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Trotz hoher Verluste für Russland: Kiew dämpft Erwartungen an Gegenoffensive

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  • Franziska Schwarz
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Ukrainische Verteidiger und russische Angreifer liefern sich weiter schwere Kämpfe im Osten des Landes. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist beendet. Die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg können Sie in unserem neuen News-Ticker verfolgen.

Update vom 10. Mai, 3.45 Uhr: Nach dem ukrainischen Verteidigungsminister hat auch Außenminister Dmytro Kuleba vor zu hohen Erwartungen an die erwartete Frühjahrsoffensive der ukrainischen Armee gewarnt. „Betrachten Sie diese Gegenoffensive nicht als die letzte, denn wir wissen nicht, was dabei herauskommen wird“, sagte er der gegenüber Medien am Mittwoch, 10. Mai. Nur wenn es gelinge, bei dieser Offensive die von Russland besetzten Gebiete zu befreien, werde das die Letzte sein. „Aber wenn nicht, dann bedeutet das, dass wir uns auf die nächste Gegenoffensive vorbereiten müssen.“

Kuleba betonte, dass die Ukraine für ihren Kampf gegen die russischen Besatzungstruppen deutlich mehr Rüstungsgüter benötige. „Denn um den Krieg zu gewinnen, braucht man Waffen, Waffen und nochmals Waffen“, sagte er. Vieles hänge von Deutschland ab, das mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall über „eine Art Titan der Rüstungsindustrie in Europa und wahrscheinlich in der Welt“ verfüge.

Ukrainische Kampftruppen in der Nähe der Stadt Bachmut.

Neben Munition, Panzern und Flugabwehrsystemen brauche die Ukraine vor allem Kampfflugzeuge. Dabei setzte Kuleba auf Hilfe aus Berlin setzt Kuleba bei der Beschaffung moderner Kampfjets vom Typ F16. Anders als bei den Leopard-Panzern liege die Entscheidung hier nicht bei Deutschland, sondern bei den USA. „Was wir von Deutschland erwarten, ist eine aktive Rolle beim Aufbau einer Länderkoalition zu spielen: Wer wird die Vereinigten Staaten davon überzeugen, den grünen Knopf, zu drücken?“ Deutschland könne hier eine Menge tun.

Ukraine-News: Schwere Kämpfe in Bachmut

Update vom 9. Mai, 20.10 Uhr: Ukrainische Verteidiger und russische Angreifer liefern sich weiter schwere Kämpfe im Osten des Landes. Im Mittelpunkt des Geschehens stand einmal mehr die seit Monaten schwer umkämpften Stadt Bachmut, wie der ukrainische Generalstab in seinem abendlichen Lagebericht mitteilte. Neben Bachmut stießen russische Truppen demnach auch bei Liman, Awdijiwka und Marjinka vor. Insgesamt seien dort in den vergangenen Stunden rund 30 Angriffe abgeschlagen worden.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Die ukrainische Luftwaffe habe im Tagesverlauf in die Kämpfe eingegriffen und russische Truppenansammlungen und Flugabwehrsysteme beschossen.

Unterdessen meldete die AFP den Tod ihres Ukraine-Berichterstatters Arman Soldin. Er sei nach Angaben seiner Kollegen durch Raketenfeuer in Tschassiw Jar wenige Kilometer von Bachmut entfernt getötet worden. Kyiv Independent berichtete von einem Todesfall in Folge russischer Bombardierungen in der Stadt.

Update vom 9. Mai, 19.17 Uhr: Frankreichs Parlamentarier wollen die russische Söldnertruppe Gruppe Wagner wegen der Hinrichtung von Zivilisten auf EU-Ebene als terroristische Organisation einstufen lassen. Die Nationalversammlung verabschiedete in Paris einstimmig eine entsprechende Resolution. Darin wird die französische Regierung aufgefordert, sich auf diplomatischem Wege für eine Einstufung der Truppe von Jewgeni Prigoschin als Terrororganisation einzusetzen. Die Resolution ist für die Regierung jedoch nicht bindend. Die Wagner-Truppe steht im Verdacht, in der Ukraine, aber auch in Syrien und mehreren afrikanischen Ländern Zivilisten gefoltert und getötet zu haben.

