Ukraine-Krieg

Gift! Bestellung von Fastfood und Alkohol wird FSB-Offizieren zum Verhängnis

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In der besetzten ukrainischen Stadt Melitopol sind drei russische Geheimdienstoffiziere bei einem Giftanschlag ums Leben gekommen.

Melitopol – Wie ukrainische Medien berichten, sollen Widerstandskämpfer in der von Russland besetzten Stadt Melitopol mit einer mit Arsen und Rattengift versetzten Essenslieferung mehrere Geheimdienstoffiziere des russischen FSB vergiftet haben. Einem aktuellen Bericht der Zeitung Kyiv Post zufolge seien drei der Männer gestorben, ein vierter werde intensivmedizinisch behandelt.

Nach Informationen des kremlkritischen Telegram-Kanals Kremlevskaya Tabakerka hätten die Männer sich Essen und Alkohol aus einem Restaurant liefern lassen. Ob die tödliche Dosis Gift bereits im Restaurant oder erst später auf dem Lieferweg hinzugefügt wurde, sei demnach nicht bekannt. Bei ersten Ermittlungen seien den Quellen des Nachrichtenkanals zufolge keine Spuren von Gift im Restaurant gefunden worden. Der Lieferant, der den Männern das Essen gebracht habe, sei „spurlos verschwunden“.

Bereits seit den ersten Kriegstagen im Februar 2022 ist die ukrainische Stadt Melitopol von russischen Truppen besetzt. (Symbolfoto)

Tote Geheimdienstagenten in Melitopol ermittelten zu Massengrab

In einer Stellungnahme sprach Ivan Fedorow, der im Exil lebende Bürgermeister der ehemals mehr als 150.000 Einwohner zählenden Stadt in der Region Saporischschja, davon, dass ukrainische „Widerstandskräfte“ hinter dem Giftanschlag stecken sollen. Der Politiker bezeichnete die Taktik der Partisanen als „effektiven Widerstand in Zeiten russischer Besatzung“.

Ein heikles Detail im Fall der vier vergifteten FSB-Agenten sei, dass zwei der drei Getöteten erst vergangene Woche Ermittlungen zu einem in Melitopol gefundenen Massengrab aufgenommen hätten. Darin waren Berichten zufolge die sterblichen Überreste von 17 mutmaßlichen Marine-Soldaten der russischen Schwarzmeerflotte gefunden worden.

Verluste für Russland: Wiederholte Widerstandsaktionen in der besetzten Ukraine

Wie russische Medien berichteten, seien die Männer im September beigesetzt worden – ihre Leichen wiesen Hinweise auf Raketenangriffe auf. Wie Kyiv Post berichtet, sei es wahrscheinlich, dass die Soldaten bei ukrainischen Angriffen ums Leben gekommen seien. Ungewöhnlich sei jedoch, warum die Leichen nicht an der Küste der Krim gefunden wurden, sondern in der mehrere Hundert Kilometer entfernten Stadt im Inland.

Über Widerstandsaktionen wird in den von Russland besetzten Gebieten im Osten der Ukraine immer wieder berichtet. Erst im Oktober wurden ebenfalls aus Melitopol Berichte laut, dass Partisanen das Essen Dutzender russischer Soldaten vergiftet hätten. Im September wurde die Geschichte eines ukrainischen Soldaten bekannt, der einen Monat lang in einem besetzten Dorf im Süden der Ukraine unerkannt die russischen Besatzer sabotierte. (saka)

Rubriklistenbild: © Pavel Lisitsyn/imago-images.de

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