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Fateh und Zolfaghar heißen die beiden Raketen, auf die es Russland laut Geheimdienst-Berichten abgesehen hat. Der russische Verteidigungsminister hat Teheran bereits besucht.
Moskau – Teheran und Moskau könnten sich Mitte Oktober dieses Jahres auf den Transfer von Raketen einigen. Das berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur Unian. Laut der US-Denkfabrik Institute for the Study of War könnte der 18. Oktober der Stichtag werden. Denn dann läuft eine Resolution des UN-Sicherheitsrates ab, die solche Vereinbarungen verbietet.
Aus Berichten der ukrainischen und israelischen Geheimdienste geht hervor, dass Russland es vor allem auf die ballistischen Raketen Fateh-110 und Zolfaghar abgesehen hat. Beide haben eine Reichweite von mindestens 300 Kilometern. Im August soll der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu bereits verschiedene iranische Raketen inspiziert haben.
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Mitte September besuchte Schoigu die iranische Hauptstadt Teheran dann, um dort über militärische Zusammenarbeit zu sprechen. Schoigu soll auch mit dem iranischen Verteidigungsminister über das Auslaufen der Raketenbeschränkungen gemäß der UN-Resolution gesprochen haben.
Die Fateh-Rakete hat eine Reichweite von 300 Kilometern und trägt einen Sprengkopf mit einem Gewicht von 500 Kilogramm. Die modernere Fateh-360 hat eine geringere Reichweite, erreicht dafür aber eine Geschwindigkeit von bis zu 5000 Kilometern pro Stunde. Die Zolfaghar-Rakte kann Ziele in bis zu 700 Kilometern Entfernung treffen, der Sprengkopf hat ein Gewicht von 590 Kilogramm.
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich am Donnerstagnachmittag zum Thema. Es gebe keine Informationen darüber, dass es eine Einigung Russlands mit Iran gebe, auch sei kein Kaufvertrag unterzeichnet worden. „Unsere Dienste befassen sich im Kontakt mit Partnern mit diesem Problem“, sagte Selenskyj weiter.
Der Iran beliefert Moskau schon länger mit Waffen, vor allem mit der Angriffsdrohne Shahed 131/136, die russische Truppen häufig im Ukraine-Krieg einsetzen. (fmü)