Putins Siegesparade: Ukraine sieht als „Ausdruck der Verachtung“ - Rätsel um Lukaschenko

Update vom 9. Mai, 16.56 Uhr: Kiew ist verärgert, dass auch ausländische Staats- und Regierungschefs bei der russischen Militärparade zum „Tag des Sieges“ waren. „Wir betrachten die Beteiligung an der öffentlichen Veranstaltung neben einem Kriegsverbrecher als einen unmoralischen und unfreundlichen Schritt gegenüber der Ukraine und als Ausdruck der Verachtung für das ukrainische Volk“, hieß es in einer nun veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums. 

Auf der Tribüne saßen neben Wladimir Putin der Regierungschef Armeniens und die Präsidenten Kasachstans, Kirgistans, Tadschikistans, Turkmenistans, Usbekistans und von Belarus. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko wurde vom Ministerium dabei nicht aufgezählt. Aus welchem Grund ist unklar. Lukaschenko verließ die Feiern in Moskau aus „gesundheitlichen Gründen“ nach der Parade vorzeitig.

Ukraine-News: Russland bezeichnet Raketenangriffe als erfolgreich

Update vom 9. Mai, 16.29 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium hat nach eigenen Angaben bei seinen nächtlichen Raketenangriffen den Nachschub des ukrainischen Militärs erfolgreich bekämpft. Die ukrainische Führung hatte zuvor mitgeteilt, dass 23 der 25 russischen Raketen abgefangen worden seien.

Die herabstürzenden Trümmerteile hätten Schäden in der Hauptstadt Kiew sowie in den Gebiet Dniproeptrowsk und Tscherkassy verursacht, teilten die ukrainischen Behörden mit. Über mögliche Opfer gibt es bislang keine Informationen. Unabhängig lassen sich die Angaben beider Kriegsparteien nicht überprüfen.

Ukraine-News: Wagner-Chef Prigoschin klagt über „dreiste Täuschung“

Update vom 9. Mai, 14.29 Uhr: Jewgeni Prigoschin klagt in einem Telegram-Post nun in besonders hohen Tönen über Moskau. „Sie haben uns einfach und dreist getäuscht“, übersetzte die Moscow Times seine Mitteilung aus dem Russischen. Die Ukrainska Pravda ergänzte: „Wir wurden betrogen.“

Als Anlass für seine nannte der Wagner-Chef demnach, dass nicht nur die von Russland versprochene Munition ausbleibe, sondern das russische Verteidigungsministerium ihm und seinen Söldnern bei einem etwaigen Abzug aus Bachmut auch mit einer Anklage wegen „Hochverrats“ drohe.

Ukraine-News: UN-Generalsekretär hält Friedensverhandlungen aktuell für unmöglich

Update vom 9. Mai, 12.25 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat Hoffnungen auf ein baldiges Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eine Absage erteilt. „Ich glaube, dass Friedensverhandlungen im Moment leider nicht möglich sind. Beide Seiten sind davon überzeugt, dass sie gewinnen können“, sagte Guterres im Interview der spanischen Zeitung El País (Dienstag, 9. Mai).

Russland sei „im Moment nicht bereit, aus den besetzten Gebieten abzuziehen“. Und „ich glaube, dass die Ukraine die Hoffnung hat, sie zurückzuerobern“. Die Wahrscheinlichkeit eines Atomwaffeneinsatzes bezeichnete er aber als „sehr gering“. „Die chinesische Initiative war sehr wichtig, um zu betonen, dass eine nukleare Eskalation inakzeptabel ist.“

Ukraine-News: Wagner-Chef wirft russischen Truppen Flucht vor

Update vom 9. Mai, 11.20 Uhr: Der Chef der russischen Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, hat russischen Truppen vorgeworfen, inmitten der heftigen Kämpfe um die ukrainische Stadt Bachmut aus ihren Stellungen geflohen zu sein. „Heute ist eine der Einheiten des Verteidigungsministeriums von einer unserer Flanken geflohen“, sagte Prigoschin in einer Videobotschaft am Dienstag (9. Mai). Der Wagner-Chef prangerte an, dass die russischen Soldaten in Bachmut ihre Positionen verlassen und damit die Front ungesichert zurückgelassen hätten.

