Gangster-Boss im Fokus

Führt Rebellion von Russlands Unterwelt zum Sturz von Putin?

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Die Gerüchte um einen möglichen Sturz von Wladimir Putin mehren sich. Die Rebellion von Russlands Unterwelt gegen den Ukraine-Krieg dürfte dem Kreml-Herrscher nicht schmecken.

Moskau – Russlands Präsident Wladimir Putin kann durchaus als eitler Mensch bezeichnet werden. Die Anzüge müssen maßgeschneidert sein, Bildmaterial vom Kreml-Herrscher muss ihn ins rechte Licht rücken. Wer an seiner Macht zweifelt und offenkundig gegen ihn rebelliert, der hat schlechte Karten.

Da wird es dem womöglich vor einem Sturz stehenden Putin gar nicht schmecken, dass Russlands Unterwelt zunehmend gegen den von ihm geführten Ukraine-Krieg rebelliert. Eine besondere Rolle kommt dabei einem ehemaligen Gefängnis-Insassen zu. Sein Gangster-Name: Sascha Kurara. Seine abgesessene Zeit im Gefängnis: 24 Jahre.

Gerüchte um Sturz von Putin: Gangster-Boss soll mit „Wagner“-Chef im Knast gesessen haben

In den sozialen Medien meldet sich dieser Sascha Kurara, der laut eigener Aussage mit Putins Koch Jewgeni Prigoschin einsaß, zu Wort. Prigoschin baute sich ein Geschäftsimperium mit dem Catering von Armee und Schulen in ganz Russland auf. Auf diesem Wege wurde er zum Milliardär und galt lange Zeit als eine der engsten Vertrauten Putins. Möglicherweise treibt Prigoschin, Gründer der privaten Söldner-Armee „Wagner“, aber auch Putins Sturz herbei. Und was hat das nun mit Kurara zu tun?

Putins Koch Prigoschin soll Gangster-Boss Kurara oral befriedigt haben

Nun, der 50-Jährige wäre im Gefängnis mehrere Male von Putins Koch oral befriedigt worden. „Er hatte seinen Platz und kannte seinen Platz“, heißt es in diesem Kontext von Gangster-Boss Kurara via Twitter. Das würde dementsprechend bedeutet, dass der spätere „Wagner“-Chef in der Hierarchie recht weit unten angesiedelt war.

Das brutale Machtsystem in Russlands Gefängnissen

Sexuelle Handlungen unter Männern sind bei Gefängnis-Insassen üblich. Und das, obwohl Homosexualität im Russland Putins weitgehend verpönt und das Land unter dem Kreml-Herrscher auch ziemlich homophob eingestellt ist. Bei diesen sexuellen Handlungen im Gefängnis handelt es sich oftmals aber auch um Vergewaltigungen.

Sex wird hier als Teil eines brutalen Machtsystems aufgefasst, der letztendlich die Hierarchie zwischen den Insassen etabliert. Wer „aktiv“ Geschlechtsverkehr mit anderen Männern hat, der wird nicht als homosexuell wahrgenommen. Dies trifft nur auf jene zu, die es „passiv“ erleben respektive erleiden müssen.

Laut Experten werden manche im Gefängnis vergewaltige Männer in einem strengen Kastensystem gar als „unberührbar“ deklariert. Das hat zur Folge, dass sie in der Gefängniskantine ausgegrenzt, nicht mehr auf dem Bett schlafen dürfen und regelmäßig verprügelt werden.

Laut dem Russland-Kenner Harlad Farhage ist diese Behauptung aus folgendem Grund heikel: „Dies ist nicht nur die schlimmstmögliche Demütigung von Prigoschin, sondern auch ein Angriff auf den Kreml und die Invasion der Ukraine“. Und somit auch auf den „sicherlich gefährdeten“ Wladimir Putin.

Droht Putin der politische Sturz? Russlands Unterwelt stellt sich gegen seinen Ukraine-Krieg

Laut Farhage wäre Kurara „kein zufälliger Verbrecher. Er weiß genau, was er tut, und dies ohne starke Unterstützung zu tun, wäre Selbstmord“. Soll heißen: Der dunkle Untergrund Russlands begehrt gegen den von Putin initiierten Ukraine-Krieg auf. Zum Ehrenkodex bestimmter Verbrecherkreise wie dem von Kurara gehört nämlich, dass dem Staat nicht gefolgt und dessen Autorität gar bekämpft wird.

Grischa „Moskwosky“, ein hochrangiges Mitglied einer Gangster-Bande aus Moskau, hatte unlängst verlauten lassen, dass es quasi gegen die Banditen-Ehre verstoßen würde, unschuldige Menschen im Nachbarland umzubringen. Kritik an Putin wurde und wird also auch aus der Unterwelt Russlands laut. Laut „Moskwosky“ würde kein Mann, der vor sich selbst Respekt habe, gegen Frauen, Kinder und Alte in der Ukraine kämpfen. Dem pflichtet Kurara mit seinem verbalen Frontalangriff auf Putins Koch nun bei.

Russischer Gangster-Boss soll Banditen angestiftet haben, Putin zu stürzen

Kurara soll schon länger Banditen Russlands dazu angestiftet haben, sowohl Prigoschin als auch Putin zum Sturz zu bringen. Ihr Tod steht im Raum. Sollten sie ihre Macht verlieren, werde es für sie keine Amnestie geben, da sie ukrainische Zivilisten ermordet haben, heißt es von Politik-Beobachtern.

Das dürfte Russlands Präsident Wladimir Putin (rechts) nicht erfreuen: Der von ihm geführte Ukraine-Krieg wird von der Unterwelt im einstigen Zaren-Reich harsch kritisiert. Mittendrin: Gangster-Boss Sascha Kurara.

Kurara würde es auch darum gehen, Insassen davor zu warnen, den Verlockungen von „Wagner“-Chef Prigoschin zu erliegen. Der Deal: Gegen das Versprechen einer vorzeitigen Entlassung werden sie für den Ukraine-Krieg rekrutiert. Vorläufige Freiheit also, die im wahrscheinlichen Tod an der Front endet.

In der ihm eigenen, oft sehr homophoben Sprache äußert sich Kurara wie folgt: „Ihr wollt eine Amnestie? Ihr wollt vorzeitige Freilassung? Ihr werden einen Schw*** in den Mund bekommen, ihr werdet in den Ar*** gef****. Ihr bekommt nur Leiden für eure Kinder und Familien. Ihr seid alle Müll, ihr seid alle Schwu******. Ihr alle: Wenn ich euch nicht die Kehle durchschneide, dann f**** ich euch in den Ar***“, heißt es in Richtung der „Wagner-Söldner“. Worte, die Putin nicht gerne hören dürfte.

Rubriklistenbild: © Gavriil Grigorov/dpa/wartranslated/Twitter/Montage

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