Vor Alaska-Treffen: Trump-Berater fordert harte Strafe für Putin
VonMax Nebel
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Trump-Vertrauter Burns definiert vor Alaska-Treffen entschiedene Forderungen. Ohne massive Strafen und Konsequenzen für Putin sei der Gipfel wertlos.
Washington, DC – Wenige Tage vor dem geplanten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin sorgt eine scharfe Forderung aus dem engsten Umfeld Trumps für Aufsehen: Pastor Mark Burns, langjähriger spiritueller Berater des Präsidenten, verlangt „drastische Konsequenzen“ für Putin, falls dieser die Tötung von Zivilisten im Ukraine-Krieg nicht umgehend beendet.
Trump-Berater fordert vor Alaska-Treffen Strafe für Putin wegen Ukraine-Krieg
„Der Alaska-Gipfel kann nur helfen, wenn er für Putin größere Konsequenzen bringt, falls er nicht aufhört, Ukrainer zu töten“, erklärte Burns in einem Interview mit Ukrinform. Burns, evangelikaler Prediger und Republikaner der ersten Stunde, war lange Zeit einer der entschiedensten Gegner von Waffenlieferungen an die Ukraine. Nach einer Reise in das Kriegsgebiet – unter anderem nach Butscha und Krywyj Rih, wo kurz zuvor eine russische Rakete 20 Menschen, darunter neun Kinder, tötete – änderte er seine Haltung grundlegend, berichtet etwa Newsweek.
„Unschuldige Menschen werden hingerichtet. Fast 700 religiöse Einrichtungen wurden gezielt zerstört. 20.000 Kinder verschleppt, 1,3 Millionen gelten als vermisst. Das hat meine Perspektive radikal verändert“, sagte Burns vor wenigen Wochen laut Watson. In Kiew habe er mit Vertretern verschiedener Glaubensgemeinschaften gesprochen, die übereinstimmend berichteten, dass sie ihre Religion frei ausüben könnten – eine deutliche Zurückweisung prorussischer Propaganda über angebliche Christenverfolgung in der Ukraine.
Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern
Treffen von Trump und Putin in Alaska: Historie als Warnsignal im Ukraine-Krieg?
Beobachter verweisen auf die oft als ungewöhnlich bis bizarr beschriebenen Begegnungen zwischen Trump und Putin in den vergangenen Jahren. Vom Handschlag beim G20-Gipfel in Hamburg 2017, bei dem Trump laut Berichten die Notizen seines Dolmetschers konfiszierte, bis zum umstrittenen Auftritt in Helsinki 2018, als er öffentlich den US-Geheimdiensten widersprach – die Bilanz gilt als durchwachsen. Das bislang letzte persönliche Treffen fand am 28. Juni 2019 am Rande des G20-Gipfels in Osaka statt, wo Trump im Scherz auf russische Wahlinterferenz anspielte.
Diese Vorgeschichte nährt Befürchtungen, Putin könne den kommenden Gipfel – wo auch immer er stattfinden wird – erneut als Bühne nutzen, um Zeit zu gewinnen und den US-Präsidenten für eigene Narrative zu gewinnen.
Berater drängt Trump zu wirtschaftlichen und militärischen Hebeln gegen Putin
Burns fordert nun, beim Gipfel alle verfügbaren Druckmittel einzusetzen – von Wirtschaftssanktionen über militärische Abschreckung bis hin zu diplomatischer Isolation. Er verweist auf bereits verhängte Strafzölle gegen Indien wegen des Imports von billigem russischen Öl sowie auf Trumps Entsendung nuklear bewaffneter U-Boote in strategisch wichtige Regionen.
Trump selbst kündigte an, innerhalb der „ersten zwei Minuten“ zu wissen, ob ein Abkommen möglich sei, zitiert ihn die New York Times. Er habe „keine Zeit mehr für Putins Lügen und Verzögerungen“ und wolle im Falle einer Einigung umgehend mit Wolodymyr Selenskyj sowie europäischen Spitzenpolitikern sprechen.
Pastor Mark Burns – Fakten und Positionen zum Alaska-Treffen
Name
Pastor Mark Burns
Rolle
Spiritueller Berater von US-Präsident Donald Trump
Bekannt für
Evangelikaler Prediger, Republikaner der ersten Stunde
Frühere Haltung
Gegner von US-Waffenlieferungen an die Ukraine
Wendepunkt
Reise nach Butscha und Krywyj Rih, Zeuge russischer Kriegsverbrechen
Kernaussage
„Der Alaska-Gipfel kann nur helfen, wenn er Putin größere Konsequenzen bringt“
Will Trump von härterem Kurs gegen Putin überzeugen
Politisches Risiko
„Vielleicht bringt mich das politisch um. Aber das ist mir egal.“
Quellen: Ukrinform, Kyiv Post, Watson, Newsweek.
Trump und Putin sprechen über Ukraine-Krieg in Alaska: europäische Skepsis
Dass die Ukraine beim Gipfel nicht vertreten ist, sorgt in Kiew wie auch bei europäischen Verbündeten für Kritik. In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten führende EU-Staaten, „der Weg in der Ukraine kann nicht ohne die Ukraine entschieden werden“. Nato-Generalsekretär Mark Rutte warnte Trump davor, sich allein auf territoriale Fragen zu konzentrieren, und forderte umfassende Sicherheitsgarantien für Kiew.
Trumps Pastor Burns vor Alaska-Gipfel über Putin: „Evil. Das pure Böse“
Auf die Frage, wie er Putin heute beschreiben würde, antwortete Burns kürzlich laut Watson ohne Umschweife: „Evil. Das pure Böse.“ Für ihn scheint auch nach seinen jüngsten Äußerungen gegenüber Ukrinform klar: Der Gipfel könne nur dann als Erfolg gelten, wenn er Putin mit konkreten, schmerzhaften Konsequenzen konfrontiere – und wenn er zugleich das Signal sende, dass die internationale Gemeinschaft geschlossen hinter der Ukraine steht.
Ob Alaska zum Schauplatz einer diplomatischen Wende wird oder ob der Gipfel lediglich ein weiteres Kapitel in der wechselvollen Trump-Putin-Geschichte darstellt, entscheidet sich am 15. August – und möglicherweise schon in den „ersten zwei Minuten“. (chnnn)