Politik

Umfragen alarmieren: Demokraten stehen vor den Zwischenwahlen unter Druck

US-Präsident Donald Trump ist unpopulär. Doch können die Demokraten davon profitieren? Umfragen zeigen, dass sich die Partei neu definieren muss.

Washington DC – Der Vorsprung der Demokraten in den Umfragen vor den Zwischenwahlen 2026 ist ein Warnsignal für ihre Bemühungen, im kommenden November erneut eine Mehrheit im US-Repräsentantenhaus zu erringen. Historisch gesehen verliert die Partei, die das Weiße Haus stellt, bei den Midterms Sitze, und die Demokraten waren bislang optimistisch, dass sie im November wichtige, sogenannte „Battleground Districts“ im ganzen Land gewinnen könnten. Doch aktuelle Umfragen deuten darauf hin, dass die Demokraten derzeit schwächer dastehen als vor sechs Jahren, als sie sich auf die Zwischenwahlen während der ersten Trump-Regierung vorbereiteten.

Was wird aus der US-Demokratie? Donald Trump giftet auch als US-Präsident öffentlich gegen seine politischen Gegner.

Der Umfragevorsprung, kombiniert mit dem Umstand, dass mehrere republikanisch geführte Bundesstaaten ihre Wahlkreise zugunsten der GOP neu zuschneiden, könnte ein Warnsignal für die Demokratische Partei sein. Diese kämpft nämlich weiterhin mit niedriger Popularität im Volk, selbst jetzt, da Donald Trumps Zustimmungswerte seit Januar gesunken sind.

Zwischenwahlen 2026: Demokraten in Umfragen schwächer als vor erster Trump-Amtszeit 2018

Bei den Zwischenwahlen 2018 konnten die Demokraten die landesweite Volksabstimmung mit rund 8,4 Prozentpunkten für sich entscheiden und erreichten eine Mehrheit von 235 zu 199 Sitzen im Repräsentantenhaus. Umfragen sagten diesen Sieg recht genau voraus; sie gaben den Demokraten bereits Monate im Voraus einen deutlichen Vorsprung vor der GOP. Der endgültige Durchschnitt von Real Clear Politics kurz vor dem Wahltag lag bei einem Vorsprung von 7,3 Prozentpunkten für die Demokraten.

Am vergangenen Montag hatten die Demokraten in der sogenannten „Generic Ballot“ nur einen Vorsprung von 1,6 Prozentpunkten – das ließ in der Partei die Alarmglocken läuten.

Alarmglocken läuten: Demokraten liegen aktuell nur 1,6 Prozentpunkte vor Republikanern

Mehrere aktuelle Umfragen zeigten, dass die Demokraten nur einen minimalen landesweiten Vorsprung bei der Wahlabsicht hatten. In einer Umfrage des Emerson College, die letzte Woche veröffentlicht wurde, sprachen sich 43,9 Prozent für die Demokraten aus, während 42,5 Prozent die Republikaner unterstützten. Weitere 13,6 Prozent der Wähler waren noch unentschlossen.

Das bedeutet, dass die Demokraten in dieser Umfrage mit weniger als zwei Prozentpunkten vorne lagen. Die Umfrage wurde unter 1000 registrierten Wahlberechtigten zwischen dem 13. und 14. Oktober 2025 durchgeführt und hatte eine Fehlermarge von plus oder minus drei Prozentpunkten.

CNBC-Umfrage bestätigt Trend: Demokraten und Republikaner praktisch gleichauf bei 48 zu 47

Eine aktuelle Umfrage von CNBC zeigte ähnliche Ergebnisse: 48 Prozent der Befragten hofften, dass die Demokraten die Zwischenwahlen gewinnen würden, während 47 Prozent angaben, für die Republikaner stimmen zu wollen. Diese Umfrage wurde unter 1000 Erwachsenen zwischen dem 8. und 12. Oktober 2025 durchgeführt.

Experte analysiert Schwäche: Demokraten fehlt kohärente Botschaft gegen Trump-Dominanz

Todd Belt, Professor für Politikwissenschaft an der George Washington University, sagte gegenüber Newsweek, dass die Demokraten keine besseren Umfragewerte erzielten, weil die Partei sich „seit Trumps Sieg im vergangenen Jahr noch nicht wirklich habe definieren können“.

„Die Demokraten waren vor allem damit beschäftigt, auf Trumps Handlungen zu reagieren, und sie haben es noch nicht geschafft, eine kohärente Botschaft zu vermitteln, wer sie sind und wofür sie stehen. Das ist schwierig, wenn Donald Trump mit einer täglichen Welle von Maßnahmen und Äußerungen die Nachrichtenlage dominiert – zumal die Demokraten auf Bundesebene nur wenig Macht haben“, so Belt. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press Wire

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