Teil der russischen Armee

Leistungen für Veteranen: Putin rehabilitiert Wagner-Söldner

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Nach dem Tod Prigoschins war die Zukunft der Wagner-Gruppe unsicher. Nun erhielten erste Söldner Veteranenurkunden. Was bedeutet das für die Miliz?

Kreml – Erste Söldner der Wagner-Gruppe sollen jetzt Veteranenurkunden erhalten haben. Die Urkunde bestätigt den Status als Soldaten und berechtigt die Personen zu verschiedenen Sozialleistungen und Zahlungen Russlands. Die Ungewissheit über den Status der Wagner-Gruppe hat somit ein Ende gefunden.

Wladimir Putin selbst soll die Ausgabe solcher Zertifikate angeordnet haben, so das Zentrum für nationalen Widerstand. Demnach sollen für Mitglieder der privaten Wagner-Miliz „die Rechte erneuert“ werden, die zur Reaktivierung einiger Wagner-Elemente führen können. Der britische Geheimdienst sprach von einer Ausgabe durch das Verteidigungsministerium.

Wagner-Gruppe marschiert in Richtung Moskau: Bilder zum Putschversuch in Russland

Söldner der Wagner-Gruppe posieren in Rostow am Don vor Panzern.
Söldner der Wagner-Gruppe posieren in Rostow am Don vor Panzern. © IMAGO/Erik Romanenko
Die Stadt Rostow am Don wurde von der Wagner-Gruppe besetzt. Hier stehen zwischen den Zivillisten bewaffnete Soldaten und Panzer auf den Straßen.
Die Stadt Rostow am Don wurde von der Wagner-Gruppe besetzt. Hier stehen zwischen den Zivillisten bewaffnete Soldaten und Panzer auf den Straßen. © Sergey Pivovarov/IMAGO
Nahaufnahme der Ausrüstung. Die Soldaten in Rostow am Don sind mit kugelsicheren Westen ausgestattet.
Die Soldaten in Rostow am Don sind mit kugelsicheren Westen ausgestattet und schwer bewaffnet. © Erik Romanenko/IMAGO
Auf der schusssicheren Weste eines Soldaten in Rostow am Don steht auf einem Aufnäher: „Mama hat gesagt: Anziehen“. (Yandex Image Translator)
Auf der schusssicheren Weste eines Soldaten in Rostow am Don steht auf einem Aufnäher: „Mama hat gesagt: Anziehen“. (Yandex Image Translator) © Erik Romanenko/IMAGO
Die bewaffneten Wagner-Söldner in Rostow am Don bewachen auch mit militärischen Fahrzeugen die Stadt.
Die bewaffneten Wagner-Söldner in Rostow am Don bewachen auch mit militärischen Fahrzeugen die Stadt. © Erik Romanenko/IMAGO
Die Soldaten in Rostow am Don stehen inmitten der Bevölkerung wache und werden teilweise von Zivilisten angesprochen.
Die Soldaten in Rostow am Don stehen inmitten der Bevölkerung wache und werden teilweise von Zivilisten angesprochen. © IMAGO/Erik Romanenko
Soldaten der Wagner-Gruppe bewachen das südliche militärische Hauptquartier in Rostow am Don mit Scharfschützen.
Soldaten der Wagner-Gruppe bewachen das südliche militärische Hauptquartier in Rostow am Don mit Scharfschützen. © IMAGO/Erik Romanenko
In Moskau sind rund um den Kreml alle Straßen und Kreuzungen weiträumig abgesperrt und bewacht.
In Moskau sind rund um den Kreml alle Straßen und Kreuzungen weiträumig abgesperrt und bewacht. © Kirill Zykov/IMAGO
Das Moskauer „Grabmal des unbekannten Soldaten“ an der Mauer des Kremls. Zusätzlich zu den üblichen Wachen in prunkvoller Uniform sind hier Polizisten postiert.
Das Moskauer „Grabmal des unbekannten Soldaten“ an der Mauer des Kremls wird zusätzlich zu den üblichen Wachen von der Polizei bewacht. © Ilya Pitalev/IMAGO
Eine Polizistin in Moskau steht hinter der Absperrung des Roten Platzes neben einem Einsatzwagen. Im Hintergrund sind die farbigen Kuppeln der Basilius Kathedrale zu sehen.
Der Rote Platz in Moskau ist weiträumig abgesperrt und wird von der Polizei bewacht. © IMAGO/Ilya Pitalev
Wagner-Gebäude in mehreren russischen Städten, wie hier in St. Petersburg, werden von Polizisten bewacht.
Wagner-Gebäude in mehreren russischen Städten, wie hier in St. Petersburg, werden von Polizisten bewacht. © IMAGO/Alexander Galperin
Die russische Polizei sperrt Straßen in der Region Moskau und kontrolliert die Dokumente von Fahrzeugen, die sie passieren möchten.
Die russische Polizei sperrt Straßen in der Region Moskau und kontrolliert die Dokumente von Fahrzeugen, die sie passieren möchten. © IMAGO/Kirill Kallinikov
In der Region Moskau wird die Autobahn M2 bei Podoslk von mehreren LKW blockiert.
In der Region Moskau wird die Autobahn M2 bei Podoslk von mehreren LKW blockiert. © IMAGO/Vitaliy Belousov
Den Menschen, die in Staus auf russischen Autobahnen festsitzen, wird Trinkwasser zur Verfügung gestellt.
Den Menschen, die in Staus auf russischen Autobahnen festsitzen, wird Trinkwasser zur Verfügung gestellt. © IMAGO
In der russischen Stadt Rostow am Don stehen Soldaten in den Straßen Wache und beobachten die Lage.
Die Soldaten stehen in den Straßen Wache und beobachten die Lage. © IMAGO/Erik Romanenko

Urkunden als Anerkennung – Wagner-Söldner weiter in Russlands Armee

Vor dem Ukraine-Krieg formten sich bereits Wagner-Einheiten, zunächst für die verdeckte russische Invasion in der Ostukraine im Jahr 2014. Später wurde die Miliz jedoch auch im Krieg in Syrien und in verschiedenen Operationen in Afrika aktiv, um russische Interessen im Austausch für Rohstoffe durchzusetzen. Die Kyiv Post zum Beispiel sprach von einer Beteiligung im sudanesischen Putsch von 2019.

Das „Z“ wurde in Russland zum Symbol des Ukraine-Kriegs

Nach dem Tod Prigoschins absorbierte das russische Militär große Teile der Wagner-Kämpfer. Dies geschah laut The Guardian in Absprache mit Andrei Troschew, einem früheren Generaloberst der privaten Wagner-Gruppe. Viele Wagner-Truppenmitglieder wurden zunächst in sogenannte Sturm-Z-Einheiten eingegliedert, um die Kampfkraft nicht zu verlieren.

Sturm-Z ist eine Einheit, die vor allem aus ehemaligen Gefangenen und Rekruten mit Drogenproblemen oder solchen, die Befehle missachtet haben, besteht. Andere Mitglieder wechselten lediglich in eine der anderen privaten Militärgruppen Russlands. Auch eine weitere Nutzung für Interessen in Afrika war im Gespräch. Die Veteranenurkunden waren nun ein erstes Zeichen für die Anerkennung der ehemaligen Wagner-Soldaten als Teil der russischen Armee.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/SOPA Images via ZUMA Press Wire | Maximilian Clarke

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