Neue Probleme in Putins Armee: Kampfjet stürzt über Russland ab - Papst schickt Gesandten los
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Florian Naumann
Bona Hyun
Stefan Krieger
Nordkoreas Machthaber trifft in Russland ein. Die Gegenoffensive der Ukraine konzentriert sich auf den Süden und Osten. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update vom 12. September, 22.58 Uhr: Die Ukraine verkündet weitere kleine Erfolge im Abnutzungskampf gegen Russland: Die Armee sei an zwei seit langem umkämpften Frontabschnitten weiter vorgerückt, teilte der Generalstab mit. Bei dem Ort Klischtschijiwka südlich der ostukrainischen Stadt Bachmut seien „teilweise Erfolge“ zu verzeichnen. Auch für die Region um den Ort Robotyne im Süden meldete Kiew Teilerfolge. Dort hatten Truppen zuletzt eine Bresche durch die erste russische Verteidigungslinie geschlagen.
Neue Probleme in Putins Armee: Kampfjet stürzt über Russland ab
Update vom 12. September, 22.18 Uhr: Ein russisches Kampfflugzeug ist bei einem Trainingsflug im Süden Russlands abgestürzt. Der Vorfall mit der Maschine vom Typ Su-24 ereignete sich in der Region Wolgograd, wie das russische Verteidigungsministerium russischen Nachrichtenagenturen zufolge mitteilte. Wolgograd liegt rund 400 Kilometer östlich der ukrainischen Grenze. Das Ministerium gab zunächst nicht an, ob der Pilot überlebte. Den Angaben zufolge hatte das Flugzeug keine Waffen geladen und stürzte in ein unbewohntes Gebiet.
In Russland stürzen immer wieder Kampfflugzeuge ab. Seit dem Beginn der russischen Offensive in der Ukraine im Februar 2022 gab es mehrere tödliche Unfälle. Im Juli war ein russischer Pilot ums Leben gekommen, als sein Su-25-Kampfflugzeug während eines Trainingsflugs über dem Asowschen Meer abstürzte, das an die Ukraine grenzt. Im Oktober war eine russische Suchoi-34-Maschine in der Stadt Jejsk ebenfalls am Asowschen Meer in eine Wohnanlage gestürzt. Dabei starben 15 Menschen. Zuletzt hatte es mehrfach auch Probleme in der russischen zivilen Luftfahrt gegeben.
Update vom 12. September, 18.45 Uhr: Der Vatikan hat seinen Ukraine-Gesandten auf die Reise nach China geschickt. Papst Franziskus äußerte sich am Dienstag aber auch selbst zumindest indirekt zum Ukraine-Krieg: „Realismus ist nicht genug, politische Erwägungen sind nicht genug, die bisher umgesetzten strategischen Maßnahmen sind nicht genug“, erklärte der Pontifex in einer Grußbotschaft an das Internationale Friedenstreffen in Berlin
„Was wir brauchen, ist die ‚Kühnheit des Friedens‘ - und zwar jetzt, weil zu viele Konflikte viel zu lang gedauert haben, einige scheinen endlos, und das in einer Welt, die immer schneller wird - nur das Ende der Kriege scheint langsam“, erklärte Franziskus.
Kriegs-Diplomatie läuft: Kim erreicht Russland - Papst schickt Ukraine-Gesandten los
Update vom 12. September, 17.25 Uhr: Russische Medien haben ein Video von der Ankunft des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un im Osten des Riesenlandes veröffentlicht. In dem unter anderem von der staatlichen russischen Agentur Ria Nowosti verbreiteten Clip ist zu sehen, wie Kim bei Dunkelheit aus einem Zug steigt und von einer Blaskapelle begrüßt wird.
Aufgenommen wurde das Video allerdings offenbar schon am Montagabend bei einem Zwischenstopp in der grenznahen Stadt Chassan im Fernen Osten Russlands. Der russische Umweltminister Alexander Koslow teilte mit, er habe Kim im Grenzgebiet getroffen. Vermutet wird, dass es vor allem um Waffengeschäfte zwischen Russland und dem streng abgeschotteten Nordkorea gehen wird.
Unterdessen hat der Papst seinen Ukraine-Gesandten auf Reise nach China geschickt. Der italienische Kardinal Matteo Zuppi reist nach Angaben des Vatikans in dieser Woche nach Peking. Der Besuch von Mittwoch bis Freitag sei eine „weitere Etappe auf der vom Papst gewünschten Mission zur Unterstützung der humanitären Initiativen und der Suche nach Lösungen, die zu einem gerechten Frieden führen können“, erklärte der Vatikan. Der Krieg in der Ukraine wurde in der kurzen Mitteilung nicht erwähnt.
