Parteitag steht an

Wagenknecht vor Rückzug? BSW plant neuen Namen und möglicherweise neue Führung

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Kein Politiker formt seine Partei so sehr wie Sahra Wagenknecht das BSW. Das dürfte sich aber noch in diesem Jahr ändern – nicht nur bei der Namensgebung.

Berlin – Ohne Sahra Wagenknecht wäre das BSW nicht denkbar. Die einstige Linke-Politikerin war nicht nur treibende Kraft bei der Gründung der Partei, sondern agierte auch als Namensgeberin für das Bündnis Sahra Wagenknecht. Und – entgegen zwischenzeitlicher Ankündigungen – füllt sie auch die Rolle der Parteivorsitzenden seit der Gründung im Januar 2024 neben ihrer engen Vertrauten Amira Mohamed Ali aus.

Muss eine von ihnen bald ihren Chefsessel räumen? Sahra Wagenknecht (r.) führt gemeinsam mit Amira Mohamed Ali das BSW an.

Zumindest aus dem Parteinamen wird sie sich aber mit dem Parteitag am 6. und 7. Dezember in Magdeburg zurückziehen, wie das BSW bereits bekanntgab. Aktuell werden Namensvorschläge von Mitgliedern und Unterstützern gesammelt, das Kürzel soll aber beibehalten werden. Womöglich verabschiedet sich Wagenknecht aber auch aus der Führungsriege des Bündnisses.

Wagenknecht vor Rückzug beim BSW? Sprecherin verweist auf Parteitag im Dezember

Die Bild jedenfalls spekuliert bereits anhand früherer Aussagen der 56-Jährigen, sie könnte künftig kürzertreten. So hatte sie im April in der ARD-Sendung Maischberger gegenüber Moderatorin Sandra Maischberger betont, sie wolle „nicht mehr ewig weitermachen“. Nun wird ihre Sprecherin so zitiert: „Frau Wagenknecht wird sich selbstverständlich weiterhin für das BSW engagieren. In welcher Rolle, das wird der Parteitag am 6. und 7. Dezember in Magdeburg entscheiden.“

Auch wenn sie als Gesicht der Partei gilt, pocht Wagenknecht also zumindest öffentlich nicht darauf, eine Spitzenposition einzunehmen. Bereits nach dem hauchdünn verpassten Einzug in den Bundestag, hatte sie sich für einige Zeit zurückgezogen. Da Wagenknecht zuvor erklärt hatte, die Wahl sei „natürlich auch die Entscheidung über meine persönliche Zukunft“, waren schnell Diskussionen aufgekommen, das BSW müsste künftig womöglich ohne seine Galionsfigur auskommen.

