unbemannte Vektoraufklärungssysteme, vier Tanktransporter HX81 und vier Sattelauflieger sowie mehr als 13 Millionen Kleinwaffenmunition und ein Feldkrankenhaus. Insgesamt umfasst die in diesem Jahr geleistete Hilfe bereits fünf Milliarden Euro.
Update vom 30. August, 18.57 Uhr: Russland besorgt sich neue Artilleriemunition für den Ukraine-Krieg in Nordkorea. Das geht aus Erkenntnissen von US-Geheimdiensten hervor. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu sei demnach kürzlich nach Nordkorea gereist, um Pjöngjang von dem Waffendeal zu überzeugen, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby. Seit diesem Besuch hätten der russische Präsident Wladimir Putin und der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un einen Schriftwechsel geführt, in dem sie sich verpflichtet hätten, ihre bilaterale Zusammenarbeit auszubauen, erklärte er weiter.
Angst vor neuen Angriffen: Russland verrammelt Krim-Brücke mit Schiffen
Update vom 30. August, 18.03: Aus Angst vor weiteren Attacken:Russland sichert einen Teil seiner Brücke zur besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim Satellitenbildern zufolge mit einer Barriere aus Schiffen. Die online veröffentlichten Fotos zeigen eine Kette aus sieben größeren Seefahrzeugen, die vor dem Brückenteil zwischen der Insel Tusla und dem russischen Festland verankert sind. Nach Einschätzungen von Beobachtern soll dies als Schutz vor möglichen ukrainischen Angriffen mit See-Drohnen dienen.
Update vom 30. August, 16.25 Uhr: Bei einer Pressekonferenz in Frankreich hat der ukrainische Außenminister Gespräche mit Kreml-Chef Wladimir Putin erneut abgelehnt. „Wir sind nicht taub, wir hören die Rufe nach Verhandlungen mit Putin“, sagte Kuleba der Nachrichtenagentur Unian zufolge bei einem Treffen von französischen Botschaftern, zu dem er als Ehrengast eingeladen wurde. Allerdings lüge Putin, ihm sei nicht zu trauen: „Was sollen wir mit einem Mann, der Kinder mit Raketen tötet, in das Gesicht von Staatschefs lügt und nicht einmal seine eigenen Männer schont, verhandeln?“ Jetzt sei nicht Zeit für eine Feuerpause, sondern eine „Diplomatie von Waffen“.
Update vom 30. August, 13.20 Uhr: Nach den Luftangriffen auf Kiew (s. Update v. 11.48 Uhr) hat die Ukraine schwere Vorwürfe gegen Russland erhoben. Der Angriff sei „ein vorsätzlicher Angriff auf die Zivilbevölkerung“, schrieb Präsidentenberater Mychajlo Podoljak. Als Motiv nannte er die folgenden Punkte: „Rache für die zunehmenden Unfälle in der Russischen Föderation selbst; Misserfolge an der Front; ethnischer Hass; Versuch der psychologischen Einschüchterung“. Es handele sich ohne jeden Zweifel um einen „demonstrativen Terrorakt“.
Massive Attacken: Kiew in der Nacht von schweren russischen Luftangriffen erschüttert
Update vom 30. August, 11.48 Uhr: Die ukrainische Hauptstadt Kiew hat die schwersten Luftangriffe seit dem Frühjahr erlebt (s. Update v. 6.00 Uhr). „Der Feind hat einen massiven, kombinierten Angriff mit Drohnen und Raketen gestartet“, erklärte der Chef der städtischen Militärverwaltung, Serhij Popko, auf Telegram. Trümmerteile abgeschossener Raketen oder Drohnen seien auf mehrere Gebäude gestürzt. Zunächst habe Russland mehrere Angriffswellen von Drohnen aus verschiedenen Richtungen auf Kiew gestartet, anschließend seien Raketen von mehreren Langstreckenbombern vom Typ TU-95 aus abgeschossen worden. Die Luftabwehr habe in der Nacht alle 28 russischen Raketen und 15 von 16 auf die Ukraine abgefeuerten Drohnen abgeschossen, meldete der ukrainische Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj.