Putin fordert Aus der Ukraine-Gegenoffensive: Kremlchef spricht von russischen „Feindseligkeiten“
Update vom 12. September, 15.35 Uhr: Wladimir Putin hat - kurz nach einer Äußerung von US-Außenminister Antony Blinken - mögliche Verhandlungen im Ukraine-Krieg thematisiert. Der Kremlchef stellte bei einem Auftritt in Wladiwostok aber in erster Linie eine Forderung: Die Ukraine müsse zuerst die Gegenoffensive einstellten, erklärte er mit Blick auf „Vermittlungsangebote vieler Seiten“.
„Wie können wir Feindseligkeiten einstellen, wenn die Gegenseite eine Gegenoffensive fährt? Was sollen wir tun“, fragte Putin laut einem Bericht der Staatsagentur Tass rhetorisch. Der Kreml folge nicht dem „Trotzkismus“, für den Bewegung alles und das Ziel nichts sei. Überraschen könnte, dass Putin der Agentur-Übersetzung zufolge tatsächlich von russischen „Feindseligkeiten“ („hostilities“) und einer ukrainischen „Gegenoffensive“ sprach - nebst üblichen Vorwürfen wie der Rede von einem „bestialischen Feind“. Der Kremlchef verteidigte zugleich Ex-US-Präsident Donald Trump gegen Kritik.
Fast zeitgleich sprach Putins Außenminister Sergej Lawrow in einem TV-Interview über mögliche Verhandlungen. Er erhob Vorwürfe gegen die Ukraine: Die „Prokastination“ Kiews erschwere eine spätere Verständigung, behauptete er in einem Gespräch mit dem Sender Rossija-1. Zunächst müsse Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Dekret zurückziehen, das Gespräche mit einer Regierung Putin verhindere.
Update vom 12. September, 15.10 Uhr: Vor dem geplanten Treffen zwischen Kim und Putin ruft Seoul Russland auf, als ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat „verantwortungsvoll zu handeln“. Viele Länder würden das Treffen zwischen Nordkorea und Russland mit etwas Sorge beobachten, sagte ein Beamter des südkoreanischen Präsidialamts. „Unsere Regierung hat sich unabhängig und in Zusammenarbeit mit Verbündeten und Partnernationen ein gutes Bild von der Gesamtsituation gemacht und alle Vorbereitungen getroffen“, sagte der Beamte.
Update vom 12. September, 12.29 Uhr: Wenn Nordkorea Russland Artilleriegeschosse und andere Waffen für den Krieg in der Ukraine liefert, könnte es dem Kreml helfen, seine schwindenden Munitionsvorräte wieder aufzufüllen. Allerdings dürfte sich dadurch der Verlauf des Konflikts kaum ändern - so jedenfalls die Einschätzung der Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf westliche Militäranalysten.
Es wird angenommen, dass Nordkorea über einen großen Vorrat an Artilleriegranaten und Raketen verfügt, die mit Waffen aus der Sowjetzeit kompatibel sind, was den Engpass Russlands kurzfristig beheben könnte, aber nicht kriegsentscheidend sein dürfte. „Fast keine der Munition ist in irgendeiner Weise ‚modern‘ – sie werden den traditionellen Einsatz russischer Sperrfeuerartillerie unterstützen, Russland aber keine präzisionsgelenkte Munition liefern“, erklärte ein Experte.
Angst vor ukrainischen Drohnen: Kreml baut Flugabwehr rund um Moskau neu auf
Update vom 12. September, 10.12 Uhr: Zum Schutz gegen ukrainische Drohnenangriffe hat Russland nach britischen Angaben seine Flugabwehr rund um Moskau neu eingestellt. „Seit Anfang September 2023 sind russische SA-22-Luftverteidigungssysteme rund um die Hauptstadt auf erhöhten Türmen und Rampen positioniert“, teilte das Verteidigungsministerium in London am Dienstag in seinem täglichen Geheimdienst-Update mit. Ziel sei eine bessere Verteidigung gegen Drohnenattacken, „denen die Stadt derzeit an den meisten Tagen ausgesetzt ist“.