Mit harschen Worten stellte Prigoschin zudem die Fähigkeit des russischen Staates infrage, das Land zu verteidigen, während sich die Ukraine auf eine Frühjahrsoffensive vorbereite. „Warum ist der Staat nicht in der Lage, sein Land zu verteidigen?“, fragte Prigoschin in dem bei Telegram veröffentlichten Video und fügte hinzu, dass die Ukraine russische Grenzregionen „erfolgreich“ angreife. Russische Soldaten würden aus der Armee „fliehen“, weil das Verteidigungsministerium „statt zu kämpfen, die ganze Zeit mit Intrigen beschäftigt“ sei. Ihm zufolge will die russische Militärführung Putin „täuschen“.

Ukraine-News: Russland feuert 25 Raketen auf die Ukraine ab

Update vom 9. Mai, 10.50 Uhr: Russland hat in der Nacht zum sogenannten „Tag des Sieges“, der dem sowjetischen Sieg über Nazi-Deutschland gewidmet ist, rund zwei Dutzend Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Von insgesamt 25 Raketen konnten laut ukrainischer Luftwaffe am Dienstag allerdings 23 abgefangen werden. Die Behörden der Hauptstadt Kiew sowie der Gebiete Dnipropetrowsk und Tscherkassy meldeten Schäden durch Raketentrümmer. Über mögliche Opfer war zunächst nichts bekannt.

Der 9. Mai ist in Russland ein Feiertag, an dem traditionell an den sowjetischen Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg gedacht wird. Dieses Jahr marschierten bei der großen Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau auch russische Soldaten mit, die im seit schon mehr als 14 Monaten andauernden Angriffskrieg gegen die Ukraine kämpften. Angesichts dessen sprach der Berater des ukrainischen Präsidentenbüros, Mychajlo Podoljak, von einer „Mörderparade“.

Ukraine-News: Kiew meldet aktuelle Zahlen zu russischen Verlusten

Update vom 9. Mai, 8.15 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Demnach wurden in den Gefechten etwa 650 russische Soldaten binnen eines Tages getötet oder verletzt. Unabhängig prüfen lassen sich die Angaben nicht.

  • Soldaten: bislang insgesamt etwa 195.620 (+650)
  • Gepanzerte Kampffahrzeuge: 7257 (+4)
  • Panzer: 3734 (+4)
  • Artilleriesysteme: 3031 (+13)
  • Unbemannte Flugkörper / Drohnen: 2618 (+4)
  • Fahrzeuge und Treibstofftanks: 5969 (+11)
  • Quelle: Generalstab der Ukraine auf Facebook vom 9. Mai 2023

Ukraine-News: von der Leyen besucht Kiew

Update vom 9. Mai, 7.40 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist am Dienstagmorgen (9. Mai) zu einem Besuch in Kiew eingetroffen. Die deutsche Spitzenpolitikerin will in der ukrainischen Hauptstadt gemeinsam mit Präsident Wolodymyr Selenskyj den Europatag feiern. Zudem sind politische Gespräche geplant. Bei ihnen soll es unter anderem um Munitionslieferungen für den Abwehrkrieg gegen Russland sowie um weitere finanzielle Unterstützung und die Vorbereitungen für EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine gehen.

„Die Ukraine gehört zu unserer europäischen Familie“, sagte von der Leyen zur Ankunft. Dass sie am Europatag in Kiew sei, sei ein Symbol, es zeige aber auch, dass die EU bereits jetzt in vielen Bereichen mit der Ukraine Hand in Hand zusammenarbeite.

Ukraine-News: Moskau feiert

Update vom 9. Mai, 5.20 Uhr: Russland feiert am heutigen Dienstag (9. Mai) den Jahrestag des sowjetischen Sieges über Nazi-Deutschland im Jahr 1945. Die Feierlichkeiten werden – wie schon im Vorjahr – überschattet vom Angriffskrieg gegen die Ukraine. Gekämpft wird auch um die Deutungshoheit dieses Ereignisses. Der Kreml rechtfertigt seinen Angriffskrieg als Abwehr einer westlichen Bedrohung und eines angeblich nazistischen Regimes in Kiew. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hingegen stellt die Verteidigung der Ukraine in eine Reihe mit dem Kampf gegen Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Zur Feier des Europatags wird EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an diesem Dienstag in Kiew erwartet.

Ukraine-News: Gegenoffensive verzögert sich

Update vom 8. Mai, 22.09 Uhr: Neue Regenfälle haben nach Angaben der russischen Besatzungsbehörden in der Südukraine den Beginn der erwarteten Offensive Kiews verzögert. „Wieder hat instabiles feuchtes Wetter Einzug gehalten. Der Boden muss zehn bis zwölf Zentimeter durchgetrocknet sein, damit die Technik darüber rollen kann“, sagte am Montag der Verwaltungschef des von Moskau kontrollierten Teils von Saporischschja, Jewgeni Balizki, im russischen Fernsehen. Trotzdem könne die Gegenoffensive „jeden Moment beginnen“, warnte er.