Kommunistin, Ehefrau, BSW-Gründerin: Sahra Wagenknecht früher und heute

Aufgewachsen als Tochter eines iranischen Vaters und einer deutschen Mutter erlebte sie eine turbulente Kindheit. (hier 1995 auf dem PDS-Parteitag)
Aufgewachsen als Tochter eines iranischen Vaters und einer deutschen Mutter erlebte die 1969 geborene Sahra Wagenknecht eine turbulente Kindheit. (hier 1995 auf dem PDS-Parteitag) © Rolf Zöllner/dpa
Sahra Wagenknecht trat 1989 im Alter von 19 Jahren in die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) ein, was einen entscheidenden Wendepunkt in ihrer politischen Laufbahn darstellt. Ihr Eintritt fiel in eine Zeit des Umbruchs, kurz vor dem Fall der Berliner Mauer.
Sahra Wagenknecht trat 1989 im Alter von 19 Jahren in die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) ein, was einen entscheidenden Wendepunkt in ihrer politischen Laufbahn darstellt. Ihr Eintritt fiel in eine Zeit des Umbruchs, kurz vor dem Fall der Berliner Mauer. © dpa
Nach der Wende begann sie ein Studium in Philosophie und Neueren Deutschen Literatur, das sie 1996 abschloss.
Nach der Wende begann Wagenknecht ein Studium in Philosophie und Neueren Deutschen Literatur, das sie 1996 abschloss. © Sigi Tischler/dpa
Nach dem Mauerfall und der Auflösung der DDR äußerte sie ihre Trauer über den Verlust des sozialistischen Systems und kritisierte die sozialen Veränderungen in der Bundesrepublik. Ihre nostalgischen Äußerungen zur DDR sorgten für Kontroversen und prägten ihr öffentliches Bild.
Nach dem Mauerfall und der Auflösung der DDR äußerte sie ihre Trauer über den Verlust des sozialistischen Systems und kritisierte die sozialen Veränderungen in der Bundesrepublik. Ihre nostalgischen Äußerungen zur DDR sorgten für Kontroversen und prägten ihr öffentliches Bild. © Peer Grimm/dpa
Sahra Wagenknecht hat keine eigenen Kinder, bedauert dies jedoch nicht öffentlich; sie sieht es als Ergebnis ihrer politischen Karriere an.
In der Anfangszeit der PDS, insbesondere ab 1991, wurde sie schnell zu einer prominenten Figur und wurde in den Bundesvorstand gewählt. Ihr Einfluss in der Partei wuchs. © imago
Wagenknecht wurde Mitglied im Parteivorstand der PDS, was ihren Einfluss in der Partei stärkte.
Im Jahr 1992 bewertete Wagenknecht die wirtschaftliche Entwicklung der Sowjetunion während der „Stalin-Ära“ positiv. Wagenknecht erklärte 2009 ihre umstrittenen Äußerungen zum Stalinismus von 1992 retrospektiv mit „Trotz und Wut über rechte Geschichtsverfälschung“ und distanzierte sich von diesen, da sie „nicht minder einseitig waren als die Geschichtsschreibung des Mainstreams, nur mit umgekehrtem Vorzeichen“. © Imago
Von 1991 bis 2010 war Wagenknecht als Sprecherin der Kommunistischen Plattform (KPF) aktiv, einem politischen Zusammenschluss innerhalb der Partei Die Linke. In dieser Funktion vertrat sie orthodoxe kommunistische Positionen und setzte sich dafür ein, dass marxistische Ideen innerhalb der Linkspartei verankert bleiben.
Von 1991 bis 2010 war Wagenknecht als Sprecherin der Kommunistischen Plattform (KPF) aktiv, einem politischen Zusammenschluss innerhalb der Partei Die Linke. In dieser Funktion vertrat sie orthodoxe kommunistische Positionen und setzte sich dafür ein, dass marxistische Ideen innerhalb der Linkspartei verankert bleiben. © IMAGO / imagebroker
Sahra Wagenknecht stimmte 2005 auf dem PDS-Sonderparteitag gegen die Umbenennung in Die Linke.
Sahra Wagenknecht stimmte 2005 auf dem PDS-Sonderparteitag gegen die Umbenennung in Die Linke. © IMAGO / Fabian Matzerath
Gründung der Linkspartei (2007): Nach der Fusion von PDS und WASG war sie an der Gründung der Partei Die Linke beteiligt. Sie setzte sich für soziale Gerechtigkeit und eine kritische Haltung gegenüber neoliberalen Politiken ein und wurde schnell zu einer wichtigen Stimme in der Bundestagsfraktion.
Nach der Fusion von PDS und WASG war Wagenknecht an der Gründung der Partei Die Linke beteiligt. Sie setzte sich für soziale Gerechtigkeit und eine kritische Haltung gegenüber neoliberalen Politiken ein und wurde schnell zu einer wichtigen Stimme in der Bundestagsfraktion. © imago
