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Andreas Schmid
Franziska Schwarz
Florian Naumann
Nail Akkoyun
Ukrainische Verteidiger und russische Angreifer liefern sich weiter schwere Kämpfe im Osten des Landes. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
- Jewgeni Prigoschin: Wagner-Chef wirft russischen Truppen Flucht vor
- Verluste für Russland im Ukraine-Krieg: Kiew veröffentlicht aktuelle Zahlen.
- Wagner-Truppe: Jewgeni Prigoschin soll Munition aus Russland erhalten.
- Hier lesen Sie aktuelle Entwicklungen aus dem Ukraine-Konflikt. Die verarbeiteten Informationen zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg stammen teils von den Kriegsparteien aus Russland oder der Ukraine. Sie lassen sich deshalb in Teilen nicht unabhängig überprüfen.
Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist beendet. Die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg können Sie in unserem neuen News-Ticker verfolgen.
Update vom 10. Mai, 3.45 Uhr: Nach dem ukrainischen Verteidigungsminister hat auch Außenminister Dmytro Kuleba vor zu hohen Erwartungen an die erwartete Frühjahrsoffensive der ukrainischen Armee gewarnt. „Betrachten Sie diese Gegenoffensive nicht als die letzte, denn wir wissen nicht, was dabei herauskommen wird“, sagte er der gegenüber Medien am Mittwoch, 10. Mai. Nur wenn es gelinge, bei dieser Offensive die von Russland besetzten Gebiete zu befreien, werde das die Letzte sein. „Aber wenn nicht, dann bedeutet das, dass wir uns auf die nächste Gegenoffensive vorbereiten müssen.“
Kuleba betonte, dass die Ukraine für ihren Kampf gegen die russischen Besatzungstruppen deutlich mehr Rüstungsgüter benötige. „Denn um den Krieg zu gewinnen, braucht man Waffen, Waffen und nochmals Waffen“, sagte er. Vieles hänge von Deutschland ab, das mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall über „eine Art Titan der Rüstungsindustrie in Europa und wahrscheinlich in der Welt“ verfüge.
Neben Munition, Panzern und Flugabwehrsystemen brauche die Ukraine vor allem Kampfflugzeuge. Dabei setzte Kuleba auf Hilfe aus Berlin setzt Kuleba bei der Beschaffung moderner Kampfjets vom Typ F16. Anders als bei den Leopard-Panzern liege die Entscheidung hier nicht bei Deutschland, sondern bei den USA. „Was wir von Deutschland erwarten, ist eine aktive Rolle beim Aufbau einer Länderkoalition zu spielen: Wer wird die Vereinigten Staaten davon überzeugen, den grünen Knopf, zu drücken?“ Deutschland könne hier eine Menge tun.
Ukraine-News: Schwere Kämpfe in Bachmut
Update vom 9. Mai, 20.10 Uhr: Ukrainische Verteidiger und russische Angreifer liefern sich weiter schwere Kämpfe im Osten des Landes. Im Mittelpunkt des Geschehens stand einmal mehr die seit Monaten schwer umkämpften Stadt Bachmut, wie der ukrainische Generalstab in seinem abendlichen Lagebericht mitteilte. Neben Bachmut stießen russische Truppen demnach auch bei Liman, Awdijiwka und Marjinka vor. Insgesamt seien dort in den vergangenen Stunden rund 30 Angriffe abgeschlagen worden.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland




Die ukrainische Luftwaffe habe im Tagesverlauf in die Kämpfe eingegriffen und russische Truppenansammlungen und Flugabwehrsysteme beschossen.
Unterdessen meldete die AFP den Tod ihres Ukraine-Berichterstatters Arman Soldin. Er sei nach Angaben seiner Kollegen durch Raketenfeuer in Tschassiw Jar wenige Kilometer von Bachmut entfernt getötet worden. Kyiv Independent berichtete von einem Todesfall in Folge russischer Bombardierungen in der Stadt.