Bereits seit Dezember 2022 und den Angriffen auf die russischen Luftwaffenstützpunkte Engels und Rjasan hatte Russland das Flugabwehrsystem Panzir (Nato-Code: SA-22) auch auf den Dächern öffentlicher Gebäude in Moskau aufgestellt. Damit solle die Erkennung und Abwehr sogenannter Kamikazedrohnen ermöglicht werden. Vermutlich handele es sich aber um eine öffentlichkeitswirksame Maßnahme, um die Öffentlichkeit zu beruhigen und zu demonstrieren, dass die Behörden die Bedrohung unter Kontrolle haben, hieß es in London weiter.
Update vom 12. September, 6.45 Uhr: Der Zug mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un an Bord hat nach Angaben von Moskau Russland erreicht, wo ein Treffen zwischen Kim und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geplant ist. Wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Novosti am Dienstag berichtete, fuhr der Zug durch die russische Region, die an Nordkorea grenzt. Bilder von Ria Novosti zeigen dunkelgrüne Waggons, die von einer Lokomotive der russischen Eisenbahn gezogen werden.
Zuvor hatte bereits das südkoreanische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass der Zug von Kim Russland erreicht habe.
Ukraine-Krieg: Schwere Gefechte im Süden und Osten
Update vom 11. September, 21.20 Uhr: Im Ukraine-Krieg liefern sich Kiews und Moskaus Truppen derzeit vor allem im Süden und Osten schwere Gefechte. Die ukrainischen Streitkräfte berichten auf Facebook, dass sie in Richtung der umkämpfen Stadt Bachmut in der Offensive seien und an anderen Fronten russische Angriffe abgewehrt hätten. Kyrylo Budanow, Chef des Militärgeheimdienstes, hat nun angekündigt, dass die Gegenoffensive der Ukraine auch in den kalten Monaten weitergehen soll. „Die Kampfhandlungen werden auf die eine oder andere Weise fortgesetzt. In der Kälte, Nässe und im Schlamm ist es schwieriger zu kämpfen. Die Kämpfe werden weitergehen. Die Gegenoffensive wird fortgesetzt“, sagte er.
Laut dem ranghöchsten US-General Mark Milley bleiben der Ukraine noch etwa „30 bis 45 Tage Kampfwetter“, um ihre Gegenoffensive erfolgreich zu meistern. Danach würden die Witterungsbedingungen im ukrainischen Winter die Kampfhandlungen erheblich erschweren. Er sagte im Gespräch mit der BBC, dass die Offensive langsamer als erwartet verlaufe, Kiew jedoch „weiterhin stetige Fortschritte“ mache.
„Viele Menschen verloren“: Selenskyj sieht kein Happy End im Ukraine-Krieg
Update vom 11. September, 16.43 Uhr: Selbst Erfolge bei der ukrainischen Gegenoffensive oder neue Waffenlieferungen werden laut Präsident Wolodymyr Selenskyj kein „glücklichen Ende“ bringen. „Wir wollen alle den Erfolg und ein Happy End“, sagte Selensykj in einem am Sonntag auf dem US-Sender CNN ausgestrahlten Interview. „Das hier ist kein Film mit einem glücklichen Ende. Wir werden kein Happy End haben. Wir haben viele Menschen verloren. Kein Happy End“, sagte er.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Erfolg im Ukraine-Krieg: Kiew erobert Bohrinseln nahe Krim zurück
Update vom 11. September, 15.19 Uhr: Die Ukraine vermeldet einen bedeutenden Erfolg: Sie hat nach eigenen Angaben strategisch wichtige Öl- und Gasbohrplattformen vor der Krim zurückerobert. Der ukrainische Verteidigungsnachrichtendienst hat Bild-und Videomaterial über den Sondereinsatz von Gas- und Ölbohrplattformen im Schwarzen Meer in der Nähe der besetzten Krim, den sogenannten Boyko-Türmen, veröffentlicht. Ein Video zeigt, wie ukrainische Soldaten des militärischen Geheimdiensts mit einem Motorboot auf den Bohrinseln anlanden.
Des Weiteren gibt der Geheimdienst an, dass auch ein „Vorrat an Hubschraubermunition“ und ein NEVA-Radarsystem sichergestellt werden konnten. Das Radar dient angeblich zur Überwachung von Schiffsbewegungen im Schwarzen Meer. Unabhängig prüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.
