- VonBettina Menzelschließen
Der frühere Präsident Donald Trump will während seiner Amtszeit einen Atomkrieg verhindert haben, wie er laut einem neuen Video in einer Gerichtsanhörung sagte.
New York – Der frühere US-Präsident Donald Trump erzählte während seiner Amtszeit laut Washington Post über 30.000 Lügen. In einem laufenden Gerichtsverfahren prahlte der Republikaner nun, den Planeten vor einem „nuklearen Holocaust“ gerettet zu haben. Das geht aus einem am Freitag (19. Januar) veröffentlichten Video der Anhörung vom April 2023 hervor.
Trump in Gerichtsverfahren in New York: „Ich war sehr beschäftigt, Millionen Leben zu retten“
Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James hatte Trump und seinen Familienkonzern, die Trump Organization, im September 2022 wegen Betrugs verklagt. Demnach soll der 77-jährige Ex-Präsident den Firmenwert manipuliert haben, um günstigere Kredite zu erhalten. Geht es nach James, soll der Immobilienmogul rund 370 Millionen US-Dollar Strafe zahlen und eine lebenslange Sperre auf dem New Yorker Immobilienmarkt erhalten. Ob er mit seiner Arbeit im Weißen Haus zu beschäftigt gewesen sei, um ein Unternehmen zu leiten, lautete eine Frage an Trump in der Anhörung in diesem Gerichtsprozess im vergangenen April. „Ich war sehr beschäftigt“, so die Antwort des Republikaners.
Er habe es für die „wichtigste Aufgabe der Welt“ gehalten, „Millionen von Leben zu retten“, zitiert der US-Sender NBC News den Ex-Präsidenten aus dem am Freitag veröffentlichten Videoauszug der Anhörung. „Ich glaube, es gäbe einen nuklearen Holocaust, wenn ich mich nicht mit Nordkorea befasst hätte.“ Wenn er nicht gewählt worden wäre, würde nun Atomkrieg herrschen, so die Behauptung Trumps weiter und fügte hinzu: „Wenn Sie die Wahrheit wissen wollen.“
Im Video ist auch Staatsanwalt Kevin Wallace zu hören, der Trump darauf hinweist, nicht „sieben Stunden über einen Atomkrieg“ sprechen zu wollen, bevor er den Ex-Präsidenten nach seinen Geschäften während seiner Amtszeit befrage. Nachzulesen ist dies auch in der 479-seitigen Abschrift der Anhörung, die bereits im vergangenen Jahr veröffentlicht worden war. Bis spätestens Ende des Monats wird in dem Fall eine Entscheidung des zuständigen Richters erwartet.
Trumps hat zahlreiche juristische Probleme, aber aus eigener Sicht auch „heißeste Marke der Welt“
Trump bewirbt sich im Wahljahr 2024 erneut um die Präsidentschaft der USA und gilt in seiner Partei mit Abstand als der aussichtsreichste Kandidat. Gleichzeitig laufen insgesamt vier strafrechtliche Verfahren gegen ihn. Zwei davon auf Bundesebene: In einem Prozess geht es um die Vorwürfe gegen Trump im Zusammenhang mit dem Sturm auf das US-Kapitol, in einem weiteren um die gesetzeswidrige Aufbewahrung geheimer Dokumente. Der Republikaner ist damit der erste ehemalige US-Präsident, der sich in mehreren Strafprozessen verantworten muss.
Der Prozess um den Angriff auf das Kapitol in Washington soll noch im März beginnen. Allerdings versucht der Präsidentschaftskandidat, die Verfahren mit allen Mitteln hinauszuzögern – idealerweise bis nach der Präsidentenwahl. Im Falle eines Sieges, könnte er die Ermittlungen dann auf Bundesebene einstellen lassen, so politische Beobachter. Aktuellen Wahlumfragen zufolge könnte es im US-Wahlkampf erneut auf ein Duell zwischen dem Amtsinhaber Joe Biden und Donald Trump hinauslaufen. Der Republikaner selbst rechnet sich offenbar gute Chancen ein. „Ich meine, ich wurde Präsident wegen der Marke, OK. Ich bin Präsident geworden. Ich denke, es ist die heißeste Marke der Welt“, hört man den 77-Jährigen in dem am Freitag veröffentlichten Video sagen.