Leistungen für Veteranen: Putin rehabilitiert Wagner-Söldner
VonLisa Mahnke
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Nach dem Tod Prigoschins war die Zukunft der Wagner-Gruppe unsicher. Nun erhielten erste Söldner Veteranenurkunden. Was bedeutet das für die Miliz?
Kreml – Erste Söldner der Wagner-Gruppe sollen jetzt Veteranenurkunden erhalten haben. Die Urkunde bestätigt den Status als Soldaten und berechtigt die Personen zu verschiedenen Sozialleistungen und Zahlungen Russlands. Die Ungewissheit über den Status der Wagner-Gruppe hat somit ein Ende gefunden.
Wladimir Putin selbst soll die Ausgabe solcher Zertifikate angeordnet haben, so das Zentrum für nationalen Widerstand. Demnach sollen für Mitglieder der privaten Wagner-Miliz „die Rechte erneuert“ werden, die zur Reaktivierung einiger Wagner-Elemente führen können. Der britische Geheimdienst sprach von einer Ausgabe durch das Verteidigungsministerium.
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Urkunden als Anerkennung – Wagner-Söldner weiter in Russlands Armee
Vor dem Ukraine-Krieg formten sich bereits Wagner-Einheiten, zunächst für die verdeckte russische Invasion in der Ostukraine im Jahr 2014. Später wurde die Miliz jedoch auch im Krieg in Syrien und in verschiedenen Operationen in Afrika aktiv, um russische Interessen im Austausch für Rohstoffe durchzusetzen. Die Kyiv Post zum Beispiel sprach von einer Beteiligung im sudanesischen Putsch von 2019.
Nach dem Tod Prigoschins absorbierte das russische Militär große Teile der Wagner-Kämpfer. Dies geschah laut The Guardian in Absprache mit Andrei Troschew, einem früheren Generaloberst der privaten Wagner-Gruppe. Viele Wagner-Truppenmitglieder wurden zunächst in sogenannte Sturm-Z-Einheiten eingegliedert, um die Kampfkraft nicht zu verlieren.
Sturm-Z ist eine Einheit, die vor allem aus ehemaligen Gefangenen und Rekruten mit Drogenproblemen oder solchen, die Befehle missachtet haben, besteht. Andere Mitglieder wechselten lediglich in eine der anderen privaten Militärgruppen Russlands. Auch eine weitere Nutzung für Interessen in Afrika war im Gespräch. Die Veteranenurkunden waren nun ein erstes Zeichen für die Anerkennung der ehemaligen Wagner-Soldaten als Teil der russischen Armee.