Ukraine-Krieg: Kreml bestätigt Kims Treffen mit Putin in Russland
Update vom 11. September, 13.40 Uhr: Wie der Kreml am Montag bestätigte, wird Kim Jong Un auf Einladung des russischen Präsidenten Wladimir Putin „in den kommenden Tagen“ Russland besuchen. Es war spekuliert worden, dass Kim Putin treffen würde, um mögliche Waffengeschäfte zu besprechen. „Auf Einladung des russischen Präsidenten Wladimir Putin wird Kim Jong Un, Vorsitzender der Demokratischen Volksrepublik Korea, in den kommenden Tagen der Russischen Föderation einen offiziellen Besuch abstatten“, so der Kreml. Das berichteten die Nachrichtenagentur Interfax und die Moscow Times.
Update vom 11. September, 12.40 Uhr: Nataliia Humeniuk, Leiterin des Pressezentrums des Operationskommandos Pivden (Süd) der Ukraine, teilte mit, dass die ukrainischen Streitkräfte am Sonntag (10. September) sechs russische Kampfboote zerstört haben. Die Boote hätten angeblich versucht, ihre verlorenen Stellungen im Fluss Dnipro vom Wasser aus wiederzuerlangen, während sie zwischen den Inseln am besetzten linken Ufer des Gebiets Cherson manövrierten.
Humeniuk wird vom Portal Ukrainska Pravda wie folgt zitiert: „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir sagen, dass der Feind dort weiterhin aktiv ist. Er sucht nach Möglichkeiten, eine dichtere Verteidigung aufzubauen. Auch aus der Richtung des Dnipro-Flusses selbst, vom Wasser aus. Aber der Verlust von sechs Booten ist eine sehr überzeugende Bilanz, die wir jetzt für die letzten 24 Stunden ziehen können.“
Norkoreas Machthaber Kim bricht nach Russland auf
Update vom 11. September, 11.30 Uhr: Laut einem Bericht der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap ist ein Zug des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Un „offenbar“ in Richtung Russland gestartet. Kims Zug „scheint abgefahren zu sein“, meldete Yonhap am Montag (11. September) unter Berufung auf einen nicht genannten Regierungsvertreter. Seit Tagen hatte es Spekulationen über eine geplante Reise Kims zu Gesprächen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin über Waffengeschäfte gegeben.
Russland ist ein wichtiger Verbündeter von Kims seit Jahrzehnten international weitgehend isoliertem Land. Nordkorea hatte den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine von Beginn an unterstützt. Nach US-Angaben lieferte das Land dabei auch Raketen und Marschflugkörper.
Der New York Times zufolge will Putin Artilleriegeschosse und Panzerabwehrraketen von Nordkorea kaufen. Kim wiederum gehe es um moderne Technologien für Satelliten und U-Boote mit Atomantrieb sowie um Lebensmittelhilfen für die Bevölkerung.
Ukraine_Krieg: Neue Panzerlieferungen für Kiew
Update vom 11. September, 10.55 Uhr: Deutschland will der Ukraine in den kommenden Monaten weitere 40 Schützenpanzer vom Typ Marder zur Verfügung stellen. Der Rüstungskonzern Rheinmetall soll dafür im Auftrag der Bundesregierung gebrauchte Marder-Panzer aus früheren Beständen der Bundeswehr instandsetzen, wie das Unternehmen am Montag (11. September) in Düsseldorf mitteilte. Das Auftragsvolumen beläuft sich demnach auf einen „höheren zweistelligen Millionenbetrag“, wie die Nachrichtenagentur dpa mitteilte.
Die Instandsetzungsarbeiten hätten bereits an den Rheinmetall-Standorten Unterlüß und Kassel begonnen, bis zu zehn Schützenpanzer pro Monat könnten ausgeliefert werden, erklärte das Unternehmen. Die Auslieferung solle noch in diesem Jahr anlaufen. Mit der geplanten Auslieferung verdopple sich die Zahl der von Deutschland an die Ukraine gelieferten Marder-Panzer auf 80.
