Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist beendet. Die aktuelle Entwicklung im Ukraine-Krieg können Sie in unsrem neuen News-Ticker verfogen.
Update vom 18. September, 22.50 Uhr: Die sogenannte Ukraine-Kontaktgruppe trifft sich am Dienstag auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz (ab etwa 10.00 Uhr MESZ). US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat Amtskollegen und hochrangige Militärvertreter aus aller Welt eingeladen, um über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die seit Juni laufende ukrainische Gegenoffensive zu beraten. Es ist das 13. Treffen im sogenannten Ramstein-Format seit April 2022.
In der Vergangenheit waren anlässlich der Zusammenkünfte häufig neue Waffenlieferungen für die Ukraine angekündigt worden. Deutschland kündigte bereits am Montag ein 400-Millionen-Paket für Kiew an.
Update vom 18. September, 20.05 Uhr: Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat weitere Waffen- und Munitionslieferungen an die Ukraine angekündigt. Das geht aus einem Interview mit der Bild hervor. Das Paket mit einem Volumen von 400 Millionen Euro umfasst neben Munition auch gepanzerte Fahrzeuge und Generatoren. „Taurus“-Marschflugkörper liefert Deutschland nach wie vor nicht.
Ukraine durchbricht wohl wichtige Verteidigungslinie
Update vom 18. September, 17.33 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben die erbittert verteidigte russische Verteidigungslinie nahe Bachmut durchbrochen. Das berichtet die Zeitung Ukrainska Pravda und beruft sich dabei auf eine Mitteilung des Kommandeurs der ukrainischen Bodentruppen, Oleksandr Syrskyi. Demnach hätten die Russen nach dem Verlust ihrer Stellungen in den Ortschaft Andriivka und Klischtschijiwka versucht, von verschiedenen Seiten aus zahlreiche Gegenangriffe durchzuführen und die Frontlinie mit allen zur Verfügung stehenden Reserven zu schließen.
Die verlorenen Dörfer waren für die russischen Defensivkräfte von entscheidender Bedeutung. Die Russen wurden dem Bericht zufolge dabei regelrecht aufgerieben und sollen laut Syrskyi einige ihrer best-trainierten Einheiten verloren haben, darunter die 72. motorisierte Schützenbrigade und die 31. sowie die 83. Luftangriffsbrigade.
Syrskyi erklärte, dass die Situation an der Ostfront insgesamt weiterhin kompliziert sei. Die Russen versuchten weiterhin, die Offensivaktionen an den Fronten Kupjansk und Lyman wieder aufzunehmen und bereiten sich aktiv darauf vor. In der Gegend um Bachmut werde weiterhin erbittert gekämpft. Sysrkyi zeigt sich allerdings optimistisch: „Natürlich schreiten wir weiter voran. Dies ist nur ein weiterer Schritt zur vollständigen Befreiung unserer Gebiete.“
Ukraine: Kabinett entlässt fast alle stellvertretenden Verteidigungsminister
Update vom 18. September, 16 Uhr: Das Kabinett der ukrainischen Regierung hat am Montag, rund zwei Wochen nach der Entlassung des früheren Verteidigungsministers Olexij Resnikow, nun auch sechs seiner Stellvertreterinnen und Stellvertretrer ihres Amtes enthoben. Das berichtete die ukrainische Zeitung Ukrainska Pravda auf Grundlage einer Telegram-Mitteilung des Ministers Oleh Nemtschinow.
Unter den Entlassenen ist demnach auch die bekannte Vizeministerin Hanna Maljar. Nur der Erste Stellvertreter, Olexander Pawljuk, bleibt laut der Deutschen Presse-Agentur weiter im Amt. Ukrainska Pravda will von „hochrangigen Quellen“ in der ukrainischen Regierung erfahren haben, dass die Rücktritte „freiwillig“ auf Bitte des neuen Verteidigungsministers Rustem Umjerow erfolgt sind und die Betroffenen nicht in ihre Ämter zurückkehren werden. Eine Umjerow nahe stehende Quelle soll gesagt haben: „Es ist ein kompletter Neustart im Gange.“
Ukraine: Rückeroberung von Dorf bei Bachmut stellt „Sprungbrett“ für weitere Offensive dar
Update vom 18. September, 13.45 Uhr: Das ukrainische Militär hat die Bedeutung der Rückeroberung des Dorfes Klischtschijiwka im Osten der Ukraine bei Bachmut hervorgehoben. Dieser militärische Erfolg werde bevorstehende Offensivoperationen deutlich erleichtern, so Ilja Jewlasch vom Pressedienst der ukrainischen Heeresgruppe Ost. „Jetzt haben wir uns ein Sprungbrett geschaffen, das es uns auch in Zukunft ermöglichen wird, Offensivoperationen weiterzuentwickeln und unser Land von den Eindringlingen zu befreien“, wird Jewlasch von der Zeitung Ukrainska Pravda zitiert.