Wagenknecht wurde 2009 erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt und ist seitdem Abgeordnete.
Wagenknecht wurde 2009 erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt und ist seitdem Abgeordnete. © imago
Wagenknecht betrachtet Rosa Luxemburg als eine Art Vorbild, insbesondere in Bezug auf ihren Kampf für die wahren kommunistischen Ideale und ihre Ablehnung des Opportunismus innerhalb der Sozialdemokratie. Hier nimmt sie 2011 an einer Gedenkveranstaltung in Berlin teil.
Wagenknecht betrachtet Rosa Luxemburg als eine Art Vorbild, insbesondere in Bezug auf ihren Kampf für die wahren kommunistischen Ideale und ihre Ablehnung des Opportunismus innerhalb der Sozialdemokratie. Hier nimmt sie 2011 an einer Gedenkveranstaltung für die Mitgründerin der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in Berlin teil. © IMAGO / IPON
Beim Parteitag der Linken in Magdeburg am 28. Mai 2016 wurde Sahra Wagenknecht von einem Aktivisten mit einer Torte beworfen. Dieser Vorfall sorgte für große Aufmerksamkeit und Empörung innerhalb der Partei.
Beim Parteitag der Linken in Magdeburg am 28. Mai 2016 wurde Sahra Wagenknecht von einem Aktivisten mit einer Torte beworfen.  © Hendrik Schmidt/dpa
Der Tortenwurf wurde von einer Gruppe namens „Antifaschistische Initiative ‚Torten für Menschenfeinde‘“ als Protestaktion durchgeführt. Die Aktivisten kritisierten Wagenknechts Position zur Flüchtlingspolitik, insbesondere ihre Aussagen über Kapazitätsgrenzen bei der Aufnahme von Flüchtlingen, die sie mit der AfD in Verbindung brachten.
Der Tortenwurf wurde von einer Gruppe namens „Antifaschistische Initiative ‚Torten für Menschenfeinde‘“ als Protestaktion durchgeführt. Die Aktivisten kritisierten Wagenknechts Position zur Flüchtlingspolitik, insbesondere ihre Aussagen über Kapazitätsgrenzen bei der Aufnahme von Flüchtlingen, die sie mit der AfD in Verbindung brachten. © Hendrik Schmidt/dpa
Initiatorin der Sammlungsbewegung „Aufstehen“ (2018): Diese Bewegung zielte darauf ab, linke Kräfte zu vereinen und eine breitere Basis zu schaffen. Insgesamt scheiterte „Aufstehen“ aber daran, eine nachhaltige Bewegung zu etablieren.
Initiatorin der Sammlungsbewegung „Aufstehen“ (2018): Diese Bewegung zielte darauf ab, linke Kräfte zu vereinen und eine breitere Basis zu schaffen. Insgesamt scheiterte „Aufstehen“ aber daran, eine nachhaltige Bewegung zu etablieren. © imago
2014 heiratete Wagenknecht Oskar Lafontaine. Ihre erste Ehe mit Ralph-Thomas Niemeyer dauerte von 1997 bis 2013.
2014 heiratete Wagenknecht Oskar Lafontaine. Ihre erste Ehe mit Ralph-Thomas Niemeyer dauerte von 1997 bis 2013. © Michael Hanschke/dpa
Wagenknecht setzt sich kontinuierlich für Themen wie Wohnungsnot, Gesundheitssystem und Bildungsgerechtigkeit ein.
Wagenknecht setzt sich kontinuierlich für Themen wie Wohnungsnot, Gesundheitssystem und Bildungsgerechtigkeit ein. © Michele Limina/dpa
Wagenknecht ist bekannt für ihre scharfen politischen Reden.
Im März 2023 gab Wagenknecht bekannt, dass sie nicht erneut für die Linke kandidieren werde. Dies wurde als weiterer Beweis für den bestehenden Bruch zwischen ihr und der Partei gewertet. Am 23. Oktober 2023 trat Wagenknecht zusammen mit neun weiteren Abgeordneten aus der Linkspartei aus. Dies geschah im Kontext ihrer Pläne, eine eigene Partei zu gründen, was zu weiteren Spannungen innerhalb der Linken führte. © Horst Schnase / Imago
Sahra Wagenknecht hat keine eigenen Kinder, bedauert dies jedoch nicht öffentlich; sie sieht es als Ergebnis ihrer politischen Karriere an.
Sahra Wagenknecht hat keine eigenen Kinder, bedauert dies jedoch nicht öffentlich; sie sieht es als Ergebnis ihrer politischen Karriere an. © Hannes P Albert/dpa
Im Februar 2023 initiierte Wagenknecht zusammen mit Schwarzer ein „Manifest für den Frieden“, das auf breite Kritik stieß. Kritiker innerhalb der Linken warfen ihr vor, sich nicht ausreichend von extremen Rechten abzugrenzen, da auch AfD-Funktionäre an der Veranstaltung teilnahmen.