Update vom 11. September, 9.25 Uhr: Bei ihrer Ankunft in Kiew betonte Außenministerin Baerbock am Montagmorgen, der Platz der Ukraine sei in der Europäischen Union. „Die Ukraine verteidigt mit enormem Mut und Entschlossenheit auch unser aller Freiheit“, sagte die Grünen-Politikerin. „So wie sich die Ukraine vor uns stellt, kann auch sie sich auf uns verlassen, darauf, dass wir die Erweiterung der EU als notwendige geopolitische Konsequenz aus Russlands Krieg begreifen.“
Ukraine-Kieg: Baerbock in Kiew eingetroffen
Update vom 11. September, 7.30 Uhr: Bundesaußenministern Annalena Baerbock (Grüne) ist zu einem unangekündigten Besuch in der Ukraine eingetroffen. „Die Ukraine verteidigt mit enormem Mut und Entschlossenheit auch unser aller Freiheit“, erklärte Baerbock am Sonntag bei ihrer Ankunft in Kiew. „So wie sich die Ukraine vor uns stellt, kann auch sie sich auf uns verlassen“, fügte die Außenministerin hinzu.
Militärexperte: Chancen für Durchbruch der Ukrainer bei 40 bis 50 Prozent
Update vom 11. September, 6.15 Uhr: Russlands Luftabwehrsysteme fangen nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums zwei ukrainische Drohnen über der Region Belgorod ab. Es habe keine Verletzten gegeben, die Trümmer der Drohnen seien auf eine Straße im Bezirk Jakowlewski gefallen, teilt der Gouverneur der an die Ukraine grenzenden Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, über Telegram mit.
Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Selenskyj berichtet von Fortschritten an der Front
Erstmeldung: Kiew – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat von Fortschritten an der Front gesprochen. „In den letzten sieben Tagen gibt es ein Vorankommen“, sagte er am Sonntag in seiner täglichen Videoansprache. Dabei gebe es Bewegung sowohl im Süden der Ukraine im Gebiet Saporischschja, als auch rund um die von Russland besetzte Stadt Bachmut. An anderen Frontabschnitten sei es gelungen, die Positionen gegen russische Angriffe zu verteidigen, fügte er hinzu.
Daneben ging der Staatschef auf die starken russischen Raketen- und Drohnenangriffe der vergangenen Tage ein. Er dankte Feuerwehrleuten, Rettungskräften, Polizisten und Freiwilligen, die in den Städten Kostjantyniwka, Krywyj Rih, Sumy und im Gebiet Odessa geholfen haben, Verschüttete aus den Trümmern zu befreien. In Kostjantyniwka waren bei einem Einschlag 16 Menschen ums Leben gekommen. In Krywyj Rih wurden durch russischen Raketenbeschuss auf eine Polizeistation nach Selenskyjs Angaben eine Person getötet und 60 Menschen verletzt.
Selenskyj bestätigte zudem den russischen Beschuss internationaler Helfer der Rettungsorganisation Road to Relief am Sonntag bei Bachmut nahe der Front. Dabei seien ein Kanadier und eine Spanierin ums Leben gekommen, ein Deutscher und ein Schwede seien verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden. „Ihnen wird alle nötige Hilfe geleistet“, sagte Selenskyj.
Ukraine-Krieg: Militärexperte zu aktuellen Lage
Die Ukrainer haben nach Einschätzung des Militärexperten Carlo Masala eine Erfolgschance von 40 bis 50 Prozent, bis zum Ende des Jahres die verbliebenen russischen Abwehrstellungen zu überwinden. „Ja, das ist realistisch“, sagte Masala den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagausgabe) auf die Frage, ob er die Einschätzung des US-Militärgeheimdienstes Defense Intelligence Agency teile, wonach die Ukraine eine Chance von 40 bis 50 Prozent habe, die verbliebenen russischen Verteidigungslinien bis Ende des Jahres zu durchbrechen. „Das hängt allerdings von mehreren Faktoren ab: Wie reagieren die Russen? Haben sie noch genug Reserven? Werden die Ukrainer die relativ kluge Operationsführung beim Durchbruch durch die ersten beiden Verteidigungslinien fortsetzen? Und: Können Sie ihre Verluste minimieren?“ Entscheidend sei, dass die ukrainischen Streitkräfte die russischen Verbände in Bewegung halten können. „Wenn ihnen das nicht gelingt, haben die Russen die Möglichkeit, sich wieder einzugraben.“
Die Ukrainer benötigten vor allem Nachschub an Munition, Ersatzteilen und Artilleriesystemen. Zur Kritik des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der Westen liefere zu langsam Waffen und gefährde damit die Gegenoffensive, sagte Masala: „Dahinter würde ich ein Fragezeichen setzen. Bestimmte Waffen kann die Ukraine nicht ausreichend aus dem Westen bekommen, weil sie nicht vorhanden sind.“ (Mit Agenturmaterial)