Update vom 9. Mai, 19.17 Uhr: Frankreichs Parlamentarier wollen die russische Söldnertruppe Gruppe Wagner wegen der Hinrichtung von Zivilisten auf EU-Ebene als terroristische Organisation einstufen lassen. Die Nationalversammlung verabschiedete in Paris einstimmig eine entsprechende Resolution. Darin wird die französische Regierung aufgefordert, sich auf diplomatischem Wege für eine Einstufung der Truppe von Jewgeni Prigoschin als Terrororganisation einzusetzen. Die Resolution ist für die Regierung jedoch nicht bindend. Die Wagner-Truppe steht im Verdacht, in der Ukraine, aber auch in Syrien und mehreren afrikanischen Ländern Zivilisten gefoltert und getötet zu haben.
Putins Siegesparade: Ukraine sieht als „Ausdruck der Verachtung“ - Rätsel um Lukaschenko
Update vom 9. Mai, 16.56 Uhr: Kiew ist verärgert, dass auch ausländische Staats- und Regierungschefs bei der russischen Militärparade zum „Tag des Sieges“ waren. „Wir betrachten die Beteiligung an der öffentlichen Veranstaltung neben einem Kriegsverbrecher als einen unmoralischen und unfreundlichen Schritt gegenüber der Ukraine und als Ausdruck der Verachtung für das ukrainische Volk“, hieß es in einer nun veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums.
Auf der Tribüne saßen neben Wladimir Putin der Regierungschef Armeniens und die Präsidenten Kasachstans, Kirgistans, Tadschikistans, Turkmenistans, Usbekistans und von Belarus. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko wurde vom Ministerium dabei nicht aufgezählt. Aus welchem Grund ist unklar. Lukaschenko verließ die Feiern in Moskau aus „gesundheitlichen Gründen“ nach der Parade vorzeitig.
Ukraine-News: Russland bezeichnet Raketenangriffe als erfolgreich
Update vom 9. Mai, 16.29 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium hat nach eigenen Angaben bei seinen nächtlichen Raketenangriffen den Nachschub des ukrainischen Militärs erfolgreich bekämpft. Die ukrainische Führung hatte zuvor mitgeteilt, dass 23 der 25 russischen Raketen abgefangen worden seien.
Die herabstürzenden Trümmerteile hätten Schäden in der Hauptstadt Kiew sowie in den Gebiet Dniproeptrowsk und Tscherkassy verursacht, teilten die ukrainischen Behörden mit. Über mögliche Opfer gibt es bislang keine Informationen. Unabhängig lassen sich die Angaben beider Kriegsparteien nicht überprüfen.
Ukraine-News: Wagner-Chef Prigoschin klagt über „dreiste Täuschung“
Update vom 9. Mai, 14.29 Uhr: Jewgeni Prigoschin klagt in einem Telegram-Post nun in besonders hohen Tönen über Moskau. „Sie haben uns einfach und dreist getäuscht“, übersetzte die Moscow Times seine Mitteilung aus dem Russischen. Die Ukrainska Pravda ergänzte: „Wir wurden betrogen.“
Als Anlass für seine nannte der Wagner-Chef demnach, dass nicht nur die von Russland versprochene Munition ausbleibe, sondern das russische Verteidigungsministerium ihm und seinen Söldnern bei einem etwaigen Abzug aus Bachmut auch mit einer Anklage wegen „Hochverrats“ drohe.
Ukraine-News: UN-Generalsekretär hält Friedensverhandlungen aktuell für unmöglich
Update vom 9. Mai, 12.25 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat Hoffnungen auf ein baldiges Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eine Absage erteilt. „Ich glaube, dass Friedensverhandlungen im Moment leider nicht möglich sind. Beide Seiten sind davon überzeugt, dass sie gewinnen können“, sagte Guterres im Interview der spanischen Zeitung El País (Dienstag, 9. Mai).