Russland startet offenbar Zwangsmobilisierung in besetztem Mariupol

Update vom 8. Mai, 18.26 Uhr: Im von Russland besetzten Mariupol beginnt offenbar die Mobilisierung der Einwohner. Das berichtet der Kyiv Independent unter Verweis auf die Stadtverwaltung. „Die Einberufungen haben in Mariupol begonnen. Die Besatzer sind bereits auf der Suche nach Bürgern, die ihre ‚Wehrpflicht‘ nicht erfüllt haben. Der Feind plant, die Männer bis August einzuziehen. Russland tötet weiterhin friedliche Ukrainer“, sagte demnach der im Exil lebende Bürgermeister Vadym Boichenko.

Update vom 8. Mai, 16.28 Uhr: Er wird zu den „Königen der russischen Immobilien“ gezählt – und kritisiert nun den Kremlchef: Der Oligarch Andrey Kovalev hat wegen der Folgen für seine Heimat den Überfall auf die Ukraine verdammt. Das berichtete CNN und berief sich dabei auf einen Telegram Eintrag Kovalevs.

Der Geschäftsmann erklärte dort am Montag (8. Mai), dass er zunächst glaubte, Russland werde Kiew in höchstens drei Wochen einnehmen. Doch nun sei er überrascht, dass dies nicht gelang, übersetzte CNN. Kovalev – auch Vorsitzender der Allrussischen Unternehmerbewegung – wies dabei auf die schweren Verluste Russlands hin.

In einem zweiten Video zeigte sich Kovalev laut CNN zurückerhaltender: Er schlug Wladimir Putin vor, „den Dienst der souveränen Unternehmer in Anspruch nehmen“, um zu helfen, „den Kriegssieg zu sichern“. Im Jahr 2012 hatte Forbes Russia ihn laut dem Bericht wegen seines 55-Millionen-Dollar-Vermögens in sein Ranking aufgenommen.

Ukraine-News: Russland reagiert mit neuer Rekrutierung auf hohe Verluste

Update vom 8. Mai, 15.30 Uhr: „Diese Rekruten werden wahrscheinlich an die Frontabschnitte in der Ukraine geschickt, wo die Verlustzahlen extrem hoch sind“: Moskau lockt Einwanderer aus Zentralasien mit hohem Soldaten-Sold und einem Schnellverfahren zur Einbürgerung – und sind damit zumindest teilweise erfolgreich. Das schätzen britische Geheimdienste in ihrem jüngsten Ukraine-Bericht, den das Verteidigungsministerium in London veröffentlichte.

Anwerber seien in Moscheen und Immigrations-Zentren unterwegs. Angeboten werden demnach Vorab-Prämien von umgerechnet 2165 Euro und eine Besoldung von bis zu 3770 Euro im Monat. Ziel sei es, so 400.000 Freiwillige für den Einsatz im Angriffskrieg gegen die Ukraine zu gewinnen. Warum bemüht sich das russische Verteidigungsministerium derartig? „Die Behörden versuchen ziemlich sicher, jegliche offene Zwangsmobilisierung zu verzögern so lange es geht, um Unzufriedenheit im eigenen Land zu minimieren“, hieß es in der Mitteilung der Briten.

Ukraine-News: Putin will sich auf Militärparade in Moskau zeigen

Update vom 8. Mai, 14.15 Uhr: Will der Kreml Stärke demonstrieren? Russische Medien berichteten, dass in mehr als 20 russischen Städten die Paraden zum 9. Mai abgesagt seien – wegen Sicherheitsbedenken. Nichts da, Wladimir Putin wird an dem Tag auf dem Roten Platz in Moskau erscheinen. „Morgen bei der Parade wird es den Auftritt des Präsidenten wirklich geben“, betonte sein Sprecher Dmitri Peskow nun der Agentur Interfax zufolge.

Moskau erinnert alljährlich am 9. Mai an den Sieg über Nazi-Deutschland. Neben dem Drohnen-Vorfall am Kreml häuften sich in letzter Zeit auch in anderen russischen Regionen mutmaßliche Partisanenanschläge etwa auf Gütertransporte und Öl-Raffinerien.

