Vor Bundestagswahl: Merz warnt vor „Spaltung in der Gesellschaft“ – wegen Scholz-Manöver
VonSimon Schröder
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Mit der Bundestagswahl gewinnt auch die Koalitionsbildung nach den Neuwahlen an Bedeutung. Eigentlich spricht alles für eine Koalition aus Union und SPD.
Berlin – Nur noch wenige Stunden, dann findet die Bundestagswahl 2025 in Deutschland statt. Angesichts der aktuellen Umfrage-Ergebnisse warnt CDU-Chef Friedrich Merz vor einer möglichen Taktik des jetzigen Bundeskanzlers nach der Wahl. Merz hält es für möglich, dass Olaf Scholz versuchen könnte, sich mithilfe von Stimmen der Linken, Grünen und des Bündnis Sahra Wagenknechts (BSW) erneut zum Kanzler wählen zu lassen.
Im Gespräch mit Focus online mahnte der Kanzlerkandidat der Union: „Wenn es dafür eine rechnerische Mehrheit im Deutschen Bundestag gäbe, würde Scholz das sicherlich versuchen, zu tun.“ Sollte es dazu kommen, befürchtet Merz: „Das allerdings würde nun eine derartige Spaltung unserer Gesellschaft auslösen, dass ich mir das kaum vorstellen kann.“
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Vor Bundestagswahl: Merz über riskanten Scholz-Plan – Umfragen sprechen eindeutige Sprache
Merz gab dann doch noch Entwarnung: „Mit dieser Frage wird sich Olaf Scholz nicht beschäftigen“, denn die aktuellen Umfragewerte sprechen eine eindeutige Sprache. Doch so eindeutig sind die Umfragen dann auch wieder nicht: Sollte es das BSW tatsächlich über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen – und die FDP nicht – könnte es für eine Mehrheit im Bundestag womöglich reichen.
Olaf Scholz selbst hatte vor der Bundestagswahl eine Koalition von SPD und Grüne mit dem BSW und den Linken ausgeschlossen. Im letzten TV-Duell zwischen den beiden Kanzlerkandidaten Merz und Scholz erteilte er dieser Konstellation eine „sehr klare“ Absage. Doch auch eine mögliche rot-rot-grüne Koalition kommt vor der Bundestagswahl wieder ins Gespräch. Denn die Linke erlebte in den letzten Umfragen vor den Neuwahlen ein großes Vorwärtsmomentum.
Koalitionsbildung nach der Bundestagswahl – Linke bringen sich ins Spiel
Linken-Spitzenkandidat Jan van Aken zeigte sich zuletzt offen für Koalitionsgespräche, sollte seine Partei tatsächlich ein gutes Ergebnis am Sonntag erzielen. Auch wenn die letzten Umfragen grade am unteren Ende einiges durcheinandergewirbelt haben, bleibt eine erneute Koalition aus Union und SPD nach der Bundestagswahl wohl das wahrscheinlichste Szenario.
Doch die Frage bleibt: Wer schafft es nach der Wahl auch in den Bundestag? Für Die Linke wird es wohl reichen. Beim BSW und der FDP ist es weiter sehr ungewiss. Sollten es tatsächlich alle drei Parteien ins Parlament schaffen, könnte es für Merz noch unangenehm werden. Denn dann müsste der CDU-Chef gemeinsam mit der CSU wohl zwei weitere Koalitionspartner suchen. Zur Option stünden die Deutschland-Koalition (schwarz-rot-gelb) oder die Kenia-Koalition (schwarz-rot-grün). (sischr)