Russland sei „im Moment nicht bereit, aus den besetzten Gebieten abzuziehen“. Und „ich glaube, dass die Ukraine die Hoffnung hat, sie zurückzuerobern“. Die Wahrscheinlichkeit eines Atomwaffeneinsatzes bezeichnete er aber als „sehr gering“. „Die chinesische Initiative war sehr wichtig, um zu betonen, dass eine nukleare Eskalation inakzeptabel ist.“
Ukraine-News: Wagner-Chef wirft russischen Truppen Flucht vor
Update vom 9. Mai, 11.20 Uhr: Der Chef der russischen Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, hat russischen Truppen vorgeworfen, inmitten der heftigen Kämpfe um die ukrainische Stadt Bachmut aus ihren Stellungen geflohen zu sein. „Heute ist eine der Einheiten des Verteidigungsministeriums von einer unserer Flanken geflohen“, sagte Prigoschin in einer Videobotschaft am Dienstag (9. Mai). Der Wagner-Chef prangerte an, dass die russischen Soldaten in Bachmut ihre Positionen verlassen und damit die Front ungesichert zurückgelassen hätten.
Mit harschen Worten stellte Prigoschin zudem die Fähigkeit des russischen Staates infrage, das Land zu verteidigen, während sich die Ukraine auf eine Frühjahrsoffensive vorbereite. „Warum ist der Staat nicht in der Lage, sein Land zu verteidigen?“, fragte Prigoschin in dem bei Telegram veröffentlichten Video und fügte hinzu, dass die Ukraine russische Grenzregionen „erfolgreich“ angreife. Russische Soldaten würden aus der Armee „fliehen“, weil das Verteidigungsministerium „statt zu kämpfen, die ganze Zeit mit Intrigen beschäftigt“ sei. Ihm zufolge will die russische Militärführung Putin „täuschen“.
Ukraine-News: Russland feuert 25 Raketen auf die Ukraine ab
Update vom 9. Mai, 10.50 Uhr: Russland hat in der Nacht zum sogenannten „Tag des Sieges“, der dem sowjetischen Sieg über Nazi-Deutschland gewidmet ist, rund zwei Dutzend Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Von insgesamt 25 Raketen konnten laut ukrainischer Luftwaffe am Dienstag allerdings 23 abgefangen werden. Die Behörden der Hauptstadt Kiew sowie der Gebiete Dnipropetrowsk und Tscherkassy meldeten Schäden durch Raketentrümmer. Über mögliche Opfer war zunächst nichts bekannt.
Der 9. Mai ist in Russland ein Feiertag, an dem traditionell an den sowjetischen Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg gedacht wird. Dieses Jahr marschierten bei der großen Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau auch russische Soldaten mit, die im seit schon mehr als 14 Monaten andauernden Angriffskrieg gegen die Ukraine kämpften. Angesichts dessen sprach der Berater des ukrainischen Präsidentenbüros, Mychajlo Podoljak, von einer „Mörderparade“.
Ukraine-News: Kiew meldet aktuelle Zahlen zu russischen Verlusten
Update vom 9. Mai, 8.15 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Demnach wurden in den Gefechten etwa 650 russische Soldaten binnen eines Tages getötet oder verletzt. Unabhängig prüfen lassen sich die Angaben nicht.
- Soldaten: bislang insgesamt etwa 195.620 (+650)
- Gepanzerte Kampffahrzeuge: 7257 (+4)
- Panzer: 3734 (+4)
- Artilleriesysteme: 3031 (+13)
- Unbemannte Flugkörper / Drohnen: 2618 (+4)
- Fahrzeuge und Treibstofftanks: 5969 (+11)
- Quelle: Generalstab der Ukraine auf Facebook vom 9. Mai 2023
Ukraine-News: von der Leyen besucht Kiew
Update vom 9. Mai, 7.40 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist am Dienstagmorgen (9. Mai) zu einem Besuch in Kiew eingetroffen. Die deutsche Spitzenpolitikerin will in der ukrainischen Hauptstadt gemeinsam mit Präsident Wolodymyr Selenskyj den Europatag feiern. Zudem sind politische Gespräche geplant. Bei ihnen soll es unter anderem um Munitionslieferungen für den Abwehrkrieg gegen Russland sowie um weitere finanzielle Unterstützung und die Vorbereitungen für EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine gehen.