Ukraine-News: Von der Leyen reist zu Gesprächen mit Selenskyj nach Kiew

Update vom 8. Mai, 13.00 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will am morgigen Dienstag (9. Mai) zum fünften Mal seit dem Beginn der russischen Invasion die ukrainische Hauptstadt Kiew besuchen. Sie werde dort am Europatag Wolodymyr Selenskyj treffen und noch einmal die uneingeschränkte Unterstützung für die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland bekräftigen, sagte ein Sprecher am Montag in Brüssel.

Anlass der Reise ist unter anderem, dass in der Ukraine künftig am 9. Mai auch immer der Europatag gefeiert werden soll. Der Tag markiert den Jahrestag der sogenannten Schuman-Erklärung. Sie wurde am 9. Mai 1950 vom damaligen französischen Außenminister Robert Schuman vorgeschlagen, um einen neuen Krieg zwischen den Nationen Europas undenkbar zu machen. Schumans Vorschlag gilt als Geburtsstunde dessen, was heute Europäische Union genannt wird.

Ukraine-News: Feierlichkeiten in Moskau finden statt

Update vom 8. Mai, 12.30 Uhr: Die jüngste Serie mutmaßlicher Sabotageakte und Angriffe auf russischem Territorium hat die Vorbereitungen für Moskaus alljährliche Feierlichkeiten zum Sieg über Nazi-Deutschland überschattet. Die Vorbereitungen gingen dennoch weiter – die große Militärparade auf dem Roten Platz an diesem Dienstag (9. Mai) findet statt. Auch Kreml-Chef Putin soll dabei sein.

Die Ukraine übernahm für keinen der von Moskau vermeldeten Angriffe die Verantwortung. Die Mehrzahl davon richtete sich aber offenbar gegen Lieferketten der russischen Armee in Grenzregionen zur Ukraine und auf der von Russland annektierten Krim-Halbinsel.

Diese Angriffe seien verübt worden, „um eine Offensive vorzubereiten“, sagte Experte Mychailo Samus, Vizedirektor des Zentrums für Armee-, Konversions- und Abrüstungsstudien in Kiew. Er zeigte sich überzeugt, dass die „Intensität“ solcher Angriffe noch zunehmen werde. Die ukrainische Armee bereitet sich seit Monaten auf eine Frühjahrsoffensive gegen die russischen Truppen vor.

Ukraine-News: Selenskyj weiter vom Sieg überzeugt

Update vom 8. Mai, 10.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich anlässlich des 8. Mai zuversichtlich mit Blick auf einen „Sieg“ seines Landes über Russland geäußert. „Wir werden siegen“, sagte der ukrainische Staatschef am Montag (8. Mai) anlässlich des internationalen Gedenktages zum Sieg der Alliierten über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. „All das alte Böse, das das moderne Russland“ zurückbringe, werde „auf die gleiche Weise besiegt werden, wie der Nationalsozialismus besiegt wurde“.

Kiew werde zudem die von Moskau besetzten Gebiete „befreien“, sagte Selenskyj in einer vor dem Kiewer Museum für die Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg aufgezeichneten und online verbreiteten Rede. „So wie wir damals gemeinsam das Böse vernichtet haben, so vernichten wir jetzt gemeinsam ein ähnliches Übel“, sagte Selenskyj. Dieses sei heute „anders“, habe aber „das gleiche Ziel: Versklavung oder Zerstörung“. Der Beitrag des ukrainischen Volkes zum Sieg über den Nationalsozialismus werde „niemals vergessen“, sagte Selenskyj weiter. Der 8. Mai ist der Jahrestag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Ukraine-News: Moskau greift Kiew und Odessa an

Update vom 8. Mai, 6.45 Uhr: Zum Wochenbeginn hat die Ukraine russische Luftangriffe auf mehrere Landesteile gemeldet – darunter erneut auch auf die Hauptstadt Kiew. Dort seien durch den nächtlichen Beschuss mindestens fünf Menschen verletzt worden, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko am Montagmorgen. Drohnenteile seien dort unter anderem auf ein Wohnhaus gefallen. Insgesamt wurden laut Militärverwaltung im Luftraum der Hauptstadt 30 der unbemannten Flugkörper entdeckt und abgeschossen.

