VonJana Stäbenerschließen
Im Sommer hat der Discounter einige Produkte zu „echten“ Preisen angeboten, die Sozial- und Umweltkosten einschließen. Was hat es gebracht?
Im Juli 2023 verlangte der Discounter Penny eine Woche lang die „wahren Preise“ für neun seiner mehr als 3000 Supermarktprodukte. Eine Packung Maasdamer Käse und 400 Gramm Wiener Würstchen waren bis zu 88 Prozent teurer, weil der Preis für ihren CO₂-Fußabdruck und Ressourcenverbrauch mit eingerechnet wurde. Eine Sache, die auch der Tierwohlcent leisten soll.
Was hat die Aktion gebracht? Das hat sich ein Team der Universität Greifswald und Hochschule Nürnberg in einer Studie angeschaut. Ihre Mission: Herausfinden, wie Sozial- und Umweltkosten und echte Preise die Leute beim Einkaufen beeinflussen. Dazu befragten sie 2255 Personen vor und nach der Kampagne und analysierten Verkaufszahlen der teureren Produkte – mit einem vielversprechenden Ergebnis.
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Wahre Preise bei Penny: Braucht es dauerhaft wahre Preisschilder?
Die Verkaufszahlen sind zwar gesunken, aber nicht so stark, wie es bei so hohen Preiserhöhungen (höher als die Mehrwertsteuererhöhung) erwartet wurde. Laut der Forscher:innen könnte das mit dem Gefühl, etwas Gutes zu tun, zusammenhängen. Kund:innen hatten das Gefühl, durch die „wahren Preise“ etwas Gutes zu tun und waren deswegen bereit, den Preis zu zahlen – besonders bei Bio-Produkten, bei denen die Verkaufszahlen weniger stark zurückgingen.
Die Aktion von Penny, der im Sommer auch eine Ansage wegen Einkaufswägen machte, regte einige Kund:innen zum Nachdenken an. Zwei Drittel der Befragten gaben nach der Kampagnenwoche ein gewachsenes Bewusstsein bei diesem Thema an. Jede:r Dritte traute der Kampagne zu, eine politische Debatte über „wahre Kosten“ auszulösen, die auch aufgrund der Bauernproteste wieder heiß diskutiert wurde – zum Beispiel von dieser Bäuerin.
Die Aktion habe wertvolle Daten über das Kaufverhalten und die Akzeptanz für „wahre Preise“ ermöglicht, sagt Studienleiter Tobias Gaugler über das Projekt. Trotzdem sei der Weg noch weit. Die Studie zeige, dass es wohl noch weiter gesellschaftsfähige Bildungsarbeit brauche, um aufzuzeigen, welche Produkte nachhaltiger sind als andere. „Wir denken, dass wahre Preisschilder zu diesem Verständnis beitragen können“, so Gaugler.
Die Redakteurin hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien
Rubriklistenbild: © Wolfgang Maria Weber/IMAGO, Collage