„Die Ukraine gehört zu unserer europäischen Familie“, sagte von der Leyen zur Ankunft. Dass sie am Europatag in Kiew sei, sei ein Symbol, es zeige aber auch, dass die EU bereits jetzt in vielen Bereichen mit der Ukraine Hand in Hand zusammenarbeite.
Ukraine-News: Moskau feiert
Update vom 9. Mai, 5.20 Uhr: Russland feiert am heutigen Dienstag (9. Mai) den Jahrestag des sowjetischen Sieges über Nazi-Deutschland im Jahr 1945. Die Feierlichkeiten werden – wie schon im Vorjahr – überschattet vom Angriffskrieg gegen die Ukraine. Gekämpft wird auch um die Deutungshoheit dieses Ereignisses. Der Kreml rechtfertigt seinen Angriffskrieg als Abwehr einer westlichen Bedrohung und eines angeblich nazistischen Regimes in Kiew. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hingegen stellt die Verteidigung der Ukraine in eine Reihe mit dem Kampf gegen Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Zur Feier des Europatags wird EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an diesem Dienstag in Kiew erwartet.
Ukraine-News: Gegenoffensive verzögert sich
Update vom 8. Mai, 22.09 Uhr: Neue Regenfälle haben nach Angaben der russischen Besatzungsbehörden in der Südukraine den Beginn der erwarteten Offensive Kiews verzögert. „Wieder hat instabiles feuchtes Wetter Einzug gehalten. Der Boden muss zehn bis zwölf Zentimeter durchgetrocknet sein, damit die Technik darüber rollen kann“, sagte am Montag der Verwaltungschef des von Moskau kontrollierten Teils von Saporischschja, Jewgeni Balizki, im russischen Fernsehen. Trotzdem könne die Gegenoffensive „jeden Moment beginnen“, warnte er.
Russland startet offenbar Zwangsmobilisierung in besetztem Mariupol
Update vom 8. Mai, 18.26 Uhr: Im von Russland besetzten Mariupol beginnt offenbar die Mobilisierung der Einwohner. Das berichtet der Kyiv Independent unter Verweis auf die Stadtverwaltung. „Die Einberufungen haben in Mariupol begonnen. Die Besatzer sind bereits auf der Suche nach Bürgern, die ihre ‚Wehrpflicht‘ nicht erfüllt haben. Der Feind plant, die Männer bis August einzuziehen. Russland tötet weiterhin friedliche Ukrainer“, sagte demnach der im Exil lebende Bürgermeister Vadym Boichenko.
Update vom 8. Mai, 16.28 Uhr: Er wird zu den „Königen der russischen Immobilien“ gezählt – und kritisiert nun den Kremlchef: Der Oligarch Andrey Kovalev hat wegen der Folgen für seine Heimat den Überfall auf die Ukraine verdammt. Das berichtete CNN und berief sich dabei auf einen Telegram Eintrag Kovalevs.
Der Geschäftsmann erklärte dort am Montag (8. Mai), dass er zunächst glaubte, Russland werde Kiew in höchstens drei Wochen einnehmen. Doch nun sei er überrascht, dass dies nicht gelang, übersetzte CNN. Kovalev – auch Vorsitzender der Allrussischen Unternehmerbewegung – wies dabei auf die schweren Verluste Russlands hin.