Auch in Odessa meldeten die ukrainischen Behörden Beschuss - durch russische Marschflugkörper vom Typ Ch-22. In Brand geraten sei dort ein Lebensmittellager.

Ukraine-News: „Werden Gegenoffensive starten“

Update vom 8. Mai, 5.25 Uhr: Die in naher Zukunft erwartete Offensive des ukrainischen Militärs zur Rückeroberung besetzter Gebiete wird Russland nach den Worten des ukrainischen Vize-Verteidigungsministers Wolodymyr Hawrylow „in Panik versetzen“. Die Russen hätten immer noch nicht verstanden, dass ihre Propaganda ihnen ein falsches Bild von der Lage zeige, sagte Hawrylow am Sonntag in einem Interview der britischen Zeitung „The Independent“. „Dieser Krieg wird am Boden gewonnen, und nicht an den Fernsehbildschirmen oder im Internet.“

Einen Zeitpunkt für die seit langem angekündigte und erwartete Offensive wollte Hawrylow nicht nennen. „Wir werden unsere Gegenoffensive starten – wann und wo, ist im Moment nicht wichtig.“

Ukraine-News: Welt muss Wahrheit über russischen Terror erfahren

Update vom 7. Mai, 21.53 Uhr: Die Welt muss nach Meinung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj „alle Fakten des russischen Terrors“ gegen die Ukrainer erfahren. „Es ist wichtig, dass die Welt darüber spricht, was der terroristische Staat tut, und wie wir Leben schützen“, sagte Selenskyj am Sonntag in seiner allabendlichen Videoansprache. Er sprach von russischen Artillerieüberfällen auf Cherson oder Charkiw, ebenso wie „den Terror gegen Dörfer in den Grenzgebieten der Regionen Tschernihiw und Sumy, die Hölle in der Region Donezk“.

Ukraine-News: Russland evakuiert Zone um besetztes AKW

Update vom 7. Mai, 18.36 Uhr: Russische Truppen evakuieren nach ukrainischen Angaben die Stadt Enerhodar, auf deren Gelände das von ihnen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja liegt. Menschen würden in die Städte Berdjansk und Prymorsk transportiert, die beide an der Küste des Asowschen Meeres liegen, teilt der ukrainische Generalstab mit. Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner, die weggebracht würden, seien diejenigen, die zu Beginn der Besatzung die russische Staatsbürgerschaft angenommen haben.

Update vom 7. Mai, 16.39 Uhr: „Angespannt, aber unter Kontrolle.“ So beschreibt ein Ukraine-Kommandeur die Lage an der Ostfront. Laut dem dort zuständigen Oberkommandeur Olexander Syrskyj erhöhten russische Militärs zuletzt die Intensität des Beschusses mit schweren Waffen, setzten modernere Ausrüstung ein und gruppierten ihre Truppen neu. „Dies deutet darauf hin, dass der Feind seine Pläne nicht ändern wird und alles tut, um die Kontrolle über Bachmut zu erlangen und seine Offensive fortzusetzen.“

Update vom 7. Mai, 13.43 Uhr: Hat Russland keine Kraft für eine Großoffensive? In der Ukraine glaubt man das. „Heute hat Russland weder militärisch, noch wirtschaftlich oder politisch das Potenzial, um einen weiteren Versuch einer ernsthaften Offensive irgendwo in der Ukraine zu starten“, sagte Kyrylo Budanow, Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes.

Allerdings sei Russland weiter stark genug, um die Verteidigung der besetzten Gebiete zu organisieren, schätzte Budanow in einem am Samstagabend (7. Mai) bei Yahoo News veröffentlichten Interview. „Das ist das Problem, womit wir gerade konfrontiert sind.“ Das Gespräch fand den Angaben der Redaktion nach bereits am 24. April statt.

Ukraine-News: Wagner-Truppe unter Prigoschin soll Munition aus Russland erhalten

Update vom 7. Mai, 12.27 Uhr: Die Wagner-Söldner sollen nun doch die geforderte Munition aus Russland erhalten – zumindest nach Angaben ihres Chefs. „Uns wurden so viel Munition und Waffen versprochen wie zur Fortsetzung der Kampfhandlungen nötig“, teilte Jewgeni Prigoschins Pressedienst jetzt auf Telegram mit.

Für die Koordination der Söldner mit den regulären Einheiten sei General Sergej Surowikin zuständig – „der einzige Mensch mit Generalsstern, der was vom Kämpfen versteht“, befand Prigoschin. Zuletzt hatte Prigoschin den Abzug seiner Söldner aus Bachmut angekündigt und dies mit der drohenden Gefahr eines Aufreibens seiner Truppe gerechtfertigt.