Update vom 30. August, 10.40 Uhr: Neben dem Großangriff auf Pskow (s. Update v. 8.45 Uhr) sind in der Nacht und am frühen Morgen weitere russische Regionen von Drohnen angegriffen worden. In der westrussischen Stadt Brjansk nahe der ukrainischen Grenze sei dabei durch Trümmer das Gebäude der Ermittlungsbehörde beschädigt worden, meldete die Stadtverwaltung auf ihrem Telegram-Kanal. Im benachbarten Gebiet Orlow hat sich die Zahl der gemeldeten Abschüsse von eins auf zwei erhöht. Der Gouverneur des Gebiets Kaluga, Wladislaw Schapscha, schrieb derweil von zwei Drohnen, die das Gebiet angegriffen hätten. Auch im Gebiet Rjasan südöstlich von Moskau sind nach offiziellen Angaben in der Nacht zwei Drohnen abgeschossen worden.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Update vom 30. August, 9.30 Uhr: Der Generalstab der ukrainischen Armee hat am Morgen neue Zahlen zu den Verlusten der russischen Streitkräfte veröffentlicht. Demnach sind binnen 24 Stunden etwa 570 Soldaten aus Russland getötet oder verwundet worden. Zudem sollen 26 Artilleriesysteme zerstört worden sein. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.
Soldaten: 262.410 (+570 zum Vortag)
Panzer: 4423 (+9)
Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge: 8596 (+17)
Artilleriesysteme: 5476 (+26)
Fahrzeuge und Tanklaster: 7953 (+44)
Kampf- und Aufklärungsdrohnen: 4395 (+8)
Quelle: Angaben des Generalstabs der Ukraine vom 30. August 2023
Anm.:Nach Berechnungen unabhängiger russischer Medien von Anfang Juli 2023 sind bisher im Ukraine-Krieg circa 47.000 russische Soldaten getötet worden. Diese Zahlen weichen stark von denen ab, die von ukrainischer Seite veröffentlicht werden. Der britische Geheimdienst ordnet die Zahlen hingegen mittig dieser Behauptungen ein.
Russische Transportflugzeuge bei Drohnenagriffen zerstört
Update vom 30. August, 8.45 Uhr: Die russischen Behörden haben nach den Drohnenangriffen in der Nacht acht geplante Starts und Landungen auf dem Flughafen Pskow abgesagt. Betroffen seien zwei Chartergesellschaften, teilte die Luftfahrtaufsicht Rosawijazija mit. In der Nacht hatten Dutzende ukrainische Drohnen den Flughafen, auf dem auch russische Militäreinheiten stationiert sind, attackiert (s. Update v. 5.00 Uhr). Offiziellen Angaben zufolge wurden dabei vier Militärtransporter vom Typ Il-76 beschädigt. Zudem ist ein Tanklager in Flammen aufgegangen.
Update vom 30. August, 7.00 Uhr: Ukrainische Streitkräfte haben offenbar die Bucht von Sewastopol am Schwarzen Meer mit Drohnen angegriffen. Das russische Militär habe den Angriff abwehren können, schrieb der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Hafenstadt Sewastopol auf der Krim, Michail Raswoschajew, in seinem Telegram-Kanal. Über die Zahl und Art der zerstörten Ziele lagen demnach zunächst keine genauen Informationen vor.
Ukrainische Hauptstadt Kiew unter heftigem Beschuss
Update vom 30. August, 6.00 Uhr: Kiew ist in der Nacht unter heftigen Beschuss durch russische Marschflugkörper gekommen (s. Update v. 5.25 Uhr). Über der Stadt kam es zu heftigen Explosionen von Raketen der Flugabwehr gegen die anfliegenden Geschosse. In mindestens zwei Stadtbezirken fielen Raketentrümmer auf Gebäude, wie Bürgermeister Vitali Klitschko mitteilte. Mehrere Feuer brachen aus, darunter in einem Verwaltungsgebäude und in einem Gewerbebetrieb. Mindestens zwei Menschen wurden getötet und zwei weitere verletzt.
Update vom 30. August, 5.25 Uhr: In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko Explosionen zu hören. Über seinen Telegram-Kanal fordert er die Bewohner der Stadt auf, in Notunterkünften zu bleiben.
Drohnenangriff trifft russische Armeeflieger
Update vom 30. August, 5.00 Uhr: Die Ukraine hat demrussischen Verteidigungsministerium zufolge in den frühen Morgenstunden sechs russische Regionen mit Drohnen angegriffen. Es handelte sich um den größten Drohnenangriff auf russischem Boden seit Beginn des Ukraine-Krieges. Auf dem Flugplatz der Stadt Pskow wurden dabei mehrere schwere Armeetransportflugzeuge beschädigt. Die Armee wehre einen Angriff mit Drohnen ab, schrieb der Gouverneur des Gebiets Pskow, Michail Wedernikow, in seinem Telegram-Kanal. Angriffe gab es auch in den Regionen Moskau, Orjol, Brjansk, Rjasan und Kaluga.
