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Hendrik Wüst: Ausgerechnet er überholt ihn bei Beliebtheits-Umfrage

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Eine aktuelle Umfrage zeigt: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst ist äußerst beliebt. Ein alter Freund hat den CDU-Politiker nun allerdings überholt.

Düsseldorf – Die nordrhein-westfälische CDU befindet sich aktuell auf einem Umfragehoch. Bei der letzten NRW-Sonntagsfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Mai haben die Christdemokraten mit 36 Prozent ihr bestes Ergebnis der letzten Jahre eingefahren. Die Beliebtheit des NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst dürfte dazu einen Teil beigetragen haben. Vor wenigen Wochen wurde der Münsterländer von einer Jury aus politischen Beobachtern zum Politiker des Jahres 2023 ernannt. Doch nun gab es einen ersten Dämpfer.

Umfrage: Boris Pistorius seit Monaten beliebtester Politiker – Hendrik Wüst rutscht ab

Boris Pistorius, Boris Pistorius, Boris Pistorius! An dem SPD-Politiker ist seit seiner Ernennung zum Bundesverteidigungsminister kein Vorbeikommen. Seit Monaten führt der ehemalige Innenminister von Niedersachsen die Rangliste der beliebtesten Politiker des Landes mit weitem Abstand an. Auch bei der neuesten Insa-Umfrage von Bild gibt es keine Veränderung auf der Spitzenposition – dafür aber auf dem zweiten Rang. Hendrik Wüst muss seinen zweiten Platz auf dem Treppchen abgeben – ausgerechnet an seinen Amts- und Unionskollegen aus Bayern, Markus Söder (CSU). Der konservative Politiker gilt gewissermaßen als eine Art Anti-Wüst: Während der NRW-Ministerpräsident sich mittlerweile bei vielen Themen tendenzielll progressiv gibt, steht Söder nach wie vor fürs stark Konservative.

Die beiden Ministerpräsidenten liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Erst bei der Umfrage im Mai ließ der nordrhein-westfälische Parteichef den bayerischen Landesvater hinter sich. Bei den Befragten aus dem Juni liegt Söder nun im internen Unionsduell wieder vorne. Friedrich Merz, der neben Söder und Wüst immer wieder ins Gespräch zur Kanzlerkandidatur gebracht wird, befindet sich hingegen abgeschlagen auf Rang acht. Im Mai wurde der 67-Jährige noch zwei Ränge weiter nach vorne gewählt, auf Platz sechs.

  1. Boris Pistorius (SPD)
  2. Markus Söder (CSU)
  3. Hendrik Wüst (CDU)
  4. Lars Klingbeil (SPD)
  5. Cem Özdemir (Grüne)
  6. Olaf Scholz (SPD)
  7. Sahra Wagenknecht (Linke)
  8. Friedrich Merz (CDU)

Markus Söder laut Umfrage der beste Kanzlerkandidat der Union – Merz und Wüst abgeschlagen

Die Reihenfolge der drei Unionspolitiker deckt sich mit einer jüngsten Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Dort sollten die Befragten auswählen, wer ihrer Meinung nach der beste Kanzlerkandidat der Union für die Bundestagswahl 2025 ist. Das Ergebnis: Mit weitem Abstand liegt Söder vor seinen zwei Kontrahenten. Mit rund 23 Prozent bekam der Nürnberger rund doppelt so viele Stimmen wie Wüst (12 Prozent) und Merz (11 Prozent).

Bei den Anhängern der Union erreicht Söder sogar fast die absolute Mehrheit (43 Prozent). Einzig bei den Wählern der Grünen liegt der NRW-Regierungschef vorne. Jeder vierte Befragte hielt ihn dort für den besten Unionskandidaten. Nicht verwunderlich: Wüst regiert sein Heimatbundesland in einer schwarz-grünen Koalition. Zudem fallen Söder und Merz immer wieder durch Kritik an der Politik der Grünen auf. Merz hingegen hat bei allen Wählergruppen das Nachsehen.

Nur noch Platz 3: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst ist nicht mehr der zweitbeliebteste Politiker.

Die Umfragewerte sind jedoch erstmal nur eine Momentaufnahme – und die nächste Bundestagswahl liegt erst in über zwei Jahren an. Bevor sich Hendrik Wüst also Gedanken um eine Kanzlerkandidatur machen kann, hat der Münsterländer in seinem Heimatbundesland einiges zu tun: Zuletzt erhoben Abgeordnete im Landtag schwere Vorwürfe gegen den Regierungschef: Er soll marode Brücken jahrelang ignoriert haben. Vor wenigen Tagen richteten auch die Wohlfahrtsverbände einen Hilferuf an Hendrik Wüst. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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