In einem zweiten Video zeigte sich Kovalev laut CNN zurückerhaltender: Er schlug Wladimir Putin vor, „den Dienst der souveränen Unternehmer in Anspruch nehmen“, um zu helfen, „den Kriegssieg zu sichern“. Im Jahr 2012 hatte Forbes Russia ihn laut dem Bericht wegen seines 55-Millionen-Dollar-Vermögens in sein Ranking aufgenommen.
Ukraine-News: Russland reagiert mit neuer Rekrutierung auf hohe Verluste
Update vom 8. Mai, 15.30 Uhr: „Diese Rekruten werden wahrscheinlich an die Frontabschnitte in der Ukraine geschickt, wo die Verlustzahlen extrem hoch sind“: Moskau lockt Einwanderer aus Zentralasien mit hohem Soldaten-Sold und einem Schnellverfahren zur Einbürgerung – und sind damit zumindest teilweise erfolgreich. Das schätzen britische Geheimdienste in ihrem jüngsten Ukraine-Bericht, den das Verteidigungsministerium in London veröffentlichte.
Anwerber seien in Moscheen und Immigrations-Zentren unterwegs. Angeboten werden demnach Vorab-Prämien von umgerechnet 2165 Euro und eine Besoldung von bis zu 3770 Euro im Monat. Ziel sei es, so 400.000 Freiwillige für den Einsatz im Angriffskrieg gegen die Ukraine zu gewinnen. Warum bemüht sich das russische Verteidigungsministerium derartig? „Die Behörden versuchen ziemlich sicher, jegliche offene Zwangsmobilisierung zu verzögern so lange es geht, um Unzufriedenheit im eigenen Land zu minimieren“, hieß es in der Mitteilung der Briten.
Ukraine-News: Putin will sich auf Militärparade in Moskau zeigen
Update vom 8. Mai, 14.15 Uhr: Will der Kreml Stärke demonstrieren? Russische Medien berichteten, dass in mehr als 20 russischen Städten die Paraden zum 9. Mai abgesagt seien – wegen Sicherheitsbedenken. Nichts da, Wladimir Putin wird an dem Tag auf dem Roten Platz in Moskau erscheinen. „Morgen bei der Parade wird es den Auftritt des Präsidenten wirklich geben“, betonte sein Sprecher Dmitri Peskow nun der Agentur Interfax zufolge.
Moskau erinnert alljährlich am 9. Mai an den Sieg über Nazi-Deutschland. Neben dem Drohnen-Vorfall am Kreml häuften sich in letzter Zeit auch in anderen russischen Regionen mutmaßliche Partisanenanschläge etwa auf Gütertransporte und Öl-Raffinerien.
Ukraine-News: Von der Leyen reist zu Gesprächen mit Selenskyj nach Kiew
Update vom 8. Mai, 13.00 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will am morgigen Dienstag (9. Mai) zum fünften Mal seit dem Beginn der russischen Invasion die ukrainische Hauptstadt Kiew besuchen. Sie werde dort am Europatag Wolodymyr Selenskyj treffen und noch einmal die uneingeschränkte Unterstützung für die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland bekräftigen, sagte ein Sprecher am Montag in Brüssel.
Anlass der Reise ist unter anderem, dass in der Ukraine künftig am 9. Mai auch immer der Europatag gefeiert werden soll. Der Tag markiert den Jahrestag der sogenannten Schuman-Erklärung. Sie wurde am 9. Mai 1950 vom damaligen französischen Außenminister Robert Schuman vorgeschlagen, um einen neuen Krieg zwischen den Nationen Europas undenkbar zu machen. Schumans Vorschlag gilt als Geburtsstunde dessen, was heute Europäische Union genannt wird.
Ukraine-News: Feierlichkeiten in Moskau finden statt
Update vom 8. Mai, 12.30 Uhr: Die jüngste Serie mutmaßlicher Sabotageakte und Angriffe auf russischem Territorium hat die Vorbereitungen für Moskaus alljährliche Feierlichkeiten zum Sieg über Nazi-Deutschland überschattet. Die Vorbereitungen gingen dennoch weiter – die große Militärparade auf dem Roten Platz an diesem Dienstag (9. Mai) findet statt. Auch Kreml-Chef Putin soll dabei sein.