Die Ukraine macht bei ihrer Gegenoffensive langsam Fortschritte
Update vom 29. August, 22.21 Uhr: Die ukrainische Armee macht nach eigenen Angaben bei ihrem Vorstoß an der südlichen Front weitere Fortschritte. „Wir drängen den Feind zurück“, schreibt der Kommandeur der im Gebiet Saporischschja eingesetzten Truppen, Brigadegeneral Oleksander Tarnawskyj, auf seinem Telegram-Kanal. Einzelheiten nennt er nicht, doch haben ukrainische Truppen mit der Eroberung des Ortes Robotyne eine erste starke russische Verteidigungslinie durchbrochen.
Sie greifen nach übereinstimmenden Berichten nun die nächste russische Linie an, die den Weg in die besetzten Städte Tokmak und Melitopol versperrt. Ziel ist, das etwa 90 Kilometer entfernte Asowsche Meer zu erreichen und die russischen Truppen voneinander abzuschneiden.
Ukraine-Krieg: Kiew dringt weiter am Dnipro vor
Update vom 29. August, 18.03 Uhr: Offenbar gibt es Anzeichen, dass die Ukrainer nun auch am linken Ufer des Dnipro weiter vordringen: Anton Geraschenko, Berater des ukrainischen Innenministeriums, verbreitet auf der Plattform X ein Video, das angeblich Ukrainer beim Hissen der ukrainischen Flagge am linken Ufer des Flusses Dnipro in der russisch besetzten Region Cherson zeigt.
Mitte August hatte die Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar bereits Vorstöße ukrainischer Einheiten auf das russisch besetzte Ufer des Flusses Dnipro im Gebiet Cherson bestätigt. Festgesetzt hätten sie sich dort aber noch nicht, machte sie deutlich.
Update vom 29. August, 15.40 Uhr: Eine weitere Gruppe russischer Soldaten ist nach Angaben von Militärbeobachtern am Dienstag in Brest im äußersten Westen von Belarus eingetroffen. Laut der oppositionellen belarussischen Militärbeobachtungsplattform Belaruski Hajun sollen die Soldaten an einem gemeinsamen Manöver des Militärbündnisses „Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit“ (OVKS) teilnehmen. Die erste Gruppe war Berichten zufolge bereits am 18. August in der belarussischen Grenzstadt zu Polen angekommen.
Die gemeinsame Übung des von Russland dominierten Militärbündnisses startet am 1. September. Daran sollen den belarussischen Staatsmedien zufolge rund 2500 Soldaten aus Russland, Belarus, Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan teilnehmen. Moskaus stelle dabei rund 300 Soldaten zur Verfügung.
Ukraine-Krieg: Folgen bald Angriffe aus Kiew auf die Krim?
Update vom 29. August, 14.22 Uhr: Angriffe auf die Krim? Die Ukraine hat dafür eigenen Angaben zufolge die Zustimmung westlicher Staaten erhalten. „Heute gibt es einen absoluten Konsens dazu, dass wir alles Russische in den besetzten Gebieten, beispielsweise auf der Krim, vernichten können“, sagte der Selenskyj-Berater Mychajlo Podoljak jetzt im ukrainischen Fernsehen.
Vor einem Jahr hätten die westlichen Partner sich noch gegen Angriffe auf die seit 2014 von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel ausgesprochen. Doch Podoljak berief sich jetzt auch auf eine Aussage von Außenministerin Annalena Baerbock. Angesprochen auf die Drohnenangriffe auch auf Moskau hatte die Grünen-Politikerin am Montag (28. August) gesagt: „Russland hat die Ukraine angegriffen.“
Die ukrainischen Attacken erfolgen dabei ausschließlich aus „Verteidigungsmotiven“, so Podoljak. Dmitri Medwedew reagierte erneut mit einer Drohung: „Die Vorhersagen der Apokalypse rücken immer näher“, schrieb der ehemalige russische Staatschef auf Telegram und spielte damit darauf an, Atomwaffen gegen den Westen einzusetzen.
Update vom 29. August, 13.07 Uhr: Drohnen spielen im Ukraine-Krieg eine zunehmende Rolle. Eine Waffe in der Gegenoffensive aber besteht hauptsächlich aus einem kartonähnlichen Material und Gummibändern. Die Ukraine sprengt wohl mit Karton-Drohnen russische Kampfjets.
