Prognosen zur Landtagswahl

Letzte Umfragen zur Brandenburg-Wahl: Trend sieht AfD weiter vorne

  • schließen

Die Menschen in Brandenburg wählen einen neuen Landtag. Wer wird stärkste Kraft: die AfD oder die SPD? Die letzten Umfragen sind uneinheitlich.

Potsdam – Die letzten Umfragen versprechen Hochspannung: Kurz vor der Brandenburg-Wahl am 22. September liefern sich AfD und SPD einen engen Zweikampf. Tatsächlich scheint derzeit noch offen, ob die AfD auch in Brandenburg stärkste Kraft wird. Es wäre nach Thüringen das zweite Mal bei einer Landtagswahl überhaupt. Die SPD stellt seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 den Regierungschef in Brandenburg.

Die letzten Umfragen zur Brandenburg-Wahl sehen die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Hans-Christoph Berndt vorne.

AfD liegt in letzten Umfragen und Prognosen zur Brandenburg-Wahl vorne

Die letzten Umfragen zur Brandenburg-Wahl zeigen ein nicht ganz einheitliches Bild. Vorne liegt noch immer die AfD, die der Brandenburger Verfassungsschutz als rechtsextremistischen Verdachtsfall einstuft. Dicht dahinter folgt die SPD, die in den vergangenen Wochen eine Aufholjagd in Brandenburg gestartet hat. Die CDU liegt deutlich abgeschlagen auf Platz drei und könnte sogar vom Bündnis Sahra Wagenknecht überholt werden. Auf jeden Fall darf das BSW in Brandenburg auf zweistellige Werte hoffen.

Die Grünen, aber auch die Linke und die Freien Wähler müssen um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Allerdings reicht ein Direktmandat aus, um wieder im Parlament vertreten zu sein. Die FDP ist in den letzten Umfragen nur einmal einzeln ausgewiesen – sie liegt deutlich unter der Marke von fünf Prozent.

Die genauen Zahlen der letzten Umfragen zeigt die nachfolgende Tabelle. Aufgeführt sind die Daten der Meinungsforschungsinstitute Insa (17. September) und Forschungsgruppe Wahlen (19. September):

ParteiInsa (in %)FW (in %)
AfD2828
SPD2527
CDU1614
BSW1413
Grüne44,5
BVB/FW43,5
Linke34
FDP2-
Sonstige46

Wer gewinnt – AfD oder SPD? Letzte Umfragen zur Brandenburg-Wahl deuten auf knappes Rennen hin

Bislang regiert die SPD in Brandenburg mit CDU und Grünen. Welche Koalitionsmöglichkeiten sich nach der Wahl ergeben, ist aber völlig offen. Klar ist eins: Falls die AfD stärkste Kraft würde, könnte sie voraussichtlich nicht regieren: Keine andere Partei will mit ihr zusammenarbeiten. Möglicherweise reicht es nicht für die Fortsetzung der bisherigen Regierungskoalition. SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke äußerte sich bislang aber auch nicht zum Thema „Wunschkoalitionen“.

Möglicherweise könnte das BSW bei der Regierungsbildung ins Spiel kommen. Aber BSW-Landeschef und Spitzenkandidat Robert Crumbach will gar nicht um jeden Preis mitregieren. „Man kann auch als Opposition sehr wirkmächtig sein“, sagt er. Der Weg zur Regierungsbildung könnte aufgrund der erwarteten Ergebnisse zur Brandenburg-Wahl also äußerst steinig werden.

Letzte Umfragen zur Brandenburg-Wahl lassen SPD hoffen, die AfD doch noch zu überholen

Die Wahl ist auch eine Abstimmung über SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke. Der 62-Jährige setzt alles auf eine Karte: Er will abtreten, wenn die AfD mit Spitzenkandidat Hans-Christoph Berndt die Wahl gewinnt und nicht die SPD. „Dann bin ich weg“, sagt er. Woidke will nur Abgeordneter im Landtag bleiben, falls er das Mandat wieder erhält. 

Doch noch gibt er sich optimistisch mit Blick auf den Wahlausgang: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir es schaffen werden“, beteuert Woidke. Diesen Optimismus zieht er unter anderem aus dem vergleichsweise hohen Wirtschaftswachstum und der Tesla-Ansiedlung – und daraus, dass es der SPD schon bei der Wahl 2019 gelungen ist, die AfD auf den letzten Metern einzuholen. Die letzten Umfragen zur Brandenburg-Wahl zeigen, dass dies auch diesmal wieder so kommen könnte. (cs/dpa)

Rubriklistenbild: © Frank Hammerschmidt/dpa

Kommentare