Die Ukraine übernahm für keinen der von Moskau vermeldeten Angriffe die Verantwortung. Die Mehrzahl davon richtete sich aber offenbar gegen Lieferketten der russischen Armee in Grenzregionen zur Ukraine und auf der von Russland annektierten Krim-Halbinsel.
Diese Angriffe seien verübt worden, „um eine Offensive vorzubereiten“, sagte Experte Mychailo Samus, Vizedirektor des Zentrums für Armee-, Konversions- und Abrüstungsstudien in Kiew. Er zeigte sich überzeugt, dass die „Intensität“ solcher Angriffe noch zunehmen werde. Die ukrainische Armee bereitet sich seit Monaten auf eine Frühjahrsoffensive gegen die russischen Truppen vor.
Ukraine-News: Selenskyj weiter vom Sieg überzeugt
Update vom 8. Mai, 10.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich anlässlich des 8. Mai zuversichtlich mit Blick auf einen „Sieg“ seines Landes über Russland geäußert. „Wir werden siegen“, sagte der ukrainische Staatschef am Montag (8. Mai) anlässlich des internationalen Gedenktages zum Sieg der Alliierten über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. „All das alte Böse, das das moderne Russland“ zurückbringe, werde „auf die gleiche Weise besiegt werden, wie der Nationalsozialismus besiegt wurde“.
Kiew werde zudem die von Moskau besetzten Gebiete „befreien“, sagte Selenskyj in einer vor dem Kiewer Museum für die Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg aufgezeichneten und online verbreiteten Rede. „So wie wir damals gemeinsam das Böse vernichtet haben, so vernichten wir jetzt gemeinsam ein ähnliches Übel“, sagte Selenskyj. Dieses sei heute „anders“, habe aber „das gleiche Ziel: Versklavung oder Zerstörung“. Der Beitrag des ukrainischen Volkes zum Sieg über den Nationalsozialismus werde „niemals vergessen“, sagte Selenskyj weiter. Der 8. Mai ist der Jahrestag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
Ukraine-News: Moskau greift Kiew und Odessa an
Update vom 8. Mai, 6.45 Uhr: Zum Wochenbeginn hat die Ukraine russische Luftangriffe auf mehrere Landesteile gemeldet – darunter erneut auch auf die Hauptstadt Kiew. Dort seien durch den nächtlichen Beschuss mindestens fünf Menschen verletzt worden, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko am Montagmorgen. Drohnenteile seien dort unter anderem auf ein Wohnhaus gefallen. Insgesamt wurden laut Militärverwaltung im Luftraum der Hauptstadt 30 der unbemannten Flugkörper entdeckt und abgeschossen.
Auch in Odessa meldeten die ukrainischen Behörden Beschuss - durch russische Marschflugkörper vom Typ Ch-22. In Brand geraten sei dort ein Lebensmittellager.
Ukraine-News: „Werden Gegenoffensive starten“
Update vom 8. Mai, 5.25 Uhr: Die in naher Zukunft erwartete Offensive des ukrainischen Militärs zur Rückeroberung besetzter Gebiete wird Russland nach den Worten des ukrainischen Vize-Verteidigungsministers Wolodymyr Hawrylow „in Panik versetzen“. Die Russen hätten immer noch nicht verstanden, dass ihre Propaganda ihnen ein falsches Bild von der Lage zeige, sagte Hawrylow am Sonntag in einem Interview der britischen Zeitung „The Independent“. „Dieser Krieg wird am Boden gewonnen, und nicht an den Fernsehbildschirmen oder im Internet.“
Einen Zeitpunkt für die seit langem angekündigte und erwartete Offensive wollte Hawrylow nicht nennen. „Wir werden unsere Gegenoffensive starten – wann und wo, ist im Moment nicht wichtig.“
Ukraine-News: Welt muss Wahrheit über russischen Terror erfahren
Update vom 7. Mai, 21.53 Uhr: Die Welt muss nach Meinung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj „alle Fakten des russischen Terrors“ gegen die Ukrainer erfahren. „Es ist wichtig, dass die Welt darüber spricht, was der terroristische Staat tut, und wie wir Leben schützen“, sagte Selenskyj am Sonntag in seiner allabendlichen Videoansprache. Er sprach von russischen Artillerieüberfällen auf Cherson oder Charkiw, ebenso wie „den Terror gegen Dörfer in den Grenzgebieten der Regionen Tschernihiw und Sumy, die Hölle in der Region Donezk“.