Ukraine-Krieg: Russland entkernt wegen Sanktionen seinen Superjet
Update vom 29. August, 10.49 Uhr: Russland meldet im Ukraine-Krieg die erfolgreiche Erprobung eines heimischen Flugzeugs. Der Probeflug der SJ100 dauerte demnach rund 54 Minuten. In der Zeit erreichte die Maschine eine Höhe von 3000 Metern und eine Höchstgeschwindigkeit von 343 Kilometer pro Stunde. Trotz dieser für Düsenflugzeuge eher geringen Geschwindigkeit wertete Russlands Industrieminister Denis Manturow die Proberunde als Erfolg.
Die russische Luftfahrtindustrie ist mit am schwersten von den wegen des Ukraine-Kriegs verhängten westlichen Sanktionen betroffen. Viele russische Fluggesellschaften waren daher gezwungen, ihre Ersatzteile aus stillgelegten Flugzeugen zu gewinnen. Die SJ100 soll von Importteilen entkernt worden sein. Sie ist die abgespeckte Version des Regionalflugzeugs Suchoi Superjet SSJ100. Das enthielt noch viele ausländische Bauteile.
Ukraine meldet nach Rückeroberung von Robotyne weitere militärische Fortschritte
Update vom 29. August, 10.33 Uhr: Die ukrainische Armee stößt nach eigenen Angaben in die russischen Verteidigungslinien vor. Jetzt sei sie tiefer in Saporischschja vorgedrungen. Das sagte Armeesprecher Andriy Kowaljow staatlichen Medien. Sie verbuchte demnach „Erfolge in Richtung von Nowodanyliwka nach Werbowe“, zwei Siedlungen in der teils von Russland besetzten Region.
Die ukrainische Armee halte zudem zurückerobertes Gebiet weiter unter ihrer Kontrolle und greife die russische Artillerie an, führte der Armeesprecher aus. Bei den Offensiven in Cherson und Charkiw 2022 war die ukrainische Armee noch an den russischen Minenfeldern und Gefechtsgräben gescheitert. Unabhängig prüfen ließen sich Kowaljows Angaben zunächst nicht. Zuvor meldete die Ukraine, die strategisch wichtige Ortschaft Robotyne in der Südukraine zurückerobert zu haben.
Update vom 29. August, 9.46 Uhr: Russlands Luftabwehr hat nach eigenen Angaben erneut ukrainische Drohnenangriffe in zwei Regionen des Landes abgewehrt. Es habe sich um zwei Drohnen über der Region Tula südlich von Moskau sowie eine Drohne über der an die Ukraine angrenzende Region Belgorod gehandelt. Ob es dabei Verletzte oder Sachschäden gab, teilte das russische Verteidigungsministerium nicht mit.
Ukraine-Krieg: Verheizt Russland aktuell seine Eliteeinheiten?
Update vom 29. August, 7.55 Uhr: Das russische Militärkommando setzt „relativ elitäre“ russische Luftstreitkräfte ein, um der ukrainischen Gegenoffensive entgegenzuwirken – und mittelfristig könnte diese Strategie die russische Armee schwächen. Das berichtet das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) in seiner jüngsten Lageanalyse und beruft sich dabei auf geolokalisierte Daten zu den russischen Truppen in der Ukraine.
Konkret nannte das ISW die Gegenden um Bachmut, Robotyne und Saporischschja. Russland hätte jeweils Einheiten aus Luhansk und Cherson an diese Fronten verlegt. Diese „seitliche Umschichtung“ zur Abwehr der Gegenoffensive könnte Russlands geplante Offensiven behindern, da ihm dafür nun Eliteeinheiten fehlten, schätzte das ISW.
Ukraine-Krieg: Selenskyjs Verteidigungsminister hält neue Mobilmachung für unnötig
Erstmeldung vom 29. August, 6.50 Uhr: Laut dem ukrainischen Verteidigungsminister ist keine neue Mobilmachung nötig: Oleksej Resnikow sagte der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraina, die ukrainischen Verluste seien um ein Vielfaches niedriger als die der russischen Besatzer. Zahlen nannte er nicht.
Resnikow erklärte nach widersprüchlichen Angaben aus Kiew, wonach weitere Mobilmachungen geplant seien, dass es bereits festgelegte Richtgrößen für die Einberufung zum Kriegsdienst gebe, die erst erfüllt werden müssten. Es sei deshalb nicht nötig, neue Kontingente festzulegen.
Die genaue Anzahl der bisher Einberufenen ist nicht bekannt. Es geht um Hunderttausende. Wegen der Verluste an der Front müssen immer wieder neue Rekruten ausgebildet und in den Kampf geschickt werden.