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Wegen Wladimir Putins Imperialismus in Europa Milliarden in Polens Streitkräfte. Ein Fachmann beschreibt bei IPPEN.MEDIA Zahlen zu Deutschlands Nachbarn.
Warschau – Gewarnt durch den Ukraine-Krieg, unternimmt Deutschlands Nachbar Polen enorme Anstrengungen zur Abschreckung des Moskau-Machthabers Wladimir Putin und seines imperialistischen Russland-Regimes.
Zur Abschreckung Wladimir Putins: Polen baut seine Armee massiv aus
Polen hat mit 38,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern deutlich weniger Einwohner als etwa Deutschland (84,7 Millionen). Die Armee ist nach Anzahl der Soldaten aber größer als die Bundeswehr und soll weiter wachsen. Dafür investiert Warschau, das wegen der Geschichte im russischen Kaiserreich und während der Sowjetunion mit Sorgen in Richtung Moskau blickt, sehr viel Geld.
Ein Experte liefert auf Anfrage genaue Einblicke. „Der Personalbestand der polnischen Streitkräfte wurde vom Verteidigungsministerium am 1. Januar 2025 mit 206.000 Mann angegeben; angestrebt wird eine Erhöhung bis Ende des Jahres auf 230.000 Mann“, erklärt Dr. Jens Boysen von der Civitas University in Warschau Merkur.de von IPPEN.MEDIA. Zum Vergleich: Die Bundeswehr hatte eigenen Angaben zufolge zum selben Zeitpunkt rund 182.000 Soldatinnen und Soldaten.
Wegen Gefahr durch Russland: Polen kauft Kampfjets und viele Panzerhaubitzen
Während die aggressive Außenpolitik des US-Präsidenten Donald Trump auch rund um die polnische Präsidentschaftswahl an diesem Sonntag (1. Juni) ein großes Thema ist, kauft der deutsche Nachbar im großen Stil Waffen für seine Streitkräfte ein. „Der polnische Wehretat für 2025 ist auf 186 Milliarden Zloty (etwa 43,78 Milliarden Euro, d. Red.) und voraussichtlich 4,7 Prozent des BIP festgelegt. Damit würden die verteidigungsbezogenen Ausgaben circa 20 Prozent des Staatshaushalts ausmachen“, erzählt Experte Boysen.
Der Hesse ist Historiker und Politologe mit Schwerpunkt Mittel- und Osteuropa und hat sich in seiner Forschungsarbeit auf deutsch-polnische Beziehungen spezialisiert. „Geplante Anschaffungen sind unter anderem der nächste Teil der insgesamt 900 schon von Südkorea gekauften Panzer K2 ‚Black Panther‘, die überwiegend in Lizenz in Polen hergestellt werden sollen. Die Anschaffung von 96 Apache-Kampfhubschraubern und 32 Flugzeugen des Typs F-35A, die Modernisierung der in Polen schon vorhandenen F-16-Flugzeuge sowie der Kauf von 111 Exemplaren des polnischen Schützenpanzers ‚Borsuk‘ (Dachs, d. Red.)“, schildert Boysen.
Für die polnische Armee: Warschau hat 250 Abrams-Panzer in den USA bestellt
Im Gespräch sei zudem schon seit mehreren Jahren die „Ersetzung des einzigen, veralteten U-Boots ‚Orzeł‘ (Adler), Baujahr 1985, durch drei oder vier neue U-Boote“, erklärt er: „Eine der Firmen, die hierzu Angebote gemacht haben, ist ThyssenKrupp Marine Systems.“ Polen hatte zudem 250 Abrams-Panzer in den USA bestellt, von denen Ende Mai 47 ausgeliefert waren. (pm)
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