Ukraine-News: Russland evakuiert Zone um besetztes AKW
Update vom 7. Mai, 18.36 Uhr: Russische Truppen evakuieren nach ukrainischen Angaben die Stadt Enerhodar, auf deren Gelände das von ihnen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja liegt. Menschen würden in die Städte Berdjansk und Prymorsk transportiert, die beide an der Küste des Asowschen Meeres liegen, teilt der ukrainische Generalstab mit. Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner, die weggebracht würden, seien diejenigen, die zu Beginn der Besatzung die russische Staatsbürgerschaft angenommen haben.
Update vom 7. Mai, 16.39 Uhr: „Angespannt, aber unter Kontrolle.“ So beschreibt ein Ukraine-Kommandeur die Lage an der Ostfront. Laut dem dort zuständigen Oberkommandeur Olexander Syrskyj erhöhten russische Militärs zuletzt die Intensität des Beschusses mit schweren Waffen, setzten modernere Ausrüstung ein und gruppierten ihre Truppen neu. „Dies deutet darauf hin, dass der Feind seine Pläne nicht ändern wird und alles tut, um die Kontrolle über Bachmut zu erlangen und seine Offensive fortzusetzen.“
Update vom 7. Mai, 13.43 Uhr: Hat Russland keine Kraft für eine Großoffensive? In der Ukraine glaubt man das. „Heute hat Russland weder militärisch, noch wirtschaftlich oder politisch das Potenzial, um einen weiteren Versuch einer ernsthaften Offensive irgendwo in der Ukraine zu starten“, sagte Kyrylo Budanow, Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes.
Allerdings sei Russland weiter stark genug, um die Verteidigung der besetzten Gebiete zu organisieren, schätzte Budanow in einem am Samstagabend (7. Mai) bei Yahoo News veröffentlichten Interview. „Das ist das Problem, womit wir gerade konfrontiert sind.“ Das Gespräch fand den Angaben der Redaktion nach bereits am 24. April statt.
Ukraine-News: Wagner-Truppe unter Prigoschin soll Munition aus Russland erhalten
Update vom 7. Mai, 12.27 Uhr: Die Wagner-Söldner sollen nun doch die geforderte Munition aus Russland erhalten – zumindest nach Angaben ihres Chefs. „Uns wurden so viel Munition und Waffen versprochen wie zur Fortsetzung der Kampfhandlungen nötig“, teilte Jewgeni Prigoschins Pressedienst jetzt auf Telegram mit.
Für die Koordination der Söldner mit den regulären Einheiten sei General Sergej Surowikin zuständig – „der einzige Mensch mit Generalsstern, der was vom Kämpfen versteht“, befand Prigoschin. Zuletzt hatte Prigoschin den Abzug seiner Söldner aus Bachmut angekündigt und dies mit der drohenden Gefahr eines Aufreibens seiner Truppe gerechtfertigt.
News zum Ukraine-Krieg: Großbritannien erwartet russische Wirtschaftskrise
Update vom 7. Mai, 11.09 Uhr: Die Verluste für Russland sind auch wirtschaftlicher Natur: Unter anderem wegen des Ukraine-Kriegs droht der Wirtschaft des Landes eine heftige Krise. Das schätzen Experten in Großbritannien.