Im Februar 2023 initiierte Wagenknecht zusammen mit Schwarzer ein „Manifest für den Frieden“, das auf breite Kritik stieß. Kritiker innerhalb der Linken warfen ihr vor, sich nicht ausreichend von extremen Rechten abzugrenzen, da auch AfD-Funktionäre an der Veranstaltung teilnahmen. © Rolf Vennenbernd/dpa
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wurde offiziell im Januar 2024 gegründet, nachdem es zuvor als Verein ins Leben gerufen worden war. Wagenknecht betonte, dass die neue Partei das Potenzial habe, das bundesdeutsche Parteienspektrum grundlegend zu verändern.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wurde offiziell im Januar 2024 gegründet, nachdem es zuvor als Verein ins Leben gerufen worden war. Wagenknecht betonte, dass die neue Partei das Potenzial habe, das bundesdeutsche Parteienspektrum grundlegend zu verändern.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wurde am 2. Februar 2024 als parlamentarische Gruppe im Deutschen Bundestag anerkannt, nachdem eine Abspaltung von der Linksfraktion stattgefunden hatte. Dies ermöglicht dem BSW im Bundestag aktiv zu sein, jedoch mit eingeschränkten Rechten im Vergleich zu vollwertigen Fraktionen.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wurde am 2. Februar 2024 als parlamentarische Gruppe im Deutschen Bundestag anerkannt, nachdem eine Abspaltung von der Linksfraktion stattgefunden hatte. Dies ermöglicht dem BSW im Bundestag aktiv zu sein, jedoch mit eingeschränkten Rechten im Vergleich zu vollwertigen Fraktionen. © IMAGO / NurPhoto
Am 29. August 2024 wurde Sahra Wagenknecht während einer Wahlkampfveranstaltung in Erfurt mit roter Farbe attackiert. Während sie dort eine Rede hielt, stürmte ein 50-jähriger Mann aus dem Publikum, kniete sich vor die Bühne und sprühte sie mit einer roten Flüssigkeit an. Nach dem Vorfall äußerte Wagenknecht, dass es ihr gut gehe, sie jedoch einen Schreck erlitten habe.
Am 29. August 2024 wurde Sahra Wagenknecht während einer Wahlkampfveranstaltung in Erfurt mit roter Farbe attackiert. Während sie dort eine Rede hielt, stürmte ein 50-jähriger Mann aus dem Publikum, kniete sich vor die Bühne und sprühte sie mit einer roten Flüssigkeit an. Nach dem Vorfall äußerte Wagenknecht, dass es ihr gut gehe, sie jedoch einen Schreck erlitten habe. © Martin Schutt/dpa
Nach der Gründung des BSW der Bundesspitze und dem Thüringer Landesverband, angeführt von Katja Wolf (l.). Wagenknecht äußerte Unzufriedenheit mit den Verhandlungsergebnissen der dortigen Koalitionsverhandlungen und bezeichnete einige Vorschläge als zu lasch, was zu Spannungen führte.
Nach der Gründung des Thüringer BSW-Landesverbands, angeführt von Katja Wolf (l.), äußerte Wagenknecht Unzufriedenheit mit den Verhandlungsergebnissen der dortigen Koalitionsverhandlungen. Sie bezeichnete einige Vorschläge als zu lasch, was zu Spannungen führte. © Christoph Soeder/dpa
Am 9. Oktober 2024 fand ein TV-Duell zwischen Sahra Wagenknech und AfD-Chefin Alice Weidel statt. Trotz der hitzigen Debatte gab es auch Übereinstimmungen in den Ansichten beider Politikerinnen, insbesondere in Bezug auf den Ukraine-Krieg und die Kritik an westlicher Politik.
Am 9. Oktober 2024 fand ein TV-Duell zwischen Sahra Wagenknech und AfD-Chefin Alice Weidel statt. Trotz der hitzigen Debatte gab es auch Übereinstimmungen in den Ansichten beider Politikerinnen, insbesondere in Bezug auf den Ukraine-Krieg und die Kritik an westlicher Politik.  © Kay Nietfeld/dpa
Derzeit schwankt Wagenknechts BSW in den Umfragen zwischen vier und acht Prozent schwankt. Interne Konflikte und Konkurrenz durch die anderen Parteien werden als mögliche Gründe für die schwache Entwicklung genannt.
Derzeit schwankt Wagenknechts BSW in den Umfragen zwischen vier und acht Prozent schwankt. Interne Konflikte und Konkurrenz durch die anderen Parteien werden als mögliche Gründe für die schwache Entwicklung genannt. © Imago / Funke Foto Services