News zum Ukraine-Krieg: Großbritannien erwartet russische Wirtschaftskrise

Update vom 7. Mai, 11.09 Uhr: Die Verluste für Russland sind auch wirtschaftlicher Natur: Unter anderem wegen des Ukraine-Kriegs droht der Wirtschaft des Landes eine heftige Krise. Das schätzen Experten in Großbritannien.

Russland stehe die schwerste Arbeitskräfteknappheit seit Jahrzehnten bevor, teilte das Verteidigungsministerium in London nun mit und zitierte auch Angaben der russischen Zentralbank. „In den vergangenen drei Jahren ist Russlands Bevölkerung Berichten zufolge wegen Corona und dem Krieg in der Ukraine um bis zu zwei Millionen Menschen mehr geschrumpft als erwartet“, hieß es in London. Allein 2022 hätten bis zu 1,3 Millionen Menschen das Land verlassen, darunter viele junge und gut ausgebildete Menschen aus hochwertigen Bereichen wie der IT-Branche.

Ukraine-News: Widersprüchliche Zahlen zu Wagner-Söldnern in Bachmut

Update vom 6. Mai, 21.30 Uhr: Die Zahl der unabhängig verifizierten Verluste Russlands im Ukraine-Krieg ist offenbar nochmals gestiegen: Journalisten des russischen Oppositionsmediums Mediazona, der BBC sowie Freiwilligen hätten die Namen von 2.367 getöteten Kämpfern bestätigt, berichtet das ukrainische Portal Nexta am Abend.

Die größten Verluste habe demnach die Gruppe Wagner bei Bachmut zu verzeichnen, hieß es. Unter den Getöteten befänden sich sowohl „gewöhnliche Söldner“ als auch Rekruten aus Gefängnissen. Laut Mediazona reichten die neuen Zahlen aber nicht an die von Jewgeni Prigoschin selbst veröffentlichten Ziffern heran, schrieb Nexta. Die Recherchen seien aber erschwert: Gerade gefallene Häftlinge würden oftmals im Geheimen und auf gesonderten Friedhöfen begraben. Diese Angaben, ebenso wie von Russland kolportierte Daten (siehe voriges Update) könnten jedenfalls die Grausamkeit der von Russland begonnenen Auseinandersetzungen verdeutlichen.

Überblick vom 6. Mai: Kiew/Moskau/Bachmut – Erst vor wenigen Tagen kündigte Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin an, dass er seine Truppen aus der seit Monaten umkämpften Kleinstadt Bachmut abziehen werde. Nun erklärte der Söldner-Boss, die bislang eroberten Stellungen seiner Söldner an die Truppen des Tschetschenen-Führers Ramsan Kadyrow übergeben zu wollen. Das berichtet die Ukrainska Pravda unter Berufung auf Prigoschins Pressedienst.

„Ich bin Ramsan Achmatowitsch dankbar, dass er sich bereit erklärt hat, unsere Position in Bachmut einzunehmen, und dass er höchstwahrscheinlich in der Lage ist, alles zu bekommen, was er dazu braucht“, hieß es in einem Statement. Weiter behauptete der Finanzier der Wagner-Gruppe, dass er bereits in Kontakt mit Kadyrows Vertretern stehe. Kadyrow herrscht seit 2007 über die russische Teilrepublik Tschetschenien, gilt als enger Vertrauter des russischen Präsidenten und wird daher auch „Putins Bluthund“ genannt.

News zum Ukraine-Krieg: Wagner-Chef Prigoschin will Truppen angeblich austauschen

Prigoschin klagte in der Vergangenheit immer wieder über Munitionsmangel und attackierte die russische Militärführung – insbesondere Verteidigungsminister Sergei Schoigu sowie Waleri Gerassimow, Generalstabs der russischen Streitkräfte, sind für den 61-Jährigen ein beliebtes Angriffsziel.

Angeblich sollen die Wagner-Truppen am 10. Mai, dem kommenden Mittwoch, abgezogen werden. Dann sollen Kadyrows Kämpfer übernehmen. Ob dahinter tatsächlich die Wahrheit oder bloß russisches Kalkül steigt, wird die kommende Woche zeigen. (mit Agenturmaterial)

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