Russland stehe die schwerste Arbeitskräfteknappheit seit Jahrzehnten bevor, teilte das Verteidigungsministerium in London nun mit und zitierte auch Angaben der russischen Zentralbank. „In den vergangenen drei Jahren ist Russlands Bevölkerung Berichten zufolge wegen Corona und dem Krieg in der Ukraine um bis zu zwei Millionen Menschen mehr geschrumpft als erwartet“, hieß es in London. Allein 2022 hätten bis zu 1,3 Millionen Menschen das Land verlassen, darunter viele junge und gut ausgebildete Menschen aus hochwertigen Bereichen wie der IT-Branche.
Ukraine-News: Widersprüchliche Zahlen zu Wagner-Söldnern in Bachmut
Update vom 6. Mai, 21.30 Uhr: Die Zahl der unabhängig verifizierten Verluste Russlands im Ukraine-Krieg ist offenbar nochmals gestiegen: Journalisten des russischen Oppositionsmediums Mediazona, der BBC sowie Freiwilligen hätten die Namen von 2.367 getöteten Kämpfern bestätigt, berichtet das ukrainische Portal Nexta am Abend.
Die größten Verluste habe demnach die Gruppe Wagner bei Bachmut zu verzeichnen, hieß es. Unter den Getöteten befänden sich sowohl „gewöhnliche Söldner“ als auch Rekruten aus Gefängnissen. Laut Mediazona reichten die neuen Zahlen aber nicht an die von Jewgeni Prigoschin selbst veröffentlichten Ziffern heran, schrieb Nexta. Die Recherchen seien aber erschwert: Gerade gefallene Häftlinge würden oftmals im Geheimen und auf gesonderten Friedhöfen begraben. Diese Angaben, ebenso wie von Russland kolportierte Daten (siehe voriges Update) könnten jedenfalls die Grausamkeit der von Russland begonnenen Auseinandersetzungen verdeutlichen.
Überblick vom 6. Mai: Kiew/Moskau/Bachmut – Erst vor wenigen Tagen kündigte Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin an, dass er seine Truppen aus der seit Monaten umkämpften Kleinstadt Bachmut abziehen werde. Nun erklärte der Söldner-Boss, die bislang eroberten Stellungen seiner Söldner an die Truppen des Tschetschenen-Führers Ramsan Kadyrow übergeben zu wollen. Das berichtet die Ukrainska Pravda unter Berufung auf Prigoschins Pressedienst.
„Ich bin Ramsan Achmatowitsch dankbar, dass er sich bereit erklärt hat, unsere Position in Bachmut einzunehmen, und dass er höchstwahrscheinlich in der Lage ist, alles zu bekommen, was er dazu braucht“, hieß es in einem Statement. Weiter behauptete der Finanzier der Wagner-Gruppe, dass er bereits in Kontakt mit Kadyrows Vertretern stehe. Kadyrow herrscht seit 2007 über die russische Teilrepublik Tschetschenien, gilt als enger Vertrauter des russischen Präsidenten und wird daher auch „Putins Bluthund“ genannt.
News zum Ukraine-Krieg: Wagner-Chef Prigoschin will Truppen angeblich austauschen
Prigoschin klagte in der Vergangenheit immer wieder über Munitionsmangel und attackierte die russische Militärführung – insbesondere Verteidigungsminister Sergei Schoigu sowie Waleri Gerassimow, Generalstabs der russischen Streitkräfte, sind für den 61-Jährigen ein beliebtes Angriffsziel.
Angeblich sollen die Wagner-Truppen am 10. Mai, dem kommenden Mittwoch, abgezogen werden. Dann sollen Kadyrows Kämpfer übernehmen. Ob dahinter tatsächlich die Wahrheit oder bloß russisches Kalkül steigt, wird die kommende Woche zeigen. (mit Agenturmaterial)
Rubriklistenbild: © SERGEY SHESTAK/afp