Ein Soldat der 3. Separatistenbrigade der Ukraine bei Bachmut. Die Region um Bachmut im Osten der Ukraine ist Schauplatz heftiger Kämpfe mit den russischen Streitkräften.
Es gehe dabei vor allem darum, die Logistikwege zu kontrollieren, über die die Russen ihre Streitkräfte im hart umkämpften Bachmut versorgen. „Darüber hinaus wird uns diese Freilegung der Flanken, insbesondere der Südflanke, ermöglichen, noch bequemer in die Tiefen der feindlichen Stellungen vorzudringen und mit verschiedenen Artilleriesystemen, Drohnen und anderen verfügbaren Waffen präzisere und tiefere Angriffe durchzuführen“, so Jewlasch weiter. Gegenwärtig konzentrierten sich die Kämpfe darauf, die Kontrolle über die Eisenbahnstrecken zu gewinnen. Diese sei für die logistische Versorgung der Invasionsarmee von entscheidender Bedeutung. „Wir kämpfen an dieser Front intensiv und erbittert um jeden Meter unseres Landes.“
Bachmut: Ukraine liquidiert russischen Elite-Kommandeur - „ernstzunehmende Leistung“, so Beobachter
Update vom 18. September, 13 Uhr: Der Kommandeur einer russischen Elite-Luftlandebrigade, Oberst Andrey Kondrashkin, ist offenbar vom ukrainischen Militär getötet worden. Das gehe aus einer Telegram-Nachricht eines anderen russischen Befehlshaber hervor, wie das US-Magazin Newsweek berichtete. Alexander Chodakowski, Kommandeur des an der Donezk-Front kämpfenden russischen Bataillons „Wostok“, habe demnach am Sonntag (17. September) Kondrashkins Familie und Freunden sein Beileid ausgesprochen. Chodakowski vermutet, dass der Kommandeur der 31. Elite-Luftlandebrigade bei einem ukrainischen Angriff getötet wurde.
Dessen Einheit ist in der Nähe der Stadt Bachmut in der ukrainischen Region Donezk stationiert. Kondrashkins hatte die Aufgabe, ukrainische Angriffe bei Andriivka, einem Dorf etwa zehn Kilometer südlich von Bachmut gelegen, abzuwehren. „Kondrashkin war jedoch nicht in der Lage, die Aufgabe zu erfüllen“, sagte der ukrainische Journalist Yurii Butusov laut Newsweek. „Die genauen Umstände, unter denen Kondrashkin während dieser Kämpfe getötet wurde, sind noch nicht bekannt. Aber die Liquidierung des Kommandeurs einer der russischen Angriffsformationen ist eine ernst zu nehmende Leistung.“ Kondrashkin soll eine entscheidende Rolle bei der russischen Belagerung von Mariupol im Jahr 2022 gespielt haben. Der Kreml hat seinen mutmaßlichen Tod bisher noch nicht kommentiert.
Russland greift auf dezimierte Elite-Fallschirmjäger zurück, um Bodentruppen zu unterstützen
Update vom 18. September, 11.16 Uhr: Russland hat nach Einschätzung britischer Militärexperten zum wiederholten Mal unter Druck geratene Einheiten in der südukrainischen Oblast Saporischschja mit Luftlandetruppen verstärkt. Das geht aus dem täglichen Geheimdienstbericht des Verteidigungsministeriums in London zum Ukraine-Krieg am Montag hervor. Demnach wurden mindestens fünf Regimenter im Umkreis mehrerer Kilometer um das Dorf Robotyne an der Front zusammengezogen. Aus Robotyne zogen sich die Russen zurück, nachdem die Ukrainer eine verminte und befestigte russische Verteidigungslinie durchbrochen hatten.
„In voller Stärke sollte eine solche Einheit aus etwa 10.000 Elite-Fallschirmjägern bestehen. Beinahe alle Einheiten sind aber mit großer Wahrscheinlichkeit dramatisch unterbesetzt“, hieß es in der Mitteilung. Der Einsatz von Elite-Soldaten zur Verstärkung der Frontlinie dürfte nach Einschätzung der Briten deren Vorgesetzten missfallen. „Den gesamten Krieg hindurch haben russische Kommandeure versucht, die Luftlandetruppen als hochgradig mobile Truppe für offensive Operationen wiederherzustellen“. Nun würden die Fallschirmjäger erneut als Fußsoldaten genutzt, um überstrapazierte Bodentruppen zu verstärken, hieß es in der Mitteilung weiter.