Doch dies stellte sich wenig später als falsche Schlussfolgerung heraus. Vielmehr mischt Wagenknecht wieder lautstark in der Bundespolitik mit. Gerade erst zerriss sie die Idee, Deutschland könnte Soldaten der Bundeswehr als Teil einer Friedenstruppe in die Ukraine entsenden, sollte der Ukraine-Krieg enden. Damit wäre die Bundesrepublik „sofort Kriegspartei, das darf ein Kanzler nicht zulassen“, warnte sie Regierungschef Friedrich Merz (CDU).

BSW künftig ohne Wagenknecht? Neuer Co-Parteichef offenbar in den Startlöchern

Intern musste Wagenknecht zuletzt aber Rückschläge einstecken. So ging ihr Versuch nicht auf, im April beim Landesparteitag des Thüringer BSW Katja Wolf, Finanzministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin in der Regierung mit CDU und SPD, als Landeschefin abzusetzen. Ihre Kandidatin Anke Wirsing erhielt 35 Stimmen, während Wolf 61 Parteifreunde hinter sich vereinte. Spätestens seither gilt ihr Image als starke Frau innerhalb des Bündnisses als angekratzt.

Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) schreibt, heißt es im BSW jedoch, die Suche nach einem neuen Namen habe nichts mit etwaiger Kritik an Wagenknecht zu tun. Vielmehr war dieser Schritt von Anfang an vorgesehen, sobald sich die Partei von ihrer Gründerin gelöst haben würde. Was auch immer das genau heißen soll.

Jedenfalls schreibt die Bild, es gelte aus ausgemacht, dass Mohamed Ali an der BSW-Spitze bleibe. Die zweite Führungsrolle könnte demnach künftig von Fabio De Masi ausgefüllt werden. Der einstige Linke-Politiker sitzt für die Partei im Europäischen Parlament, erklärte zuletzt gegenüber der Frankfurter Rundschau von IPPEN.MEDIA Brandmauern für gescheitert, die AfD aber zugleich deutlich zum „politischen Gegner“ des BSW.

Kritik an Wagenknecht aus Sachsen: Gescheiterte Sondierungen lassen CDU und SPD zürnen

Als Hinweis auf einen Wagenknecht-Abschied aus der ersten Reihe sieht das Boulevardblatt auch einen Vorgang im einflussreichen sächsischen Landesverband an. Die als Wagenknecht-Vertraute geltende Sabine Zimmermann kandidiert dort nicht mehr für das Amt der Landesvorsitzenden. Wie der MDR Sachsen aus dem Landesverband erfahren haben will, spielten bei dieser Entscheidung auch gesundheitliche Gründe eine Rolle.

Nicht immer auf einer Wellenlänge: BSW-Chefin Sahra Wagenknecht (r.) ist mit Katja Wolf als Thüringer Landeschefin offenbar nicht glücklich.

Die Nachfolge wird auf einem Parteitag im September geregelt. Als Kandidat gilt Ronny Kupke, der erst mit dem BSW in die Politik einstieg. Anders als in Thüringen hatte die Wagenknecht-Partei im Freistaat die Sondierungen für eine mögliche Brombeer-Koalition abgebrochen, weshalb eine schwarz-rote Minderheitsregierung besteht. Aus CDU und SPD war danach Kritik an Wagenknecht laut geworden.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte moniert, die Entscheidung über den Abbruch der Sondierungen sei nicht in Sachsen getroffen worden. SPD-Landeschef Henning Homann nannte machtpolitisches Kalkül von Wagenknecht als Grund für das abrupte Ende der Gespräche. Ihnen dürfte schon während der Treffen geschwant haben: Auch wenn nicht Wagenknecht draufstand, war immer auch Wagenknecht drin. Womöglich gilt das aber bald nicht mehr. (mg)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Andreas Gora

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