Ukraine-Krieg: Massiver russischer Beschuss in der südukrainischen Oblast Cherson
Update vom 18. September, 9.55 Uhr: In der Nacht auf Montag griffen die russischen Invasoren massiv die Region Cherson im äußersten Süden der Ukraine an. Dabei wurden mindestens zwei Zivilisten getötet und weitere verletzt. „Der Feind bombardierte die Oblast Cherson die ganze Nacht. Es gibt Verluste“, verkündete laut der Zeitung Ukrainska Pravda der Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Cherson, Oleksandr Prokudin, auf Telegram. Demnach töten die russischen Angriffe einen 72-jährigen Mann in Cherson und eine ältere Frau in dem Dorf Kizomys, deren Privathaus unter Beschuss geriet. Drei weitere, meist ebenfalls ältere Menschen wurden verletzt.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland
Update vom 18. September, 5.30 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht auf Montag (18. September) ukrainische Drohnen in mehreren Regionen abgewehrt. Die Drohnen seien „über den westlichen, südwestlichen, nordwestlichen und östlichen Gebieten der Halbinsel Krim, den Bezirken Istra (Westen) und Domodedowo (Süden) im Gebiet Moskau sowie (…) in Belgorod und Woronesch (Südwesten) abgefangen“ worden, erklärte das russische Verteidigungsministerium im Onlinedienst Telegram. Angaben zur genauen Anzahl der Drohnen oder zu Opfern wurden zunächst nicht gemacht.
Gleichzeitig erklärte das Verteidigungsministerium, dass eine Panzerfabrik in Charkiw im Nordosten der Ukraine, in denen Panzer ukrainischer Streitkräfte repariert werden, durch einen Raketenangriff getroffen worden sei.
Erstmeldung: Kiew/ Moskau – In der Hafenstadt Sewastopol auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim gab es Medienberichten zufolge mehrere Explosionen. Das russische Verteidigungsministerium hingegen teilte dazu am Sonntag (17. September) lediglich mit: „Über dem Südwestteil der Halbinsel Krim wurden zwei ukrainische Drohnen von der Flugabwehr vernichtet“. Mehrere Telegram-Kanäle veröffentlichten Fotos, die einen Feuerschein über der Stadt zeigen. Anwohner berichteten von starkem Brandgeruch. Russland hat die ukrainische Halbinsel bereits 2014 völkerrechtswidrig annektiert.
Nach Angaben des von Moskau eingesetzten Gouverneurs von Sewastopol, Michail Raswoschajew, wurden keine Infrastrukturobjekte getroffen. Die Hafenstadt ist auch die Basis der russischen Schwarzmeerflotte. Den Brandgeruch erklärte Raswoschajew mit einer Nebelwand, die die Marine zum Sichtschutz gegen die Drohnen eingesetzt habe.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Ukraine veröffentlicht neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg
Der Generalstab der ukrainischen Armee hat aktuelle Zahlen (Stand 17. September) zu den Verlusten der russischen Streitkräfte im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Demnach sind binnen 24 Stunden etwa 530 Soldaten aus Russland getötet oder verwundet worden. Zudem sollen weitere Panzer und Artilleriesysteme Russlands zerstört worden sein. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.
Soldaten: 272.320 (+530 zum Vortag)
Panzer: 4620 (+4)
Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge: 8828 (+4)
Artilleriesysteme: 6003 (+15)
Flugabwehrsysteme: 523 (+2)
Fahrzeuge und Tanklaster: 8537 (+12)
Kampf- und Aufklärungsdrohnen: 4742 (+4)
Quelle: Angaben des Generalstabs der Ukraine vom 17. September 2023
Anm.:Nach Berechnungen unabhängiger russischer Medien von Anfang Juli 2023 sind bisher im Ukraine-Krieg circa 47.000 russische Soldaten getötet worden. Diese Zahlen weichen stark von denen ab, die von ukrainischer Seite veröffentlicht werden. Der britische Geheimdienst ordnet die Zahlen hingegen mittig dieser Behauptungen ein.
Ukraine-Krieg: Ukraine erobert Gebiete bei Bachmut zurück
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den beteiligten Einheiten für die Rückeroberung der Ortschaft Klischtschijiwka im Osten des Landes gedankt. „Heute möchte ich besonders die Soldaten erwähnen, die Schritt für Schritt der Ukraine ihr Eigentum zurückholen, gerade in der Gegend von Bachmut“, sagte Selenskyj am Sonntagabend in seiner täglichen Videobotschaft. „Klischtschijiwka. Prachtkerle“, sagte er.
Das ukrainische Militär hatte zuvor die Rückeroberung der Ortschaft im Süden von Bachmut gemeldet. „Ich kann bestätigen, dass dies dank der Anstrengungen der 80. Luftsturmbrigade, der 5. Sturmbrigade und der vereinigten Brigade der Nationalen Polizei „Ljut“ („Wut“) gelungen ist“, zitierte die Zeitung „Ukrajinska Prawda“ am Sonntag (17. Septmeber) den Sprecher der Heeresgruppe Ost, Ilja Jewlasch. Mehrere Stunden zuvor hatte bereits der Chef des Präsidentenbüros in Kiew, Andrij Jermak, auf Telegram ein Foto veröffentlicht, das ukrainische Soldaten in dem Ort im Gebiet Donezk zeigen soll. „Die Ukraine holt sich das ihre immer zurück“, schrieb Jermak dazu. (Mit Agenturmaterial)